Tarifana­lyse: Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung der Alte Leip­ziger (12.2021)

Seit Dezember 2021 bietet die Alte Leip­ziger Ver­si­che­rung AG ihren Kunden eine deut­lich über­ar­bei­tete Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung auf Basis 1914 in den Tarif­stufen com­pact, classic und com­fort an.

Jede dieser Tarif­li­nien kann durch meh­rere Bau­steine ergänzt werden:

  • Wei­tere Natur­ge­fahren (Ele­men­tar­ge­fahren). Sehr positiv ist, dass die Mit­ver­si­che­rung dieses Bau­steins im Tarif­rechner vor­be­legt ist
  • Paket Pho­to­vol­taik
  • Tarif #sel­ber­ma­cher
  • Paket Garten & Co.
  • Paket Haus- und Woh­nungs­schutz­brief für Ein- und Zweifamilienhäuser
  • Tarif #papierlos

Der Tarif ist kon­zi­piert für Ein‑, Zwei- und Mehr­fa­mi­li­en­häuser. Dabei haben sich die Tarif­zonen selbst gegen­über dem Vor­gän­ger­tarif nach Unter­neh­mens­an­gaben nicht geän­dert. Eine Min­dest­wohn­fläche ist im Tarif­rechner nicht anzugeben. 

Über­sicht über die Inhalte der Analyse

1. Tarif­li­ches

2. Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs com­fort aus dem Hause Alte Leipziger

3. Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs com­fort aus dem Hause Alte Leipziger

Die Wohn­fläche wird vom Ver­si­cherer dabei wie folgt definiert:

„Wohn­fläche ist die Grund­fläche einer Woh­nung ein­schließl. der Hob­by­räume, aus­ge­nommen sind dabei jedoch Treppen, Keller- und Spei­cher­räume (soweit nicht zu Wohn- und Hob­by­zwe­cken aus­ge­baut), Bal­kone, Log­gien und Terrassen.“

Weiter heißt es in den Antragsunterlagen:

„Die Wohn­fläche gilt als richtig ermit­telt, wenn sie nach der Wohn­flä­chen­ver­ord­nung (WoFlV) berechnet oder aus dem Miet- bzw. Kauf­ver­trag ent­nommen wurde.“

Neben­ge­bäude „auf dem­selben Grund­stück mit den glei­chen Eigen­schaften wie das Haupt­ge­bäude, jedoch keine Garten- und Gewächs­häuser“ sind nur bei aus­drück­li­cher Ver­ein­ba­rung mit­ver­si­chert. Bis zu einem Wert von 5.000 Euro sind dabei prä­mi­en­frei ver­si­chert.  Dar­über hinaus ist eine Mit­ver­si­che­rung bis zu einem Wert von 50.000 Euro gegen Zuschlag mög­lich und der Wert in eine Ver­si­che­rungs­summe Wert 1914 umzu­rechnen. Dabei richtet sich die Bau­art­klasse nach der Bau­art­klasse des Haupt­ge­bäudes. Für Neben­ge­bäude über 50.000 Euro ist eine sepa­rate Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung erfor­der­lich. Inwie­fern auch gewerb­lich oder land­wirt­schaft­lich bzw. ehe­mals gewerb­lich oder land­wirt­schaft­lich genutzte Gebäude ver­si­che­rungs­fähig sind, ist aus den vor­lie­genden Unter­lagen nicht erkennbar. Hierzu äußert sich der Ver­si­cherer wie folgt:

„Wir zählen diese zu den sons­tigen Neben­ge­bäuden und können diese im Rahmen der oben genannten Grenze/ Bedin­gungen ver­si­chern. Eine Aus­nahme bilden bei uns „Beson­dere Bau­werke“ wie z. B. Boots­an­leger, Boots­häuser, Boots­stege, Brunnen mit Dach, Vogel­vo­lieren, die wir nur von Fall zu Fall nach Ein­zel­an­frage versichern.“

Auch Garagen und Car­ports sind bei der Berech­nung der Ver­si­che­rungs­summe aus­drück­lich zu berück­sich­tigen.

Gewächs­häuser bis zu einer Nutz­fläche von 10 Qua­drat­me­tern, die zu einem Ein– / Zwei­fa­mi­li­en­haus gehören, sind im Tarif classic bis 10.000 Euro, im Tarif com­fort ohne Höchst­grenze mit­ver­si­chert. Bei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern besteht nur im Tarif com­fort eine Mit­ver­si­che­rung nur bis 500 Euro.

Gar­ten­häuser sind nur in den Tarifen classic und com­fort mit­ver­si­chert. Für Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häuser besteht eine Mit­ver­si­che­rung bis in Höhe von 10.000 Euro bzw. bis zur Ver­si­che­rungs­summe, für Mehr­fa­mi­li­en­häuser bis in Höhe von 5.000 Euro bzw. 10.000 Euro.

