Tarifana­lyse: Haus­rat­ver­si­che­rung der Adcuri und Bar­menia (06.2020)

Die aktu­elle Haus­rat­ver­si­che­rung der Adcuri GmbH wird seit Juni 2020 mit den Tarif­li­nien Basis-Schutz, Top-Schutz und Pre­mium-Schutz ange­boten. Risi­ko­träger ist die Bar­menia All­ge­meine Ver­si­che­rungs-AG. Die Bedin­gungen zur Haus­rat­ver­si­che­rung der Adcuri sind inhalt­lich iden­tisch mit denen der Bar­menia All­ge­meine Ver­si­che­rungs-AG.

Alle drei Tarife lassen sich optional wie folgt erweitern:

  • Fahr­rad­dieb­stahl (im Top-Schutz ist bereits Ver­si­che­rungs­schutz bis 1 % der Ver­si­che­rungs­summe bei­trags­frei ein­ge­schlossen, im Pre­mium-Schutz sogar bis zur Ver­si­che­rungs­summe. Die Mit­ver­si­che­rung im Basis- und Top-Schutz ist auf maximal 10.000 Euro beschränkt)
  • Fahr­rad­kasko-Schutz (Ver­si­che­rungs­schutz für Schäden durch Unfall, Fall- und Sturz­schäden sowie Van­da­lismus ergän­zend zur Mit­ver­si­che­rung von Fahr­rad­dieb­stahl. Die maxi­male Mit­ver­si­che­rung beträgt 10.000 Euro. Im Pre­mium- und Top-Schutz mit­ver­si­chert auch Fahr­rad­an­hänger, nicht jedoch im Basis-Schutz)
  • Haus- und Woh­nungs­schutz­brief (Orga­ni­sa­tion und Ersatz not­wen­diger Kosten infolge defi­nierter Notfälle)
  • Glas­ver­si­che­rung (Ver­si­che­rungs­schutz für Bruch­schäden an der Gebäude- und Mobiliarverglasung)
  • Wei­tere Natur­ge­fahren (Über­schwem­mung, Rück­stau, Erd­beben, Erd­sen­kung, Erd­rutsch, Schnee­druck, Lawinen und Vulkanausbruch)

Für den Bau­stein gilt eine War­te­zeit von 14 Tagen nach Abschluss der Ver­si­che­rung. Frü­hes­tens tritt der Ver­si­che­rungs­schutz zum ver­ein­barten Ver­trags­be­ginn in Kraft.

„Diese War­te­zeit entfällt

a) bei durch Stark­regen ver­ur­sachte Überschwemmung/ Rück­stau; Stark­regen liegt vor, wenn inner­halb eines unun­ter­bro­chenen Zeit­raums von 12 Stunden solche Mengen an Wit­te­rungs­nie­der­schlägen am Ver­si­che­rungsort fallen, die in der Folge nicht schnell genug im Boden ver­si­ckern und über die Abwas­ser­ka­nal­sys­teme nicht mehr abge­leitet werden können.

b) soweit vor diesem Ver­trag über einen anderen Ver­trag Ver­si­che­rungs­schutz gegen die vor­ste­hend genannten Ele­men­tar­ge­fahren „Über­schwem­mung und Rück­stau“ bestanden hat und der Ver­si­che­rungs­schutz ohne zeit­liche Unter­bre­chung durch den vor­lie­genden Ver­trag fort­ge­setzt wird.“

Es gilt eine Selbst­be­tei­li­gung von 10 % des Scha­dens, maximal 5.000 Euro.

Im Unter­schied zur Bean­tra­gung direkt über die Bar­menia ist auch die Mit­ver­si­che­rung erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren ohne die Risiken Rück­stau und Über­schwem­mung möglich.

  • Rei­se­ge­päck­ver­si­che­rung (Ver­si­che­rungs­schutz auf Reisen. Ver­si­che­rungs­schutz zwi­schen 1.000 und 5.000 Euro)
  • Erhö­hung Wert­sa­chen (im Basis-Schutz sind Wert­sa­chen bis 20 % der Ver­si­che­rungs­summe, im Top-Schutz bis 30 % der Ver­si­che­rungs­summe und m Premum-Schutz bis zur ver­ein­barten Ver­si­che­rungs­summe mit­ver­si­chert. In den Tarifen Basis- und Top-Schutz ist eine Erhö­hung des Sub­li­mits auf bis zu 60 % der Ver­si­che­rungs­summe mög­lich. Sofern Wert­sa­chen über 250.000 Euro ver­si­chert werden sollen, ist dies nur im Rahmen einer Direk­ti­ons­an­frage mög­lich.)

Es han­delt sich um einen Tarif, der nach dem Ver­si­che­rungs­sum­men­mo­dell kal­ku­liert ist. Ein Unter­ver­si­che­rungs­ver­zicht wird ab einer Ver­si­che­rungs­summe von 650 Euro je Qua­drat­meter Wohn­fläche gewährt. Außerdem gilt der Ver­zicht im Pre­mium-Schutz bei Klein­schäden bis in Höhe von 5.000 Euro.

Gemäß Annah­me­richt­li­nien ist keine maxi­male Ver­si­che­rungs­summe vor­ge­sehen. Beträgt die ver­ein­barte Ver­si­che­rungs­summe aller­dings mehr als 250.000 Euro, ist eine Ein­zel­fall­prü­fung erfor­der­lich, bei einer Ver­si­che­rungs­summe ab 150.000 Euro rei­chen zusätz­liche Angaben zu den vor­han­denen Wertsachen.

Die Wohn­fläche wird vom Ver­si­cherer in den Bedin­gungen wie folgt definiert:

„Als Wohn­fläche gilt die Grund­fläche aller Räume der Woh­nung ein­schließ­lich Hobbyräume.

Nicht zu berück­sich­tigen sind Treppen, Bal­kone, Log­gien und Ter­rassen sowie Keller‑, Spei­cher-/ Boden­räume, die nicht zu Wohn- oder Hob­by­zwe­cken genutzt werden.

