Tarifana­lyse: die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung der degenia (Stand 02.2021)

Die degenia Ver­si­che­rungs­dienst AG wurde 1998 ursprüng­lich als VKS Asse­ku­ranz GbR gegründet. Mitt­ler­weile gehört die degenia AG nach eigenen Angaben „zu den großen kon­zern­un­ab­hän­gigen Anbie­tern von Ver­si­che­rungs­lö­sungen in Sach, Haft­pflicht, Rechts­schutz, Unfall und Kraft­fahrt­ver­si­che­rungen.“ Seit Februar 2021 bietet die degenia die aktu­elle Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung T 21 als Ver­si­che­rungs­makler mit dem Risi­ko­träger Alte Leip­ziger Ver­si­che­rung AG an.  Der Vor­gän­ger­tarif T 19 ist wei­terhin verkaufsoffen.

Als Kon­zept­an­bieter zeichnet das Unter­nehmen selbst­ständig im Namen des Ver­si­che­rers und über­nimmt auch das Inkasso. Da die degenia als Makler agiert, erfolgt die Scha­den­re­gu­lie­rung durch den jewei­ligen Risikoträger.

Der Ver­si­che­rungs­schutz nach dem Wohn­ge­bäude-Tarif T21 wird in den Vari­anten classic, pre­mium und optimum angeboten.

Ver­si­che­rungs­schutz in der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung wird nach dem Wohn­flä­chen­mo­dell geboten.  Die Höchst­ent­schä­di­gung ist auf 5 Mil­lionen Euro begrenzt (Neu­bau­wert bei Antragsstellung).

Ver­si­chert werden können Gebäude bis maximal 800 Qua­drat­me­tern Wohn­fläche mit einem Gewer­be­an­teil bis unter 50 Pro­zent. Dabei dürfen abschlie­ßend fol­gende Gewerbe im Objekt aus­geübt werden: Apo­theken, Arzt­praxen aller Art, Büros und sons­tige Ver­wal­tungs­be­triebe, Dent­al­la­bors, Ein­zel­han­dels­ge­schäfte, Kre­dit­in­sti­tute, medi­zi­ni­sche Mas­sa­ge­insti­tute, Sport­stu­dios sowie sons­tige Dienstleistungsunternehmen.

Die Wohn­fläche wird in den Annah­me­richt­li­nien wie folgt definiert:

„Defi­ni­tion Wohnfläche:

Die Wohn­fläche ist die Grund­fläche aller Räume der Woh­nung ein­schließ­lich Hob­by­räume. Nicht zu berück­sich­tigen sind Zube­hör­räume (Keller‑, Spei­cher­räume, Dach­böden, Treppen, usw.) sowie Bal­kone, Log­gien und Ter­rassen. Die Wohn­fläche gilt als richtig ermit­telt, wenn sie nach der Wohn­flä­chen­ver­ord­nung (WoFlV) berechnet oder aus dem Miet- bzw. Kauf­ver­trag ent­nommen wurde.

Defi­ni­tion Gewerbefläche:

Gewer­be­fläche ist die Grund­fläche aller gewerb­lich genutzten Räume des ver­si­cherten Gebäudes.“

Eine Antrags­an­nahme ist grund­sätz­lich mög­lich, sofern es in den letzten fünf Jahren vor Antrags­stel­lung nicht mehr als zwei Vor­schäden oder einen Ele­men­tar­schaden in den letzten zehn Jahren vor Antrags­stel­lung. Letzter darf die Höhe von 2.000 Euro nicht über­schritten haben. Die Annah­me­richt­li­nien lassen sich so ver­stehen, dass Kunden nicht nur beim Vor­ver­si­cherer gemel­dete und ggf. regu­lierte Schäden, son­dern auch sons­tige Schäden anzu­zeigen haben. Bestanden im Rahmen des Vor­ver­trags bei Antrags­stel­lung zwei Vor­schäden erhebt die degenia einen Zuschlag von 20 %.

Bei der Ermitt­lung des kor­rekten tech­ni­schen Bau­jahres werden bran­chen­üb­lich Sanie­rungs­maß­nahmen berück­sich­tigt. Dies gilt aller­dings nur für eine Kom­plett­sa­nie­rung von Elek­tron­in­stal­la­tion, Leistungswasser—und Hei­zungs­system sowie des Daches. Bei nur teil­weiser Sanie­rung wird das Bau­jahr nicht durch das Sanie­rungs­jahr ersetzt.

Sofern die Wohn­fläche kor­rekt ange­geben wird, wird auf die Anrech­nung einer mög­li­chen Unter­ver­si­che­rung im Scha­den­fall ver­zichtet. Dar­über hinaus besteht tarif­ab­hängig bis in Höhe von 1.000 Euro (Classic), 3.000 Euro (Pre­mium) bzw. 5.000 Euro (Optimum) ein gene­reller Unter­ver­si­che­rungs­ver­zicht für Klein­schäden.

Vor­über­ge­hend voll­ständig unge­nutzte Gebäude oder über­wie­gend unge­nutzte Gebäude bedeuten nach dem Wort­laut der Bedin­gungen eine Gefah­rerhö­hung im Sinne der Bedin­gungen (siehe § 15 Ziffer 15.1 b) VGB 2021). Inwie­fern Ver­si­che­rungs­schutz nach Antrags­stel­lung besteht, wenn ein Ver­si­cherter z. B. wegen eines Urlaubs, wegen Krank­heit oder aus anderen Gründen län­ger­fristig nicht zu Hause weilt und das ver­si­cherte Objekt daher leer steht, ist bedin­gungs­seitig nicht ersicht­lich. Laut degenia seien Gefah­rerhö­hungen wie z. B. „Leer­stand oder län­gere Abwe­sen­heit […] dem Ver­si­cherer anzuzeigen.“

Die Grund­de­ckung der drei Tarife lässt sich optional wie folgt erweitern:

  • Wei­tere Ele­men­tar­ge­fahren (Über­schwem­mung, Erd­beben u.a.)
  • Glas­ver­si­che­rung
  • Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung (nur optimum)

Mehr­bei­trag in Höhe von 10 % zzgl. Ver­si­che­rungs­steuer von dem zukünftig zu zah­lenden Bei­trag für die Wohngebäudeversicherung.

