Kurz­check: Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung Pri­vat­Po­lice (Wohn­flä­chen­mo­dell) der R+V (01.2021)

Seit Januar 2021 bietet die R+V All­ge­meine Ver­si­che­rung AG ihren Kunden die aktu­elle Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung R+V Pri­vat­Po­lice in den Tarif­stufen classic und com­fort an.

Über­sicht über die Inhalte der Analyse

1. Tarif­li­ches

2. Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs R+V Pri­vat­Po­lice com­fort aus dem Hause R+V

3. Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs R+V Pri­vat­Po­lice com­fort aus dem Hause R+V

Jede dieser Tarif­li­nien kann durch meh­rere optio­nale Bau­steine erwei­tert werden:

  • Über­span­nungs­schäden durch Blitz
  • Wei­tere Naturgefahren
  • Wei­tere Natur­ge­fahren Spezial
  • Glas­bruch
  • Pho­to­vol­taik
  • Solar­thermie
  • Gewerb­li­cher Mietverlust
  • Erhö­hung Rohr­paket von 20 Euro je Qua­drat­meter Wohn­fläche auf 40 oder 60 Euro je Qua­drat­meter Wohnfläche
  • Mehr­wert­ver­si­che­rung

Nur im Tarif Pri­vat­Po­lice com­fort können zusätz­lich fol­gende Leis­tungen ein­ge­schlossen werden:

  • Schäden durch wild­le­bende Tiere
  • Dieb­stahl, Van­da­lismus und Graffiti
  • Schäden an Wohnungseingangstüren

Bei der so genannten „Mehr­wert­ver­si­che­rung“ han­delt es sich um eine Dif­fe­renz­de­ckung, die für einen Zeit­raum von maximal 3 Jahren und zu einer Min­dest­prämie von 30,00 Netto abge­schlossen werden kann.

Die beiden benannten Tarife sind kon­zi­piert für Ein‑, Zwei- und Mehr­fa­mi­li­en­häuser zwi­schen 10 und 9.999 Qua­drat­me­tern Wohn­fläche und bis maximal zwei Voll­ge­schoßen (außer Keller- und Dach­ge­schoss), die zum orts­üb­li­chen Neu­bau­wert ver­si­chert werden sollen. Hat ein Gebäude eine Wohn­fläche von über 5.000 Qua­drat­me­tern, so ist dies anfra­ge­pflichtig. Gebäude mit mehr Voll­ge­schoßen können nur über den hier nicht näher bespro­chenen Ver­si­che­rungs­sum­men­tarif ver­si­chert werden. Hier wird allein der so genannte „Wohn­flä­chen­tarif“ bespro­chen.

Die Wohn­fläche wird vom Ver­si­cherer dabei wie folgt definiert:

„Die Wohn­fläche ist die Grund­fläche aller Räume des ver­si­cherten Gebäudes einschließlich

Hob­by­räumen, Dielen, Win­ter­gärten sowie unter­ge­ord­neter gewerb­li­cher Flä­chen. Ausgenommen

sind Treppen, Spei­cher­räume, Abstell­räume, Haus­wirt­schafts­räume, Kel­ler­räume, Bal­kone, Log­gien und Ter­rassen. Alter­nativ kann die Wohn­fläche gemäß Bau­un­ter­lagen angegeben

werden, wenn diese mit dem aktu­ellen Bau­zu­stand übereinstimmen.“

Die Annah­me­richt­li­nien defi­nieren u. a. auch die Tari­fie­rung der Wohn­fläche bei Kel­lern in Hang­lage und im Gebäude inte­grierten Garagen.

Zu ver­si­chernde Gebäude müssen zu mehr als 50 % zu Wohn­zwe­cken genutzt werden. Ver­si­cherbar sind nach den Annah­me­richt­li­nien auch Ferien- / Wochen­end­häuser, sofern diese vom Ver­si­che­rungs­nehmer selbst genutzt und nicht gewerbs­mäßig ver­mietet werde.

Über den Ange­bots­rechner sind nur Wohn­ge­bäude mit einem Bau­jahr ab 1850 ver­si­cherbar, wobei auf Anfrage auch ältere Gebäude ver­si­cherbar sind. Dies gilt auch für denk­mal­ge­schützte Wohn­ge­bäude, auch wenn es sich um Bau­werks- / Gebäu­de­en­sem­bles han­delt.

Privat genutzte Neben­ge­bäude auf dem Versiche­rungs­grund­stück sind bis zu einem Wert von 30.000 Euro mit­ver­si­chert. Dabei gilt folgendes:

„frei­ste­hende, nicht mit dem Haupt­ge­bäude ver­bun­dene, privat genutzte Nebengebäude,

welche dem Haupt­ge­bäude räum­lich und funk­tional zuge­ordnet und der Größe nach

(umbauter Raum) erkennbar unter­ge­ordnet sind (z. B. Gewächs‑, Geräte- und Gartenhäuser);“

Eine Erhö­hung der Mit­ver­si­che­rung von Neben­ge­bäuden ist gegen Bei­trags­zu­schlag in Schritten zu je 10.000 Euro bis maximal 150.000 Euro mög­lich. Sie ist auch für ehe­mals land­wirt­schaft­lich genutzte Objekte mög­lich. Nicht mög­lich ist eine Erhö­hung für über­wie­gend leer­ste­hende Gebäude. Eine Erhö­hung auf mehr als 150.000 Euro ist anfragepflichtig.