Die Wohn­fläche gilt als richtig ermit­telt, wenn sie nach Miet- bzw. Kauf­ver­trag ange­geben oder durch sach­ver­stän­dige Dritte ermit­telt wurde (z. B. auf Grund­lage der Wohn­flä­chen­ver­ord­nung).

Wenn auch aus­schließ­lich beruflich/gewerblich genutzte Räume gemäß A 1 – 8.2 b) zum Ver­si­che­rungsort gehören, ist die Fläche dieser Räume der Wohn­fläche hinzuzurechnen.“

Im Tarif Pre­mium-Schutz zählt zur Wohn­fläche auch die Fläche sol­cher beruf­lich / gewerb­lich genutzten Räume, die nicht aus­schließ­lich durch die Woh­nung betreten werden können. Dies ist bei der beschrie­benen Wohn­flä­chen­be­rech­nung ent­spre­chend zu berücksichtigen.

Ist ein ver­si­chertes Gebäude unbe­wohnt, so wird eine Gefah­rerhö­hung erst dann ange­nommen, wenn das Unbe­wohnt­sein länger als 60 Tage (Basis-Schutz), 3 Monate (Top-Schutz) bzw. 6 Monate (Pre­mium-Schutz) andauert.

Anders als bei vielen Wett­be­wer­bern spielt die Bau­art­klasse (z. B. mas­sive Außen­wände oder Reet­dach) für die Bean­tra­gung von Ver­si­che­rungs­schutz bei der Adcuri keine Rolle.

Für Risiken, die sich in der ZÜRS—Zone 4 befinden oder solche mit einem Ele­men­tar­schaden in den letzten fünf Jahren vor Antrags­stel­lung ist ein Ver­si­che­rungs­schutz gegen Wei­tere Ele­men­tar­ge­fahren nur im Rahmen einer Direktionsanfragemöglich.

Gab es vor Antrags­stel­lung Vor­schäden, so gilt folgendes:

  • 1 Vor­schaden oder 2 Vor­schäden mit einer Gesamt­scha­den­summe von mehr als 1.500 Euro: Ein­zel­fall­ent­schei­dung
  • 2 Vor­schäden in den letzten 5 Jahren vor Antrag­stel­lung: 25% Risi­ko­zu­schlag
  • 3 oder mehr Vor­schäden: keine Ver­si­che­rung möglich

Bei Ver­ein­ba­rung einer jähr­li­chen Zahl­weise wird von der Adcuri ein Bei­trags­nach­lass von 4 % gewährt, bei halb­jähr­li­cher Zah­lungs­weise beträgt der Nach­lass 2 %. Laut Annah­me­richt­li­nien besteht ein Min­dest­jah­res­bei­trag von 30,00 Euro (inkl. Ver­si­che­rungs­steuer) – ggf. zuzüg­lich einer etwaigen Kos­ten­pau­schale für den Doku­men­ten­ver­sand per Post. Für den Ein­schluss von Schäden an der Ver­gla­sung beträgt der Min­dest­jah­res­bei­trag 9,15 Euro netto zuzüg­lich Ver­si­che­rungs­steuer. Der Bei­trags­einzug erfolgt jeweils zum Monats­ersten, zu dem der Bei­trag fällig ist.

Für Kunden ab einem Alter von 50 Jahren (50 plus) wird ein Bei­trags­nach­lass in Höhe von 5 % geboten. Beamte und Ange­hö­rige des Öffent­li­chen Dienstes erhalten einen Nach­lass in Höhe von 10 %. Im Scha­den­fall ist die Zuge­hö­rig­keit durch einen ent­spre­chenden Nach­weis zu erbringen.

Ein Bün­del­nach­lass oder ein Rabatt für die Ver­ein­ba­rung einer Selbst­be­tei­li­gung werden nicht angeboten.

Laut fern­münd­li­cher Aus­kunft des Anbie­ters würden Net­to­ta­rife von der Adcuri nicht angeboten.

Im Regel­fall sind die Prä­mien von Adcuri und Bar­menia iden­tisch. Vor allem beim Top-Schutz, in Ein­zel­fällen jedoch auch im Basis-Schutz sowie im Pre­mium-Schutz, kommt es zu Abwei­chungen der Prämie in Höhe von wenigen Cent. Meist, aber nicht immer, erfolgen diese Abwei­chungen zu Gunsten der Adcuri.

Bei Ein­schluss von ein­fa­chem Fahr­rad­dieb­stahl ist es bei der Adcuri mit­unter güns­tiger den Top-Schutz abzu­schließen als den Basis-Schutz- bzw. den Pre­mium-Schutz anstelle des Top-Schutzes. Wäh­rend hier der Ange­bots­rechner der Bar­menia im Zweifel nur ein Angebot nach dem Pre­mium-Schutz anbietet, agiert die Adcuri hier ent­gegen § 1a VVG nicht zwin­gend im best mög­li­chen Inter­esse des Kunden, son­dern unter­breitet z. B. auch einen leis­tungs­schwä­cheren Basis- oder Top- anstelle eines leis­tungs­stär­keren Premium-Schutzes.

Die bis­he­rige Option, im Scha­den­fall „OptioPay“ oder eine Kom­bi­na­tion aus Erstat­tung auf das Konto und OptioPay anzu­bieten, werde laut Adcuri nicht mehr ange­boten[1].

Die meisten Haus­rat­ver­si­cherer ver­si­chern nur Woh­nungen mit defi­nierten Min­dest­si­che­rungen (z. B.  bün­dige Zylin­der­schlösser mit von außen nicht abschraub­baren Tür­schil­dern). Bei der Adcuri wird statt­dessen auf ein sol­ches Erfor­dernis verzichtet.

Der Tarif­rechner ermög­licht eine Berech­nung von Risiken bereits ab einer (wohl eher theo­re­ti­schen) Wohn­fläche von 1 Qua­drat­meter. Bestand ein Vor­ver­trag, der vom Vor­ver­si­cherer gekün­digt worden ist, ist eine Annahme nur nach Ein­zel­fall­prü­fung möglich.