Ver­si­cherbar sind Gebäude der Bau­art­klassen I und II bzw. der Fer­tig­haus­klassen 1 und 2. Nicht ver­si­cherbar sind somit Gebäude der Bau­art­klassen III und IV sowie der Fer­tig­haus­klasse 3. Dies betrifft z. B. Gebäude mit wei­cher Dachung (z. B. Reet, Stroh), aber auch Gebäude aus Holz oder Holz­fach­werk mit Lehm­fül­lung Unklar bleibt, ob Gebäude mit Lehm­bal­ken­de­cken ohne Ein­schrän­kungen ver­si­che­rungs­fähig sind. Deren Vor­han­den­sein dürfte nicht jedem Haus­be­sitzer aktiv bekannt sein. Wer etwa ein ehe­ma­liges Bau­ern­haus erworben hat, dass außen ver­klin­kert ist, dürfte im Zweifel erst im Scha­den­fall das Fach­werk und die Lehm­bal­ken­de­cken im Innern erkennen.

Gebäude, die bei Antrags­stel­lung über 50 Jahre alt sind, werden nur nach Ein­zel­fall­prü­fung ver­si­chert. Neben aktu­ellen Fotos von Vorder- und Rück­seite des Gebäudes ist auch ein Zusatz­fra­ge­bogen auszufüllen.

Bestand ein Vor­ver­trag, der vom Vor­ver­si­cherer gekün­digt worden ist, ist eine Annahme nicht mög­lich. Ver­si­che­rungs­schutz für Gebäude ohne eine Vor­ver­si­che­rung ist nur für Neu­bauten möglich.

Garten- und Gewächs­häuser sind nur in den Tarifen Pre­mium und Optimum als Grund­stücks­be­stand­teile mit­ver­si­chert. Bei­trags­frei gilt eine Mit­ver­si­che­rung für Gar­ten­häuser bis zu einem Neu­bau­wert von 5.000 Euro (Pre­mium) bzw. 10.000 Euro (Optimum). Gewächs­häuser sind bis maximal 10 Qua­drat­me­tern und bis zu einem Neu­bau­wert von 500 Euro (Pre­mium) bzw. 1.000 Euro (Optimum) mit­ver­si­chert. Wei­tere Neben­ge­bäude (z. B. Schuppen oder Gerä­te­häuser) können nur in den Tarifen Pre­mium und Optimum und bis höchs­tens 30 Qua­drat­me­tern Nutz­fläche ver­si­chert werden. Da die Mit­ver­si­che­rung gemäß Annah­me­richt­li­nien auf die Bau­art­klassen I und II beschränkt ist, kommen weder Holz­häuser noch Fer­tig­häuser ohne feu­er­hem­mende Umman­te­lung bzw. Ver­klei­dung in Frage.

Inwie­fern auch gewerb­liche, land­wirt­schaft­lich bzw. ehe­mals gewerb­lich oder land­wirt­schaft­lich genutzte Gebäude ver­si­che­rungs­fähig sind, ist aus den vor­lie­genden Unter­lagen nicht erkennbar.

Garagen und Car­ports auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück und in dessen Nähe sind bei­trags­frei mit­ver­si­chert. Dies gilt jedoch nur für ins­ge­samt zwei Stell­plätze. Wei­tere Stell­plätze müssen gegen Zuschlag von je 6,00 Euro netto in den Ver­trag ein­ge­schlossen werden.

Erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren können optional gegen Zuschlag ein­ge­schlossen werden. Der Ein­schluss von Schäden durch erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren ist in den ZÜRS-Zonen (Über­schwem­mung, Rück­stau und Stark­regen) 3 und 4 bzw. IV (Erd­be­ben­zone) ist nicht möglich.

Im Rahmen der Mit­ver­si­che­rung von Ele­men­tar­schäden hat sich der Ver­si­che­rungs­nehmer an jedem Schaden mit einer Selbst­be­tei­li­gung von 10 %, min­des­tens 500 Euro, maximal 5.000 Euro, zu betei­ligen. Es gilt eine War­te­zeit von 4 Wochen ab Ver­si­che­rungs­be­ginn. Die Höchst­ent­schä­di­gung für erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren beträgt 1,5 Mil­lionen Euro.

Denk­mal­ge­schützte Gebäude sind nicht ver­si­che­rungs­fähig. Eben­falls nicht ver­si­che­rungs­fähig sind z. B. Gebäude mit „außer­ge­wöhn­li­chen Risi­ko­ver­hält­nissen.

Bran­chen­üb­lich ist das Gebäu­de­alter prä­mi­en­er­heb­lich. Für Neu­bauten gilt ein Bei­trags­nach­lass von 30 Pro­zent. Dieser fällt jähr­lich um 2 Pro­zent­punkte, so dass Gebäude, die älter als 15 und bis 16 Jahre alt sind, die Nor­mal­prämie ohne Rabat­tie­rung zahlen. Für ältere Gebäude steigt der Bei­trag jähr­lich um einen Pro­zent­punkt an, wobei Gebäude, die älter als 45 Jahre sind, auto­ma­tisch den maxi­malen Zuschlag von 30 Pro­zent zahlen. Unab­hängig vom Gebäu­de­alter steigt der Bei­trag jähr­lich um 2,5 %.

Die degenia bietet optional Tarife ohne Selbst­be­halt oder alter­nativ einen Selbst­be­halt mit Scha­den­frei­heits-Rege­lung (250 Euro oder 500 Euro) an: 

„Bei Ver­trägen mit einem gene­rellen Selbst­be­halt gilt fol­gende Vereinbarung:

Ein­stu­fung in Scha­den­frei­heit­klasse 1–3. Bei einem scha­den­freien Ver­si­che­rungs­jahr erfolgt zum Ende des lau­fenden Ver­si­che­rungs­jahres die Ein­stu­fung in die nächst höhere Stufe. Nach einem Ver­si­che­rungs­fall erfolgt die sofor­tige Rück­stu­fung in SF 0.

Ent­spre­chend des ver­ein­barten Selbst­be­haltes, zum Beispiel:

SF 0 SB                 250 EUR

SF 1SB                   250 EUR

SF 2 SB                 250 EUR

SF 3 SB                 0 EUR

Bei Neu­ge­schäft mit Vor­ver­si­che­rung ohne Vor­schäden in den letzte 5 Jahren erfolgt die Ein­stu­fung direkt in SF 2.

Bei Neu­ge­schäft ohne Vor­ver­si­che­rung bzw. mit Vor­schäden in den letzten 5 Jahren erfolgt die Ein­stu­fung in SF1.