Gewerb­lich oder land­wirt­schaft­lich genutzte Neben­ge­bäude müssen bei der R+V über deren Gewer­be­rechner berechnet werden, können aber nicht als Teil der pri­vaten Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung ein­ge­schlossen werden.

Ver­si­che­rungs­schutz ist für eine Lauf­zeit von ein bis drei Jahren mög­lich. Für bestimmte Ziel­gruppen (z.B. Mit­ar­beiter von EDEKA oder REWE) gibt es spe­zi­elle Tarifangebote.

Nicht ange­boten wird von der R+V Pri­vat­Po­lice im Wohn­flä­chen­tarif eine Zeit­wert­ver­si­che­rung.

Für nach­fol­gend beschrie­bene Gebäude, ist Ver­si­che­rungs­schutz nur nach Ein­zel­fall­prü­fung möglich:

  • Wohn­ge­bäude mit zwei oder mehr Vor­schäden inner­halb der letzten fünf Jahre vor Antrags­stel­lung. Dies gilt unab­hängig davon, ob bereits Ver­si­che­rungs­schutz bestand oder nicht. Gene­rell fragt der Ver­si­cherer nach Vor­schäden in den letzten 5 Jahren vor Antrags­stel­lung, bei erwei­terten Natur­ge­fahren abwei­chend von 10 Jahren vor Antragsstellung.
  • Wohn­ge­bäude, in denen Asyl­be­werber oder Flücht­linge unter­ge­bracht werden sollen

Für die etwaige Mit­ver­si­che­rung erwei­terter Natur­ge­fahren gilt:

  • Sofern in den letzten 10 Jahren vor Antrags­stel­lung ein Vor­schaden in der ZÜRS-Zone 3 ein­ge­treten ist oder mehr als ein Vor­schaden in den ZÜRS-Zonen 1 und 2 oder sich das Risiko in der ZÜRS-Zone 4 befindet, ist eine Ein­zel­fall­prü­fung für den Ein­schluss erwei­terter Natur­ge­fahren erfor­der­lich. Wider­sprüch­lich ist, dass in den Annah­me­richt­li­nien zur ZÜRS-Zone 4 „keine Zeich­nung“ steht.
  • Für den Ein­schluss erwei­terter Natur­ge­fahren ist bei Gebäuden, die in der ZÜRS-Zone 3 stehen, der ergän­zende Fra­ge­bogen „Ergän­zende Angaben zur Mit­ver­si­che­rung von Ele­men­tar­schäden“ erfor­der­lich. Für Gebäude, die in der ZÜRS—Zone 4 stehen, kann eine Ein­zel­fall­prü­fung erfolgen,

„sofern bau­liche oder öffent­liche Schutz­maß­nahme durch­ge­führt wurden, die das tat­säch­liche Über­schwem­mungs­ri­siko ver­min­dert haben“.

  • Im Rahmen der Mit­ver­si­che­rung von wei­teren Natur­ge­fahren hat sich der Ver­si­che­rungs­nehmer an jedem Schaden mit einer Selbst­be­tei­li­gung zu betei­ligen. Dabei gilt:

„Die Selbst­be­tei­li­gung ist abhängig von ZÜRS-Zone und Vor­schäden. Sie beträgt min­des­tens 500 EUR je Ver­si­che­rungs­fall (Erd­beben 3.000 EUR je Versicherungsfall).“

  • Im Neu­ge­schäft ist für Gebäude in der ZÜRS-Zone 4 eine Selbst­be­tei­li­gung von min­des­tens 10.000 Euro (laut Annah­me­richt­li­nien keine Zeich­nung; Wider­spruch?) obli­ga­to­risch (Annah­me­richt­li­nien, WG 3.6.1), für Gebäude in der ZÜRS-Zone 3 von min­des­tens 1.000 Euro.
  • Es gilt eine War­te­zeit von 14 Tagen. Diese ent­fällt, wenn der Ver­si­che­rungs­nehmer nach­weisen kann, dass bis zum Ver­si­che­rungs­be­ginn eine Vor­ver­si­che­rung gegen wei­tere Ele­men­tar­ge­fahren bestanden hat. Dies gilt nicht, wenn dem Ver­si­che­rungs­nehmer bei Antrags­stel­lung bereits der Ein­tritt eines ent­spre­chenden Ver­si­che­rungs­falles bekannt sein sollte.

Für die Mit­ver­si­che­rung von Rück­s­tau­schäden gilt bran­chen­üb­lich, dass

„4.1 bei rück­stau­ge­fähr­deten Räumen Rück­stau­si­che­rungen funk­ti­ons­be­reit zu halten und

4.2 die Abfluss­lei­tungen auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück freizuhalten“ 

sind.