Der Ver­si­che­rungs­nehmer kann den ver­ein­barten Ver­si­che­rungs­schutz inner­halb des ersten Jahres zum ver­ein­barten Zeit­punkt ohne Ein­hal­tung einer Frist kün­digen, nach Ablauf des ersten Ver­si­che­rungs­jahres täg­lich. Der Ver­si­cherer kann den Ver­trag jeweils mit Frist von drei Monaten zum Ende des jeweils lau­fenden Ver­si­che­rungs­jahres kündigen.

Das täg­liche Kün­di­gungs­recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers kann pro­ble­ma­tisch sein, wenn z. B. ein Kunde einen Ver­trag auf­grund einer Bei­trags­an­pas­sung kün­digt, nicht recht­zeitig einen geeig­neten Ersatz­ver­trag findet und der betreu­ende Makler zum Zeit­punkt der Kün­di­gung urlaubs­be­dingt keine zeit­nahe Kenntnis erlangt. Kommt es dann zu einem Schaden, kann es sein, dass der bis­he­rige Kunde unver­si­chert oder schlechter ver­si­chert ist.

Aus­ge­wählte Leis­tungen des Pre­mium-Schutz der Adcuri

  • Garantie hin­sicht­lich der unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des Gesamt­ver­bandes der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV-Garantie) mit Stand 26.05.2017, d. h. mit dem aktu­ellen Stand 26.05.2017 (VHB 2016 – Versicherungssummenmodell).
  • Garantie hin­sicht­lich der unver­bind­li­chen Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse (Arbeits­kreis-Garantie) mit Stand 08.08.2018.
  • Nicht-Schlech­ter­stel­lungs-Garantie (Vor­ver­si­cherer- bzw. Besitz­stands­ga­rantie) für bes­sere Leis­tungen des direkten Vor­ver­si­che­rers, nicht jedoch eines anderen Tarifes der Bar­menia als Vor­ver­si­cherer. Zwi­schen dem Ablauf des Vor­ver­trages bei einem Wett­be­werber und dem Ver­trags­be­ginn im neuen Ver­trag bei der Adcuri mit der Bar­menia als Risi­ko­träger dürfen maximal drei Monate liegen. Nicht geleistet wird z. B. für eine wil­lent­liche Unter­ver­si­che­rung im neuen Ver­trag. Wie bran­chen­üb­lich gilt die Besitz­stands­ga­rantie u. a. nicht für eine wei­ter­ge­hende Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren des direkten Vorversicherers.
  • aus­drück­li­cher Ver­si­che­rungs­schutz für Scha­dens­fälle bei unklarer Zustän­dig­keit nach Ver­si­cher­erwechsel.
  • Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung, nicht jedoch Sum­men­dif­fe­renz­de­ckung, für einen Zeit­raum von bis zu 15 Monaten. Beim Vor­ver­si­cherer bestehende Sub­li­mits können erhöht, Selbst­be­halte redu­ziert und Leis­tungen erwei­tert werden. Nicht ver­si­chert sind Leis­tungen, die bei der Adcuri nur gegen Zuschlag ein­ge­schlossen werden können (z. B. erwei­tere Ele­men­tar­ge­fahren, unbe­nannte Gefahren). Sie gilt somit aus­drück­lich auch nur für die eigent­liche Haus­rat­ver­si­che­rung, nicht jedoch z. B. für eine etwaige Glas- oder Reisegepäckversicherung.
  • Best-Leis­tungs-Garantie (Bar­menia-Leis­tungs-Garantie) für Leis­tungen, die im ver­ein­barten Ver­si­che­rungs­ver­trag nicht ein­ge­schlossen, zum Zeit­punkt des Scha­den­ein­tritts jedoch Bestand­teil eines anderen dann aktuell wähl­baren Haus­ratta­rifs am deut­schen Markt sind. Diese gelten dann im Scha­dens­fall – ent­spre­chend den Bedin­gungen des Mit­be­wer­bers – grund­sätz­lich mit­ver­si­chert. Nicht bedin­gungs­seitig ein­ge­schlossen ist eine pro-aktive Schadenregulierung.
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Her­bei­füh­rung des Ver­si­che­rungs­falles. Dieser Ver­zicht gilt nicht für den Ein­schluss unbe­nannter Gefahren,
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Ver­let­zung von Oblie­gen­heiten, nicht jedoch aus­drück­lich auch Sicher­heits­vor­schriften, bis in Höhe von 10 % der Ver­si­che­rungs­summe, maximal bis 10.000 Euro. Dar­über hinaus wird ent­spre­chend dem Grad des Ver­schul­dens gekürzt. Laut Ver­si­cherer seien „Sicher­heits­vor­schriften“ ebenso als Oblie­gen­heiten anzu­sehen, wes­halb auch für diese der beschrie­bene Ver­zicht gelte.
  • Pau­schaler Ver­zicht auf Anrech­nung einer Unter­ver­si­che­rung bei Schäden bis 5.000 Euro.
  • Mit­ver­si­chert sind Wert­sa­chen in defi­nierten Wert­schutz­schränken bis zur Ver­si­che­rungs­summe. Ab einem Wert­sa­chen­an­teil von 150.000 Euro sind zusätz­liche Angaben zu den vor­han­denen Wert­sa­chen erforderlich.