Ver­si­che­rungs­schutz ist nur für ständig bewohnte Wohn­ge­bäude mög­lich. Hierzu heißt es im Tarif­rechner wie folgt:

„Ein Gebäude ist ständig bewohnt, wenn sich an min­des­tens 5 Tagen in der Woche über Nacht eine dazu berech­tigte, erwach­sene Person in diesem Gebäude auf­hält. Dies ent­spricht 4 Übernachtungen.“

Eine Klar­stel­lung zu län­geren Abwe­sen­heiten, so etwa bei Urlaubs­reisen, ist bedin­gungs­seitig und im Antrags­rechner nicht gegeben. Der Ver­si­cherer äußert sich hierzu wie folgt:

„Danke für den Hin­weis. Wir werden eine Anpas­sung des Textes im Info­button prüfen. Urlaubs­reisen beein­träch­tigen nicht den Status „ständig bewohnt“.“

Für den Ein­schluss wei­tere Ele­men­tar­ge­fahren ist nur für Gebäude der Bau­art­klassen / Fer­tig­haus­gruppen 1 oder 2 mög­lich. Auch hierzu äußert sich das Unternehmen:

„Wir sind momentan in Prü­fung, ob wir Ele­men­tar­schutz in Zukunft auch für BAK und FHG 3 anbieten möchten. Aktuell ist Ihre Aus­sage aller­dings bis auf Wei­teres richtig.“

Nicht mög­lich ist der Ein­schluss des Pakets Ele­men­tar­ge­fahren bei zwei oder mehr Ele­men­tar­schäden in den letzten 10 Jahren vor Antrags­stel­lung. Die Höchst­ent­schä­di­gung infolge Schäden durch erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren beträgt 1.500.000 Euro.

Im Rahmen der Mit­ver­si­che­rung von Ele­men­tar­schäden hat sich der Ver­si­che­rungs­nehmer an jedem Schaden mit einer Selbst­be­tei­li­gung von 10 Pro­zent, min­des­tens 500 Euro, maximal 5.000 Euro, zu betei­ligen. Es gilt eine War­te­zeit von 4 Wochen. Diese War­te­zeit gilt nach den vor­lie­genden Unter­lagen auch dann, wenn der Ver­si­che­rungs­nehmer nach­weisen kann, dass bis zum Ver­si­che­rungs­be­ginn eine Vor­ver­si­che­rung gegen alle bei der Alte Leip­ziger ver­ein­baren Ele­men­tar­ge­fahren bestanden hat.

Der Ver­si­cherer bestä­tigt hierzu abwei­chend, dass laut Auf­druck im Ver­si­che­rungs­schein auf eine War­te­zeit ver­zichtet werden, sofern eine ver­gleich­bare Vor­ver­si­che­rung bestehe und sofern zwi­schen Antrags­stel­lung und Ver­si­che­rungs­be­ginn ein Zeit­raum von min­des­tens 4 Wochen liege.

Für vor­scha­den­be­las­tete Gebäude heißt es im Ange­bots­rechner wie folgt:

„Bei Gebäuden mit Vor­schäden (Feuer, Lei­tungs­wasser, Sturm/Hagel) in den letzten 5 Jahren (mehr als 5 Vor­schäden und/ oder Scha­den­quote > 60 % bezogen auf die künftig zu zah­lende Prämie bei der Alte Leip­ziger) ist eine Abstim­mung mit dem Bereich Ver­trags­ser­vice Pri­vat­schutz (prs-vp) notwendig.“

Hierbei bleibt unklar, ob es sich um die zukünftig zu zah­lende Prämie bezogen auf ein oder auf fünf Jahre han­deln soll. Der Ver­si­cherer stellt hierzu auf Nach­frage klar:

„Es ist nur die ermit­telte Jah­res­prämie zu berück­sich­tigen, die ins Ver­hältnis des zum Scha­den­be­darf der letzten 5 Jahre gesetzt wird. Gab es bspw. 3 Schäden mit Scha­den­zah­lungen von ins­ge­samt 1.500 EUR, so wird der Scha­den­be­darf von 300 EUR zur berech­neten Jah­res­prämie gesetzt. Liegt die Quote bei über 60 %, so erfolgt eine indi­vi­du­elle Prü­fung durch die Fach­ab­tei­lung.  Auch hier prüfen wir, ob wir das im Info-Button evtl. besser beschreiben können.“

Für Gebäude mit einem Bau­jahr vor 1960 sind zusätz­liche Angaben zum Sanie­rungs­status sowie dazu erfor­der­lich, ob das zu ver­si­chernde Wohn­ge­bäude ggf. unter Denk­mal­schutz steht. Da im Antrag bei jün­geren Gebäuden nicht danach gefragt wird, ob sie unter Denk­mal­schutz stehen, dürfte eine anzei­ge­pflich­tige Gefah­rerhö­hung gemäß A 23−1.6 nach den Bedin­gungen für die meisten Kunden über­ra­schend sein. Der Ver­si­cherer posi­tio­niert sich hierzu abwei­chend wie folgt:

„Es gibt keine Nach­mel­de­frist für Gebäude ab Bau­jahr 1960. Neuerer Denk­mal­schutz z. B. aus den 80er Jahren wird von uns weniger kri­tisch gesehen.“

Weiter führt die Alte Leip­ziger aus:

„Das ergibt sich aus unserer Sicht aus dem recht­li­chen Rahmen, den wir mit dem Antrag sozu­sagen abstecken.

Im Antrags­ver­fahren stellen wir die Frage nach Denk­mal­schutz nur für Gebäude, die älter als Bau­jahr 1960 sind.

Eine Prü­fung im Nach­gang findet bei uns nicht statt. Und auch wenn uns die Infor­ma­tion z. B. im Scha­den­fall errei­chen würde, so hat dies keine Konsequenz.“

Positiv ist, dass es laut Ange­bots­rechner keine gene­rellen Ein­schrän­kungen der Ver­si­cher­bar­keit für Gebäude mit Lehm­bal­ken­de­cken gibt.