Die Scha­den­ab­tei­lung wird im Scha­den­fall dar­über in Kenntnis gesetzt, ob die SB abge­zogen werden kann oder nicht.“

Die Höhe des Selbst­be­halts bei Ver­ein­ba­rung der Scha­den­frei­heits-Rege­lung oder die daraus resul­tie­rende Prä­mien­re­du­zie­rung sind weder aus den Bedin­gungen noch aus den Annah­me­richt­li­nien ersicht­lich und werde gemäß Unter­neh­mens­in­for­ma­tionen im Rahmen der indi­vi­du­ellen Ange­bots­er­stel­lung ermittelt.

Bei Ver­ein­ba­rung einer unter­jäh­rigen Zahl­weise wird von der degenia ein Raten­zah­lungs­zu­schlag erhoben. Dieser beträgt 5 % (vier­tel­jähr­lich) bzw. 3 % (halb­jähr­lich). Eine monat­liche Zahl­weise ist nicht mög­lich. Die Zah­lung ist nur per SEPA-Mandat mög­lich. Der Min­dest­bei­trag je Zahl­weise beträgt 15,00 Euro netto. Sofern im zu ver­si­chernden Objekt ein Gewerbe aus­geübt wird, erhöht sich der jähr­liche Min­dest­bei­trag auf 50 oder 100 Euro.

Für Neu­bauten beträgt die Min­dest­jah­res­prämie je 100 Qua­drat­me­tern Wohn­fläche inklu­sive erwei­terter Ele­men­tar­scha­den­de­ckung 119,02 Euro (classic), 131,55 Euro (pre­mium) bzw. 156,61 Euro (optimum). Dies setzt jeweils die Leitungswasser‑, Sturm‑, ZÜRS- und Erbe­ben­zone 1 voraus. In der jeweils ungüns­tigsten Zone kostet ein Neubau ent­spre­chend 390,10 Euro (classic), 404,51 Euro (pre­mium) bzw. 451,04 Euro (optimum).

Bei­trags­nach­lässe durch Bün­del­ra­batte oder die Zuge­hö­rig­keit zum Öffent­li­chen Dienst sind nicht möglich.

Net­to­ta­rife werden von der degenia nicht angeboten.

Ver­si­che­rungs­nehmer und Ver­si­cherer können den ver­ein­barten Ver­si­che­rungs­schutz jeweils mit Frist von drei Monaten zum Ende des lau­fenden Ver­si­che­rungs­jahres kün­digen.

Gegen­über der Tarif­ge­nera­tion T19 gibt es erheb­liche Unter­schiede. So besteht z. B. abwei­chend zum Alt­tarif keine optio­nale Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren mehr. Auch viele andere optio­nale Bau­steine sind weg­ge­fallen (z. B. Ser­vice­paket Ablei­tungs- und Gas­rohre, Glas­bruch von Scheiben von Son­nen­kol­lek­toren). Gegen­über dem Alt­tarif wurde die War­te­zeit bei Mit­ver­si­che­rung erwei­terter Ele­men­tar­ge­fahren von 14 Tagen auf 4 Wochen verlängert.

Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs Optimum (T21) aus dem Hause degenia

  • Garantie hin­sicht­lich der unver­bind­li­chen Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse (Arbeits­kreis-Garantie).
  • Optio­nale Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung, nicht jedoch Sum­men­dif­fe­renz­de­ckung, für einen Zeit­raum von bis zu 5 Monaten. Nicht ver­si­chert sind Leis­tungs­arten, die im Vor­ver­trag nicht ver­si­chert waren (z. B. erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren). Eine im Vor­ver­trag bestehende Unter­ver­si­che­rung kann durch diese Dif­fe­renz­de­ckung nicht aus­ge­gli­chen werden.
  • Besitz­stands­ga­rantie (Vor­ver­si­che­r­er­ga­rantie) bei unun­ter­bro­chenem Ver­si­che­rungs­schutz zwi­schen dem bis­he­rigen Ver­si­cherer und der Alte Leip­ziger als neuem Ver­si­cherer. Der zuvor min­des­tens ein Jahr bestehende Vor­ver­trag darf weder vom Vor­ver­si­cherer gekün­digt noch in beid­sei­tigem Ein­ver­nehmen auf­ge­hoben worden sein.
  • Ver­si­che­rungs­schutz für Scha­den­fälle bei unklarer Zustän­dig­keit nach Versichererwechsel.
  • Mit­ver­si­che­rung benannter Grund­stücks­be­stand­teile ohne Sub­limit (z. B. Zäune und Mauern als Grund­stücks­ein­frie­dung, Hof- und Geh­weg­s­be­fes­ti­gungen, Hun­de­zwinger sowie Schutz- und Trenn­wände, nicht jedoch z. B.  im Boden ver­an­kerte Kin­der­spiel­ge­räte, Zis­ter­nen­an­lagen, Stütz­mauern, im Boden ver­an­kerte Wäsche­spinnen oder sta­tio­näre Lade­sta­tionen für Elek­tro­fahr­zeuge sowie unter­ir­di­sche Öl- und Gastanks.
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Her­bei­füh­rung des Versicherungsfalles.
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Ver­let­zung von ver­trag­lich ver­ein­barten Sicher­heits­vor­schriften und Oblie­gen­heiten (z. B. Heiz­o­b­lie­gen­heit) bis zur Höhe von 20.000 Euro. Der Ver­zicht bezieht sich nicht auf die grob fahr­läs­sige Ver­let­zung der Anzeige einer Gefahrerhöhung.
  • Ver­zicht auf Anrech­nung einer Unter­ver­si­che­rung für Klein­schäden bis in Höhe von 5.000 Euro.
  • Mit­ver­si­che­rung von Seng­schäden, ohne dass es sich um einen Feu­er­fol­ge­schaden han­delt, dies aller­dings mit 500 Euro Selbst­be­halt. Eine Mit­ver­si­che­rung auch von sol­chen Schmor­schäden ist bedin­gungs­seitig nicht erkennbar.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden unmit­telbar durch Rauch und Ruß, aller­dings nur, sofern diese „plötz­lich bestim­mungs­widrig aus den auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück befind­li­chen Feuerungs‑, Heizungs‑, Koch- oder Tro­cken­an­lagen aus­tritt“. Die Ver­si­che­rung erstreckt sich nicht auf Schäden, die etwa auf dem Nach­bar­grund­stück ent­standen sind. Inwie­fern Schäden durch Fog­ging (Schwarz­staub) mit­ver­si­chert sind, geht aus den Bedin­gungen nicht ein­deutig hervor. Bei ungüns­tiger Aus­le­gung könnten diese als aus­ge­schlos­sener Schaden durch dau­er­hafte Ein­wir­kung im Sinne von Abschnitt B1 Ziffer 1.1 ange­sehen werden und daher aus­ge­schlossen sein:

„In viele Fällen von Fog­ging in der Woh­nung wurde häufig gerade neu gestri­chen oder die Räum­lich­keiten frisch bezogen. Doch warum tritt Fog­ging über­haupt erst auf? Der Grund können schwer­flüch­tige Ver­bin­dungen (SVOC), wie Weich­ma­cher, sein, welche in die Raum­luft gelangen.

