Kurz­check: Unfall­ver­si­che­rung aus dem Hause ADAC

Seit vielen Jahren bietet die ADAC Ver­si­che­rung AG nicht nur Auto­schutz­briefe und Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rungen, son­dern u. a. auch Unfall­ver­si­che­rungen an. Aktuell ver­kaufs­offen sind der „ADAC Unfall­schutz Basis“ sowie der „ADAC Unfall­schutz Exklusiv“ aus dem Jahr 2018. Dabei unter­scheidet das Unter­nehmen die Berufs­gruppen A und B sowie bran­chen­üb­lich einige nicht ver­si­cher­bare Berufe wie Berufs­sportler, Berufs­tau­cher sowie Spreng­meister. Die Zuge­hö­rig­keit zu einer der beiden Berufs­gruppen ist – anders als üblich – nicht für die Höhe des zu zah­lenden Bei­trags, son­dern aus­schließ­lich für die Höhe der Inva­li­di­täts- und Todes­fall­leis­tung relevant:

„Gehört die ver­si­cherte Person zur Berufs­gruppe B, wird die errech­nete Inva­li­di­täts- oder Todes­fall­leis­tung zu 70 % aus­be­zahlt. Diese Leis­tungs­ein­schrän­kung gilt nur bei Berufs­un­fällen. Für alle anderen Unfälle, wie z. B. Freizeit‑, Reise- und Haus­halts­un­fälle wird die errech­nete Inva­li­di­täts- oder Todes­fall­leis­tung voll­ständig, d. h. zu 100 % ausbezahlt.“

Diese Ein­schrän­kung gilt in beiden Produktvarianten.

Pau­schalen statt indi­vi­du­eller Bedarfsermittlung

Das Unter­nehmen setzt auf pau­schale Ver­si­che­rungs­summen von 50.000 Euro, 75.000 Euro, 100.000 Euro bzw. 150.000 Euro für die Grund­in­va­li­dität. Wahl­weise können Per­sonen bis 65 Jahre eine Pro­gres­sion von 225%, 350% oder 500% abschließen. Ver­si­che­rungs­schutz ohne Pro­gres­sion ist für sie nicht mög­lich. Ab Voll­endung des 75. Lebens­jahres ent­fällt die ver­ein­barte Pro­gres­sion. Im Tarif Senior (ab 66 Jahre) gibt es keine Progression.

Die Leis­tung bei Tod beträgt pau­schal 10.000 Euro (im Unfall­schutz Basis abwei­chend 5.000 Euro). Bei bestimmten Schwerst­ver­let­zungen wird eine Sofort­leis­tung von 6.000 Euro (im Unfall­schutz Basis abwei­chend 3.000 Euro) gezahlt. Auch wei­tere Leis­tungen wie ein ambu­lantes Kran­ken­ta­ge­geld, ein sta­tio­näres Kran­ken­haus­ta­ge­geld oder Unfall­hil­fe­leis­tungen sind pau­schal in tarif­ab­hän­giger Höhe ver­si­chert. Zusätz­liche Leis­tungen gelten spe­ziell für Kinder (z.B. Roo­ming-In bei Unfall des ver­si­cherten Kindes) bzw. Senioren (Ein­mal­zah­lung nach Unfall infolge schweren Herz­in­farkts oder schweren Schlag­an­falls in Höhe von 2.000 Euro sowie Ein­mal­zah­lung bei Ober­schen­kel­hals­bruch und Ober­arm­kopf­fraktur in Höhe von 4.000 Euro). Wei­tere Hilfs- und Pfle­ge­leis­tungen können optional gegen Zuschlag ver­ein­bart werden.

Die meisten Ver­si­cherten sind Vereinsmitglieder

ADAC-Mit­glieder pro­fi­tieren gegen­über Nicht­mit­glie­dern von einem Prämiennachlass.

Positiv ist die große Zahl an Leis­tungen, aller­dings werden diese nicht alle in einem bedarfs­ge­rechten oder für Hoch­leis­tungs­ta­rife des Mak­ler­marktes übli­chen Umfang erbracht.