Bran­chen­üb­lich ist das Gebäu­de­alter prä­mi­en­er­heb­lich. Eine bedin­gungs­sei­tige Tabelle, aus der der Ein­fluss des Bau­jahres auf die Bei­trags­höhe her­vor­gehen würde, ist nicht vor­handen. Berechnet man Bei­spiele im Ange­bots­rechner, so sind Rabatte bis etwa 40 % mög­lich, wobei der Rabatt sich um etwa 1 Pro­zent pro Jahr reduziert.

Um den Zahl­bei­trag zu senken, besteht des Wei­teren die Mög­lich­keit, eine Selbst­be­tei­li­gung für den Scha­den­fall zu ver­ein­baren. Zur Aus­wahl stehen die Selbst­be­halts­va­ri­anten 150 Euro, 300 Euro, 500 Euro bzw. 1.000 Euro. Aus dem Ange­bots­rechner ist ein mög­li­cher Bün­del­nach­lass nicht ersichtlich.

Eine wei­tere Mög­lich­keit der Bei­trags­re­du­zie­rung biete der optio­nale #papierlos-Nach­lass. Sofern die Ver­trags­kom­mu­ni­ka­tion hier allein über die Kunden-App fin4u erfolgt, bietet der Ver­si­cherer einen varia­blen Bei­trags­nach­lass in Höhe von ca. 8 Pro­zent bis etwa 12 Prozent.

Etwas tat­säch­li­ches Neues ist die optio­nale Wahl des Tarifs #sel­ber­ma­cher. Dieser richtet sich an Kunden, die Schäden selbst oder in Nach­bar­schafts­hilfe repa­rieren lassen wollen. Bei Wahl des Tarifes gilt pau­schal eine Selbst­be­tei­li­gung von 600,00 Euro als ver­ein­bart. Diese ent­fällt voll­ständig, wenn der Ver­si­che­rungs­nehmer Arbeiten (Gewerke) für die scha­den­be­dingte Wie­der­her­stel­lung (z. B. Boden‑, Maler- oder Tape­zier­ar­beiten – auch die Vor­ab­reiten hierzu zählen als ein eigenes Gewerk) selbst durch­führt, wobei jedoch min­des­tens zwei der benannten Gewerke selbst aus­geübt werden müssen (also z. B. Malen und die Vor­be­rei­tungs­ar­beiten hierzu). Für nicht benannte Gewerke (Arbeiten) fällt die Selbst­be­tei­li­gung grund­sätz­lich nicht an. Gewerke, die für die Durch­füh­rung erwei­terte Fach­kennt­nisse ver­langen (wie z. B. Arbeiten an Rohren der Was­ser­ver­sor­gung) sind aus­drück­lich nicht Teil des Tarifes. Die gene­rell ver­ein­barte Selbst­be­tei­li­gung von 600,00 Euro fällt damit für diese Tätig­keiten folg­lich auch nicht an.

Der Ver­si­che­rungs­nehmer erhält für die von ihm selbst erbrachten Leis­tungen einen pau­schalen Stun­den­lohn von 20,00 Euro zuzüg­lich fester Mate­ri­al­kosten von z. B. 50 Euro für Maler­ar­beiten oder 60,00 Euro für Flie­sen­ar­beiten. Der Ver­si­che­rungs­nehmer kann auch – mit Unter­stüt­zung des Ver­si­che­rers – eine Lüf­tungs­pau­schale von 150,00 Euro bean­spru­chen, wenn scha­den­be­dingt eine Trock­nung ver­si­cherter Räume not­wendig sein sollte.

Eine Rabat­tie­rung von ca. 5 % wird geboten, wenn der Ver­si­che­rungs­nehmer seine Bei­träge per Last­schrift anstatt per Rech­nung bezahlt.

Eine wei­tere Rabat­tie­rungs­mög­lich­keit ist der Einbau des Was­ser­leck Pro­tect Sys­tems. Kunden der Alte Leip­ziger erhalten dieses mit 20 % Rabatt und erhalten dafür einen Nach­lass auf die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung von 10 %.

Für eine unter­jäh­rige Zahl­weise wird ein Raten­zah­lungs­zu­schlag von 3 Pro­zent für halb­jähr­liche bzw. 5 Pro­zent für vier­tel­jähr­liche sowie monat­liche Zahl­weise erhoben.

Net­to­ta­rife werden von der Alte Leip­ziger nicht angeboten.

Das ordent­liche Kün­di­gungs­recht beträgt drei Monate zum Ablauf des jewei­ligen Ver­si­che­rungs­jahres. Abwei­chend davon können die Vor­ver­si­cherer- und die Best-Leis­tungs-Garantie jeder­zeit mit Frist von drei Monaten gekün­digt werden.

Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs com­fort aus dem Hause Alte Leipziger