[…]

Das Fog­ging tritt nicht sofort auf. Das heißt, wenn Sie die Som­mer­tage für eine Reno­vie­rungs­ak­tion nutzen, wird dieses Phä­nomen womög­lich erst im Herbst mit der ersten Heiz­pe­riode auf­treten. Ein Grund dafür ist, dass mit sin­kenden Tem­pe­ra­turen, mehr geheizt und weniger gelüftet wird. Dadurch können sich die schwer­flüch­tigen Ver­bin­dungen (SVOC) aus Tep­pi­chen, der Rau­fa­ser­ta­pete oder Kunst­stoff­ober­flä­chen mit vor­han­denen Staub­par­ti­keln ver­binden und sich als schmie­riger Film inner­halb des Raums absetzen.“[1]

  • Mit­ver­si­chert ist der Anprall von Luft‑, Kraft- und Schie­nen­fahr­zeugen, nicht jedoch von Was­ser­fahr­zeugen, an ver­si­chere Sachen. Nicht ver­si­chert sind Schäden, wenn die benannten Kraft- oder Schie­nen­fahr­zeuge vom Ver­si­che­rungs­nehmer, den Bewoh­nern oder Besu­chern des ver­si­cherten Gebäudes selbst betrieben werden. Nicht ver­si­chert sind Schäden an Fahr­zeugen, Straßen und Wegen. Ent­spre­chend abwei­chend mit­ver­si­cherte Grund­stücks­be­stand­teile sind z. B. Zäune und Mauern als Grund­stücks­ein­frie­dungen sowie Schutz- und Trenn­wände. Teil­weise lassen sich solche Eigen­schäden im Rahmen einer Kfz-Ver­si­che­rung mit­ver­si­chern, dort aller­dings meist mit einer Selbst­be­tei­li­gung an den Kosten.
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden durch unbe­mannte Flug­körper (z. B. Drohnen oder Sil­ves­ter­ra­keten und ‑feu­er­werk).
  • Mit­ver­si­chert sind Bruch­schäden an Rohren der Gas­ver­sor­gung inner­halb von Gebäuden auf und außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks, sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer dafür die Gefahr trägt.
  • Mit­ver­si­che­rung von außer­halb von Gebäuden auf und außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks ein­tre­tenden frost­be­dingten und sons­tigen Bruch­schäden an den Ablei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung, die der Ent­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen und für die der Ver­si­che­rungs­nehmer die Gefahr trägt. Die Ent­schä­di­gung für Rohre außer­halb ver­si­cherter Gebäude ist auf 10.000 Euro je Scha­den­fall beschränkt.
  • Mit­ver­si­che­rung von frost­be­dingten und sons­tigen Bruch­schäden an Zulei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung (z. B. Ver­sor­gungs­rohre zu ver­si­cherten Neben­ge­bäuden und Gewächs­häu­sern auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück; Rohre von Solar­ther­mie­an­lagen auf dem Nach­bar­grund­stück; Rohre eines benach­barten Brun­nens zu einer Zis­terne für Wasch­ma­schinen oder eine Toi­let­ten­spü­lung; Rohre der externen Gar­ten­be­wäs­se­rung) sowie an Rohren von Warmwasserheizungs‑, Dampfheizungs‑, Klima‑, Wärmepumpen‑, oder Solar­hei­zungs­an­lagen außer­halb des Gebäudes auf und außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks bis in Höhe von 30.000 Euro. Ver­si­che­rungs­schutz besteht nur für Rohre für die der Ver­si­che­rungs­nehmer die Gefahr trägt. Nicht ver­si­chert sind Zulei­tungs­rohre, die nicht der Ver­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen (z. B. Schleusen- und Kanal­rohre zur Ent­wäs­se­rung des Grund­stücks, um Ober­flä­chen­wasser bei Hang­lage auf­zu­fangen). Schäden durch Muf­fen­ver­satz und Wur­zel­ein­wuchs fallen nicht unter den Versicherungsschutz.
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden durch Graf­fiti (durch Farben und Lacke, Kratz- oder Farb­graf­fiti) an Außen­seiten ver­si­cherter Sachen, nicht jedoch an Innen­seiten oder Fuß­böden oder durch Kratz­graf­fiti. Die Ent­schä­di­gung ist je Ver­si­che­rungs­fall auf 10.000 Euro, je Ver­si­che­rungs­jahr auf 25.000 Euro begrenzt.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Besei­ti­gung von Schäden an Dächern, Türen, Schlös­sern, Fens­tern (aus­ge­nommen Schau­fens­ter­ver­gla­sung), Roll­läden und Schutz­git­tern eines ver­si­cherten Gebäudes infolge Ein­bruchs durch unbe­fugte Dritte sowie Schäden durch sons­tige mut­wil­lige Beschä­di­gung. Sons­tige Schäden durch Van­da­lismus infolge eines Ein­bruch­dieb­stahls (z. B. an Hausrat des Ver­si­che­rungs­neh­mers) sind – wenn über­haupt – nur im Rahmen einer optio­nalen Haus­rat­ver­si­che­rung versichert.
  • Mit­ver­si­che­rung des Dieb­stahls von außen am Gebäude ange­brachten, fest mit diesem ver­bun­denen Außen­be­leuch­tungen, nicht jedoch sons­tigen Sachen (z. B.  Brief­kästen oder Schil­dern eines Gewer­be­be­triebs), bis maximal 5.000 Euro.
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden, die durch Tier­ver­biss (z. B. Marder, Wasch­bären) an elek­tri­schen Lei­tungen und Anlagen sowie Schäden unmit­telbar an Däm­mungen und Unter­spann­bahnen von Dächern, nicht jedoch an Außen­wänden, ent­stehen. Nicht ver­si­chert sind Schäden an Gebäu­de­zu­behör oder Kratz­schäden durch Tiere. Nicht ver­si­chert sind Fol­ge­schäden aller Art (z. B. durch das Fehlen elek­tri­scher Span­nung, durch Nisten oder Uri­nieren wild­le­bender Säu­ge­tiere). Muss durch einen sol­chen Fol­ge­schaden im Ein­zel­fall das ganze Dach abge­rissen werden, so besteht also über den Tarif kein Versicherungsschutz.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für in Folge eines Ver­si­che­rungs­falls not­wen­dige Hotel­un­ter­brin­gung oder eine ähn­liche Unter­brin­gung bis maximal 200 Tage und bis maximal 150 Euro Ent­schä­di­gung pro Tag. Nicht ver­si­chert sind Neben­kosten (z. B. Früh­stück, Telefon, Internet).
  • Kosten für die Wie­der­her­stel­lung aus­schließ­lich privat genutzter Daten bis 1.000 Euro infolge eines ver­si­cherten Scha­dens. Nicht ver­si­chert wäre damit z. B. Kon­takt­daten in einem sowohl privat als auch gewerb­lich genutzten Outlook.
  • Mit­ver­si­che­rung von Kosten für den Wie­der­aufbau von Hausrat, sofern dieser zur Wie­der­her­stel­lung oder Wie­der­be­schaf­fung ver­si­cherter Sachen bewegt werden musste. Die Ent­schä­di­gung ist auf 5.000 Euro begrenzt.
  • Mit­ver­si­che­rung von Dekon­ta­mi­na­ti­ons­kosten von Erd­reich ohne Sublimit
  • Mit­ver­si­chert sind frei­wil­lige Zuwen­dungen an Per­sonen (z. B. im Zusam­men­hang mit der Brand­be­kämp­fung) nach einem Scha­den­fall bis in Höhe von 10.000 Euro.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Besei­ti­gung von Schäden durch innere Unruhen.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für Miet­aus­fall oder orts­üb­li­cher Miet­wert von Wohn- oder Gewer­be­räumen für die Dauer von höchs­tens 36 Monaten. Mit­ver­si­chert ist zudem zusätz­li­cher Miet­aus­fall bei Been­di­gung eines Miet­ver­hält­nisses wegen eines Ver­si­che­rungs­falles bis zu 3 Monaten, wenn ein Miet­ver­hältnis auf­grund eines Ver­si­che­rungs­falles nicht ange­treten werden kann und der Miet­ver­trag zum Zeit­punkt des Ver­si­che­rungs­falles bereits geschlossen war.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Neu­be­pflan­zung von gärt­ne­ri­schen Anlagen (Hecken, Sträu­cher, Zier­pflanzen) mit Jung­pflanzen. Die Ent­schä­di­gung ist auf 5.000 Euro beschränkt. Inwie­fern auch Topf­pflanzen unter den Ver­si­che­rungs­schutz fallen, ist bedin­gungs­seitig nicht klar erkennbar. Ver­si­che­rungs­schutz besteht nur für Schäden durch Feuer, nicht jedoch durch andere Gefahren (z. B. Sturm / Hagel und wei­tere Elementargefahren).
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für das Ent­fernen, den Abtrans­port und die Ent­sor­gung von durch Blitz­schlag oder Sturm umge­stürzten (aber nicht nur abge­knickten oder beschä­digten) Bäumen, nicht jedoch deren Star­kästen. Nicht ver­si­chert sind Schäden durch sons­tige ver­si­cherte Gefahren (z. B. durch Hagel, Erd­beben oder Überschwemmung).
  • Über­nahme von alters- und behin­der­ten­be­dingten Mehr­kosten (z. B. Roll­stuhl- und rol­la­tor­be­dingtem Umbau oder Einbau eines Trep­pen­lifts) ab 25.000 Euro Min­dest­scha­den­höhe bis in Höhe von 10.000 Euro.
  • Mit­ver­si­chert sind die Mehr­kosten für eine behörd­lich nicht vor­ge­schrie­bene ener­ge­ti­sche Sanie­rung (ver­bes­serte Ener­gie­ef­fi­zienz) bis 10.000 Euro, nicht jedoch für sons­tige nach­hal­tige Sanierung.
  • Über­nahme der Kosten für den Mehr­ver­brauch von Frisch­wasser und Gas bis 10.000 Euro, nicht jedoch vom Abwasser und Öl oder von Strom bzw. Strom­ver­lust aus Strom­spei­chern.
  • Mit­ver­si­chert sind Mehr­kosten für eine Gebäu­de­wie­der­her­stel­lung mit umwelt­freund­li­chen Bau­stoffen (z. B. hei­mat­li­chen Höl­zern, Bambus oder Myze­lien), nicht jedoch sons­tigen nach­hal­tigen (z. B. gut repa­rabel und lang­lebig), Bau­stoffen bis in Höhe von 10.000 Euro.
  • Mit­ver­si­che­rung von Mehr­kosten für Wie­der­her­stel­lungs­be­schrän­kungen für Rest­werte ver­si­cherter Sachen.
  • Vor­sor­ge­de­ckung für wert­stei­gernde bau­liche Maß­nahmen (Um‑, An- oder Aus­bauten) bis zum Ende der lau­fenden Ver­si­che­rungs­pe­riode. Die kon­krete Ver­si­che­rungs­pe­riode hängt von der ver­ein­barten Zahl­weise ab (siehe § 3 VGB 2021), also besteht die Vor­sor­ge­de­ckung ent­weder für 3 Monate (vier­tel­jähr­lich), 6 Monate (halb­jähr­lich) oder 12 Monate (jähr­lich).
  • Bei­trags­be­freiung bei Arbeits­lo­sig­keit bis zu 12 Monate. Kein Ver­si­che­rungs­schutz in den ersten drei Monaten nach Ver­trags­be­ginn. Vor­aus­set­zung für den Ver­si­che­rungs­schutz ist unter anderem, dass der Ver­si­che­rungs­nehmer bei Antrags­stel­lung das 50. Lebens­jahr und bei Ein­tritt der Arbeits­lo­sig­keit das 60. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat. Kein Ver­si­che­rungs­schutz, wenn Selbst­stän­dige arbeitslos werden sollten.

Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs Optimum (T21) aus dem Hause degenia

  • Garantie hin­sicht­lich der unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des Gesamt­ver­bandes der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV-Garantie), aller­dings mit Stichtag 01.01.2013. Dies lässt sich durch die bedin­gungs­sei­tige Arbeits­kreis-Garantie heilen.
  • Inno­va­ti­ons­klausel gilt nur, wenn durch ein Tari­f­up­date aus­schließ­lich Ver­bes­se­rungen vor­ge­nommen werden, d.h. es besteht kein Anspruch auf diese Leis­tung, wenn ein Tari­f­up­date neben bei­spiels­weise 20 Ver­bes­se­rungen eine ein­zige Stelle besitzt, die auch zum Nach­teil des Kunden führen könnte.
  • Kein zwin­gend naht­loser Über­gang von Ver­si­che­rungs­schutz, wenn der Vor­ver­trag nicht zum glei­chen Zeit­punkt, also z. B. um 12 Uhr, endet wie der Neu­ver­trag anfängt (00:00 Uhr). Dies kann z. B. auch dazu führen, dass die bedin­gungs­sei­tige Besitz­stands­ga­rantie ins Leere läuft.
  • Keine Best-Leis­tungs-Garantie (Erwei­terte Vor­sorge) für Leis­tungen eines anderen, zum Scha­den­zeit­punkt ver­kaufs­of­fenen Versicherers
  • Kein Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Ver­let­zung gesetz­li­cher oder behörd­li­cher Vorschriften.

Nach Ziffer § 8 Nr. 8.1 a) VGB 2021 gilt die bran­chen­üb­liche Oblie­gen­heit, wonach der Ver­si­che­rungs­nehmer gesetz­liche und behörd­liche Sicher­heits­vor­schriften ein­zu­halten habe. Diese Gene­ral­klausel wurde durch das OLG Schleswig mit Urteil vom 18.05.2017 (Az. 16 U 14/17) als unwirksam ver­worfen. Im kon­kreten Fall hatte der beklagte Ver­si­cherer nach einem Lei­tungs­was­ser­schaden ein­ge­wandt, dass der Ver­si­che­rungs­nehmer angeb­lich gegen die DIN-Norm EN 806–5 ver­stoßen habe, so dass er mit dieser Begrün­dung seine Leis­tung um 30 Pro­zent gekürzt hatte. Laut OLG sei die benannte Klausel intrans­pa­rent und daher rechts­widrig[2]. Betroffen von so einer Klausel wären auch Ver­stöße gegen einen vor­ge­schrie­benen E‑Check oder behörd­liche Vor­schriften zu Rückstauklappen.

