Am 08.12.2025 führte Stephan Witte ein Interview mit Herrn Sinan Acar, dem Geschäftsführer der Haus Wächter GmbH aus Hannover. Das Unternehmen betreut Kunden in der Region Hannover sowie im angrenzenden Umland. Herr Acar ist staatlich geprüfter Schädlingsbekämpfer und spezialisiert auf die Bekämpfung u. a. von Ratten, Mäusen, Mardern und Siebenschläfern.

Stephan Witte: Mir gegenüber sitzt Herr Sinan Acar von der Haus Wächter GmbH. Können Sie etwas über Ihre Firma erzählen, was machen Sie und mit wem arbeiten Sie zusammen?
Sinan Acar: Gerne. Ich bin Sinan Acar, Geschäftsführer der Haus Wächter GmbH. Wir sind im Bereich der professionellen Schädlingsbekämpfung tätig und decken nahezu alle klassischen Bereiche ab – von Schadnagern wie Ratten und Mäusen bis hin zu Insektenbefall. Aktuell sind wir noch nicht auf Waschbären und den Eichenprozessionsspinner spezialisiert, planen jedoch, unser Leistungsspektrum in Zukunft entsprechend zu erweitern.
Wir arbeiten unter anderem mit Versicherungen wie der HUK-Coburg und der VGH zusammen. In bestimmten Fällen, beispielsweise bei Rohrschäden mit daraus resultierendem Rattenbefall, übernehmen Versicherungen die Kosten oder vermitteln entsprechende Fachbetriebe wie uns.
Stephan Witte: Was sind so die typischen Schadenfälle, zu denen Sie gerufen werden?

Sinan Acar: Typische Fälle sind häufig Rohrschäden, insbesondere bei älteren Gebäuden mit porösen Gussleitungen. Diese werden von Ratten genutzt, um sich Zugang zum Gebäude zu verschaffen – im Extremfall sogar über die Toilette. Das sind klassische Akutfälle, bei denen schnelles Handeln gefragt ist.
Darüber hinaus treten Schäden an Fassaden oder Dämmungen auf, durch die sich Schadnager bis in Dachbereiche vorarbeiten. Unsere Aufgabe ist es dann, neben der Bekämpfung auch eine umfassende Schwachstellenanalyse am Gebäude durchzuführen.
Stephan Witte: Was sind typische Schwachstellen bei Gebäuden?
Sinan Acar: Sehr häufig finden wir offene Lüftungs- oder Dehnungsfugen. Diese sind konstruktionsbedingt vorhanden, bieten aber auch ideale Eintrittsstellen für Schädlinge. Wir verschließen diese mit speziellen Edelstahlelementen, sogenannten „Bienenbeißern“. Diese sind langlebig, rostfrei und sorgen dafür, dass weder Schadnager noch Insekten eindringen können. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.
Stephan Witte: Was war der teuerste oder speziellste Schaden, den Sie bisher erlebt haben?
Sinan Acar: Ein besonders gravierender Fall war ein Rattenbefall in einem kaum genutzten Keller. Durch einen Rohrschaden konnten sich die Tiere über einen langen Zeitraum ungestört ausbreiten. Dabei wurden Möbel, Teppiche und sogar Kabel massiv beschädigt. Gerade bei Kabeln entstehen schnell Folgeschäden, etwa durch Ausfälle von Internet oder Technik. Der Gesamtschaden lag in diesem Fall im fünfstelligen Bereich.

Stephan Witte: Viele Versicherer übernehmen in ihren Wohngebäudetarifen Bissschäden durch Marder oder andere Nagetiere bis in Höhe von etwa 5.000 Euro, meist jedoch keine Folgeschäden. Sind diese Summen ausreichend und welche Folgeschäden kommen in der Praxis vor?
Sinan Acar: In der Praxis reichen diese Summen häufig nicht aus. Die eigentlichen Bissschäden sind oft nur ein Teil des Problems. Deutlich kostenintensiver sind die Folgeschäden, etwa durch beschädigte Leitungen, Feuchtigkeit oder technische Ausfälle. Gerade bei Dämmungen, Kabeln oder Rohrsystemen entstehen schnell deutlich höhere Kosten. Deshalb ist es entscheidend, frühzeitig zu handeln.
Stephan Witte: Was sollten Kunden tun, wenn sie Schädlingsbefall feststellen, und was sind die häufigsten Fehler?

Sinan Acar: Das Wichtigste ist, frühzeitig zu reagieren. Viele versuchen zunächst, das Problem selbst zu lösen, was oft dazu führt, dass sich der Befall weiter ausbreitet. Ein häufiger Fehler ist auch, die Ursachen nicht zu beseitigen – also Zugänge oder Nahrungsquellen bestehen zu lassen. Wir empfehlen immer eine fachliche Analyse vor Ort, um gezielt und nachhaltig vorzugehen.

Stephan Witte: Mit welchen Kosten muss man für eine Schädlingsbekämpfung rechnen?
Sinan Acar: Die Kosten sind immer objektbezogen und hängen von Befallsstärke, Objektgröße und den Gegebenheiten ab. Im privaten Bereich bewegen sich Maßnahmen bei Mäusen beispielsweise zwischen ca. 200 und 450 Euro und bei Ratten zwischen ca. 280 und 700 Euro. Wichtig ist uns Transparenz – der Kunde erhält vorab eine klare Einschätzung. Eine Erstbesichtigung ist in der Regel unverbindlich.


Stephan Witte: In welchem Gebiet sind Sie tätig?
Sinan Acar: Unser Schwerpunkt liegt in der Region Hannover und Umgebung, beispielsweise Lehrte, Garbsen, Burgdorf oder Wedemark. Für größere Projekte oder Gewerbekunden sind wir auch überregional tätig.
Stephan Witte: Gibt es noch etwas, das Sie ergänzen möchten?
Sinan Acar: Ja, uns ist wichtig, dass Schädlingsbekämpfung nachhaltig gedacht wird. Es geht nicht nur um die akute Bekämpfung, sondern auch darum, Ursachen zu erkennen und dauerhaft zu beseitigen. Gerade im gewerblichen Bereich setzen wir zusätzlich auf strukturierte Monitoring- und Dokumentationssysteme.
Stephan Witte: Wie kann man Sie erreichen?
Sinan Acar: Am besten telefonisch oder per E‑Mail. Gerade bei akuten Fällen reagieren wir schnell und vereinbaren kurzfristig einen Termin zur Besichtigung, um eine passende Lösung zu finden.
Stephan Witte: Herzlichen Dank für das Interview.