  • Mit­ver­si­chert sind Wert­sa­chen außer­halb defi­nierter Wert­schutz­schränke bis 5.000 Euro (Bar­geld und auf Geld­karten gela­dene Beträge), 20.000 Euro (Urkunden etc.) bzw. 50.000 Euro (Schmuck, Sachen aus Gold, Silber etc.).
  • Ver­si­che­rungs­schutz für ver­si­cherte Sachen in Bank­schließ­fä­chern ohne zeit­liche Befristung.
  • Han­dels­waren und Mus­ter­kol­lek­tionen sind bis in Höhe von 10.000 Euro mit­ver­si­chert. Die Mit­ver­si­che­rung besteht im Rahmen der Außen­ver­si­che­rung auch außer­halb des Versicherungsortes.
  • Zum ver­si­cherten Hausrat gehören Teile und Zubehör von Kraft­fahr­zeugen und Anhän­gern (z. B. Felgen, Sommer- und Win­ter­reifen, Dach­boxen, Karos­se­rie­teile, Kin­der­sitze, Fahr­rad­träger). Positiv ist, dass die Mit­ver­si­che­rung ohne Sub­limit besteht.
  • Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren. Der Ver­si­che­rungs­nehmer hat sich mit 10 % an jedem Schaden zu betei­ligen. Der Ein­schluss kann jeder­zeit mit Frist von einer Woche vom Ver­si­cherer gekün­digt werden. Anders als bei vielen Wett­be­wer­bern finden Aus­schlüsse zu benannten Gefahren keine Anwen­dung, sofern sie nicht auch im Rahmen der Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren aus­drück­lich aus­ge­schlossen sind. Aus­ge­schlossen sind Schäden an oder durch Tiere. Nicht ver­si­chert sind z. B. Schäden an Daten, alle Gefahren im Zusam­men­hang mit der Nut­zung des Inter­nets sowie Schäden durch das Abhan­den­kommen ver­si­cherter Sachen (z. B. infolge von Stehen- und Lie­gen­lassen). Keine aus­drück­liche Beweis­last­um­kehr zu Gunsten des Ver­si­che­rungs­neh­mers. Der Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung wegen grob fahr­läs­siger Her­bei­füh­rung des Ver­si­che­rungs­falles findet für die unbe­nannten Gefahren keine Anwendung.
  • Auf dem gesamten Grund­stück, auf dem sich die ver­si­cherte Woh­nung befindet, besteht Ver­si­che­rungs­schutz für Schäden durch Hagel sowie durch wet­ter­be­dingte Wind­be­we­gungen (z. B. Sturm) unab­hängig von der Wind­stärke. Nicht ver­si­chert sind Schäden durch nicht wet­ter­be­dingte Wind­be­we­gungen (z. B. Durchzug).
  • Mit­ver­si­che­rung des ein­fa­chen Dieb­stahls von Fahr­rä­dern (auch Pedelecs und Elek­tro­fahr­rä­dern) bis zu einer Geschwin­dig­keit von 25 km/h bzw. bis 6 km/h bei Ver­wen­dung einer elek­tro­ni­schen Tret­un­ter­stüt­zung. Die Mit­ver­si­che­rung gilt auto­ma­tisch bis in Höhe der ver­ein­barten Ver­si­che­rungs­summe. Für Akkus von Elek­tro­fahr­rä­dern besteht Ver­si­che­rungs­schutz nur, sofern diese separat gegen Dieb­stahl gesi­chert sind oder zusammen mit dem Fahrrad abhandenkommen.
  • Mit­ver­si­chert ist der ein­fache Dieb­stahl unter anderem von Wäsche, Gar­ten­mö­beln, Gar­ten­ge­räten, Grills, Tram­po­lins und Kin­der­spiel- und Sport­ge­räten von inner­halb des Grund­stücks, auf dem die ver­si­cherte Woh­nung liegt, sowie aus Gemein­schafts­räumen (auch Treppenhaus).
  • Mit­ver­si­chert ist der Dieb­stahl von Gar­ten­mäh­ro­bo­tern von inner­halb des Grund­stücks, auf dem die ver­si­cherte Woh­nung liegt, sowie aus Gemein­schafts­räumen (auch Trep­pen­haus). Ver­si­chert ist zudem deren Beschä­di­gung durch wet­ter­be­dingte Luft­be­we­gungen (A5 ‑1.1)   und Hagel (A5 – 1.2) auf dem gesamten Ver­si­che­rungs­grund­stück sowie für Schäden durch mut­wil­lige Hand­lungen eines unbe­fugten Dritten, die zu Beschä­di­gung oder Zer­stö­rung von ver­si­cherten Gar­ten­mäh­ro­bo­tern führen (siehe A3 ‑13).
  • Mit­ver­si­chert ist der ein­fache Dieb­stahl von Gar­ten­skulp­turen und Zier­brunnen bis in Höhe von 10.000 Euro von inner­halb des Grund­stücks, auf dem die ver­si­cherte Woh­nung liegt, sowie aus Gemein­schafts­räumen (auch Treppenhaus).
  • Mit­ver­si­chert ist der ein­fache Dieb­stahl von Kin­der­wagen, Roll­stühlen und Geh­hilfen (z. B. Rollatoren)in gemein­schaft­lich genutzten Räumen (auch Trep­pen­haus) des Gebäudes, in dem sich die ver­si­cherte Woh­nung befindet, und bei deren Gebrauch auch außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks.  Zu den beson­deren Oblie­gen­heiten des Ver­si­che­rungs­neh­mers im Scha­den­fall gehören die Beschaf­fung und Auf­be­wah­rung von