  • Kein Regress­ver­zicht gegen­über (grob) fahr­lässig han­delnden Ange­hö­rigen, die keinen Anspruch über eine etwaige Haft­pflicht­ver­si­che­rung gel­tend machen können
  • Für Gebäude im Rohbau kann eine kos­ten­freie Roh­bau­ver­si­che­rung nur gegen die Gefahr Feuer für bis zu 36 Monate ver­ein­bart werden. Nicht ver­si­cherbar sind hier­über jedoch Schäden z. B. durch Sturm / Hagel, Lei­tungs­wasser oder erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren (z. B. Über­schwem­mung, Erd­beben oder Erdsenkung).
  • Bedin­gungs­seitig gene­relle Annahme einer mög­lich Gefah­rerhö­hung, wenn ein ansonsten ständig bewohntes Wohn­ge­bäude vor­über­ge­hend unge­nutzt ist (z. B. wegen Urlaubs, eines Kon­zert­be­suchs am Wochen­ende mit anschlie­ßender Hotel­über­nach­tung oder aus anderen Gründen).
  • Nicht mit­ver­si­chert sind nach­träg­lich vom Mieter ein­ge­fügte, also nicht ein­fach nur aus­ge­tauschte, Sachen (z. B. elek­tro­ni­sche Jalou­sien, Ein­bau­kü­chen), die fest mit dem Gebäude ver­bunden sind.
  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Gebäu­de­zu­behör, das künftig in das Gebäude ein­ge­fügt werden soll (z.B. Vor­räte an Fliesen, Boden­be­lägen, Tapeten).
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von beweg­li­chem Gebäu­de­zu­behör wie Kamin­holz oder Bau­stoffen sowie daraus abge­leitet des ein­fa­chen Dieb­stahls sol­chen Zubehörs.
  • Nicht zu den ver­si­cherten Sachen gehört Zubehör der haus­wirt­schaft­li­chen Selbst­ver­sor­gung (u.a. Bie­nen­völker, die art­ge­recht gehalten werden; Rank­hilfen für Nutz­pflanzen und Hoch­beete; Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen)
  • Nicht zu den ver­si­cherten Sachen zählen Klein­wind­kraft­an­lagen zur Strom­erzeu­gung.
  • Nicht ver­si­chert sind die auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück befind­li­chen elek­tri­schen Lei­tungen (z. B. zur Ver­sor­gung einer Wallbox, zur Ver­sor­gung von Spei­cher­me­dien, zur Elek­tri­fi­zie­rung von Garten- und Gewächs­häu­sern) gegen die ver­si­cherten Gefahren.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden an Grund­stücks­zu­behör (z. B. einer Umwälz­pumpe), das der Nut­zung oder Instand­hal­tung eines Schwimm­be­ckens dient.
  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Beschä­di­gungen oder Zer­stö­rung an Lüftlma­lerei (Gebäu­de­ma­lerei) sowie Schnit­ze­reien an Gebäuden. Ein Aus­schluss für solche Schäden ist bedin­gungs­seitig nicht erkennbar.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch unbe­nannte Gefahren
  • Nicht mit­ver­si­chert sind Schäden durch Wind­be­we­gungen unter­halb von Wind­stärke 8 oder infolge von Durchzug.
  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch die Explo­sion von Kampf­mit­teln been­deter Kriege (Blind­gän­ger­schäden).
  • Abge­sehen von blitz­be­dingten Schäden durch Über­strom und Kurz­schluss keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden an ver­si­cherten Sachen durch Über­strom, Strom­schwan­kungen oder Kurz­schluss
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Ent­schär­fung von Blind­gän­gern, ohne damit ein­her­ge­hende Explosion.
  • Keine Klar­stel­lung, wonach Wasser aus Pools oder Whirl­pools bedin­gungs­seitig als Lei­tungs­wasser zählt.
  • Nicht ver­si­chert sind Schäden durch unmit­tel­bare Ein­wir­kung von ein­drin­genden Regen, Hagel, Schnee, Schmelz­wasser oder Schmutz durch nicht ord­nungs­gemäß geschlos­sene Fenster, Außen­türen oder andere Öff­nungen.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung für Schäden an ver­si­cherten Sachen durch Plansch- oder Rei­ni­gungs­wasser.
  • Nicht ver­si­chert sind u. a. von Bruch­schäden an Rohren von Fäka­li­en­an­lagen / Klär­an­lagen sowie an Rohren von Lüf­tungs­an­lagen (Lüf­tungs­rohren).
  • Nicht mit­ver­si­chert sind Bruch­schäden an Rohren von Solarthermie‑, Geo­thermie- oder bio­en­er­ge­ti­schen Anlagen (z. B. Wind­kraft­an­lagen oder Anlagen zur Ver­wer­tung orga­ni­scher Abfälle) inner­halb von Gebäuden bzw. auf und außer­halb des Versicherungsgrundstücks.
  • Keine bedin­gungs­sei­tige Mit­ver­si­che­rung von Näs­se­schäden auf­grund undichter Fugen oder Fliesen (z. B. undichte Sili­kon­fuge zwi­schen einer Dusch­wanne und einer angren­zenden Wand). Siehe hierzu das Urteil des BGH vom 20.10.2021 (Az. IV ZR 236 / 20)[3].
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Bruch­schäden an Zulei­tungs­rohren von ganz­jährig im Boden ein­ge­las­senen Schwimm­be­cken auf dem Versicherungsgrundstück.
  • Nicht ver­si­chert sind Bruch­schäden an unter­ir­disch auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück ver­legten Regen­was­ser­ab­fluss­rohren (außer zu Regen­was­ser­nut­zungs­an­lagen) sowie an Regen­rohren auf und außer­halb des Grund­stücks. Gerade die Schäden an den unter­ir­disch ver­legten Regen­was­ser­ab­fluss­rohren können in der Praxis recht teuer sein.
  • Wie bran­chen­üb­lich nicht ver­si­chert ist der Bruch oder das Zer­reißen von Press­luft- / Druck­luft­lei­tungen. Diese kommen z. B. zum Ein­satz, wenn eine zen­trale Kom­pres­sor­an­lage dazu ein­ge­setzt wird, um elek­tri­sche Werk­zeuge damit zu betreiben. Solche Rohre könnten aller­dings auch unter­ir­disch ver­legt werden, um damit Werk­zeuge im Garten zu betreiben. Wäh­rend ein Kom­pressor regel­mäßig als im Rahmen einer Haus­rat­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert ange­sehen werden kann, fehlt nicht nur bei der degenia für die Druck­luft­lei­tungen regel­mäßig ein bedin­gungs­sei­tiger Ver­si­che­rungs­schutz. Solche Rohre müsste der Ver­si­che­rungs­nehmer also ein­zel­ver­trag­lich bei der degenia einschließen.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Rohre und Instal­la­tionen unter­halb der tra­genden oder nicht tra­genden Boden­platte.
  • Keine gene­relle Mit­ver­si­che­rung poli­zei­lich ange­zeigter Straf­taten (z.B. Dieb­stahl von Solar­zellen, Hacken von Smar­thome-Anlagen, Betrug)
  • Nicht ver­si­chert sind Schäden an ver­si­cherten Sachen durch wild­le­bende Tiere (z. B. durch Scha­len­wild wie Wild­schweine, Rehe oder Rot­hir­sche) aus­ge­nommen den oben benannten Bissschäden.
  • Nicht ver­si­chert sind Specht­schäden (z. B.  Pick­schäden) an ver­si­cherten Sachen
  • Nicht mit­ver­si­chert sind Lager- und Transportkosten