  • Gene­reller Ver­zicht auf Anrech­nung einer etwaigen Unter­ver­si­che­rung bei Schäden bis 5.000 Euro
  •  Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren mit 300 Euro Selbst­be­halt im Schadenfall
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Her­bei­füh­rung des Versicherungsfalles.
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Ver­let­zung von gesetz­li­chen, behörd­li­chen und ver­trag­lich ver­ein­barten Sicher­heits­vor­schriften sowie Oblie­gen­heits­ver­let­zungen nach A 22–1 AL-VGB 2016 bis in Höhe von 5.000 Euro. Dies gilt abwei­chend nicht für optio­nale Bau­steine (z. B. das optio­nale Pho­to­vol­ta­ik­paket). Eben­falls aus­ge­schlossen ist die grob fahr­läs­sige Ver­let­zung der Mel­dung von Gefahrerhöhungen.
  • Für Gebäude im Rohbau kann eine optio­nale Feuer‑, Lei­tungs­wasser- sowie Sturm-/Hagel-Roh­bau­ver­si­che­rung mit Ver­si­che­rungs­schutz wäh­rend der Bau­phase für maximal 36 Monate ver­ein­bart werden. Nicht ver­si­cherbar sind hier­über jedoch Schäden durch erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren (z. B. Über­schwem­mung, Erd­beben oder Erd­sen­kung) oder unbe­nannte Gefahren
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Wind­be­we­gungen ohne Min­dest­wind­stärke. Kein Aus­schluss für Schäden durch Durchzug.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Schmelz- und Regen­wasser bis 5.000 Euro ein­schließ­lich eines hier­durch bedingten Rück­staus (ergibt sich durch Ver­weis auf A 4−5.4 AL-VGB 2016 im Rahmen der Leistungserweiterung).
  • Näs­se­schäden auf­grund undichter Fugen oder Fliesen
  • Mit­ver­si­che­rung benannter bau­li­cher Grund­stücks­be­stand­teile ohne Sub­limit (z. B. Car­ports, Grund­stücks­ein­frie­dungen inkl. Hecken, Hof- und Geh­weg­s­be­fes­ti­gungen, Hun­de­hütten und ‑zwinger)
  • Ein­schluss einer Best-Leis­tungs-Garantie. Kün­di­gung der Klausel jeder­zeit mit Frist von drei Monaten möglich
  • Ein­schluss einer Besitz­stands­ga­rantie (Vor­ver­si­che­r­er­ga­rantie). Der Zeit­raum zwi­schen Erlö­schen des unmit­tel­baren Vor­ver­trags und dem Beginn des Ver­trages bei der Alte Leip­ziger darf nicht mehr als drei Monate betragen. Kün­di­gung der Klausel jeder­zeit mit Frist von drei Monaten möglich
  • Der Ver­si­cherer garan­tiert, dass die dem Ver­trag zugrunde lie­genden Bedin­gungen den Kunden nicht schlechter stellen als die unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des Gesamt­ver­bandes der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) mit Stand 15.11.2018 (GDV-Garantie)
  • Garantie, dass nicht zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers von den unver­bind­li­chen Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse vom 13.12.2018 abge­wi­chen wird (Arbeits­kreis-Garantie)
  • Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung (Ver­si­che­rungs­schutz für Ereig­nisse, die bestehenden Ver­trag des Wett­be­wer­bers nicht oder nicht in vollem Umfang ver­si­chert sind) für einen Zeit­raum von 15 Monaten, nicht jedoch eine ergän­zende Sum­men­dif­fe­renz­de­ckung .(Ver­si­che­rungs­sum­men­dif­fe­renz zwi­schen dem Ver­trag bei der Alte Leip­ziger und dem bestehenden Ver­si­cherer). Die Mit­ver­si­che­rung gilt auch für im Vor­ver­trag nicht mit­ver­si­cherte erwei­terte Elementargefahren.
  • Bei­trags­be­freiung bei Arbeits­lo­sig­keit oder Kurz­ar­beit bis max. 12 Monate. Es gilt eine War­te­zeit von 3 Monaten ab Ver­trags­be­ginn. Nicht ver­si­chert ist die Arbeits­lo­sig­keit von Selbst­stän­digen. Vor­aus­set­zung für den Ver­si­che­rungs­schutz ist unter anderem, dass der Ver­si­che­rungs­nehmer bei Ver­si­che­rungs­be­ginn das 50. Lebens­jahr und bei Ein­tritt der Arbeits­lo­sig­keit oder Kurz­ar­beit das 60. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat. Die Leis­tung ist wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit auf maximal 24 Monate begrenzt.
  • Mit­ver­si­chert ist Zubehör der haus­wirt­schaft­li­chen Selbst­ver­sor­gung (u.a. Bie­nen­völker, die art­ge­recht gehalten werden; Rank­hilfen für Nutz­pflanzen und Hoch­beete; Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen)
  • Als ver­si­cherte Sachen gelten auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück fest instal­lierte E‑Ladestationen (Wall­boxen). Bei Aus­fall infolge einer ver­si­cherten Gefahr erbringt der Ver­si­cherer für einen Zeit­raum von bis zu 30 Tagen eine pau­schale Ent­schä­di­gung von 10,00 Euro pro Tag.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden unmit­telbar durch Rauch und Ruß, aller­dings nur, wenn diese bestim­mungs­widrig aus den auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück befind­li­chen Feuerungs‑, Heizungs‑, Koch- oder Tro­cken­an­lagen aus­ge­treten sind.
  • Mit­ver­si­che­rung von Seng- und Schmor­schäden an ver­si­cherten Sachen
  • Mit­ver­si­chert ist der Anprall von Luft‑, Straßen‑, Wasser‑, Schie­nen­fahr­zeugen sowie sons­tigen unbe­mannten Flug­kör­pern (ohne Syl­ves­ter­ra­keten und ‑feu­er­werk) an ver­si­chere Gebäude. Nicht ver­si­chert sind Schäden an Fahr­zeugen, Zäunen, Straßen und Wegen, sofern diese nicht über wei­teres Zubehör und sons­tige Grund­stücks­be­stand­teile mit­ver­si­chert gelten. Da Fahr­zeuge und Straßen ohnehin nicht zu den ver­si­cherten Sachen gehören, dürfte zumin­dest ein Teil der Aus­schluss­be­stim­mungen wenig über­ra­schend sein.  Ent­spre­chend abwei­chend mit­ver­si­cherte Grund­stücks­be­stand­teile sind z. B. Mauern, Zäune oder Hecken als Grund­stücks­ein­frie­dungen. Teil­weise lassen sich solche Eigen­schäden im Rahmen einer Kfz-Ver­si­che­rung mit­ver­si­chern, dort aller­dings meist mit einer Selbst­be­tei­li­gung an den Kosten. Schäden durch sons­tige Land­fahr­zeuge, z. B. Arbeits­ma­schinen, fallen nicht unter den Versicherungsschutz.
  • Mit­ver­si­chert sind bis in Höhe von 10.000 Euro Schäden an elek­tri­schen Lei­tungen und Anlagen inner­halb von ver­si­cherten Gebäuden sowie Schäden an Däm­mungen und Unter­spann­bahnen von Dächern und Außen­wänden, die unmit­telbar durch Beißen, Kratzen, Nisten oder Uri­nieren wild­le­bender Säu­ge­tiere (z. B. Marder, Wasch­bären) ent­stehen. Aus­ge­schlossen sind Fol­ge­schäden aller Art (z. B. durch das Fehlen elek­tri­scher Span­nung). Muss durch einen sol­chen Fol­ge­schaden im Ein­zel­fall das ganze Dach abge­rissen werden, so besteht über den Tarif kein Versicherungsschutz.
  • Mit­ver­si­che­rung von außer­halb von Gebäuden ein­tre­tenden frost­be­dingte und sons­tigen Bruch­schäden an den Ablei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung, die der Ent­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen. Die Ent­schä­di­gung ist für Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häuser auf 20.000 Euro, für Mehr­fa­mi­li­en­häuser auf 10.000 Euro beschränkt. Schäden durch Muf­fen­ver­satz und Wur­zel­ein­wuchs fallen nicht unter den Ver­si­che­rungs­schutz. Positiv ist, dass der Ver­si­cherer den Ver­si­che­rungs­schutz nicht von einer etwaigen Druck­prü­fung abhängig macht.
  • Mit­ver­si­che­rung von frost­be­dingten und sons­tigen Bruch­schäden an Zulei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung sowie an Rohren der Warmwasserheizungs‑, Klima‑, Wär­me­pumpen- und Solar­an­lagen auf und außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks bis zur Versicherungssumme
  • Mit­ver­si­che­rung von frost­be­dingten und sons­tigen Bruch­schäden an Zulei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung sowie an Rohen von Hei­zungs- und Kli­ma­an­lagen, die nicht der Ver­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen, sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer hierfür die Gefahr trägt. Dies gilt nicht für Rohre, die aus­schließ­lich gewerb­li­chen Zwe­cken dienen.
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden durch Graf­fiti durch Farben und Lacke an Außen­seiten ver­si­cherter Gebäude, bei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern bis maximal 10.000 Euro. Nicht ver­si­chert sind Schäden durch Van­da­lismus infolge von Ein­bruch­dieb­stahl – hierfür wird der Schutz einer Haus­rat­ver­si­che­rung benö­tigt. Schäden durch sons­tige mut­wil­lige Beschä­di­gung bei Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern bis zur Ver­si­che­rungs­summe, bei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern mit 2.500 Euro Selbst­be­halt je Scha­den­fall. Dar­unter fallen dann auch z. B. Schäden durch Kratzgraffiti.
  • Dieb­stahl von außen am Gebäude ange­brachten Sachen bis 5.000 Euro. Ver­si­che­rungs­schutz besteht nur, wenn dem Ver­si­cherer eine poli­zei­liche Anzei­ge­be­stä­ti­gung vorliegt.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für in Folge eines Ver­si­che­rungs­falls not­wen­dige Hotel­un­ter­brin­gung oder eine ähn­liche Unter­brin­gung bis maximal 365 Tage bis maximal 200 Euro Ent­schä­di­gung pro Tag. Nicht ver­si­chert sind Neben­kosten (z. B. Früh­stück, Telefon). Die Hotel­kosten werden pau­schal um ein Pfle­ge­geld bis 365 Tage à 100 Euro pro Tag erhöht, wenn im Haus­halt des Ver­si­che­rungs­neh­mers Per­sonen mit Pfle­ge­grad 2 oder höher leben. Diese Zusatz­leis­tung gilt für jeden Tag der Unbe­wohn­bar­keit des ver­si­cherten Gebäudes.
  • Mit­ver­si­che­rung von Dekon­ta­mi­na­ti­ons­kosten von Erd­reich bis zur Versicherungssumme
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für Miet­aus­fall oder Miet­wert für die Dauer von höchs­tens 36 Monaten. Dies gilt sowohl für Wohn­räume als auch für gewerb­lich genutzte Räume. Mit­ver­si­chert ist zudem zusätz­li­cher Miet­aus­fall bei Been­di­gung eines Miet­ver­hält­nisses wegen eines Ver­si­che­rungs­falles bis zu 6 Monaten bzw. bis zu 36 Monaten, wenn ein Miet­ver­hältnis auf­grund eines Ver­si­che­rungs­falles nicht ange­treten werden kann und der Miet­ver­trag zum Zeit­punkt des Ver­si­che­rungs­falles bereits geschlossen war.
  • Miet­aus­fall bei Nach­bar­schafts­schäden bis 36 Monate
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Besei­ti­gung umge­stürzter Bäume durch ver­si­cherte Gefahren. Nicht ver­si­chert sind die Kosten für die Besei­ti­gung auch beschä­digter oder abge­knickter Bäume oder Starkäste.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Wie­der­her­stel­lung von Gar­ten­an­lagen (z. B. Blu­men­beete, Wege, nicht jedoch Wie­der­auf­fors­tung von Bäumen. Letz­tere sind über die Klausel „Auf­räu­mungs- und Wie­der­auf­fors­tungs­kosten für umge­stürzte Bäume“ bis 20.000 Euro mit­ver­si­chert) bis 10.000 Euro. Inwie­fern auch z. B. Topf- oder Kübel­pflanzen, Gar­ten­brunnen, Sand­kästen oder Teich­an­lagen unter den Ver­si­che­rungs­schutz fallen, ist in den Bedin­gungen nicht klar­ge­stellt. Der Ver­si­cherer schreibt hierzu.