Der ADAC führt aus: 

„Die ADAC Ver­si­che­rungen als Mit­glied der ADAC-Gruppe legt aller­dings sehr großen Wert auf höchste Verbrauchehrschutzstandards.“ 

Die Mehr­zahl der Ver­si­che­rungs­nehmer sind auch Mit­glieder und gehören somit der Soli­dar­ge­mein­schaft an, die ver­eins­seitig auch in Ver­brau­cher­schutz­fragen unter­stützt werden. Als Mehr­heits­eigner achte der ADAC e.V. darauf, dass dieser beson­deren Ver­ant­wor­tung bei allen Ser­vices Rech­nung getragen wird.

© 2021 Cri­tical News — Wie viele Promille?

Aus­ge­wählte Vor­teile im ADAC Unfall­schutz Exklusiv

  • Inno­va­ti­ons­klausel
  • Volle Ver­si­che­rungs­leis­tung ab einem Inva­li­di­täts­grad von min­des­tens 80 Pro­zent in den Tarifen Kind und Erwachsener
  • Mit­ver­si­che­rung von Unfällen infolge von Eigen­be­we­gungen (auch an Menisken) sowie infolge erhöhter Kraftanstrengung
  • Gesund­heits­schäden durch Ver­gif­tungen infolge Ein­nahme flüs­siger oder fester Stoffe durch den Schlund (z. B. Ver­gif­tungen durch Nahrungsmittel)
  • Ver­si­che­rungs­schutz besteht für Unfälle, die durch epi­lep­ti­sche Anfälle oder andere Krampf­an­fälle sowie durch Herz­in­farkt oder Schlag­an­fall aus­ge­löst wurden.  § 2 Nr. 1 aa) der Bedin­gungen ist so zu ver­stehen, dass diese Mit­ver­si­che­rung auch dann gelten soll, wenn eine Bewusst­seins­stö­rung ursäch­lich für einen Unfall wäre und diese durch einen ent­spre­chenden Anfall oder Herz­in­farkt aus­ge­löst wurde
  • Ver­si­che­rungs­schutz für Unfälle infolge von Bewusst­seins­stö­rungen infolge von Alkohol, beim Führen von Kfz nur bis zu einem Alko­hol­ge­halt unter 1,1 Promille
  • Ver­si­che­rungs­schutz infolge von Bewusst­seins­stö­rungen infolge ärzt­lich ver­ord­neter Medi­ka­mente, dies aber nur, die Ein­nahme gemäß Anwei­sungen des Arztes erfolgt ist. Ver­si­che­rungs­schutz auch bei unbe­merkter Ein­nahme von Medi­ka­menten oder K.O.-Tropfen
  • Aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Unfällen beim Kite­surfen und Parasailing
  • Mit­ver­si­chert sind die Folgen ange­ord­neter Mas­sen­imp­fungen. Hierbei muss eine bedin­gungs­ge­mäße Inva­li­dität inner­halb von 18 Monaten nach der Imp­fung ein­ge­treten und inner­halb von 24 Monaten nach dem „Unfall“ ärzt­lich fest­ge­stellt worden sein. Nicht defi­niert ist, was eine „Mas­sen­imp­fung“ sein soll. Als solche könnte man jede Zwangs­imp­fung gegen Masern (Vor­aus­set­zung für den Kin­der­garten- oder Schul­be­such in Deutsch­land) oder auch eine zukünftig von vielen befürch­tete Zwangs­imp­fung gegen Covid-19 ver­stehen. Laut ADAC wäre eine „Mas­sen­imp­fung“ aus­drück­lich auch eine ange­ord­nete Imp­fung der Gesamt­be­völ­ke­rung gegen Covid-19.
  • Ver­bes­serte Glie­der­taxe mit fest­ge­legten Inva­li­di­täts­graden auch für den unfall­be­dingten Ver­lust von Niere oder Milz
  • Kür­zung des Pro­zent­satzes vom Inva­li­di­täts­grad ab einem Mit­wir­kungs­an­teil von 50 Pro­zent durch Erkran­kungen oder Gebrechen
  • Leis­tung bei Tod, sofern ein ver­si­cherter Unfall inner­halb von 24 Monaten zum Tod geführt hat
  • Gering­fü­gig­keits­klausel: „Wir werden uns bei zunächst gering­fügig erschei­nenden Unfall­folgen nicht auf Oblie­gen­heits­ver­let­zung berufen. Dies gilt, wenn Sie den Arzt erst dann hin­zu­ge­zogen haben, sobald Unfall­folgen erkennbar sind.“
  • Leicht ver­bes­serte Mel­de­fristen gegen­über den aktu­ellen Mus­ter­be­din­gungen des GDV (18 Monate für den Ein­tritt einer bedin­gungs­ge­mäßen Inva­li­dität, 24 Monate für die ärzt­liche Fest­stel­lung der Inva­li­dität sowie die Gel­tend­ma­chung beim Versicherer)
  • Bei­trags­freies Kran­ken­ta­ge­geld nach einem Kno­chen­bruch oder einen Muskel‑, Sehnen‑, Bänder- oder Kap­sel­riss, der keine sta­tio­näre Behand­lung not­wendig macht. Geleistet werden 30 Euro pro Tag für maximal 10 Tage, zusammen mit Kran­ken­haus­ta­ge­geld und Gene­sungs­geld ist die Leis­tung auf maximal 20 Tage inner­halb von zwei Jahren nach dem Unfall begrenzt
  • Kran­ken­haus­ta­ge­geld inklu­sive Gene­sungs­geld in Höhe von 30 Euro pro Tag, im Aus­land 60 Euro pro Tag. Dieses wird aller­dings – ein­schließ­lich Kran­ken­ta­ge­geld bei benannten ambu­lanten Behand­lungen – für maximal 20 Tage inner­halb von zwei Jahren nach dem Unfall erbracht und nicht wie bei leis­tungs­starken Wett­be­wer­bern für meist min­des­tens zwei bis drei Jahre (Unfall­kran­ken­haus­ta­ge­geld) zuzüg­lich oft 500 Tagen oder mehr (Gene­sungs­geld) erbracht. Auch erfolgt ein Anspruch auf Unfall­kran­ken­haus­ta­ge­geld aus­schließ­lich bei voll­sta­tio­närem Auf­ent­halt, nicht jedoch bei teil­sta­tio­närer Behand­lung oder bei Kuren sowie Auf­ent­halten in Sana­to­rien und Erho­lungs­heimen (auch nicht, wenn es sich im Ein­zel­fall um eine Not­fall­ein­wei­sung han­deln sollte)
  • Ver­kürzte Kün­di­gungs­frist von einem Monat zur jewei­ligen Hauptfälligkeit
  • Kein höherer Bei­trag für Berufs­gruppe B. Hierin sieht der ADAC einen ganz ent­schei­denden Vor­teil, dem „ledig­lich eine Leis­tungs­kür­zung der Inva­li­di­täts-/To­des­fall­leis­tung um 30 Pro­zent bei Berufs­un­fällen“ gegenüberstehe.
© 2021 Cri­tical News — Rück­ho­lung mit dem Sanitätsflugzeug