  • Über­nahme von Leck­or­tungs­kosten ohne Vor­liegen eines Ver­si­che­rungs­falles (Ursa­chen­suche bei an ver­si­cherten Gebäuden fest­ge­stellter Nässe)
  • Kein Ersatz von lau­fenden Dar­le­hens­zinsen nach voll­stän­diger Unbewohnbarkeit.
  • Über­nahme von Rück­rei­se­kosten von Urlaubs‑, nicht jedoch Dienst- oder Geschäfts­reisen, ab 5.000 Euro Min­dest­scha­den­höhe. Die Kos­ten­über­nahme erfolgt für den Ver­si­che­rungs­nehmer, nicht jedoch für mit­rei­sende Per­sonen, die im Haus­halt des Ver­si­che­rungs­neh­mers leben.
  • Ohne Mit­ver­si­che­rung der Kosten infolge des Fehl­alarms eines Rauch‑, Rauchwarn‑, Gas- oder Wassermelders.
  • Keine Über­nahme der Kosten für die scha­den­be­dingte Neu­ein­stel­lung von Antennen und Satel­li­ten­schüs­seln nach einem ver­si­cherten Schadenfall.
  • Keine aus­drück­liche Über­nahme per­sön­li­cher Aus­lagen nach einem Schadenfall.
  • Keine Über­nahme von Regie­kosten für die Wie­der­her­stel­lung ver­si­cherter Sachen 
  • Keine Über­nahme von psy­cho­lo­gi­scher Erst­be­ra­tung oder sons­tiger psy­cho­lo­gi­scher Betreuung, Bera­tung oder Behand­lung nach einem Scha­den­fall.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung der Mehr­kosten für Primärenergie.
  • Nicht ver­si­chert sind Schäden an bzw. der Dieb­stahl von Garten- oder Teich­zu­behör (z. B. Gar­ten­möbel, Hän­ge­matten, Strand­körbe, Bas­ket­ball­körbe sowie Blu­men­kästen und ‑kübel) gegen ver­si­cherte Gefahren
  • Nicht mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Wie­der­stel­lung gärt­ne­ri­scher Anlagen wie Tei­chen, Gar­ten­brunnen, Sand­kästen, Blume und Hoch­beeten Wegen etc.
  • Nicht ver­si­chert sind Mehr­kosten für eine nach­hal­tige Gestal­tung des Gar­tens (z. B. Anlage einer Bienen- und Hummelwiese)
  • Nicht ver­si­chert sind die Kosten für die Pflege eines Gar­tens durch eine Fach­firma, wenn der Ver­si­che­rungs­nehmer wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit eine schwer­wie­gende und unvor­her­ge­se­hene Ver­let­zung oder Krank­heit erleidet, die ihn an der Pflege des Gar­tens hindert
  • Nicht ver­si­chert sind nach­ge­wie­sener Kosten (z. B. für eine Online-Rechts­be­ra­tung oder das Zurück­schneiden einer Hecke) zur Bei­le­gung eines Nachbarschaftsstreites
  • Nicht mit­ver­si­chert sind die Kosten für eine qua­li­fi­zierte Ener­gie­be­ra­tung durch einen durch die BAFA (Bun­desamt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trolle) zuge­las­senen Ener­gie­be­rater bzw. einen bau­bio­lo­gi­schen Berater.
  • Nicht aus­drück­lich ver­si­chert sind Trock­nungs­kosten ins­be­son­dere in Folge eines Lei­tungs­wasser- oder Über­schwem­mungs­scha­dens. In der Regel werden diese Kosten auch ohne Klar­stel­lung übernommen.
  • Keine Über­nahme der erfor­der­li­chen und nach­weis­lich tat­säch­lich ange­fal­lenen Kosten für das Auf­räumen, die Ent­sor­gung, Rei­ni­gung, Des­in­fek­tion und Schäd­lings­be­kämp­fung von durch Mes­sies gemie­teten Woh­nungen, soweit diese wegen eines zwang­haften Ver­hal­tens vor allem nutz­lose Gegen­stände unor­dent­lich und chao­tisch in der Woh­nung ange­sam­melt oder die Woh­nung dadurch ver­müllt haben. Glei­ches gilt für sons­tige Schäden durch Mes­sies oder Miet­van­dalen (z. B. eine her­aus­ge­ris­sene Türzarge).
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden infolge von Gebäu­de­schäden durch den unbe­merkten Tod eines Mie­ters.
  • Nicht ver­si­chert ist die Über­nahme der Kosten für die Ver­pfle­gung von Per­sonen, die anläss­lich eines Ver­si­che­rungs­falls (z. B. eines Brand­scha­dens oder einer Über­schwem­mung) Hilfe geleistet haben
  • Keine aus­drück­liche Über­nahme der Kosten von Gebäu­de­be­schä­di­gungen im Zusam­men­hang mit Ret­tungs­maß­nahmen (z. B. durch Polizei oder Feu­er­wehr) oder auf­grund des Alarms eines Haus­not­rufs.
  • Bei der Durch­füh­rung eines Sach­ver­stän­di­gen­ver­fah­rens zur Fest­stel­lung der Scha­den­höhe wird erst ab einer fest­ge­stellten Scha­den­höhe von min­des­tens 25.000 Euro der Anteil des Ver­si­che­rungs­neh­mers an den Ver­fah­rens­kosten bis in Höhe von 10.000 Euro (max. 25.000 Euro p. a.) über­nommen. Der Ver­si­che­rungs­nehmer kann ein Sach­ver­stän­di­gen­ver­fahren auch durch ein­sei­tige Erklä­rung gegen­über dem Ver­si­cherer verlangen.
  • Keine Über­nahme der Kosten für die not­wen­dige Hotel­un­ter­brin­gung oder eine ähn­liche Unter­brin­gung, wenn eine eigen­ge­nutzte Feri­en­woh­nung oder ein eigen­ge­nutztes Feri­en­haus durch einen Ver­si­che­rungs­fall unbe­wohnbar wird.
  • Keine Über­nahme der Kosten für Miet­aus­fall bei Nach­bar­schafts­schäden.
  • Keine Über­nahme der Kosten für eine Gefah­ren­be­ra­tung nach Über­schwem­mungs­schäden.
  • Ohne Kosten einer kli­ma­freund­li­chen CO2-Kom­pen­sa­tion bei einem Feuerschaden.
  • Ohne Kosten für die Rekul­ti­vie­rung von begrünten Dächern.
  • Ohne aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung der Auf­tau­kosten nach einem ver­si­cherten Frostschaden.
  • Keine Über­nahme von scha­den­be­dingten Kosten für die not­wen­dige Stor­nie­rung einer Urlaubs- oder Dienstreise.
  • Nicht mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Wie­der­her­stel­lung oder Repro­duk­tion von pri­vaten Unter­lagen (z.B. Notar­ver­träge, Urkunden, Zer­ti­fi­kate) sowie elek­tro­nisch gespei­cherten Daten das ver­si­cherte Gebäude betreffend.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung der Kosten für die Besei­ti­gung oder Umsied­lung von Bienen‑, Wespen‑, Hornissennestern.
  • Nicht ver­si­chert ist Ertrags­aus­fall von Pho­to­vol­taik- und Solar­an­lagen nach einem Versicherungsfall.
  • Kein Ein­schluss einer Ver­se­hens­klausel bei ein­fa­chen (grob) fahr­lässig began­genen Oblie­gen­heits­ver­let­zungen.
  • Keine aus­drück­liche Anlage von Prä­mi­en­ein­nahmen in nach­hal­tigen Kapitalanlagen.
  • Wie­der­aufbau bei Total­schaden an einem anderen Ort inner­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nur dann, wenn die Wie­der­her­stel­lung des Wohn­ge­bäudes an der bis­he­rigen Stelle recht­lich nicht mög­lich oder wirt­schaft­lich nicht zu ver­treten ist (§ 11 Nr. 11.9), also nicht z. B. wenn aus psy­cho­lo­gi­schen Gründen nach einer schweren Über­schwem­mung ein Wie­der­aufbau am bis­he­rigen Ver­si­che­rungsort nicht anzeigt sein sollte.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für denk­mal­ge­schützte Gebäude.

[1] „Was ist Fog­ging? Und ist es gefähr­lich für mich?“ auf „isotec​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​www​.isotec​.de/​r​a​t​g​e​b​e​r​/​s​c​h​i​m​m​e​l​/​w​a​s​-​i​s​t​-​f​o​g​g​i​n​g​.​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 07.01.2022

[2] Siehe z. B. Hans Straßer „Sicher­heits­klausel unwirksam“ auf „hans​-strasser​.de“ vom 28.12.2021. Auf­zu­rufen unter https://​hans​-strasser​.de/​s​i​c​h​e​r​h​e​i​t​s​k​l​a​u​s​e​l​-​u​n​w​i​r​k​s​am/, zuletzt auf­ge­rufen am 12.01.2022.

[3] Siehe https://​juris​.bun​des​ge​richtshof​.de/​c​g​i​-​b​i​n​/​r​e​c​h​t​s​p​r​e​c​h​u​n​g​/​d​o​c​u​m​e​n​t​.​p​y​?​G​e​r​i​c​h​t​=​b​g​h​&​A​r​t​=​e​n​&​D​a​t​u​m​=​A​k​t​u​e​l​l​&​S​o​r​t​=​3​&​n​r​=​1​2​3​9​4​5​&​p​o​s​=​2​1​&​a​n​z​=​822, zuletzt auf­ge­rufen am 05.01.2021

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