„Richtig, unsere Auf­zäh­lung ist nicht abschlie­ßend, da man kaum alles erfassen kann. In den Fällen Gar­ten­brunnen, Sand­kästen oder Teich­an­lagen wäre Ver­si­che­rungs­schutz in jedem Fall gegeben. Eine Topf­pflanze hin­gegen zählt eher nicht zu den „Anlagen“.“

  • Mit­ver­si­che­rung bis ein­malig 350 Euro der Kosten für eine qua­li­fi­zierte Ener­gie­be­ra­tung durch einen durch die BAFA (Bun­desamt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trolle) zuge­las­senen Ener­gie­be­rater bzw. einen bau­bio­lo­gi­schen Berater. Vor­aus­set­zungen für die Leis­tung sind ent­weder ein defi­nierter Ver­si­che­rungs­fall, eine min­des­tens drei­jäh­rige Scha­den­frei­heit oder die Inan­spruch­nahme einer Ent­schä­di­gung mit Mehr­leis­tung für nach­hal­tigen oder ener­gie­ef­fi­zi­en­teren Schadenersatz.
  • Über­nahme von Leck­or­tungs­kosten ohne Vor­liegen eines Ver­si­che­rungs­falles bis maximal 1.000 Euro
  • Über­nahme von Daten­ret­tungs­kosten infolge eines ver­si­cherten Scha­dens bis 1.000 Euro
  • Über­nahme alters- und behin­der­ten­be­dingter Mehr­kosten ab 25.000 Euro Min­dest­scha­den­höhe bis 10.000 Euro
  • Mehr­kosten für behörd­lich nicht vor­ge­schrie­bene ener­ge­ti­sche oder nach­hal­tige Moder­ni­sie­rung sowie Mehr­kosten für Gebäu­de­wie­der­her­stel­lung mit umwelt­freund­li­chen oder nach­hal­tigen Bau­stoffen bis jeweils 10.000 Euro
  • Im Rahmen der Feu­er­lösch­kosten Über­nahme der Kosten für frei­wil­lige Zuwen­dungen an Per­sonen der Brand­be­kämp­fung nach Scha­den­fall, sofern der Ver­si­cherer diesen zuvor zuge­stimmt hat
  • Im Rahmen der erwei­terten Ele­men­tar­ge­fah­ren­de­ckung Gefah­ren­be­ra­tung bei Über­schwem­mung ab einer Min­dest­scha­den­höhe von 10.000 Euro bis 1.000 Euro. Die Bean­tra­gung des Gefah­ren­gut­ach­tens bzw. Hoch­was­ser­passes muss inner­halb von 30 Tagen nach Scha­den­ein­tritt vorzunehmen.
  • Im Rahmen der erwei­terten Ele­men­tar­ge­fah­ren­de­ckung Kos­ten­über­nahme für Trock­nungs­kosten bis 2.000 Euro für Grund­wasser, was infolge von Wit­te­rungs­nie­der­schlägen oder Aus­ufe­rung von ober­ir­di­schen Gewäs­sern nicht an die Erd­ober­fläche gedrungen ist
  • Im Rahmen der erwei­terten Ele­men­tar­ge­fah­ren­de­ckung bis zu 500 Euro für Ver­pfle­gungs­kosten für Helfer
  • Bei Ver­ein­ba­rung des Pakets Garten & Co. Mit­ver­si­che­rung von Garten‑, Teich- und Pool­zu­behör (z. B. Gar­ten­möbel, Hän­ge­matten, Strand­körbe, Bas­ket­ball­körbe sowie Blu­men­kästen und ‑kübel) gegen benannte Gefahren bis in Höhe von 2.500 Euro, nicht jedoch unbe­nannte Gefahren. Mit­ver­si­chert ist auch der ein­fache Dieb­stahl der abschlie­ßend benannten Sachen.
  • Bei Ver­ein­ba­rung des Pakets Garten & Co. Mit­ver­si­che­rung der Gar­ten­be­pflan­zung bis 2.500 Euro bei Ver­trock­nung von Pflanzen durch Aus­fall der Bewäs­se­rungs­an­lage. In diesem Zusam­men­hang ver­knüpft auch Mehr­kosten für eine nach­hal­tige Gestal­tung des Gar­tens (z. B. Anlage einer Bienen- und Hum­mel­wiese) bis 20 % für die Kosten der Umgestaltung. 
  • Bei Ver­ein­ba­rung des Pakets Garten & Co. Kosten für die Pflege eines Gar­tens durch eine Fach­firma bis 500 Euro (max. 2.500 Euro wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit), sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit eine schwer­wie­gende und unvor­her­ge­se­hene Ver­let­zung oder Krank­heit erleidet, die ich an der Pflege des Gar­tens hindert
  • Bei Ver­ein­ba­rung des Pakets Garten & Co. finan­zi­elle Unter­stüt­zung nach­ge­wie­sener Kosten (z. B. für eine Online-Rechts­be­ra­tung oder das Zurück­schneiden einer Hecke) zur Bei­le­gung eines Nach­bar­schafts­streites bis zu 250 Euro
  • Wie­der­aufbau bei Total­schaden an einem anderen Ort inner­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Maximal werden nach­ge­wie­sene Kosten bis zur Ver­si­che­rungs­summe übernommen.
  • Vor­sor­ge­de­ckung bis zum Ende der lau­fenden Ver­si­che­rungs­pe­riode für wert­stei­gernde bau­liche Maßnahmen
  • Scha­den­über­nahme bei unklaren Zustän­dig­keiten wegen eines Versicherungswechsels
  • nach­hal­tige Kapi­tal­an­lage:

„Der Inves­ti­ti­ons­schwer­punkt der Alte Leip­ziger Ver­si­che­rung AG liegt da bei auf der För­de­rung des sozialen Woh­nungs­baus und der ener­ge­ti­schen  Sanie­rung von Wohn­ge­bäuden, bspw. durch die Inves­ti­tionen in Schuld­ver­schrei­bungen von Woh­nungs­bau­ge­sell­schaften – auch spe­ziell in der Form von Green­bonds zur För­de­rung abge­grenzter Pro­jekte, in Schuld­ver­schrei­bungen von För­der­banken sowie in Hypo­the­ken­pfand­briefe. Dar­über hinaus för­dert die Alte Leip­ziger Ver­si­che­rung AG den Ausbau der nach­hal­tigen Infra­struktur, indem sie in die Erzeu­gung und Ver­tei­lung von erneu­er­baren Ener­gien, die digi­tale Kom­mu­ni­ka­tion und nach­hal­tige Trans­port­in­fra­struktur inves­tiert. Zudem setzt sich die Alter Leip­ziger Ver­si­che­rung mit den wei­teren Mit­glie­dern der ALH Gruppe über einen Dienst­leister für eine bes­sere Nach­hal­tig­keit bei den inves­tierten Unter­nehmen ein.“

Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs com­fort aus dem Hause Alte Leipziger

  • Inno­va­ti­ons­klausel gilt nur, wenn durch ein Tari­f­up­date aus­schließ­lich Ver­bes­se­rungen vor­ge­nommen werden, d.h. es besteht kein Anspruch auf diese Leis­tung, wenn ein Tari­f­up­date neben bei­spiels­weise 20 Ver­bes­se­rungen eine ein­zige Stelle besitzt, die auch zum Nach­teil des Kunden führen könnte.

Der Ver­si­cherer stellt klar:

„Kor­rekt, so steht es in den Bedin­gungen. Aller­dings haben wir es in der Praxis bisher so gehand­habt, dass wir seit Ein­füh­rung der Inno­va­ti­ons­klausel 2014 in den Sparten Wohn­ge­bäude, Hausrat und Haft­pflicht bei jeder Pro­dukt­über­ar­bei­tung die Inno­va­tions-Klausel gezogen haben, auch wenn Ver­schlech­te­rungen inbe­griffen. Diese gelten aller­dings nur für das Neu­ge­schäft, wohin­gegen wir dem Bestand bestä­tigt haben, dass er seine bes­sere Leis­tung behält.“

  • Ver­si­che­rungs­schutz grund­sätz­lich nur für ständig bewohnte Gebäude. Es fehlt eine aus­drück­liche bedin­gungs­sei­tige Mit­ver­si­che­rung vor­über­ge­henden Unbe­wohnt­seins. Der Ver­si­cherer stellt jedoch klar:

„Nein, wir ver­si­chern auch nicht ständig bewohnte Objekte. Die Antrags­frage nach dem „Ständig-bewohnt-sein“ muss in diesem Fall mit „Nein“ beant­wortet werden. Für Wochen­end­häuser sehe wir einen Zuschlag vor. Urlaub oder Kur­auf­ent­halt ändern für uns selbst­ver­ständ­lich nichts an einer Ein­stu­fung „ständig bewohnt““

  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Nutz­wär­me­schäden. Da die VGB 2016 des GDV hier keinen Aus­schluss mehr vor­sehen, hat die Alte Leip­ziger hier auf einen aus­drück­li­chen Wie­der­ein­schluss ver­zichtet, bestä­tigt aber die Mitversicherung.
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden durch die Explo­sion von Kampf­mit­teln aus kon­ven­tio­nellen Kampf­mit­teln des 1. und 2. Welt­krieges nicht jedoch Schäden, die durch das Ent­schärfen von Blind­gän­gern ent­stehen.  Hier greift im Rahmen der unbe­nannten Gefahren der Aus­schluss nach Ziffer 2 e) für „Schäden durch hoheit­liche Ein­griffe oder behörd­liche Anord­nungen“. Die Bedin­gungen stellen klar, dass sich der Ver­si­che­rungs­schutz nur „auf Ereig­nisse und Schäden inner­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land,“ bezieht. Unklar bleibt wie es – außer ggf. bei extremer Grenz­näher – zu einem ander­wei­tigen Explo­si­ons­schaden kommen soll. Der Ver­si­cherer räumt ein, dass dieser Aus­schluss eher theo­re­ti­scher Natur sei.
  • Bedin­gungs­seitig keine Über­nahme von ver­si­cherten Kosten über die ver­ein­barte Ver­si­che­rungs­summe hinaus. Der Ver­si­cherer äußert sich hierzu wie folgt:

„Wir prüfen gerade, ob wir den Hin­weis ober­halb der Dekla­ra­tion wieder auf­nehmen sollen. Fach­lich steht für eine Ent­schä­di­gung der Posi­tionen der Dekla­ra­tion die Höhe der Ver­si­che­rungs­summe zur Ver­fü­gung (berechnet mit­hilfe des jeweils gül­tigen Anpas­sungs­fak­tors). Aus­ge­nommen hiervon sind aller­dings die Mehr­kosten durch öffent­lich-recht­liche Wie­der­her­stel­lungs­be­schrän­kungen sowie Preis­stei­ge­rungen, die im Scha­den­fall im Rahmen der Glei­tenden Neu­wert Plus wie auch der Sach­sub­stanz­schaden am Gebäude unbe­grenzt erstattet werden.“

  • Keine Über­nahme der Kosten für den Mehr­ver­brauch von Öl
  • Ohne Über­nahme der Kosten von Gebäu­de­be­schä­di­gungen im Zusam­men­hang mit Ret­tungs­maß­nahmen (z. B. durch Polizei oder Feu­er­wehr). Der Ver­si­cherer wendet ein, dass der Ver­si­che­rungs­nehmer diese Kosten in der Regel nicht zu zahlen habe. Ein Rest­ri­siko besteht den­noch weiterhin.
  • Bei der Durch­füh­rung eines Sach­ver­stän­di­gen­ver­fah­rens zur Fest­stel­lung der Scha­den­höhe wird ab einer fest­ge­stellten Scha­den­höhe von min­des­tens 10.000 Euro der Anteil des Ver­si­che­rungs­neh­mers an den Ver­fah­rens­kosten in voller Höhe über­nommen. Beauf­tragt der Ver­si­che­rungs­nehmer einen Sach­ver­stän­digen indi­vi­duell, werden die Kosten nur dann über­nommen, sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer vom Ver­si­cherer zur Hin­zu­zie­hung auf­ge­for­dert wurde (siehe A 20)
  • Über­nahme von Rück­rei­se­kosten aus dem Urlaub, nicht jedoch bei Dienst­reisen, ab 5.000 Euro Mindestschadenhöhe
  • Ohne Regie­kosten für die Wie­der­her­stel­lung ver­si­cherter Sachen
  • Ohne Mehr­kosten für behörd­liche Auf­lagen zum Denkmalschutz
  • Ohne Über­nahme von Darlehenskosten
  • Keine Über­nahme der Kosten für die Besei­ti­gung von Spechtschäden
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Kosten durch Ver­mül­lung nach Auszug von Mes­sies oder Miet­no­maden
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Schäden infolge von Gebäu­de­schäden durch Lei­chen im Haus
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Schäden durch sämt­liche poli­zei­lich ange­zeigte Straftaten
  • Ohne Kosten für die Neu­ein­stel­lung von Antennen und Satellitenschüsseln
  • Ohne Kosten einer kli­ma­freund­li­chen CO2-Kom­pen­sa­tion bei einem Feuerschaden
  • Ohne Kosten für die Rekul­ti­vie­rung von begrünten Dächern
  • Weit­ge­hend keine Ver­si­che­rung für Sachen auf fremden Grund­stü­cken (z. B. Geh­wege, gemein­same Zaun­an­lagen), soweit diese zuge­hörig zum ver­si­cherten Grund­stück sind. Mit­ver­si­chert sind jedoch inner­halb der ver­si­cherten Grenzen Bruch­schäden an Zulei­tungs­rohren der Wasser- oder Gas­ver­sor­gung, Ablei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung, Rohren von Hei­zungs- oder Kli­ma­an­lagen, sofern diese der Ver- bzw. Ent­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen und der Ver­si­che­rungs­nehmer für diese die Gefahr trägt.
  • Ohne aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung der Auf­tau­kosten nach einem ver­si­cherten Frostschaden
  • Kein Ein­schluss einer Versehensklausel
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Helmuth
Helmuth
10 Monate zuvor

Hallo Ste­phan, beim Raten­zah­lungs­zu­schlag komme ich auf über 8% bei halb­jäh­riger ZW und 10% bei vier­tel­jährig und monatlich.
LG Helmuth 

Helmuth
Helmuth
Antworten Sie an  Stephan Witte
10 Monate zuvor

Hallo Ste­phan,
ich habe F,Lw,St/H mit Ele­mentar, 200 qm gerechnet und habe die Bei­träge unter­jährig ange­sehen und ver­gli­chen. Kannst Du im Rechner der AL nach­voll­ziehen. Mit anderen Vari­anten habe ich das nicht nach­voll­zogen, kenne aber auch der Ver­gan­gen­heit, dass es da teil­weise Zuschläge bis über 16% gibt. Ich hatte vor Jahren die AL ange­schrieben, bekam eine Anwort, dass sie keine Raten­zah­lung­zu­schläge mehr haben, son­dern eine „mul­ti­va­riate Tariflogik“. Geh doch mal in den Rechner und rechne ein Bei­spiels-EFH, schau Dir die Bei­träge bei anderen Zah­lungs­weisen an und rechne den Zuschlag aus.