„Unter­lagen über den Her­steller, die Marke und, sofern übli­cher­weise vor­handen, die Rahmen- oder sons­tige Iden­ti­fi­ka­ti­ons­nummer oder –kenn­zei­chen […], soweit Ihnen dies bil­li­ger­weise zuge­mutet werden kann. Ver­letzten Sie diese Pflicht, so können Sie Ent­schä­di­gung nur ver­langen, wenn Sie die Merk­male ander­weitig nach­weisen können.“

  • Mit­ver­si­che­rung des Dieb­stahls von Hausrat aus dem ver­schlos­senen Innen- oder Kof­fer­raum inklu­sive ver­schlos­sener Gepäckbox (Dachbox) eines Kraft­fahr­zeugs (inklu­sive Wohn­mo­bils) oder Anhän­gers bzw. dem Innen­raum eines Was­ser­sport­fahr­zeugs bis in Höhe von 10.000 Euro. Im Rahmen der Außen­ver­si­che­rung welt­weit besteht unein­ge­schränkter Ver­si­che­rungs­schutz auch für elek­tro­ni­sche Klein­ge­räte, nicht jedoch für Wert­sa­chen oder für fremdes Eigentum. Da die Adcuri bedin­gungs­seitig keinen Auf­bruch der ver­si­cherten Fahr­zeuge, son­dern ledig­lich den Dieb­stahl als sol­chen vor­aus­setzt und auch von fest umschlos­senen, nicht jedoch ver­schlos­senen Räum­lich­keiten spricht, könnte trotz feh­lender Klar­stel­lung Ver­si­che­rungs­schutz auch für Dieb­stahl infolge von Relay Attack oder Jamming[2] erwartet werden.
  • Ver­si­che­rungs­schutz besteht für Sachen, die erst an den Ort der Her­aus­gabe oder Weg­nahme erst auf Ver­langen des dro­henden bzw. Gewalt anwen­denden Täters her­an­ge­schafft werden.
  • Mit­ver­si­chert ist der ein­fache Dieb­stahl von ver­si­cherten Sachen am Arbeits­platz bis in Höhe von 10.000 Euro. Für elek­tro­ni­sche Geräte, Foto- und Film­ge­räte sowie deren Zubehör besteht Ver­si­che­rungs­schutz nicht zum Neu­wert, son­dern ledig­lich zum Zeitwert.
  • Aus­drück­li­cher Ver­si­che­rungs­schutz auch bei Ein­bruch­dieb­stahl über nicht ver­si­cherte Räume[3]. Sug­ge­riert wird damit eine Bes­ser­stel­lung gegen­über dem Basis- und dem Top-Schutz, wo trotz feh­lender Klar­stel­lung ein dies­be­züg­lich gleich­wer­tiger Ver­si­che­rungs­schutz besteht.
  • Schäden an mit­ver­si­cherten Sachen durch mut­wil­lige Hand­lungen (z. B. Graf­fiti) Dritter auch außer­halb des Versicherungsortes.
  • Mit­ver­si­che­rung von Seng- und Schmor­schäden, ohne dass es sich um einen Feu­er­fol­ge­schaden han­deln muss.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Rauch und Ruß, auch wenn dieser nicht bestim­mungs­widrig aus Feuerungs‑, Heizungs‑, Koch- oder Trock­nungs­an­lagen auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück aus­ge­treten ist. Inwie­fern Schäden durch Fog­ging (Schwarz­staub) mit­ver­si­chert sind, geht aus den Bedin­gungen nicht ein­deutig hervor. Bei ungüns­tiger Aus­le­gung könnten diese als aus­ge­schlos­sener Schaden durch dau­er­hafte Ein­wir­kung im Sinne von Teil A A2‑2.3 AVB Hausrat-Pre­mium-Schutz ange­sehen werden und daher aus­ge­schlossen sein:

„In viele Fällen von Fog­ging in der Woh­nung wurde häufig gerade neu gestri­chen oder die Räum­lich­keiten frisch bezogen. Doch warum tritt Fog­ging über­haupt erst auf? Der Grund können schwer­flüch­tige Ver­bin­dungen (SVOC), wie Weich­ma­cher, sein, welche in die Raum­luft gelangen.

[…]

Das Fog­ging tritt nicht sofort auf. Das heißt, wenn Sie die Som­mer­tage für eine Reno­vie­rungs­ak­tion nutzen, wird dieses Phä­nomen womög­lich erst im Herbst mit der ersten Heiz­pe­riode auf­treten. Ein Grund dafür ist, dass mit sin­kenden Tem­pe­ra­turen, mehr geheizt und weniger gelüftet wird. Dadurch können sich die schwer­flüch­tigen Ver­bin­dungen (SVOC) aus Tep­pi­chen, der Rau­fa­ser­ta­pete oder Kunst­stoff­ober­flä­chen mit vor­han­denen Staub­par­ti­keln ver­binden und sich als schmie­riger Film inner­halb des Raums absetzen.“[4]

