Sonne als Brenn­glas:
Schmor- und Seng­schäden in der Sachversicherung

Eine zuneh­mende Zahl von Hausrat- und Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rungen sieht Ver­si­che­rungs­schutz auch für die mög­li­chen Folgen von Seng- und Schmor­schäden vor, die nicht zugleich Feu­er­fol­ge­schäden sind. 

Seng- oder Schmor­schäden sind Schäden die dadurch ent­stehen, dass ver­si­cherte Sachen einer Feuer- oder einer Hit­ze­quelle aus­ge­setzt waren, ohne dass es an der beschä­digten Stelle tat­säch­lich gebrannt hat. Nach wie vor ist in vielen Tarifen für solche Fälle der Ver­si­che­rungs­schutz aus­ge­schlossen, da hier eine „Ver­bren­nung unter Frei­gabe von Licht“ nicht vorliegt.

Anbieter, die Ver­si­che­rungs­schutz gewähren, sehen oft Sub­li­mits von nur 1.000 bis 15.000 Euro vor, ersetzen nur den Zeit­wert der geschä­digten Sachen oder sehen Selbst­be­halte von 50 bis 5.000 Euro vor. Einige Anbieter schließen zwar Seng- und Schmor­schäden mit ein, sehen aber Aus­schlüsse für Schäden durch z. B. Tabak­glut vor.

Quelle: Haus­rat­ver­si­che­rung der Ammer­länder (VHB 2008) zum Exclusiv-Schutz (Stand 06/2009)

Typi­sche Schäden betreffen die Ziga­rette, die beim Ein­schlafen auf das Bett gefallen ist, eine Kerze, die vom Tisch auf den Tep­pich fällt oder Schäden an Boden­be­lägen oder Tapeten infolge des Fun­ken­flugs aus einem Kamin.

Ein aktu­eller Schaden betrifft eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Auf dem Schreib­tisch vor dem geschlos­senen Fenster stand ein Kos­me­tik­spiegel. Dieser war unglück­li­cher­weise so plat­ziert, dass die Sonne diesen wie ein Brenn­glas nutzen konnte und es dadurch zu einem schweren Seng­schaden am unteren Teil des Fens­ter­flü­gels kam.

© 2021 M. Ged­dert — Seng­schaden durch Kosmetikspiegel

Die Betrof­fene wusste auch von einem Fall zu berichten, wo die Feu­er­wehr einen Brand löschen musste, nachdem eine ver­ges­sene Brille das Nie­der­brennen eines ganzen Hauses ver­ur­sacht hatte. Hier hatte sich dann tat­säch­lich die Feu­er­ge­fahr ver­wirk­licht, wäh­rend der ein­gangs benannte Schaden einen klas­si­schen Seng­schaden beschreibt, der nach den Mus­ter­be­din­gungen des Gesamt­ver­bandes der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) nicht unter den Ver­si­che­rungs­schutz fällt.

Eine leis­tungs­starke Sach­ver­si­che­rung sollte nicht nur Seng- und Schmor­schäden ver­si­chern, son­dern unter anderem auch Schäden unmit­telbar durch Rauch und Ruß, den voll­stän­digen Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung wegen grob fahr­läs­siger Her­bei­füh­rung des Versicherungsfalles.

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