Dar­über hinaus gelte nach Ziffer 15.1, dass

„die Ein­hal­tung aller gesetz­li­chen, behörd­li­chen sowie ver­trag­lich vereinbarten

Sicher­heits­vor­schriften […]“

zu beachten ist.

In der Praxis ver­fügt eine Mehr­heit gerade älterer Gebäu­de­ei­gen­tümer – zumin­dest in Nord­deutsch­land – erfah­rungs­gemäß über keine sol­chen Siche­rungen bzw. kann die Frage nach deren Vor­han­den­sein in der Praxis oft nicht beant­worten. Hinzu kommt, dass diese Gene­ral­klausel, wonach der Ver­si­che­rungs­nehmer gesetz­liche und behörd­liche Sicher­heits­vor­schriften ein­zu­halten habe, durch das OLG Schleswig mit Urteil vom 18.05.2017 (Az. 16 U 14/17) als unwirksam ver­worfen wurde. Im kon­kreten Fall hatte der beklagte Wohn­ge­bäu­de­ver­si­cherer nach einem Lei­tungs­was­ser­schaden ein­ge­wandt, dass der Ver­si­che­rungs­nehmer angeb­lich gegen die DIN-Norm EN 806–5 ver­stoßen habe, so dass er mit dieser Begrün­dung seine Leis­tung um 30 Pro­zent gekürzt hatte. Laut OLG sei die benannte Klausel intrans­pa­rent und daher rechts­widrig[1]. Betroffen von so einer Klausel wären auch Ver­stöße gegen einen vor­ge­schrie­benen E‑Check oder behörd­liche Vor­schriften zu Rückstauklappen.

Positiv ist, dass es keine gene­rellen Ein­schrän­kungen der Ver­si­cher­bar­keit für Gebäude mit Lehm­bal­ken­de­cken gibt.

Die Ver­si­che­rungs­prämie für die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung ist vom Gebäu­de­alter abhängig. In den ersten 35 Jahren ab dem Jahr der erst­ma­ligen Bezugs­fer­tig­keit (Bau­jahr) findet eine jähr­liche Bei­trags­an­pas­sung statt. Für die Gefahren Feuer sowie Sturm / Hagel findet auch ab 50 sowie ab 75 Jahren eine wei­tere Anpas­sung des Bei­trages statt. Die kon­krete „Fak­toren-Über­sicht zur Ent­wick­lung der jewei­ligen Bei­trags­an­teile“ werde von der R+V im Antrag ausgewiesen.

Wie bei den meisten Wett­be­wer­bern können bau­liche Ver­bes­se­rungen (z. B. eine voll­stän­dige Sanie­rung der elek­tri­schen Anlagen oder eine voll­ständig neue Dach­ein­de­ckung) das tech­ni­sche Bau­alter und damit den Bei­trag senken. Dabei gilt:

„Der Ver­si­che­rungs­nehmer muss in der Lage sein, die Sanie­rung auf Ver­langen nach­weisen zu können. Dies kann z.B. durch Rech­nungen, Gut­achten oder Bestä­ti­gungen eines Fach­be­triebes erfolgen.“

Um den Zahl­bei­trag zu senken, besteht des Wei­teren die Mög­lich­keit, eine Selbst­be­tei­li­gung für den Scha­den­fall zu ver­ein­baren. Zur Aus­wahl stehen die Selbst­be­halts­va­ri­anten 500 Euro, 1.000 Euro, 2.500 Euro sowie 5.000 Euro. Zudem besteht die Mög­lich­keiten eines Bün­del­nach­lasses von 3 %, 6 % bzw. 9 % bei zwei, drei bzw. vier Ver­trägen. Außerdem kann ein Lauf­zeit­nach­lass bei Ver­ein­ba­rung ein Ver­trags­lauf­zeit von drei Jahren ver­ein­bart werden.

Für eine unter­jäh­rige Zahl­weise wird ein Raten­zah­lungs­zu­schlag oder Zah­lungs­pe­ri­oden­faktor erhoben. Dieser beträgt je nach Deckung und Zahl­weise zwi­schen 3 % und 10 %. Diese Kosten sind nicht ein­heit­lich zu bestimmen, son­dern hängen u. a. von Bündel- und Volu­men­nach­lässen ab.

Net­to­ta­rife werden von der R+V nicht angeboten.

Das ordent­liche Kün­di­gungs­recht beträgt drei Monate zum Ablauf des jewei­ligen Ver­si­che­rungs­jahres. Alle Bau­steine können von Ver­si­cherer und Ver­si­che­rungs­nehmer jeweils zum Ablauf des lau­fenden Ver­si­che­rungs­jahres mit Frist von drei Monaten gekün­digt werden.

Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs R+V Pri­vat­Po­lice com­fort aus dem Hause R+V

  • Bei kor­rekten Angaben zur Bau­aus­ge­stal­tung (u. a. Wohn­fläche, Gebäu­detyp, Bau­aus­füh­rung und ‑aus­stat­tung) ver­zichtet der Ver­si­cherer auf die Anrech­nung einer Unter­ver­si­che­rung.

„Wird aller­dings zum Zeit­punkt des Ver­si­che­rungs­falles fest­ge­stellt, dass ein zu nied­riger Bei­trag erhoben wurde, wird nur der Teil des als ersatz­pflichtig ermit­telten Ent­schä­di­gungs­be­trages ersetzt, der sich zum ganzen Betrag ver­hält, wir der zuletzt berech­nete Bei­trag zum erfor­der­li­chen Beitrag.“

Laut Leis­tungs­über­sicht des Ver­si­che­rers wird außerdem auch bei Schäden bis zur Höhe von 3.000 Euro auf die Anrech­nung einer Unter­ver­si­che­rung ver­zichtet. Bedin­gungs­seitig konnte dies nicht nachvollzogen werden.

  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Her­bei­füh­rung des Versicherungsfalles
  • Im Rahmen des Bau­steins Mehr­wert­schutz besteht eine Sum­men­dif­fe­renz­de­ckung für einen Zeit­raum bis zu drei Jahren. Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Schäden, die bei der R+V als neuem Ver­si­cherer aus­ge­schlossen sind. Es han­delt sich aus­drück­lich um keine Konditionsdifferenzdeckung.
  • Mit­ver­si­che­rung von Wall­boxen für Elek­tro­autos auf dem im Ver­si­che­rungs­schein bezeich­neten Grund­stück, d. h. die mit dem Gebäude oder Grund­stück fest ver­bun­dene Lade­sta­tionen für Elek­tro­fahr­zeuge, die dem pri­vaten Gebrauch dienen. Dazu gehören auch Lade­sta­tionen, die fest mit Garagen oder Car­ports ver­bunden sind (siehe Ziffer 6.2.1 Nr. 5).
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden unmit­telbar durch Rauch und Ruß, aller­dings nur, sofern diese inner­halb des Ver­si­che­rungs­ortes, nicht aber etwa auf dem Nach­bar­grund­stück ent­standen sind.
  • Mit­ver­si­che­rung von Seng- und Schmor­schäden an ver­si­cherten Sachen
  • Mit­ver­si­chert ist der Anprall von Fahr­zeugen aller Art (z. B. Luft‑, Straßen‑, Wasser- Schie­nen­fahr­zeuge oder selbst fah­rende Arbeits­ma­schinen), ihrer Teile und ihrer Ladung, soweit es sich nicht um ein Fahr­zeug han­delt, das vom Ver­si­che­rungs­nehmer oder einer mit ihm in häus­li­cher Gemein­schaft lebenden Person gefahren wird. Eben­falls nicht ver­si­chert sind Schäden an Hecken (Aus­schluss gemäß Ziffer 6.2.1 Nr. 2), Fahr­zeugen oder Boots­an­le­gern (keine ver­si­cherten Sachen nach Ziffer 6), ver­si­chert hin­gegen sons­tige Grund­stücks­ein­frie­dungen wie Zäune oder Mauern (Ein­schluss gemäß Ziffer 6.2.1 Nr. 2). Teil­weise lassen sich solche Eigen­schäden im Rahmen einer Kfz-Ver­si­che­rung mit­ver­si­chern, dort aller­dings meist mit einer Selbst­be­tei­li­gung an den Kosten.
  • Mit­ver­si­chert sind Bruch­schäden an Ablei­tungs­rohren inner­halb des Gebäudes ohne Höchst­ent­schä­di­gung, an Ablei­tungs­rohre der Was­ser­ver­sor­gung außer­halb ver­si­cherter Gebäude auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück, die der Ent­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen, bis in Höhe von 20 Euro / Qua­drat­meter. Außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks besteht Ver­si­che­rungs­schutz für Ablei­tungs­rohre, die der Ent­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen, soweit der Ver­si­che­rungs­nehmer hierfür die Gefahr trägt. Auch hier besteht eine Mit­ver­si­che­rung bis in Höhe von 20 Euro je Qua­drat­meter Wohn­fläche. Das Rohr­paket kann jeweils auf 40 bzw. 60 Euro pro Qua­drat­meter Wohn­fläche erhöht werden.
  • Mit­ver­si­chert sind Was­ser­zu­lei­tungs- und Hei­zungs­rohre auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück, die nicht der Ver­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen bzw. solche, die der Ver­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlage dienen, soweit der Ver­si­che­rungs­nehmer hierfür die Gefahr trägt. Die Ent­schä­di­gung ist jeweils auf 20 Euro pro Qua­drat­meter Wohn­fläche begrenzt.
  • Gegen Zuschlag mit­ver­si­chert sind Schäden durch Dieb­stahl, Van­da­lismus und Graf­fiti bis 2.500 Euro (optional bis 5.000 Euro). Dabei wird eine Selbst­be­tei­li­gung von 250,00 Euro in Abzug gebracht. Schäden durch Graf­fiti sind nur dann ver­si­chert, wenn sie durch Farbe und Lacke an den Außen­seiten ver­si­cherte Gebäude ver­ur­sacht werden, also nicht an Innen­wänden oder durch Kratzgraffiti.
  • Dieb­stahl von fest mit dem Gebäude ver­bun­denen Gebäu­de­zu­behör und ‑bestand­teilen bis 2.500 Euro mit 250 Euro Selbstbehalt
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für in Folge eines Ver­si­che­rungs­falls not­wen­dige Hotel­un­ter­brin­gung inklu­sive Früh­stück oder eine ähn­liche Unter­brin­gung bis maximal 200 Tage à 200,00 Euro pro Tag. Nicht ver­si­chert sind sons­tige Neben­kosten (z. B. Telefon, Pay-TV).
  • Kosten für die Dekon­ta­mi­na­tion von Erd­reich sind bis maximal 200.000 Euro pro Jahr versichert.
  • Kosten für Ver­si­che­rungs­maß­nahmen bis 10.000 Euro
  • Miet­aus­fall bzw. Miet­wert ist sowohl für Wohn­räume als auch für gewerb­lich genutzte Räume für einen Zeit­raum von maximal 24 Monaten mitversichert.
  • Ver­si­che­rungs­schutz für durch Sturm (ab Wind­stärke 8) bzw. Brand, Blitz­schlag oder Explo­sion ver­ur­sachte Kosten für das Ent­fernen, den Abtrans­port und die Ent­sor­gung von Bäumen sowie abge­bro­chenen oder abge­knickten Star­kästen von Bäumen des Ver­si­che­rungs­grund­stücks bis in Höhe von 10.000 Euro. Keine Ver­si­che­rung für Schäden infolge von sons­tigen Gefahren, z. B. Über­schwem­mung oder Erdbeben.
  • Mit­ver­si­chert ist die Wie­der­her­stel­lung von Außen­an­lagen (z. B. Grün­an­lagen, Wege; nicht klar­ge­stellt mög­li­cher­weise auch Gar­ten­brunnen, Sand­kästen oder Teich­an­lagen) des Ver­si­che­rungs­grund­stücks infolge von Sturm (ab Wind­stärke 8) bzw. Brand, Blitz­schlag oder Explo­sion bis in Höhe von 10.000 Euro. Keine Ver­si­che­rung für Schäden infolge von sons­tigen Gefahren, z. B. Über­schwem­mung oder Erd­beben. Unklar ist, ob auch Kosten für die Wie­der­stel­lung von Hecken, Büschen, Sträu­chern, Zier- und Topf­pflanzen sowie Bäumen über­nommen werden.
  • Über­nahme von Daten­ret­tungs­kosten infolge eines Ver­si­che­rungs­falles bis 2.500 Euro
  • Ab einer fest­ge­stellten Scha­den­höhe von 5.000 Euro Mit­ver­si­che­rung von Rück­rei­se­kosten des Ver­si­che­rungs­neh­mers wegen einer Urlaubs- oder Dienst­reise, nicht jedoch für mit­rei­sende Ange­hö­rige. Eben­falls nicht über­nommen wird Kos­ten­er­satz für dienst­liche Rück­rei­se­kosten für den Ver­si­che­rungs­nehmer und mit­rei­sende Ange­hörige.
  • Über­nahme von alters- und behin­der­ten­be­dingten Mehr­kosten ab einer Min­dest­scha­den­höhe von 25.000 Euro bis maximal 25.000 Euro
  • Über­nahme von Dar­le­hens­kosten für Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­häuser für einen Zeit­raum von maximal 24 Monaten bis maximal 30.000 Euro. Die Über­nahme setzt u. a. voraus, dass das Gebäude oder die Eigen­tums­woh­nung durch einen im Rahmen des Ver­trags ersatz­pflich­tigen Ver­si­che­rungs­fall unbe­wohnbar geworden ist und eine Beschrän­kung auf einen etwa bewohnbar geblie­benen Teil nicht zuge­mutet werden kann.
  • Sofern ein ver­si­chertes Gebäude nach einem Total­schaden aus recht­li­chen Gründen nicht an der bis­he­rigen Stelle wieder auf­ge­baut werden kann oder dies wirt­schaft­lich nicht zu ver­treten ist, aus­drück­lich Neu­wert­er­stat­tung auch dann, wenn kein Wie­der­aufbau an Ort und Stelle, aber inner­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und inner­halb von drei Jahren nach Ein­tritt des Ver­si­che­rungs­falles, erfolgt (siehe Ziffer 12.9).
  • Über­nahme der Mehr­kosten für umwelt­freund­liche Bau­stoffe bis 20.000 Euro
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für den Abtrans­port und die Ent­sor­gung von Hecken als Grundstückseinfriedung
  • Im Rahmen des Bau­steins „Natur­ge­fahren Spe­zial“ Ver­si­che­rungs­schutz für eine Teil­über­schwem­mung, Stark­regen sowie erwei­terten Rück­stau bis in Höhe von 50.000 Euro mit einer Selbst­be­tei­li­gung von min­des­tens 500 Euro.
  • Vor­sor­ge­de­ckung bis zum Schluss des lau­fenden Ver­si­che­rungs­jahres für der Bei­trags­be­rech­nung zugrun­de­lie­gender Umstände (Fläche, Gebäu­detyp, Bau­aus­füh­rung und/ oder sons­tige ver­ein­barte Merk­male), die wäh­rend des Ver­si­che­rungs­jahres auf­ge­treten sind
  • Scha­den­über­nahme bei unklarer Zustän­dig­keit bei einem Versicherungswechsels

Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs des Tarifs R+V Pri­vat­Po­lice com­fort aus dem Hause R+V

  • Inno­va­ti­ons­klausel (Inno­va­tions-Garantie) gilt nur, wenn durch ein Tari­f­up­date aus­schließ­lich Ver­bes­se­rungen vor­ge­nommen werden, d.h. es besteht kein Anspruch auf diese Leis­tung, wenn ein Tari­f­up­date neben bei­spiels­weise 20 Ver­bes­se­rungen eine ein­zige Stelle besitzt, die auch zum Nach­teil des Kunden führen könnte.

„Werden die Ver­si­che­rungs­be­din­gungen in der gewählten Vari­ante classic oder com­fort zukünftig aus­schließ­lich zum Vor­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers und ohne Mehr­bei­trag geän­dert, so gelten die neuen Bedin­gungen mit sofor­tiger Wir­kung auch für diesen Vertrag.“

  • Kein Ein­schluss einer Best-Leis­tungs-Garantie
  • Kein Ein­schluss einer Besitz­stands­ga­rantie (Vor­ver­si­che­r­er­ga­rantie)
  • Feh­lende Garantie, dass die dem Ver­trag zugrunde lie­genden Bedin­gungen den Kunden nicht schlechter stellen als die unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des Gesamt­ver­bandes der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) (GDV-Garantie)
  • Feh­lende Garantie, dass nicht zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers von den unver­bind­li­chen Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse abge­wi­chen wird (Arbeits­kreis-Garantie)
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch unbe­nannte Gefahren
  • Kein Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Ver­let­zung von gesetz­li­chen, behörd­li­chen und ver­trag­lich ver­ein­barten Sicher­heits­vor­schriften sowie ver­trag­lich ver­ein­barten Sicher­heits­vor­schriften oder sons­tigen ver­trag­lich ver­ein­barten Obliegenheiten
  • Keine Bei­trags­be­freiung bei Arbeits­lo­sig­keit oder Arbeits­un­fä­hig­keit
  • Keine Mit­ver­si­che­rung einer Versehensklausel
  • Bedin­gungs­seitig Ver­si­che­rungs­schutz nur für ständig bewohnte, nicht jedoch für unbe­wohnte Gebäude
  • Für Gebäude im Rohbau kann eine bei­trags­freie Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung mit Ver­si­che­rungs­schutz wäh­rend der Bau­phase für maximal 24 Monate ver­ein­bart werden, sofern die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung für einen Zeit­raum von min­des­tens drei Jahren abge­schlossen wurde. Außerdem muss min­des­tens Ver­si­che­rungs­schutz für das spä­tere Wohn­ge­bäude gegen die Gefahren Lei­tungs­wasser oder Sturm / Hagel abge­schlossen werden. Nicht ver­si­cherbar sind hier­über jedoch Schäden durch Lei­tungs­wasser, Sturm / Hagel oder erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren (z. B. Über­schwem­mung, Erd­beben oder Erdsenkung)
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden durch Tier­ver­biss (nur ver­si­chert in den optio­nalen Paketen Pho­to­vol­taik und Solar­thermie) ohne Höchst­grenze. Dar­über können gegen Zuschlag auch Schäden an ver­si­cherten Sachen, die durch wild­le­bende Tiere ent­stehen bis in Höhe von 5.000 Euro, ein­ge­schlossen werden. Dabei aus­ge­schlossen sind unter anderem Fol­ge­schäden aller Art (z. B. durch das Fehlen elek­tri­scher Span­nung). Eben­falls nicht ver­si­chert sind Schäden, die dadurch ent­stehen, dass ein Marder, Waschbär oder sons­tiges Tier zunächst einen ver­si­cherten Biss­schaden ver­ur­sacht und sich anschlie­ßend durch die gesamte Däm­mung durch­wühlt, dort Gänge baut und überall Kot hin­ter­lässt. Muss durch einen solche Fol­ge­schaden das ganze Dach abge­rissen werden, so besteht über den Tarif kein Versicherungsschutz.
  • Pho­to­vol­ta­ik­an­lagen, die auf dem Dach des ver­si­cherten Gebäudes instal­liert wurden, sind bei­trags­frei mit­ver­si­chert. Dies gilt aller­dings nur unter der Vor­aus­set­zung, dass diese „von einem Fach­be­trieb instal­liert und abge­nommen wurden“. Ent­spre­chend nicht mit­ver­si­chert sind solche Anlagen, die auf Neben­ge­bäuden oder frei­ste­henden Garagen instal­liert wurden. Mit­ver­si­chert sind aller­dings Schäden an Pho­to­vol­ta­ik­an­lagen durch alle ver­si­cherten Gefahren, so etwa durch Tier­ver­biss (sofern diese Leis­tung optional ver­ein­bart wurde), wäh­rend ent­spre­chend Schäden infolge von blitz­be­dingtem Kurz­schluss, Über­strom oder Über­span­nung nur ver­si­chert sind, sofern der Bau­stein „Über­span­nung durch Blitz“ gegen Zuschlag ein­ge­schlossen wurde.
  • Nicht ver­si­chert sind die Kosten für die Besei­ti­gung von Schäden an ver­si­cherten Sachen, die durch unmit­tel­bare Ein­wir­kung von Regen­wasser, Schmelz­wasser, Schnee und Eis sowie deren Folgen ver­ur­sacht worden sind.
  • Kein Ersatz des Miet­aus­falls über die ver­ein­barte Dauer fort, wenn das Miet­ver­hältnis auf­grund eines Scha­den­falls beendet wurde und die Woh­nung auf­grund des Scha­den­falls nicht wieder ver­mietet werden kann.
  • Ohne Miet­aus­fall durch Schaden in der Nachbarschaft
  • Keine Über­nahme von Leck­or­tungs­kosten ohne Vor­liegen eines Versicherungsfalles
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden durch die Explo­sion von Kampf­mit­teln aus ver­gan­genen Kriegen, nicht jedoch Schäden, die durch das Ent­schärfen von Blind­gän­gern entstehen.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Schäden durch Wind­be­we­gungen unter­halb von Wind­stärke 8
  • Keine Über­nahme der Kosten für den Mehr­ver­brauch von Öl, Sole und Kühlmitteln
  • Ohne Über­nahme der Kosten von Gebäu­de­be­schä­di­gungen im Zusam­men­hang mit Ret­tungs­maß­nahmen (z. B. durch Polizei oder Feuerwehr)
  • Bei der Durch­füh­rung eines Sach­ver­stän­di­gen­ver­fah­rens zur Fest­stel­lung der Scha­den­höhe wird erst ab einer fest­ge­stellten Scha­den­höhe von min­des­tens 25.000 Euro der Anteil des Ver­si­che­rungs­neh­mers an den Ver­fah­rens­kosten bis in Höhe von maximal 25.000 Euro über­nommen. Dabei gilt ein Selbst­be­halt von 20 Pro­zent an den Kosten. Beauf­tragt der Ver­si­che­rungs­nehmer einen Sach­ver­stän­digen indi­vi­duell, werden die Kosten nur dann über­nommen, sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer vom Ver­si­cherer zur Hin­zu­zie­hung auf­ge­for­dert wurde.
  • Ohne Regie­kosten (Fremd­kosten für die Koor­di­na­tion ver­si­cherter Sachen) für die Wie­der­her­stel­lung ver­si­cherter Sachen
  • Ohne Klar­stel­lung zur Über­nahme von Mehr­kosten für behörd­liche Auf­lagen zum Denk­mal­schutz, wenn ein Gebäude zum Scha­den­zeit­punkt unter Denk­mal­schutz stand
  • Ohne Über­nahme der Kosten für frei­wil­lige Zuwen­dungen an Per­sonen der Brand­be­kämp­fung nach Schadenfall
  • Keine Über­nahme der Kosten für die Besei­ti­gung von Spechtschäden
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Kosten durch Ver­mül­lung nach Auszug von Mes­sies oder Miet­no­maden
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Schäden durch sämt­liche poli­zei­lich ange­zeigte Straftaten
  • Ohne Kosten für die Neu­ein­stel­lung von Antennen und Satellitenschüsseln
  • Ohne Kosten einer kli­ma­freund­li­chen CO2-Kom­pen­sa­tion bei einem Feuerschaden
  • Ohne Kosten für die Rekul­ti­vie­rung von begrünten Dächern
  • Ohne Klar­stel­lung zur etwaigen Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Lei­tungs­wasser über undichte Sili­kon­fugen der Bade­wanne oder Dusch­tasse bzw. sons­tige undichte Fugen oder Fliesen (siehe hierzu Urteil des BGH vom 20.10.2021, Az. IV ZR 236/20).
  • Weit­ge­hend keine Ver­si­che­rung für Sachen auf fremden Grund­stü­cken (z. B. Geh­wege, gemein­same Zaun­an­lagen oder Klär­gruben), soweit diese zuge­hörig zum ver­si­cherten Grund­stück sind. Mit­ver­si­chert sind jedoch inner­halb der ver­si­cherten Grenzen Bruch­schäden an Zulei­tungs­rohren der Wasser- oder Gas­ver­sor­gung, Ablei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung, Rohren von Hei­zungs- oder Kli­ma­an­lagen und Rohren von Regen­was­ser­nut­zungs­an­lagen, sofern diese der Ver- bzw. Ent­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen und der Ver­si­che­rungs­nehmer für diese die Gefahr trägt.
  • Ohne Schäden an ver­si­cherten Rohren durch Wur­zel­ein­wuchs, Muf­fen­ver­satz oder Axi­al­ver­schie­bungen (Lage­ab­wei­chung mit Folge Undich­tig­keit ohne Substanzbeschädigung)infolge einer Ver­schie­bung im Erd­reich (siehe z. B. OLG Koblenz, Beschluss vom 09.07.2009, Az. 10 U 1522/08)[2].

  • Ohne Über­nahme der Kosten für Gar­ten­pflege nach schwer­wie­gender Erkran­kung des Ver­si­che­rungs­neh­mers, die diesen an der Pflege des Gar­tens hindert
  • Ohne Kosten der Neu­be­pflan­zung des Gar­tens bei Ver­trocknen von Pflanzen nach Aus­fall der Bewässerungsanlage
  • Für die Mit­ver­si­che­rung des Über­schwem­mungs­ri­sikos gilt u. a.:

Eine Über­schwem­mung liegt vor, wenn über­wie­gende Teile des Grund und Bodens des Ver­si­che­rungs­grund­stücks mit erheb­li­chen Mengen von Ober­flä­chen­wasser über­flutet wurden“

In den VGB 2016 – Wohn­flä­chen­mo­dell nach Ziffer A 5.4.1 heißt es wie folgt:

„Über­schwem­mung ist die Über­flu­tung von Grund und Boden des Ver­si­che­rungs­grund­stücks mit erheb­li­chen Mengen von Oberflächenwasser.“

Die von der R+V gewählte For­mu­lie­rung kann somit ins­be­son­dere, aber nicht nur bei Grund­stü­cken in Hang­lage, aber auch bei Gebäuden mit unter­schied­li­chem Gelän­de­ni­veau als Schlech­ter­stel­lung gegen­über den unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des GDV gesehen werden[3]. Die Hin­zu­wahl des Bau­steins „Wei­tere Natur­ge­fahren Spe­zial“ kann diese Ein­schrän­kung nur eingeschränkt auf­heben, da hier keine Leis­tung in voller Höhe, son­dern nur bis maximal 50.000 Euro besteht.

  • Ohne Schlich­tungs­geld bei Strei­tig­keiten mit dem Nach­barn über Anlagen (z. B. Zäune) oder Bepflan­zungen des Versicherungsgrundstücks
  • Ohne aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung der Auf­tau­kosten nach einem ver­si­cherten Frostschaden
  • Ohne Kos­ten­er­satz für die Erstel­lung eines Gefah­ren­gut­ach­tens / Hoch­was­ser­passes nach einem Überschwemmungsschaden
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Assi­s­tance­leis­tungen (z. B. Ent­fer­nung von Bienen‑, Wespen- oder Hor­nis­sen­nes­tern. Ent­spre­chender Ein­schluss optional im Rahmen der Haus­rat­ver­si­che­rung (Bau­stein SofortHilfe).

Hin­weis: Eine Über­prü­fung der Inhalte durch den Ver­si­cherer ist aus­drück­lich nicht erfolgt. Sollten Sie als Leser etwaige Unstim­mig­keiten finden, wird um Mit­tei­lung gebeten, um ent­spre­chende Kor­rek­turen vor­nehme zu können.


[1] Siehe z. B. Hans Straßer „Sicher­heits­klausel unwirksam“ auf „hans​-strasser​.de“ vom 28.12.2021. Auf­zu­rufen unter https://​hans​-strasser​.de/​s​i​c​h​e​r​h​e​i​t​s​k​l​a​u​s​e​l​-​u​n​w​i​r​k​s​am/, zuletzt auf­ge­rufen am 12.01.2022.

[2] Siehe „Ober­lan­des­ge­richt Koblenz: Beschluss vom 09.07.2009 – 10 U 1522/08“ auf „iww​.de“ vom 15.09.2016. Auf­zu­rufen unter https://​www​.iww​.de/​v​v​p​/​q​u​e​l​l​e​n​m​a​t​e​r​i​a​l​/​i​d​/​1​8​8​713, zuletzt auf­ge­rufen am 14.01.2022

[3] Siehe hierzu auch Detlef Pohl „Stellt R+V Kunden schlechter als nach GDV-Bedin­gungen?“ auf „pro​contra​-online​.de“ vom 23.11.2021. Auf­zu­rufen unter https://www.procontra-online.de/artikel/date/2021/11/stellt-r-v-kunden-schlechter-als-nach-gdv-bedingungen/?tx_news_pi1%5BcurrentPage%5D=1&cHash=4a4a310ffc8a416fda522e9be4ec832f, zuletzt auf­ge­rufen am 02.12.2021

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