Kurzcheck: Die Pferdehalterhaftpflichtversicherung der Alte Leipziger

Die Alte Leip­ziger Ver­si­che­rung AG bietet ihre Pfer­de­hal­ter­haft­pflicht­ver­si­che­rung in den Tarif­va­ri­anten classic mit 10 Mil­lionen Euro Deckungs­summe bzw. com­fort mit 20 Mil­lionen Euro Deckungs­summe pau­schal für Personen‑, Sach- und Ver­mö­gens­schäden an. Die maxi­male Ent­schä­di­gung je geschä­digter Person beträgt 15 Mil­lionen Euro. Die Leis­tungen sind im classic-Tarif zweifach‑, im com­fort-Tarif ein­fach maximiert.

© 2021 Cri­tical News — aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Flur­schäden analog GDV

Die aktu­ellen Bedin­gungen tragen den Stand 12.2020 (AL-THV Pferd 2020 (Teil A)) bzw. 05.2020 (All­ge­meine Bedin­gungen für die Haft­pflicht­ver­si­che­rung (Teil B)).

Ange­boten werden als Ver­trags­lauf­zeiten 1, 3 und 5 Jahre. Bei mehr­jäh­riger Lauf­zeit wird ein Nach­lass von 5 Pro­zent bzw. 10 Pro­zent gewährt.  Zur Prä­mien­re­du­zie­rung stehen die Selbst­be­halts­stufen 150 Euro, 300 Euro, 500 Euro sowie 1.000 Euro zur Verfügung.

Bei unter­jäh­riger Zahl­weise wird ein Raten­zah­lungs­zu­schlag von 9,5 Pro­zent (monat­liche bzw. vier­tel­jähr­liche Zahl­weise) bzw. 4,5 Pro­zent (halb­jähr­liche Zahl­weise) erhoben.

Ver­si­cherbar sind Reit- und Zug­tiere (Pferde, Maul­tiere, Esel), Gna­den­brot­pferde (ohne Beritt) sowie Ponys / Klein­pferde (Stockmaß bis maximal 1,48 m). Nach den Annah­me­richt­li­nien nicht ver­si­cherbar ist die Teil­nahme an Pferderennen.

Leistungen nicht ohne Gegenleistung

Bei Ver­ein­ba­rung des com­fort-Tarifes kostet der Ver­si­che­rungs­schutz für ein Reit­pferd ab 1,48 Stockmaß ohne Selbst­be­halt und ohne zusätz­liche Rabatte für einen 30jährigen Ver­si­che­rungs­nehmer ohne Vor­schäden 154,46 Euro brutto jähr­lich. Bei Ver­ein­ba­rung eines Selbst­be­halts von 150 Euro redu­ziert sich die Brut­to­jah­res­prämie auf 141,37 Euro.

Die Pfer­de­hal­ter­haft­pflicht­ver­si­che­rung der Alte Leip­ziger gehört zu den leis­tungs­stärksten Tarifen dieser Sparte am deut­schen Markt. Leider sieht der Tarif zwar eine bedin­gungs­sei­tige GDV-Garantie vor, ver­letzt diese aber im Zusam­men­hang mit der Aus­lands­gel­tung (siehe bei den Ein­schrän­kungen zum Tarif), zum anderen bezogen auf das Renn­ri­siko; aktuell bietet die Alte Leip­ziger keinen Ver­si­che­rungs­schutz für Reiter, die auch an Rennen teil­nehmen wollen.

Ausgewählte Vorteile des Tarifs comfort der Alte Leipziger

  • Ein­schluss einer Best-Leis­tungs-Garantie für Leis­tungen, die bei Ein­tritt eines Scha­den­falles zwar nicht über die Alte Leip­ziger, aber über einen dann in diesem Punkt leis­tungs­stär­keren in Deutsch­land zuge­las­senen Wett­be­werber ver­si­chert wären. Dabei gelten als Aus­schlüsse z.B. Leis­tungen über die gesetz­liche Haf­tung hinaus. Die Alte Leip­ziger kann die Best-Leis­tungs-Garantie jeder­zeit mit Frist von einem Monat kündigen
  • Garantie, dass der Ver­si­cherer nicht zum Nach­teil des Kunden von den unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des GDV mit Stand 2016 – anstelle des aktu­ellen Standes 2020 — abweicht (GDV-Garantie)
  • bedin­gungs­sei­tige Garantie, dass der Ver­si­cherer nicht zum Nach­teil des Kunden von den unver­bind­li­chen Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse mit Stand 28.09.2015 abweicht (Arbeits­kreis-Garantie)
  • Inno­va­ti­ons­klausel, aller­dings mit den unten beschrie­benen Einschränkungen
  • Besitz­stands­ga­rantie (Vor­ver­si­che­r­er­ga­rantie)
  • Bei­trags­freie Mit­ver­si­che­rung von Fohlen bis zum voll­endeten 12. Lebens­monat, sofern das Mut­ter­tier im Besitz des Ver­si­che­rungs­neh­mers ist
  • Ver­si­chert ist die gesetz­liche Haft­pflicht des Ver­si­che­rungs­neh­mers wegen Mietsach­schäden aus­schließ­lich an Wohn­räumen und sons­tigen zu pri­vaten Zwe­cken gemie­teten Räumen in Gebäuden, wie z. B. Stal­lungen, Boxen, Reit­hallen, Kop­peln, Wiesen, Pad­docks, Führ- und Lon­gier­stangen, Lauf­bahnen oder Pfer­de­so­la­rien. Ver­ein­bart gilt ein Selbst­be­halt von 250 Euro. Nicht mit­ver­si­chert sind Schäden an gepach­teten oder in Obhut genom­menen fremden Sachen. Nach dem Wort­laut der Bedin­gungen besteht kein Ver­si­che­rungs­schutz für Lau­fahnen, Kop­peln, Wiesen oder Pad­docks außer­halb von Räumen in Gebäuden.
  • Ver­si­chert ist die gesetz­liche Haft­pflicht aus der Beschä­di­gung von gemie­teten Tier­fuhr­werken (z. B. Schlitten, Sulkys, Kut­schen) oder Trans­port­an­hän­gern bis in Höhe von 10.000 Euro. Ver­ein­bart gilt ein Selbst­be­halt von 250 Euro. Nicht ver­si­chert ist die Inob­hut­nahme fremder Tier­fuhr­werke und Transportanhänger.
  • Mit­ver­si­chert ist die gesetz­liche Haft­pflicht aus der Beschä­di­gung, der Ver­nich­tung oder dem Abhan­den­kommen gemie­teter oder gelie­hener Sachen (z. B. Rei­tu­ten­si­lien) mit 100 Euro Selbst­be­halt. Nicht ver­si­chert ist die Inob­hut­nahme mobiler fremder Sachen.
  • Aus­drück­lich ver­si­chert ist die Aus­übung von Pfer­de­sport (z. B. Dres­sur­reiten, Boden­ar­beit, Wan­der­reiten) sowie die Teil­nahme am Reit­un­ter­richt, an Aus­bil­dungs­lehr­gängen, Prü­fungen, sons­tigen Ver­an­stal­tungen wie Tur­niere, Aus­stel­lungen und Schau­vor­füh­rungen und deren Vor­be­rei­tung hierzu
  • Mit­ver­si­chert ist die pri­vate oder ehren­amt­liche Nut­zung ver­si­cherter Pferde zu the­ra­peu­ti­schen Zwecken
  • Mit­ver­si­che­rung von über­gangs­fä­higen Regress­an­sprü­chen von Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­gern, pri­vaten Kran­ken­ver­si­che­rern und privaten/öffentlichen Arbeit­ge­bern, nicht jedoch aus­drück­lich auch von Dienstherren
  • Mit­ver­si­chert ist das Fremd- und Gast­rei­ter­ri­siko inklu­sive der Ansprüche der Reit­ti­er­nutzer gegen den Ver­si­che­rungs­nehmer, auch, wenn es sich bei diesen um Ange­hö­rige in häus­li­cher Gemein­schaft handelt
  • Mit­ver­si­chert sind Reit­be­tei­li­gungen inklu­sive der Ansprüche der Reit­be­tei­ligten gegen den Ver­si­che­rungs­nehmer. Eine nament­liche Nen­nung der Reit­be­tei­ligten ist nicht erforderlich.
  • Für vor­über­ge­hende Aus­lands­auf­ent­halte besteht welt­weiter Ver­si­che­rungs­schutz bis zu fünf Jahren, inner­halb Europas ohne zeit­liche Befristung
  • Im Rahmen von Aus­lands­auf­ent­halten inner­halb Europas Mit­ver­si­che­rung von Straf­kau­ti­ons­dar­lehen bis 100.000 Euro
  • Bei Gegen­ständen, die zum Scha­den­zeit­punkt maximal 12 Monate alt sind, besteht über die gesetz­liche Haf­tung hinaus auf Wunsch des Ver­si­che­rungs­neh­mers ein Anspruch auf Ent­schä­di­gung zum Neu­wert bis maximal 5.000 Euro. Anders als üblich gilt die Leis­tungs­er­wei­te­rung auch für Schäden an z.B. Brillen, Com­pu­tern oder sons­tigen opti­schen oder tech­ni­schen Geräten
  • Mit­ver­si­chert ist Rechts­schutz zur Durch­set­zung der Ansprüche im Rahmen der For­de­rungs­aus­fall­de­ckung. Dabei gelten eine Min­dest­scha­den­höhe von 1.000 Euro sowie ein Sub­limit von 150.000 Euro. Risi­ko­träger hierfür ist die Itzehoer.
  • Bei­trags­be­freiung bei Arbeits­lo­sig­keit bis maximal 12 Monate, u.a. sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer bei Ver­trags­be­ginn das 50. Lebens­jahr und bei Inan­spruch­nahme das 60. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat
  • Ver­se­hens­klausel für ver­se­hent­liche Obliegenheitsverletzungen

Ausgewählte Einschränkungen des Tarifs comfort der Alte Leipziger

  • Inno­va­ti­ons­klausel gilt nach dem Wort­laut der Bedin­gungen nur, wenn durch ein Tari­f­up­date aus­schließ­lich Ver­bes­se­rungen vor­ge­nommen werden, d.h. es besteht kein Anspruch auf diese Leis­tung, wenn ein Tari­f­up­date neben bei­spiels­weise 20 Ver­bes­se­rungen eine ein­zige Stelle besitzt, die auch zum Nach­teil des Kunden führen könnte
  • Nicht ver­si­cherbar von Reit- oder Zug­tieren, die für die Teil­nahme an Rennen (auch Viel­sei­tig­keits­rennen, Mili­tary) ein­ge­setzt werden. Die Bedin­gungen selbst sehen an dieser Stelle keinen Aus­schluss vor. Hinzu kommt die bedin­gungs­sei­tige GDV-Garantie
  • Keine bedin­gungs­sei­tige Klar­stel­lung zur Mit­ver­si­che­rung von Distanz­ritten. Nach dem Wort­laut der Bedin­gungen sind diese aller­dings als ver­si­chert anzu­sehen, sofern hier kein Renn­ri­siko zum Tragen kommt.
  • Keine bedin­gungs­sei­tige Klar­stel­lung zum Führen von Hand­pferden
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz aus der unent­gelt­li­chen, auch kurz­fris­tigen Über­las­sung der ver­si­cherten Tiere zu Ver­eins­zwe­cken und/oder zu Ver­an­stal­tungen, zu the­ra­peu­ti­schen Zwe­cken, als Zug­tier oder zu Unter­richts­zwe­cken
  • For­de­rungs­aus­fall­de­ckung. Für diese besteht ein Sub­limit von 5 Mil­lionen Euro. Nicht ver­si­chert sind echte Ver­mö­gens­schäden sowie vor­sätz­lich von Dritten ver­ur­sachte Sach­schäden. Ver­si­chert sind jedoch vor­sätz­lich von Dritten ver­ur­sachte Per­sonen- und unechte Ver­mö­gens­schäden als Folge eines Personenschadens.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Opfer­hilfe als Ergän­zung zur For­de­rungs­aus­fall­de­ckung. Der Ver­weis darauf, dass für „Scha­den­er­satz­an­sprüche wegen Per­so­nen­schäden und daraus resul­tie­renden Ver­mö­gens­schäden auch dann Ver­si­che­rungs­schutz [bestehe], wenn ein vor­sätz­li­ches Han­deln des Schä­di­gers zugrunde liegt (Gewalt­op­fer­schutz)“, ist nicht als „Opfer­hilfe“ zu inter­pre­tieren, da nach A 3–2 der Schä­diger bekannt sein muss, um einen Leis­tungs­an­spruch aus der Aus­fall­de­ckung zu begründen.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Media­tons-Rechts­schutz
  • Für Umwelt­schäden besteht ein Sublimit von 5 Mil­lionen Euro. Eine Mit­ver­si­che­rung auch von Schäden nach dem Umwelt­scha­den­ge­setz ist aus den Bedin­gungen nicht ersichtlich.
  • Nicht ein­ge­schlossen ist eine Exze­denten- bzw. Konditions-Differenz-Deckung
  • Kein Ver­zicht auf Anrech­nung einer Mit­haf­tung (z.B. bei Schäden Pferd gegen Pferd oder Pferd gegen Hund)
  • Bei Scha­de­n­er­eig­nissen in den USA bzw. US-Ter­ri­to­rien werden die Auf­wen­dungen des Ver­si­che­rungs­neh­mers für Kosten der gericht­li­chen und außer­ge­richt­li­chen Abwehr der von einem Dritten gel­tend gemachten Ansprüche, ins­be­son­dere Anwalts‑, Sachverständigen‑, Zeugen- und Gerichts­kosten als Leis­tungen auf die Ver­si­che­rungs­summe ange­rechnet. Da die Bedin­gungen eine GDV-Garantie beinhalten und die unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen hierzu keinen Ein­schrän­kungen vor­sehen, besteht ent­spre­chend Ver­si­che­rungs­schutz ohne eine ent­spre­chende Anrech­nung. Ohne die hier benannte Ein­schrän­kung würde der Tarif aktuell von Witte Finan­cial Ser­vices mit „Silber“ bewertet werden.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Ber­gungs- und Ret­tungs­kosten für ver­si­cherte Pferde
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Tier­arzt­kosten nach Ver­let­zung ver­si­cherter Pferde durch einen fremden Hund oder Täter, der nicht ohne erheb­li­chen Auf­wand zu ermit­teln ist
  • Keine Über­nahme der Kosten für Not­tö­tung und Tier­kör­per­be­sei­ti­gung ver­si­cherter Pferde
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Haft­pflicht­an­sprü­chen gegen den Ver­si­che­rungs­nehmer aus dem Abhan­den­kommen von fremden in Obhut genom­menen Sachen (z.B. Pfer­de­trans­port­an­hän­gern oder Probesätteln)
  • Keine ver­bes­serte Kfz-Klausel (z.B. Über­nahme von Kas­ko­schäden bzw. der Rabatt­hoch­stu­fung in der Kfz-Haft­pflicht- und Kaskoversicherung)
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Ansprü­chen des Ver­si­che­rungs­neh­mers in der Eigen­schaft als gele­gent­li­cher, auch unent­gelt­li­cher, Reit­lehrer
  • Keine Mit­ver­si­che­rung des Todes ver­si­cherter Tiere inner­halb Deutsch­lands durch Wolfs­riss oder eine wider­recht­lich han­delnde Person (sog. „Pfer­de­ripper“)
  • Keine Klar­stel­lung, inwie­fern für den Ver­si­che­rungs­nehmer Ver­si­che­rungs­schutz als pri­vater Hobby-Pfer­de­züchter besteht
  • Keine Klar­stel­lung, inwie­fern Ver­si­che­rungs­schutz besteht, wenn durch die Teil­nahme an Reit­tur­nieren oder Pfer­de­schauen Preis­gelder oder andere Ein­künfte erzielt werden, inwie­fern und ggf. ab wel­cher Höhe der Zuwen­dungen dies als aus­ge­schlos­sene gewerb­liche Tätig­keit ange­sehen wird
  • Ein­satz von Reit- und Zug­tieren zu ehren­amt­li­chen Zwe­cken nur zu the­ra­peu­ti­schen Zwe­cken versichert
  • Bei unter­jäh­riger Zahl­weise Raten­zah­lungs­zu­schlag von 9,5 Pro­zent bei monat­li­cher oder vier­tel­jähr­li­cher bzw. 4,5 Pro­zent bei halb­jähr­li­cher Zahlweise

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