Aus­ge­wählte Nach­teile im ADAC Unfall­schutz Exklusiv

  • Für Ange­hö­rige der Berufs­gruppe B wird die volle Leis­tung nur bei Freizeit‑, Reise- und Haus­halts­un­fällen erbracht, bei Berufs­un­fällen werden Inva­li­di­täts- und Todes­fall­leis­tung um 30 Pro­zent gekürzt.
  • Feh­lende Garantie, dass nicht zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers von den unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des GDV abge­wi­chen wird (GDV-Garantie)
  • Feh­lende Garantie, dass nicht zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers von den unver­bind­li­chen Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse abge­wi­chen wird (Arbeits­kreis­ga­rantie)
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz, wenn Eigen­be­we­gungen zu Bauch- oder Unter­leibs­brü­chen geführt haben (z.B. Leisten- oder Nabelbrüche)
  • Leicht ver­bes­serte Immun­klausel mit 3 Monaten War­te­zeit ab Ver­trags­be­ginn, aller­dings ein­ge­schränkt nur für die fol­genden Infek­ti­ons­krank­heiten, die durch Insek­ten­stiche oder sons­tige von Tieren ver­ur­sachte Haut­ver­let­zungen über­tragen wurden: Bor­re­liose, Den­gue­fieber, Fleck­fieber, Gelb­fieber, Malaria, Schlaf-/Tset­se­krank­heit, Hirn­haut­ent­zün­dung (FSME). Es fehlt eine Ver­bes­se­rung, was den Ein­tritt des Leis­tungs­falls betrifft. Somit bleibt der Ver­si­che­rungs­nehmer nach­weis­pflichtig, dass das kon­krete Scha­de­n­er­eignis wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit geschehen ist (z.B. die Infek­tion durch eine Tse-Tse-Fliege bei Viel­rei­senden oder ein Zecken­biss, der sich sowohl im hei­mi­schen Garten als auch beim Besuch im Wald­kin­der­garten prak­tisch täg­lich ereignet haben könnte) und zusätz­lich muss als Folge einer ver­si­cherten Infek­tion inner­halb von nur 18 Monaten eine Inva­li­dität ein­ge­treten und inner­halb von ins­ge­samt 24 Monaten nach dem Ereignis beim Ver­si­cherer gel­tend gemacht werden. Das dürfte in der Praxis oft schwer werden. Hinzu kommt, dass etwa eine Bor­re­liose oft erst nach meh­reren Jahren zum Leis­tungs­ein­tritt führt und die Bedin­gungen nicht defi­nieren, dass etwa der Aus­bruch einer Infek­tion oder die erst­ma­lige ärzt­liche Fest­stel­lung einer infek­ti­ons­be­dingten Inva­li­dität als Leis­tungs­fall zählen.
  • Über­nahme von Dekom­pres­si­ons­kam­mer­kosten nur bei unfall­be­dingter Cais­son­krank­heit Typ I und II. Nicht ver­si­chert sind Dekom­pres­si­ons­kam­mer­kosten aus anderen Gründen (z.B. Dekom­pres­si­ons­kam­mer­be­hand­lungen nach einer Koh­len­mon­oxyd­ver­gif­tung oder Gas­brand-Infek­tion) oder die Kosten für den Trans­port zu einer Kom­pres­si­ons­kammer. Mehr zum Thema siehe z.B. „Risiko & Vor­sorge“, Heft 1–2018, S. 22–24.
  • Mit­ver­si­che­rung kos­me­ti­scher Ope­ra­tion nur bis 10.000 Euro und bei Zahn­ver­lust beschränkt auf natür­liche Schneide- und Eck­zähne. Im Ein­zel­fall sind auch Kosten von meh­reren zehn­tau­send Euro mög­lich (siehe z.B. „Risiko & Vor­sorge“, Heft 2–2019, S. 18)
  • Ber­gungs­kosten bis 50.000 Euro, aller­dings ohne Rück­trans­port­kosten aus dem Aus­land, son­dern nur medi­zi­nisch not­wen­dige Kosten für den Trans­port zum jeweils nächst gele­genem geeig­netem Kran­ken­hause. Die Kos­ten­über­nahme für einen medi­zi­nisch not­wen­digen und ärzt­lich ange­ord­neten Ver­le­gungs­trans­port zu einer Spe­zi­al­klinik sind in der Ver­si­che­rung inklu­diert. Die Rück­trans­port­kosten aus dem Aus­land sowie die Orga­ni­sa­tion und die Durch­füh­rung u.a. mit einer eigenen Ambu­lanz-Flotte sind zwar nicht in der Unfall­ver­si­che­rung, aber für Mit­glieder in der ADAC Plus- und Pre­mium-Mit­glied­schaft inklu­diert und somit für die große Mehr­heit der Ver­si­cherten abgedeckt.
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