  • Mit­ver­si­chert sind Schäden durch innere Unruhen, Streik und Aus­sper­rung. Die Mit­ver­si­che­rung kann aller­dings vom Ver­si­cherer jeder­zeit mit Frist von einer Woche gekün­digt werden. Da der Ver­si­cherer dann immer dann kün­digen kann, wenn ein Schaden zu erwarten ist, erscheint dieses Son­der­kün­di­gungs­recht als extrem nach­teilig und wiegt einen Kunden gege­be­nen­falls über lange Zeit­räume in Sicher­heit, für den Fall der Fälle ver­si­chert zu sein. Nach der Kün­di­gung der Klausel durch die Adcuri dürfe es unter Umständen schwer­fallen, recht­zeitig einen Ersatz­ver­trag zur Ein­de­ckung dieses Risikos zu erhalten.
  • Mit­ver­si­chert ist die Beschä­di­gung, die Zer­stö­rung oder der Ver­lust ver­si­cherter Sachen durch den Unfall eines Kraft­fahr­zeugs oder öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tels (Trans­port­mit­tel­un­fall).  Anders als bei vielen Wett­be­wer­bern gelten keine beson­deren Ein­schrän­kungen für Wert­sa­chen, Foto– / Film­ap­pa­rate, trag­bare elek­tro­ni­sche Geräte sowie für Sachen aus Glas, Por­zellan oder Glas.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch die Explo­sion von Blind­gän­gern nach Been­di­gung von Kriegen, kriegs­ähn­li­chen Ereig­nissen, Bür­ger­kriegen, Revo­lu­tionen, Rebel­lionen oder Aufständen.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Meto­ri­ten­ein­schlag.
  • Ver­si­che­rungs­schutz für das unmit­tel­bare Ein­dringen von Wit­te­rungs­nie­der­schlägen (z. B. Regen, Schnee oder Schmelz­wasser) durch nicht sturm– / hagel­be­dingte Öff­nungen bis in Höhe von 10.000 Euro.
  • Über­nahme der Rück­rei­se­mehr- und Stor­nie­rungs­kosten für Urlaubs- und Dienst­rei­se­kosten. Ver­si­che­rungs­schutz besteht für Rück­rei­se­mehr­kosten bei Schäden ab 5.000 Euro für den Ver­si­che­rungs­nehmer und mit­rei­sende Per­sonen. Die Erstat­tung ist auf 10.000 Euro begrenzt.
  • Hotel­kosten infolge eines Ver­si­che­rungs­falles bis zu einem Jahr à 2,5 ‰ der Ver­si­che­rungs­summe pro Tag, min­des­tens jedoch 150 Euro pro Tag, nicht jedoch von Neben­kosten (z. B. Kosten für Telefon, Internet oder Früh­stück). Die Kosten werden auch für die Unter­brin­gung von Haus­tieren in einer Tier­pen­sion oder einer ähn­li­chen Unter­brin­gung übernommen.
  • Lager­kosten in ange­mes­sener Höhe bis zu einem Jahr.
  • Nach­ge­wie­sene Kosten für psy­cho­lo­gi­sche Hilfe bis 10.000 Euro nach einem Versicherungsfall.
  • Daten­ret­tungs­kosten für die tech­ni­sche Wie­der­her­stel­lung von elek­tro­nisch gespei­cherten, aus­schließ­lich für die pri­vate Nut­zung bestimmte Daten (maschi­nen­les­bare Infor­ma­tionen) und Programme.
  • Mit­ver­si­chert sind Ver­mö­gens­schäden durch Online-Ban­king-Betrug (Phis­hing) bis 10.000 Euro, nicht jedoch Schäden durch Phar­ming, Skim­ming oder durch Kon­flikte mit Online-Händlern.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden an Smart-Home-Siche­rungs­kom­po­nenten, z. B. auch durch Bedie­nungs­fehler sowie Sturz­schäden, bis in Höhe von 10.000 Euro. Der Ver­si­che­rungs­schutz gilt nicht für mobile End­ge­räte wie Smart­phones oder Laptops.
  • Schutz gegen Ein­bruch­dieb­stahl nach Mani­pu­la­tion (Hacken) von Smart Home-Siche­rungs­kom­po­nenten (z. B. Melder, Sen­soren, Kameras).
  • Ein­fa­cher Dieb­stahl von Schafen, Ziegen, Hasen, Kanin­chen und Geflügel, sofern die Hal­tung dieser Tiere nicht gewerb­lich und/oder land­wirt­schaft­lich betrieben wird, vom Grund­stück, auf dem die ver­si­cherte Woh­nung liegt sowie aus gemein­schaft­lich genutzten Räumen, bis zur Ver­si­che­rungs­summe. Nicht ver­si­chert ist der Dieb­stahl von sons­tigem Klein­vieh (z. B. Meer­schwein­chen, Chin­chillas) im Freien auf dem Grundstück.
  • Beruf­lich genutzte Räume: Grund­sätz­lich besteht Ver­si­che­rungs­schutz für ver­si­cherte Sachen in Räumen, die aus­schließ­lich beruf­lich oder gewerb­lich genutzt werden, nur dann, wenn diese aus­schließ­lich durch die Woh­nung betreten werden können. Abwei­chend auch mit sepa­ratem Ein­gang ver­si­chert sind in einem selbst bewohnten Ein­fa­mi­li­en­haus solche Räume, wenn es sich um Büro­räume han­delt oder diese für eine abschlie­ßende Zahl von Tätig­keiten (z. B. als Chi­ro­prak­tiker, Kos­me­tiker, Musik­lehrer oder Psy­cho­the­ra­peut) genutzt werden. Außer einer ein­zigen mit dem Ver­si­che­rungs­nehmer in häus­li­cher Gemein­schaft lebenden Person dürfen keine Ange­stellten beschäf­tigt werden.
  • Ver­si­che­rungs­schutz bei Trick­dieb­stahl besteht inner­halb der ver­si­cherten Woh­nung bis 10.000 Euro.
  • Ver­si­che­rungs­schutz bei Schäden durch Miss­brauch von Kunden‑, Scheck- oder Kre­dit­karten nach einem Ein­bruch­dieb­stahl bis in Höhe von 10.000 Euro.
  • bedin­gungs­sei­tige Über­nahme der Kosten für Ver­kehrs­si­che­rungs­maß­nahmen (z. B. Absperren von Grund­stü­cken, Wegen oder Straßen).
  • Aus­drück­liche Über­nahme von Feuerlöschkosten.
  • Mit­ver­si­chert sind Mehr­kosten durch Technologiefortschritt.
  • Mit­ver­si­chert sind Mehr­kosten durch Preissteigerungen.
  • Ab einer Min­dest­scha­den­höhe von 5.000 Euro Über­nahme der auf den Ver­si­che­rungs­nehmer ent­fal­lenden Kosten des Sach­ver­stän­di­gen­ver­fah­rens.
  • Außen­ver­si­che­rung für ver­si­cherte Sachen bis 24 Monate bis in Höhe der ver­ein­barten Versicherungssumme.
  • Zeit­lich unbe­fris­teter Ver­si­che­rungs­schutz ohne Sub­limit für Sport­ge­räte (z. B. Reit­sättel, Golf- oder Tauch­aus­rüs­tung) außer­halb des Ver­si­che­rungs­ortes. Kor­rekt müsste die Adcuri hier von Sport­aus­rüs­tung spre­chen, da Sport­ge­räte eigent­lich z. B. Lauf­bänder, Stepper oder Ruder­ge­räte bezeichnen.
  • Zeit­lich unbe­fris­teter Ver­si­che­rungs­schutz bis in Höhe von 20.000 Euro für ver­si­cherte Sachen, die sich in einem aus beruf­li­chen Gründen unter­hal­tenen Zweit­wohn­sitz (Pend­ler­woh­nung) inner­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land befinden. Für Wert­sa­chen gilt eine Begren­zung auf maximal 2.500 Euro. Der Ver­weis auf Ziffer A 1 – 4.1.1.1 schränke laut Ver­si­cherer die Mit­ver­si­che­rung von Wert­sa­chen des­halb nicht ein, da eine „davon abwei­chende Rege­lung“ getroffen wurde. Ent­spre­chend seien nicht nur Anti­qui­täten, son­dern auch etwa Bar­geld und Schmuck bis in Höhe von 2.500 Euro mitversichert.
  • Sofern der „Bau­stein Haus- und Woh­nungs­schutz­brief“ ver­ein­bart wurde, besteht die Mög­lich­keit zur Ein­rich­tung eines Doku­men­ten­de­pots (z. B. Aus­weise, Rei­se­visa, Kre­dit­karten) im Umfang von bis zu 20 Seiten DIN A4.
  • Vor­sor­ge­ver­si­che­rungs­summe bis in Höhe von 30 % der Versicherungssumme.
  • Vor­sor­ge­ver­si­che­rung für den ersten eigenen Haus­stand der eigenen Kinder bis 40 % der Ver­si­che­rungs­summe. Die Mit­ver­si­che­rung gilt für einen Zeit­raum von bis zu 12 Monaten ab Umzugsbeginn.
  • Bei­trags­be­freiung bei Arbeits­lo­sig­keit bis zu 12 Monaten, sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer u. a. bei Ein­tritt der Arbeits­lo­sig­keit das 58. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat. Für Selbst­stän­dige ist eine Bei­trags­be­freiung nur einmal wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit, so etwa bei Insol­venz, möglich.

Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Pre­mium-Schutzes der Adcuri

  • Der Ver­si­che­rungs­schutz beginnt stets um 00:00 Uhr des als „Ver­si­che­rungs­be­ginn“ ange­ge­benen Tages. Dies kann zu einer Unter­bre­chung des Ver­si­che­rungs­schutzes führen, falls der Vor­ver­trag nicht eben­falls um 00:00 Uhr, son­dern bereits um 12:00 Uhr geendet hat.
  • Inno­va­ti­ons­klausel gilt nur, wenn durch ein Tari­f­up­date aus­schließ­lich Ver­bes­se­rungen vor­ge­nommen werden, d.h. es besteht kein Anspruch auf diese Leis­tung, wenn ein Tari­f­up­date neben bei­spiels­weise 20 Ver­bes­se­rungen eine ein­zige Stelle besitzt, die auch zum Nach­teil des Kunden führen könnte.
  • Zu den ver­si­cherten Sachen gehören unter anderem Haus­tiere (z. B. Katzen[5], Fischen, Vögel), nicht jedoch Heim­tiere (z. B. Chin­chillas[6], Spinnen, Schlangen) oder Nutz­tiere (z. B. Hühner, Schafe, Ziegen oder Schweine). In der Praxis ist die Abgren­zung von Haus- und Heim­tieren oft schwierig[7]. Bedin­gungs­seitig sind Haus­tiere[8] analog zu den Mus­ter­be­din­gungen des GDV wie folgt definiert:

„Tiere, die regel­mäßig art­ge­recht in Woh­nungen […] gehalten werden (z. B. Fische, Katzen, Vögel).“

  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Kurz­schluss, sofern es sich nicht um einen Blitz­fol­ge­schaden handelt.
  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Strom­schwan­kungen. Im Ein­zel­fall ggf. Ver­si­che­rungs­schutz im Rahmen der unbe­nannten Gefahren mit 10 % Selbst­be­halt. Aus­ge­schlossen bleiben z. B. Schäden durch Repa­ratur sowie den Ver­lust von Daten.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Ent­schär­fung von Blind­gän­gern, ohne damit ein­her­ge­hende Explosion.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Dieb­stahl durch Haus­an­ge­stellte (z. B. Pfle­ge­kräfte, Au-pair).
  • Keine gene­relle Mit­ver­si­che­rung poli­zei­lich ange­zeigter Straf­taten (z.B. Dieb­stahl von Solar­zellen, Hacken von Smar­thome-Anlagen, ein­fa­cher Dieb­stahl von nicht aus­drück­lich benannten Sachen, Betrug). Bei­spiel­haft ver­si­chert sind jedoch Schäden durch Ein­bruch­dieb­stahl nach Mani­pu­la­tion (Hacken) von Smart-Home-Sicherungskomponenten.
  • Kein aus­drück­li­cher Ver­si­che­rungs­schutz für den Dieb­stahl oder die Beschä­di­gung von Garten- und / oder Pool­ro­bo­tern.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für den ein­fa­chen Dieb­stahl oder die Beschä­di­gung von Pool­ro­bo­tern.
  • Ohne Schäden am ver­si­cherten Hausrat bzw. Abhan­den­kommen von ver­si­chertem Hausrat durch Haustiere.
  • Ohne Schäden am ver­si­cherten Hausrat bzw. Abhan­den­kommen von ver­si­chertem Hausrat durch wild­le­bende Tiere (z. B. Scha­len­wild und Feder­wild im Sinne des Bun­des­jagd­ge­setzes).
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz bezogen auf die wider­recht­liche Ent­wen­dung von Kryp­to­wäh­rungen. Würde z. B. ein Ledger mit darauf gespei­cherten Bit­coins infolge eines ein­fa­chen Dieb­stahls oder Ein­bruch­dieb­stahls geklaut werden, dürfte der Nach­weis eines Scha­dens kaum beweisbar sein. Auch eine (Teil-)Enteignung von Kryp­to­wäh­rungen durch staat­liche Ein­griffe wäre im Rahmen der unbe­nannten Gefahren aus­ge­schlossen (siehe A 8 – 2.3 o).
  • Nicht ver­si­chert sind Schäden durch Taschen­dieb­stahl.
  • Ohne Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Plansch- und Reinigungswasser.
  • Keine beson­dere Mit­ver­si­che­rung von nach­hal­tigen Ver­si­che­rungs­leis­tungen (z. B. Mehr­kosten für nach­hal­tige Wie­der­be­schaf­fung; Erhö­hung Hotel­kosten bei Unter­brin­gung in nach­haltig zer­ti­fi­zierten Hotels) aus­ge­nommen Mehr­kosten für die ener­ge­ti­sche Moder­ni­sie­rung von Haus­halts­ge­räten nach einem Versicherungsfall.
  • Ohne Über­nahme von Leck­or­tungs­kosten ohne einen ver­si­cherten Schadenfall.
  • Kosten für Mehr­ver­brauch von Frisch­wasser und Gas nach einem ver­si­cherten Scha­den­fall, nicht jedoch von Ölver­lust bzw. von Strom­ver­lust aus Stromspeichern.
  • Nicht ver­si­chert sind die Kosten für Schloss­än­de­rungen nach einem ein­fa­chen Schlüs­sel­dieb­stahl (z. B. von Woh­nungs- oder Kfz-Türen).
  • Ohne Über­nahme der Betreu­ungs­kosten für infolge eines Ver­si­che­rungs­falles pfle­ge­be­dürf­tige Personen.
  • Ohne Über­nahme der Betreu­ungs­kosten für infolge eines Ver­si­che­rungs­falles not­wen­dige Kinderbetreuung.
  • Keine Über­nahme der Kosten für einen Erho­lungs­ur­laub nach Großschäden.
  • Nicht ver­si­chert sind die Kosten für die Orga­ni­sa­tion eines Dol­met­schers, die Bereit­stel­lung eines tele­fo­ni­schen Dol­met­scher­ser­vices bei Aus­lands­reisen oder die Kosten für einen ent­spre­chenden Über­setzer.
  • Nicht mit­ver­si­chert sind Schäden durch Abmah­nung auf Grund einer (angeb­li­chen) Urheberrechtsverletzung.
  • Keine Über­nahme von Miet­fort­zah­lungs­kosten, wenn und solange trotz Unbe­wohn­bar­keit der Woh­nung Miet­kosten wei­ter­be­zahlt werden müssen.
  • Ohne Fremd­kosten für Koor­di­na­tion der Wie­der­her­stel­lung ver­si­cherter Sachen.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Regie­kosten.
  • Nicht mit­ver­si­chert sind Schäden durch Cyber-Mob­bing im Internet.
  • Nicht mit­ver­si­chert sind Schäden durch Zah­lungs­mit­tel­da­ten­dieb­stahl im Internet.
  • Nicht mit­ver­si­chert sind Schäden durch Iden­ti­täts­dieb­stahl im Internet, aus­ge­nommen durch Online-Banking-Betrug.
  • Ohne Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Kosten.
  • Ohne Versehensklausel.
  • Der Ver­si­cherer ver­zichtet zwar darauf, das Auf­stellen eines Gerüstes als Gefah­rerhö­hung zu werten, ver­langt aber an dieser Stelle beson­dere Obliegenheiten:

„Wird das Gebäude, in dem sich die ver­si­cherte Woh­nung befindet, zum Zweck der Reno­vie­rung oder Repa­ratur ein­ge­rüstet, Sie sind ver­pflichtet, wäh­rend der Zeit der Gerüst­stel­lung bei Abwe­sen­heit aus der Woh­nung alle Fenster, Bal­kon­türen und der­glei­chen zu ver­schließen und alle Siche­rungen zu tätigen“

  • Kein Regress­ver­zicht gegen­über (grob) fahr­lässig han­delnden Ange­hö­rigen, die keinen Anspruch über eine etwaige Haft­pflicht­ver­si­che­rung gel­tend machen können.
  • Kein Ver­zicht auf das außer­or­dent­liche Kün­di­gungs­recht des Ver­si­che­rers wegen Nicht­zah­lung eines Folgebeitrages.
  • Keine optio­nale Gegen­stands­ver­si­che­rung (Ver­si­che­rungs­schutz für Gegen­stände mit ideelen Werten).
  • Keine 24-Stunden-Not­ruf­te­lefon (Tele­fon­hot­line).
  • Keine Bei­trags­be­freiung bei Arbeitsunfähigkeit.

[1] „OptioPay“ auf „adcuri​.bar​me​nia24​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​adcuri​.bar​me​nia24​.de/​d​e​/​s​e​r​v​i​c​e​/​m​e​h​r​w​e​r​t​e​/​o​p​t​i​o​p​a​y​.​x​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 13.04.2022.

[2] Siehe hierzu z. B. „Jamming und Relay Attack. Auto­ein­bruch per Funk oft kein Fall für die Ver­si­che­rung“ auf „test​.de“ vom 08.12.2020. Auf­zu­rufen unter https://www.test.de/Jamming-und-Relay-Attack-Autoeinbruch-per-Funk-oft-kein-Fall-fuer-die-Versicherung-4824449–0/, zuletzt auf­ge­rufen am 03.02.2022

[3] Siehe Ste­phan Witte „Nicht alle Ver­si­cherer bieten Leis­tungen nach GDV-Stan­dard. Besteht Ver­si­che­rungs­schutz bei Ein­bruch über nicht ver­si­cherte Räume?“ in „Risiko & Vor­sorge“, Aus­gabe 2/2018, S. 11–12. Auf­zu­rufen unter https://critical-news.de/risiko-und-vorsorge-heft‑2–2018/, zuletzt auf­ge­rufen am 07.01.2022.

[4] „Was ist Fog­ging? Und ist es gefähr­lich für mich?“ auf „isotec​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​www​.isotec​.de/​r​a​t​g​e​b​e​r​/​s​c​h​i​m​m​e​l​/​w​a​s​-​i​s​t​-​f​o​g​g​i​n​g​.​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 07.01.2022

[5] Siehe z. B. Hugel, Carmen „Haft­pflicht­ver­si­che­rung“, Karls­ruhe (Verlag Ver­si­che­rungs­wirt­schaft), 3. Auf­lage, 2008, S. 192

[6] Siehe z. B. „Chin­chillas“ auf „wiki​pedia​.org“. Auf­zu­rufen unter https://​de​.wiki​pedia​.org/​w​i​k​i​/​C​h​i​n​c​h​i​l​las, zuletzt auf­ge­rufen am 19.02.2022

[7] Vgl. „Heim­tier“ auf „wiki​pedia​.org“. Auf­zu­rufen unter https://​de​.wiki​pedia​.org/​w​i​k​i​/​H​e​i​m​t​ier, zuletzt auf­ge­rufen am 19.02.2022

[8] Vgl. „Haus­tier“ auf „wiki​pedia​.org“. Auf­zu­rufen unter https://​de​.wiki​pedia​.org/​w​i​k​i​/​H​a​u​s​t​ier, zuletzt auf­ge­rufen am 19.02.2022


 [S1]Abwei­chend zu den Annah­me­richtlnien „Ein­zel­fall­an­frage erforderlich“

0 0 Stimmen
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Interne Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen