Mit­ver­si­che­rung von Glas­schä­den am Bei­spiel des Tarifs all­safe casa – die Eigen­heim­ver­si­che­rung von K & M (Stand 04.2021, Vers. 1.02)

Wie in den meis­ten Haus­rat- oder Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­run­gen kön­nen auch im Rah­men des Tari­fes all­safe casa – die Eigen­heim­ver­si­che­rung aus dem Hau­se Kon­zept & Mar­ke­ting (K & M) Schä­den an der Mobi­li­ar- bzw. Gebäu­de­ver­gla­sung mit­ver­si­chert wer­den. In der Regel wird eine ent­spre­chen­de Leis­tungs­op­ti­on im Rah­men einer Pro­dukt­be­ra­tung nur sehr all­ge­mein abge­hakt. Tat­säch­lich unter­schei­den sich die am Markt befind­li­chen Pro­duk­te teil­wei­se recht erheb­lich dar­in, in wel­chem Umfang Schä­den an der vor­han­de­nen Ver­gla­sung mit­ver­si­chert sind und wel­che Schei­ben unter den jewei­li­gen Ver­si­che­rungs­schutz fal­len. Exem­pla­risch soll an die­ser Stel­le die benann­te Eigen­heim­ver­si­che­rung näher betrach­tet wer­den, da hier – anders als am Markt üblich – das Gebäu­de wie auch der dar­in befind­li­che Haus­rat in einem ein­zi­gen Ver­trag ver­si­chert sind, ohne dass sich etwa­ige Abgren­zungs­pro­ble­me im Scha­den­fall ergeben.

Für die Mit­ver­si­che­rung von Schä­den an ver­si­cher­ter Ver­gla­sung erhebt das Unter­neh­men einen Zuschlag. Bezo­gen auf eine Wohn­flä­che von 100 Qua­drat­me­tern beträgt die­ser 31,61 Euro brut­to p. a. Die­se Mehr­prä­mie ist unab­hän­gig von der Ein­zel­grö­ße der zu ver­si­chern­den Scheiben.

Eine selbst­stän­di­ge Glas­ver­si­che­rung wird von Kon­zept & Mar­ke­ting nicht ange­bo­ten. Ent­spre­chen­de Tari­fe gibt es aktu­ell z. B. bei Die Con­ti­nen­ta­le sowie bei der Inter­Risk.

Selbst­be­halt auch für Schä­den an der Verglasung?

Zur Prä­mi­en­re­du­zie­rung bie­tet Kon­zept & Mar­ke­ting die optio­na­le Ver­ein­ba­rung einer Selbst­be­tei­li­gung in Höhe von 300 Euro (11 % Rabatt), 500 Euro (20 % Rabatt), 1.000 Euro (25 % Rabatt) sowie 2.000 Euro (35 % Rabatt).

„Der tarif­li­che Selbst­be­halt wird nur bei Schä­den am Gebäu­de, Neben­ge­bäu­den, dem Ver­si­che­rungs­grund­stück und Grund­stücks- und Gebäu­de­be­stand­tei­len wirk­sam. Ist in einem Ver­si­che­rungs­fall der Haus­rat im Sin­ne der Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen betrof­fen, wird von der Ent­schä­di­gungs­leis­tung, die für den Haus­rat anfällt, der tarif­li­che Selbst­be­halt nicht abgezogen“

Inwie­fern der Selbst­be­halt auch für Schä­den an der Gebäu­de­ver­gla­sung anfällt, ist aus den vor­lie­gen­den Unter­la­gen nicht ersicht­lich. Auf­grund der oft nur gerin­gen Scha­den­hö­he von meist unter 450 Euro lohnt sich in der Regel ohne­hin kei­ne Ver­ein­ba­rung einer all­ge­mei­nen Selbstbeteiligung.

Nach den unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gun­gen des GDV (aktu­ell den AGIB 2016 mit Stand 13.11.2017) wer­den Schä­den an der ver­si­cher­ten Ver­gla­sung ohne Höchstent­schä­di­gung erstat­tet. Abwei­chend hier­zu sieht die Eigen­heim­ver­si­che­rung eine maxi­ma­le Ent­schä­di­gung von 2.000.000 Euro vor. Sieht man davon ab, dass sich die­se Begren­zung durch Ver­weis auf die bedin­gungs­sei­ti­ge GDV-Garan­tie hei­len lie­ße, dürf­te es prak­tisch kaum wahr­schein­lich sein, die benann­te Höchstent­schä­di­gung zu überschreiten.

Ver­si­cher­te Leis­tun­gen und Sachen im Rah­men der Glasversicherung

Bei Ver­ein­ba­rung des Bau­steins „Glas­bruch­schä­den“ besteht Ver­si­che­rungs­schutz für

„Schä­den durch Bruch von Schei­ben, Plat­ten, Spie­gel [sic!], Licht­kup­peln aus Glas oder Kunst­stoff, Ceran-/Glas­ke­ra­mik­koch­flä­chen, Schei­ben von Solar­kol­lek­to­ren/-modu­le, Glas­bau­stei­nen und Pro­fil­bau­glä­sern inkl. der Ver­gla­sung von Gewächs­häu­sern und Wintergärten.“

Unter die­se Beschrei­bung fal­len bei­spiels­wei­se auch die Kunst­stoff­schei­ben von Dusch­ka­bi­nen,die Glas­be­da­chung von Gara­gen, Car­ports, Ver­an­da­über­da­chun­gen oder ein im Gar­ten befind­li­cher Wind­schutz aus Glas. Bei man­chen Ver­si­che­rern sind Kunst­stoff­schei­ben allein von Dusch­ka­bi­nen ver­si­chert (z. B.  Ammer­län­der im Tarif AGIB 2022, Stand 02.2023), bei ande­ren nur „trans­pa­ren­te Kunst­stoff­schei­ben“ (z. B. Gotha­er im Rah­men der Haus­rat­ver­si­che­rung auf Basis der VHB 2019, Stand 07.2023. Glei­ches gilt bei der Adcu­ri / Bar­me­nia im Rah­men der Zusatz­be­din­gun­gen zur Glas­ver­si­che­rung, Stand 01.01.2023). Die bei K & M vor­han­de­ne Klar­stel­lung zur Mit­ver­si­che­rung der Schei­ben von Solar­kol­lek­to­ren (für Solar­ther­mie) ist wich­tig, da die­se oft aus Alu­mi­ni­um oder Kunst­stoff bestehen.

Mit dem Ober­be­griff „Glas­ke­ra­mik­koch­flä­chen“ sind neben Cer­an­koch­fel­dern auch Induk­ti­ons­koch­fel­der gemeint[1]. Kon­kret benannt wer­den sie von Kon­zept & Mar­ke­ting aller­dings nicht.  Dies ist ver­gleich­bar etwa mit dem Tarif Pri­va­te Glas­ver­si­che­run­gen aus dem Hau­se Con­ti­nen­ta­le (Stand 01.03.2019). Auf der Web­sei­te eines Aus­schließ­lich­keits­ver­mitt­lers des Anbie­ters gibt es aller­dings fol­gen­des Scha­den­bei­spiel, das als Klar­stel­lung ange­se­hen wer­den könnte:

Quel­le: https://​con​ti​nen​ta​le​-han​no​ver​.de/​s​a​c​h​v​e​r​s​i​c​h​e​r​u​n​g​/​g​l​a​s​v​e​r​s​i​c​h​e​r​u​ng/, auf­ge­ru­fen am 07.12.2023

Ob gewell­te Dach­auf­la­gen von Gewächs­häu­sern unter den Ver­si­che­rungs­schutz des Glas­bau­steins, wenn die­se aus Glas oder Kunst­stoff bestehen, ist nicht klar­ge­stellt.  Hier könn­te man argu­men­tie­ren, dass es sich weder um Schei­ben oder Plat­ten han­deln wür­de. Gleich­wohl ist eine Mit­ver­si­che­rung anzu­neh­men. Ple­xi­glas-Well­plat­ten als Über­da­chung einer Veran­da zäh­len nach einem Urteil des LG Lands­hut vom 30.01.2012 (VersR 2013, 496) aus­drück­lich als Gebäudeverglasung:

„Uner­heb­lich sei, dass Ple­xi­glas-Well­plat­ten kei­ne pla­ne Ober­flä­che haben. Es sei zwar zu berück­sich­ti­gen, dass in § 2 AGlB von Kunst­stoff­schei­ben gespro­chen wird, was nach dem all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch zunächst ein­mal als pla­ne Ober­flä­che ver­stan­den wird. Jedoch erscheint der Kam­mer bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung aus Sicht eines durch­schnitt­li­chen VN eine zweck­ge­bun­de­ne Aus­le­gung des Begriffs erfor­der­lich, um dem Sinn der „Gebäu­de­ver­gla­sung“ gerecht zu wer­den. Rich­ti­ger­wei­se han­de­le es sich dabei um einen Ober­be­griff, unter dem sämt­li­che Arten der Ver­gla­sung zusam­men­ge­fasst wer­den, die Bestand­teil eines Gebäu­des sind, die­ses gegen Ein­wir­kun­gen von außen abschir­men, zugleich aber kei­ne blick­dich­te Mau­er oder Decke bil­den, son­dern den umbau­ten Raum erhel­len. Ob eine der­ar­ti­ge „Ver­gla­sung“ in einer ebe­nen Flä­che besteht oder in Wel­len geformt oder sonst wie gestal­tet ist, kön­ne dahin­ge­stellt blei­ben, solan­ge dem Zweck gedient wird.“[2]

Inwie­fern Röh­ren­kol­lek­to­ren von Solar­an­la­gen mit­ver­si­chert sind, ist frag­lich, da es sich dabei weder um Schei­ben noch um Plat­ten han­delt, ande­rer­seits könn­te man sie als Teil der expli­zit benann­ten Solar­kol­lek­to­ren verstehen.

Die bedin­gungs­sei­ti­ge Mit­ver­si­che­rung von Schä­den an Schei­ben von Solar­mo­du­len (einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge) gilt unab­hän­gig davon, ob die­se über­wie­gend aus Glas oder aus einem hohen Anteil an Sili­zi­um bestehen. Nicht ver­si­chert sind jedoch Zell­brü­che einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge infol­ge inne­rer Betriebs­schä­den (z. B. durch Hot­spots). Hier greift der all­ge­mei­ne Aus­schluss für „Schä­den durch tech­ni­sche, mecha­ni­sche, elek­tri­sche oder elek­tro­ni­sche Defek­te, sofern sie nicht durch Über­span­nung in-fol­ge von Blitz­ein­wir­kung gemäß Abschnitt C § 6 Nr. 5 b) (Sei­te 19) ver­ur­sacht wur­den“.

Da Spie­gel aus sehr unter­schied­li­chen Mate­ria­li­en bestehen kön­nen (z. B. Glas­plat­ten mit Queck­sil­ber und Zinn (Amal­gam­spie­gel), mit Alu­mi­ni­um beschich­te­te Glas­plat­ten, Glas­plat­ten mit Sil­ber, Float­glas­spie­gel, hoch­wer­ti­ge Kris­tall­spie­gel etc.) und allein Spie­gel aus Glas oder Kunst­stoff zu den gegen Glas­bruch ver­si­cher­ten Sachen zäh­len, sind sons­ti­ge Spie­gel nur im Rah­men der mit­ver­si­cher­ten Sachen der Trä­ger­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert. Die Bedin­gun­gen unter­schei­den aller­dings nicht zwi­schen pla­nen, kon­ve­xen oder auch kon­ka­ven Spie­geln, so dass theo­re­tisch sogar ein fest mit dem Gebäu­de oder einem Möbel­stück ver­bun­de­ner Zerr­spie­gel mit­ver­si­chert wäre.

Wel­che Sachen nicht unter den Ver­si­che­rungs­schutz fallen

Nicht zu den ver­si­cher­ten Sachen gehören:

  • Beleuch­tungs­kör­per (z. B. LED-Lam­pen und Ener­gie­spar­lam­pen[3])
  • Geschirr (z. B. Glaskaraffen)
  • Hand­spie­gel
  • Hohl­glä­ser (d. h. Behäl­ter­glas wie z. B. Trink­glä­ser, Glas­va­sen, aber auch z. B. Plas­ma- und LCD-Gerä­te[4])
  • opti­sche Glä­ser (z. B. Bril­len, Kame­ra­ob­jek­ti­ve, Rasier- oder Lupen­spie­gel, die Glä­ser von Fern­roh­ren, Spie­gel­te­le­sko­pen oder Mikro­sko­pen, Ver­kehrs- oder Fahrzeugspiegel)

Inwie­fern mit „Beleuch­tungs­kör­pern“ nur der Leucht­kör­per oder auch die Fas­sung des­sel­ben gemeint ist, wird bran­chen­üb­lich nicht klar­ge­stellt. Eine Defi­ni­ti­on, die sich im Inter­net fin­den lässt, lau­tet wie folgt:

„Die Leuch­te, auch Beleuch­tungs­kör­per oder Leuch­te genannt, ist die gesam­te Kon­struk­ti­on um die Licht­quel­le – die Lam­pe. Sie besteht aus meh­re­ren Kom­po­nen­ten wie Hal­te­rung, Lam­pen­fas­sung, Reflek­tor, Schirm oder Glas­ab­de­ckung. Im Inne­ren der Leuch­te befin­det sich die eigent­li­che Licht­quel­le, die als Leucht­mit­tel bezeich­net wird.“[5]

Wie sieht es also mit dem Ver­si­che­rungs­schutz für einen plötz­lich von der Decke stür­zen­den Kron­leuch­ter aus Glas oder Kris­tall aus? Gemäß obi­ger Defi­ni­ti­on kann hier kein Ver­si­che­rungs­schutz über den Glas­bau­stein her­ge­lei­tet wer­den, da es sich weder um eine ver­si­cher­te Schei­be noch um eine Plat­te han­delt.  Außer­dem greift bei Kon­zept & Mar­ke­ting im Rah­men der All­ge­fah­ren­de­ckung des Haupt­ver­tra­ges der Aus­schluss für Schä­den infol­ge einer man­gel­haft beschaf­fe­nen Decken­auf­hän­gung (sie­he Abschnitt C § 6 Nr. 6 i). Kommt es dadurch zum Sturz eines Kron­leuch­ters, weil ein ver­si­cher­ter Was­ser­scha­den die Decke hat brü­chig wer­den las­sen oder weil eine Sturm­böe durch die offe­ne Woh­nungs­tür die­sen ver­ur­sacht hat, sind sol­che Schä­den im Rah­men der Grund­de­ckung abwei­chend als mit­ver­si­chert anzusehen.

Eben­falls nicht ver­si­chert 

„blei­ben Schei­ben und Plat­ten aus Glas, die Bestand­teil elek­tro­ni­scher Daten‑, Ton‑, Bild­wie­der­ga­be- und/oder Kommunikationsgeräte“.

Damit gemeint sind etwa Han­dy­dis­plays, Flach­bild­bild­schir­me, Com­pu­ter­mo­ni­to­re oder Moni­to­re von Tablets oder Spiel­kon­so­len. Plas­ma­bild­schir­me bestehen übli­cher­wei­se aus ioni­sie­ren­dem Glas, sind aber auf­grund des oben benann­ten Aus­schlus­ses eben­falls nicht mitversichert.

Anders als nach den Mus­ter­be­din­gun­gen zur Glas­ver­si­che­rung sieht Kon­zept & Mar­ke­ting für den Ver­si­che­rungs­schutz auch von Außen­ver­gla­sung kei­ne Ein­schrän­kung auf „fer­tig ein­ge­setz­te oder mon­tier­te Sachen“ (vgl. Abschnitt A 4.2 AGIB 2016 des GDV). Dies kann viel­fach von Vor­teil sein, da es u. a. oft an eine Ter­ras­se angren­zen­de Glas­wän­de gibt, die eben nicht ganz bün­dig mit einem ver­si­cher­ten Gebäu­de abschlie­ßen und damit bei diver­sen Wett­be­wer­bern nicht ver­si­chert wären. Immer wie­der kom­me es bei Wett­be­wer­bern auch vor, dass Bruch­schä­den an frei­ste­hen­den Win­ter­gär­ten ein­ge­reicht wer­den, die dort – anders als in die­sem Tarif – nicht unter den Ver­si­che­rungs­schutz fal­len würden.

Im Rah­men einer sepa­ra­ten Leis­tungs­über­sicht[6] des Asse­ku­ra­deurs gilt aus­drück­lich als mit­ver­si­chert auch „Mobi­li­ar­ver­gla­sung“.

Ob eine sol­che Ver­gla­sung zwin­gend aus fla­chen Schei­ben oder Plat­ten bestehen muss oder ob auch kon­ka­ve oder kon­ve­xe Schei­ben bzw. Plat­ten unter den Ver­si­che­rungs­schutz fal­len sol­len, wird bedin­gungs­sei­tig nicht klar­ge­stellt. Die oft kon­kav gewölb­ten Sicht­fens­ter von Kami­nen oder Öfen sind zwar kei­ne fla­chen Schei­ben, dürf­ten jedoch im Zwei­fel eben­falls unter den Ver­si­che­rungs­schutz fal­len (vgl. das obi­ge Urteil des LG Lands­hut vom 30.01.2012). Glas­wasch­ti­sche und Glas­wasch­be­cken hin­ge­gen bestehen weder aus Schei­ben noch Plat­ten. Viel­mehr han­delt es sich bei ihnen um befüll­ba­re Hohl­kör­per, die weder aus­drück­lich als mit­ver­si­chert noch – anders als z. B. Hohl­glä­ser – als aus­ge­schlos­sen benannt wer­den. Eine aus­drück­li­che Mit­ver­si­che­rung von Glas­wasch­ti­schen gibt es z. B. nach Zif­fer 2.1.4 Beson­de­re Bedin­gun­gen für den Bau­stein Mobi­li­ar­ver­gla­sung bei der AXA (Stand 04.2022) sowie im Tarif Pri­va­te Glas­ver­si­che­run­gen aus dem Hau­se Con­ti­nen­ta­le (Stand 01.03.2019), für „glä­ser­ne Wasch­be­cken und Bade­wan­nen“ bei der Gotha­er (Haus­rat­ver­si­che­rung Plus und Pre­mi­um auf Basis der VHB 2019, Stand 07.2023).

Zur ver­si­cher­ba­ren Innen- und Mobi­li­ar­ver­gla­sung gehö­ren unter anderem

  • Schei­ben von Aqua­ri­en und Ter­ra­ri­en[7],
  • Schei­ben aus Glas von Anrich­ten, Schrän­ken, Vitri­nen, Zim­mer­tü­ren, Arbeits- und Wohnzimmertischen
  • Schei­ben aus Kunst­stoff von Bil­dern, Schrän­ken und Vitrinen,
  • Sicht­fens­ter von Öfen, Her­den, Elek­tro- und sons­ti­gen Elektrogeräten,
  • Badezimmer‑, Schlaf­zim­mer- und Flur­spie­gel aus Floatglas,
  • Glas­ein­sät­ze in Zim­mer- oder Schranktüren,
  • Glas­trep­pen und Fuß­bö­den aus Glas oder Kunststoff,
  • The­ken, Tisch- und Deko­ra­ti­ons­plat­ten, Wand‑, Decken- und Säu­len­ver­klei­dung sowie
  • Ver­gla­sun­gen von Standuhren.

Nicht zur ver­si­cher­ten Innen- und Mobi­li­ar­ver­gla­sung (sie­he unten) zäh­len bei ver­stän­di­ger Aus­le­gung der Bedin­gun­gen bei­spiels­wei­se Bril­len­glä­ser, Com­pu­ter­bild­schir­me, Glüh­bir­nen, Hand­spie­gel, Han­dy­dis­plays, Kon­takt­lin­sen, Kron­leuch­ter, Lam­pen­schir­me aus Poly­me­thyl­me­thacry­lat, Schei­ben von Cur­ved Fern­seh­ge­rä­ten, Trink­glä­ser, Vasen sowie Außen­spie­gel und Wind­schutz­schei­ben von ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Kraft­fahr­zeu­gen. Da die Mit­ver­si­che­rung von Glas­bruch sich bei Kon­zept & Mar­ke­ting auf sämt­li­che ver­si­cher­ten Sachen und damit nicht nur auf Mobi­li­ar- und Außen­ver­gla­sung bezieht, fal­len nach dem Wort­laut der Bedin­gun­gen auch Glas­har­mo­ni­kas oder sons­ti­ge Gegen­stän­de aus Quarz­glas oder die Ver­gla­sun­gen von Uhren unter den Versicherungsschutz.

Zur ver­si­cher­ba­ren Außen­ver­gla­sung gehö­ren unter anderem:

  • Schei­ben von Außen­tü­ren, auch von Bal­kons, Ter­ras­sen und Wintergärten,
  • Glas­ein­sät­ze in Gebäudeaußentüren,
  • Dach­fens­ter- und sons­ti­ge Fensterscheiben,
  • Kunst­stoff­schei­ben von Brüs­tun­gen, Dächern, Fens­tern, Türen, Bal­ko­nen, Log­gi­en, Ter­ras­sen, Veran­den, Wän­den, Wet­ter­schutz­vor­bau­ten, Wintergärten,
  • Ver­gla­sung von Gewächs­häu­sern und Wintergärten.

Auch ohne Ein­schluss der Glas­bruch­de­ckung mit­ver­si­chert sind

„Glas­bruch­schä­den auf­grund wet­ter­be­ding­ter Luft­be­we­gun­gen – sie­he Ein­schluss Abschnitt C § 6 Nr. 3 (Sei­te 18)“.

Abde­ckun­gen von Swim­ming­pool- bzw. Schwimm­bä­dern sind auch ohne Ver­ein­ba­rung des Glas­bau­steins bis in Höhe von 5.000 Euro mit­ver­si­chert. Die­se sind meist aus Luft­pols­ter­fo­li­en, Schaum­ab­de­cken oder Lamel­len gefertigt.

Eine Klar­stel­lung zur Mit­ver­si­che­rung auch von z. B. Schau­fens­ter­schei­ben, gewerb­li­chen Vitri­nen bzw. Fir­men­schil­dern aus Glas oder Kunst­stoff ist den Bedin­gun­gen nicht zu ent­neh­men.  Sofern die­se zu Räu­men gehö­ren, die nicht aus­schließ­lich durch die Woh­nung betre­ten wer­den kön­nen (sie­he Defi­ni­ti­on der „Wohn­flä­che“ in Abschnitt E der Bedin­gun­gen), fal­len die­se nicht unter die Defi­ni­ti­on der Wohn­flä­che und zäh­len somit wohl auch nicht zum ver­si­cher­ten Versicherungsort.

All­ge­mei­ne Leistungen

Grund­sätz­li­che Tarif­leis­tun­gen wie eine GDV-Garan­tie (dar­aus abge­lei­tet z. B. die Wahl zwi­schen Geld- und Natu­ral­leis­tung für den Glas­bau­stein auf Basis von Abschnitt A 9 AGIB 2016) oder eine Inno­va­ti­ons­klau­sel gel­ten auch für die optio­na­le Mit­ver­si­che­rung von Glas­bruch­schä­den. Auch die Beweis­last­um­kehr, die bei Kon­zept & Mar­ke­ting gene­rell im Rah­men der All­ge­fah­ren­de­ckung (z. B. Schä­den durch Tief­flie­ger oder Fol­ge­schä­den durch Glas­bruch) als ver­ein­bart gilt, fin­det auch auf die Glas­de­ckung Anwen­dung. Auch Schä­den durch inne­re Unru­hen gel­ten gene­rell als mit­ver­si­chert. In einem aktu­el­len Arti­kel von Kai Reb­mann wird hier­zu von der LVM eine Defi­ni­ti­on zitiert, die klar­stellt, wie rele­vant eine sol­che Absi­che­rung tat­säch­lich sein kann:

„Sobald sich meh­re­re Per­so­nen ver­ei­ni­gen und gegen­ein­an­der gera­ten (zum Bei­spiel Poli­zei-Demons­tran­ten oder zwei poli­tisch ver­fein­de­te Grup­pen) spre­chen wir von Inne­ren Unru­hen, was einen gene­rel­len Aus­schluss dar­stellt. Soll­te es also eska­lie­ren und Ihr Fahr­zeug durch Van­da­lis­mus beschä­digt wer­den, ist das nicht ver­si­chert.“[8]

Die Bes­ser­stel­lungs­klau­sel (Best-Leis­tungs-Garan­tie) fin­det nach dem Wort­laut von Abschnitt C § 15 Nr. 2 a) des Tarifs fine kei­ne Anwen­dung auf die Glas­ver­si­che­rung fin­det, da hier kon­kret Bezug auf „die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen zur Haus­rat­ver­si­che­rung eines ande­ren Anbie­ters (Ver­si­che­rer, Asse­ku­ra­deur)“ genom­men wird.

Eine Besitz­stands­ga­ran­tie bezo­gen auf die Leis­tun­gen des unmit­tel­ba­ren Vor­ver­si­che­rers wird von Kon­zept & Mar­ke­ting nicht ange­bo­ten. Eine sol­che gewährt bei­spiels­wei­se die Manu­fak­tur Augs­burg ihren Kun­den im Rah­men ihres Tarifs HGlB 2018 Pre­mi­um-Plus (Stand 01.05.2018).

Schä­den an der Ver­gla­sung durch Erwei­ter­te Ele­men­tar­ge­fah­ren (z. B. Über­schwem­mung oder Erd­be­ben) sind nur dann ver­si­chert, wenn die­se Opti­on ergän­zend zum Haupt­ta­rif ver­ein­bart wurde.

Anders als bei den meis­ten Ver­si­che­rer gilt als Ver­si­che­rungs­ort für die optio­na­le Mit­ver­si­che­rung von Glas­bruch­schä­den sowohl im Tarif fine als auch im Tarif prime auf dem gesam­ten Ver­si­che­rungs­grund­stück. Ent­spre­chend besteht Ver­si­che­rungs­schutz auch für z. B. den Bruch einer Grund­stücks­ein­frie­dung aus Glas­bau­stei­nen. Für das Glas­ver­si­che­rung gilt auch die für den Trä­ger­ta­rif gel­ten­de Außen­ver­si­che­rung in vol­lem Umfang. Da bedin­gungs­sei­tig auch sol­che Schei­ben oder Plat­ten mit­ver­si­chert sind, die nicht fest ein­ge­baut sind, lässt sich dadurch auch eine Mit­ver­si­che­rung z. B. von ein­zel­nen Glas­schei­ben her­lei­ten, die erst an den Ver­si­che­rungs­ort ver­bracht wer­den sol­len und dort auch von sol­chen, die ent­spre­chend als Ersatz gela­gert werden.

Da der Tarif nur für stän­dig selbst bewohn­te Ein­fa­mi­li­en­häu­ser Anwen­dung fin­det, ist eine beson­de­re Berück­sich­ti­gung von Schei­ben des all­ge­mei­nen Gebrauchs nicht erfor­der­lich. Gera­de für Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser gel­ten meist ent­spre­chen­de Klar­stel­lun­gen zum Versicherungsumfang.

Für das Glas­bruch­ab­si­che­rung besteht in vol­lem Umfang Ver­si­che­rungs­schutz für alle ver­si­cher­ten Kos­ten­po­si­tio­nen, die auch für den ver­si­cher­ten Hausrat­ta­rif ver­ein­bart wur­den (z. B. Kos­ten für Kran- und Gerüst­kos­ten für zusätz­li­che Leis­tun­gen, um die sich das Lie­fern und Mon­tie­ren von ver­si­cher­ten Sachen durch deren Lage ver­teu­ert). Kos­ten für einen vom Ver­si­che­rungs­neh­mer beauf­trag­ten Sach­ver­stän­di­gen sind – anders als in her­kömm­li­chen Glas­ver­si­che­run­gen – eben­falls mit­ver­si­chert. Da hier­für aller­dings eine Min­dest­scha­den­hö­he von 10.000 Euro erreicht wer­den muss, bedeu­tet die­se Kos­ten­po­si­ti­on im Rah­men der Glas­bruch­ver­si­che­rung in der Regel kei­nen prak­ti­schen Mehrwert.

Gera­de für Schä­den an der Ver­gla­sung ist es posi­tiv, dass in der Tarif­va­ri­an­te prime auch die Repa­ra­tur­kos­ten für Gebäu­de­schä­den bis in Höhe von 1.000 Euro mit­ver­si­chert sind, die durch Ret­tungs­kräf­te (z. B. Poli­zei, Feu­er­wehr oder ande­re Insti­tu­tio­nen) bei der gewalt­sa­men Öff­nung der ver­si­cher­ten Woh­nung ent­ste­hen (z. B. Auf­bruch­schä­den an Fens­tern, Außen­tü­ren oder ande­ren Gebäu­de­öff­nun­gen). Die Bei­spie­le im Bedin­gungs­werk legen nahe, dass die Kos­ten nicht über­nom­men wer­den, wenn die Ret­tungs­maß­nah­men durch pri­va­te Per­so­nen (z. B. Nach­barn oder Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge) ver­an­lasst wurden.

Nicht zu den ver­si­cher­ten Kos­ten gehö­ren Mehr­kos­ten für das Besei­ti­gen und Wie­der­an­brin­gen von Sachen, die das Ein­set­zen von Ersatz­schei­ben behin­dern (z. B. Schutz­git­ter, Schutz­stan­gen, Mar­ki­sen etc.) auch Son­der­kos­ten für Hin­der­nis­se) genannt.  Da der Tarif anders als die Haus­rat­ver­si­che­rung all­safe home kei­ne All­kos­ten­ver­si­che­rung vor­sieht, kann die­se Leis­tung nicht hier­über her­ge­lei­tet wer­den. Nach Abschnitt C § 14 der Haus­rat­be­din­gun­gen sind in die GDV-Garan­tie aller­dings alle optio­nal ver­si­cher­ba­ren Klau­seln der ver­ein­bar­ten Bau­stei­ne ein­ge­schlos­sen und daher mit Bezug auf Abschnitt A 5.2.3 der AGIB 2016 des GDV auch die hier zuvor benann­ten Mehrkosten.

Auf Basis von Abschnitt A 5.1.2 der AGIB 2016 des GDV kön­nen auch die bedin­gungs­sei­tig bei Kon­zept & Mar­ke­ting nicht mit­ver­si­cher­ten Kos­ten,

„um ver­si­cher­te Sachen zum nächs­ten Abla­ge­rungs­platz abzu­trans­por­tie­ren und sie zu ver­nich­ten (Ent­sor­gungs­kos­ten)“

als mit­ver­si­chert her­ge­lei­tet wer­den. Glei­ches gilt für die bedin­gungs­sei­tig nicht benann­ten Kosten

„A 5.2.2 um Anstri­che, Male­rei­en, Schrif­ten, Ver­zie­run­gen, Licht­fil­ter­la­cke und Foli­en auf den ver­si­cher­ten Sachen zu erneuern“

bzw.

„A 5.2.4 um Schä­den an Umrah­mun­gen, Beschlä­gen, Mau­er­werk, Schutz- und Alarm­ein­rich­tun­gen zu beseitigen.“

Nicht ver­si­cher­te Schä­den an der Verglasung

In der Regel besteht Ver­si­che­rungs­schutz für Schä­den an der ver­si­cher­ten Ver­gla­sung unab­hän­gig von deren Ursa­che. Gemäß heim​-und​-immo​bi​lie​.de gehö­re „Glas­bruch durch Hit­ze allein infol­ge von Son­nen­ein­strah­lung […] zu den häu­figs­ten Glas­schä­den.“ Die­se Art von ther­mi­schem Glas­bruch habe als Ursa­che eine „Span­nung durch star­ke Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de oder Hit­ze­stau (z. B. durch halb geschlos­se­ne Roll­la­den, schwe­re Gar­di­nen, Far­ben, Pflan­zen­blatt, dunk­le Möbel hin­ter dem Fens­ter, Auf­kle­ber etc.)“. Als Scha­den­bild kom­me es dadurch zu einem „Sprung bis zum Rand­be­reich der Schei­be[9]

Ent­spre­chend sind auch Schä­den durch extre­me Hit­ze oder extre­me Käl­te grund­sätz­lich ohne wei­te­ren Ein­schrän­kun­gen bei Kon­zept & Mar­ke­ting mit­ver­si­chert. Dies gilt jedoch nicht, wenn etwa der Bruch all­mäh­lich, z. B. durch Frost, ent­stan­den ist (sie­he Abschnitt C § 5 Nr. 23 der Bedin­gun­gen). Dies kann eine Schlech­ter­stel­lung gegen­über den unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gun­gen des GDV (der­zeit den AGIB 2016 mit Stand 13.11.2017) dar­stel­len, da hier kein ent­spre­chen­der Aus­schluss zu fin­den ist. Die­se Ein­schrän­kung des Ver­si­che­rungs­schut­zes kann durch Ver­weis auf die bedin­gungs­sei­ti­ge GDV-Garan­tie von K&M geheilt werden.

Vom Ver­si­che­rungs­schutz aus­ge­schlos­sen bleiben

„Glas­be­schä­di­gun­gen in Form von z. B. Schram­men, Krat­zer, Kan­ten­ab­brü­chen oder Muschelausbrüche.“

Da Schram­men oder Krat­zer kei­nen Bruch dar­stel­len, soll­ten die­se Aus­schlüs­se ohne wei­te­res ver­ständ­lich sein. Der Aus­schluss ins­ge­samt ist aller­dings unsau­ber for­mu­liert, da „z. B.“ jede Form von Glas­be­schä­di­gung aus­schließt. Unklar bleibt, ob dies etwa auch eine Kon­den­sat­bil­dung im Schei­ben­zwi­schen­raum von Mehr­schei­ben-Iso­lier­ver­gla­sun­gen („Erblin­den“, Kor­ro­si­on) aus­schließt, deren Rand­ver­bin­dun­gen durch nor­ma­le Abnut­zung, Fabri­ka­ti­ons- oder Ver­gla­sungs­feh­lern undicht gewor­den sind. Einen Aus­schluss hier­für lässt sich in jedem Fall durch Ver­weis auf Abschnitt C § 5 Nr. 23 her­lei­ten, also für

„Schä­den durch all­mäh­li­che Ein­wir­kung (z. B. durch Frost, Hit­ze, Tem­pe­ra­tur- oder Luft­druck­schwan­kun­gen, Luft­feuch­tig­keit, Fäul­nis, Feuch­tig­keit, Rost, Schim­mel, Staub, Licht, Strah­len oder Chemikalien)“.

Abwei­chend mit­ver­si­chert sind Muschel­aus­brü­che und Kan­ten­be­schä­di­gun­gen (Absplit­te­run­gen) im Tarif Pri­va­te Glas­ver­si­che­run­gen XXL aus dem Hau­se Con­ti­nen­ta­le (Stand 01.03.2019) ohne Sub­li­mit oder bis 500 Euro gemäß Klau­sel VEMA 87 als Klau­sel zur optio­na­len Glas­ver­si­che­rung zur Haus­rat­ver­si­che­rung der VEMA mit dem Risi­ko­trä­ger AIG (Tarif VEMA Deckungs­kon­zept Haus­rat, Stand 04.2022). Auch das „Blind­wer­den“ von Schei­ben ist im Rah­men der benann­ten „Klau­seln der Glas­ver­si­che­rung“ aus dem Hau­se VEMA mitversichert.

Ver­ein­zelt gibt es am Markt Glas­bau­stei­ne mit einem gene­rel­len Aus­schluss für Schä­den infol­ge hand­werk­li­cher Arbei­ten wäh­rend der Ver­trags­dau­er (z.B. Anbrin­gen eines Bil­des oder Reno­vie­rung einer Woh­nung), wäh­rend diver­se Anbie­ter hier aus­drück­lich eine anzei­ge­pflich­ti­ge Gefahr­er­hö­hung unter­stel­len. So erhebt bei­spiels­wei­se die Con­ti­nen­ta­le in ihrem Tarif Pri­va­te Glas­ver­si­che­run­gen (Stand 01.03.2019) einen Risi­ko­zu­schlag von 100 %, wenn es wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit zu hand­werk­li­chen Arbei­ten „z. B. Neu­bau­ten, Umbau­ten, Auf- bzw. Abbau von Gerüs­ten“ kom­men soll­te.  Dabei gilt:

„Sofern der Ver­trag auf min­des­tens 5 Jah­re abge­schlos­sen wird bzw. noch 5 Jah­re läuft, ist der Zuschlag jedoch nicht erforderlich.“

Auch bei Kon­zept & Mar­ke­ting sind Gefahr erhö­hen­de Maß­nah­men wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit anzei­ge­pflich­tig. Mit Aus­nah­me von „Bau­maß­nah­men“ gemäß Abschnitt C § 21 Nr. 2 b) fehlt an die­ser Stel­le an einer ent­spre­chen­den Klar­stel­lung. Hier bie­tet z. B. die WGV eine kun­den­freund­li­che Lösung (sie­he dort Zif­fer A.12.3 AGIB 2023, Stand 04.2023):

„Hand­werk­li­che Arbei­ten wäh­rend der Ver­trags­dau­er (z. B. Neu­bau­ten, Umbau­ten, Auf bzw. Abbau von Gerüs­ten) am Ver­si­che­rungs­ort sind nicht anzeigepflichtig.“

Was ist unter „Glas“ zu verstehen?

Dass, was Kun­den unter Ver­gla­sung ver­ste­hen, kann im Scha­den­fall zu mög­li­chen Abgren­zungs­pro­ble­men füh­ren. Unklar bleibt damit, inwie­fern Ver­si­che­rungs­schutz für Schä­den an nicht aus Glas bestehen­den Tei­len von Blei‑, Mes­sing- oder Eloxal­ver­gla­sun­gen oder von trans­pa­ren­tem Glas­mo­sa­ik besteht. 

Glei­ches gilt für die Tech­nik von Ceran- und sons­ti­gen Glas­ke­ra­mik­koch­fel­dern (ver­si­chert z. B. nach § 2 Nr. 1 c) des Tarif XXL (B 29) der Inter­Risk mit Stand 19.12.2016, dort, sofern das Koch­feld nur zusam­men mit der Tech­nik aus­ge­baut wer­den kann. Glei­ches gilt bei der Adcu­ri / Bar­me­nia im Rah­men der Zusatz­be­din­gun­gen zur Glas­ver­si­che­rung, Stand 01.01.2023 sowie im Tarif Pri­va­te Glas­ver­si­che­run­gen XXL aus dem Hau­se Con­ti­nen­ta­le, Stand 01.03.2019) oder für Schei­ben oder Plat­ten, die mit ande­ren Gegen­stän­den so ver­bun­den sind, dass sie im Fal­le eines Bruchs nicht ohne Beschä­di­gung der unver­sehr­ten Gegen­stän­de getrennt wer­den kön­nen (z.B. Glas­mö­bel, Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen oder man­che Kamin­öfen). Ohne beson­de­re Ver­ein­ba­rung als ver­si­chert anzu­se­hen sind aller­dings Schä­den an künst­le­risch bear­bei­te­ten Glas­schei­ben, ‑plat­ten und ‑spie­geln. Eine ent­spre­chen­de Klar­stel­lung ist bedin­gungs­sei­tig nicht vorhanden. 

Glei­ches gilt für „intel­li­gen­tes, schalt­ba­res Glas“ (smart glass). Ein Anbie­ter von sol­chem Glas defi­niert die Funk­tio­nen eines sol­ches Gla­ses bei­spiel­haft wie folgt:

„Dimm­ba­rer Sicht­schutz mit Magic­foil, digi­ta­le Jalou­sien oder Raffs­to­res, bei denen durch Antip­pen der Glas­ober­flä­che vir­tu­el­le Jalou­sie­la­mel­len akti­viert wer­den. Mit Inspi­ra Glas-Touch erscheint das digi­ta­le White­board oder das You­Tube Video mit­ten aus dem Glas. Schalt­ba­rer Son­nen­schutz mit Sprach- oder App-Steue­rung. Alles ist mög­lich.“[10]

Hier­zu eine ent­spre­chen­de Klar­stel­lung besteht etwa im Tarif Pri­va­te Glas­ver­si­che­run­gen aus dem Hau­se Con­ti­nen­ta­le (Stand 01.03.2019):

„Intel­li­gen­tes, schalt­ba­res Glas

Der Ver­si­che­rer leis­tet Ersatz für Schä­den an tön­ba­ren Gebäu­de­ver­gla­sun­gen, deren Licht­durch­läs­sig­keit sich z.B. durch das Anle­gen einer elek­tri­schen Span­nung oder Erwär­mung ver­än­dern lässt. Die Rah­men der Ver­gla­sun­gen und die elek­tro­ni­schen Bau­tei­le sind nicht Gegen­stand der Versicherung.“


Eine her­kömm­li­che Glas­ver­si­che­rung ver­si­chert zwar Schä­den an der Ver­gla­sung, nicht jedoch sol­che an direkt dar­an anschlie­ßen­den Sachen. Fällt bei­spiels­wei­se ein anti­ker Wand­spie­gel mit Maha­go­ni­rah­men von der Wand und kommt es dabei auch zu einem Scha­den an dem Holz des Rah­mens, so besteht bei Kon­zept & Mar­ke­ting grund­sätz­lich Ver­si­che­rungs­schutz im Rah­men der unbe­nann­ten Gefah­ren. Dies gilt aller­dings nicht, wenn der Sturz­scha­den z. B. im Rah­men von Rei­ni­gungs­ar­bei­ten (Aus­schluss nach Abschnitt C § 6 Nr. 22) bzw. ander­wei­tig durch Men­schen oder Tie­re (sie­he Aus­schluss nach Abschnitt C §6 Nr. 24) ent­stan­den ist. Befragt man Wett­be­wer­ber von K & M, so gibt es zur Mit­ver­si­che­rung eines Spie­gel­rah­mens teil­wei­se sich wider­spre­chen­de Aus­le­gun­gen. Eine Klar­stel­lung kann von daher Sinn machen.

Ana­log zu den Mus­ter­be­din­gun­gen des GDV wer­den im Scha­den­fall etwa­ige Rest­wer­te der ver­si­cher­ten Sachen angerechnet.

Hin­weis: Eine Über­prü­fung der Inhal­te durch Kon­zept & Mar­ke­ting ist aus Kapa­zi­täts­grün­den nicht erfolgt.


[1] Sie­he hier­zu z. B. „Induk­ti­ons­koch­feld. Lexi­kon zur Glas­ver­si­che­rung“ auf „preis​wert​-ver​si​chert​.de“. Auf­zu­ru­fen unter https://​www​.preis​wert​-ver​si​chert​.de/​i​n​d​u​k​t​i​o​n​s​k​o​c​h​f​e​l​d​-​g​l​a​s​v​e​r​s​i​c​h​e​r​u​n​g​.​h​tml, zuletzt auf­ge­ru­fen am 02.11.2023.

[2] Sie­he hier­zu „Umfang des Ver­si­che­rungs­schut­zes in der Glasversicherung

Ple­xi­glas-Well­plat­ten als Teil der Gebäu­de­ver­gla­sung (§ 2 AGlB)“ auf „dr​-wussow​.de“ vom 13.06.2014. Auf­zu­ru­fen unter https://​www​.dr​-wussow​.de/​d​o​k​u​m​e​n​t​e​_​n​e​u​/​p​d​f​/​2​014 – 06-13-Gebaeudeversicherung.pdf, zuletzt auf­ge­ru­fen am 02.11.2023.

[3] Vgl. „OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 03.09.2020 – 15 U 78/19“ auf „open​jur​.de“. Auf­zu­ru­fen unter https://​open​jur​.de/​u​/​2​3​4​0​8​4​4​.​h​tml, zuletzt auf­ge­ru­fen am 27.10.2023.

[4] Sie­he hier­zu Gotha­er Haus­rat­ver­si­che­rung auf Basis der VHB 2019, Stand 07.2023 Zif­fer A 11.2.3.

[5] „Leuch­te, Beleuch­tungs­kör­per oder Beleuch­tungs­ein­rich­tung“ auf „sve​ti​la​.com“. Auf­zu­ru­fen unter https://​www​.sve​ti​la​.com/​d​e​/​c​o​n​t​e​n​t​/​3​5​-​l​e​u​c​h​t​e​-​b​e​l​e​u​c​h​t​u​n​g​s​k​o​r​p​e​r​-​o​d​e​r​-​b​e​l​e​u​c​h​t​u​n​g​s​e​i​n​r​i​c​h​t​ung, zuletzt auf­ge­ru­fen am 27.10.2023.

[6] „all­safe casa – DIE Eigen­heim­ver­si­che­rung. Wohn­ge­bäu­de + Haus­rat = 2 in 1 Schutz. Pro­dukt­über­sicht.“ (Druck­stück: Pro­dukt­über­sicht, all­safe casa – DIE Eigen­heim­ver­si­che­rung, E, 04/2021, Vers. 2.01)

[7] Im Unter­schied etwa zu den AGIB der Con­ti­nen­ta­le für gewerb­li­che Risi­ken­aus dem Hau­se Die Con­ti­nen­ta­le (Stand 01.2008) gilt die Mit­ver­si­che­rung bei Kon­zept & Mar­ke­ting auch ohne vor­he­ri­ge beson­de­re Ver­ein­ba­rung unab­hän­gig vom Inhalt in Litern.

[8] Reb­mann, Kai „Demo gegen Anti­se­mi­tis­mus in Ber­lin wegen Sicher­heits­be­den­ken abge­sagt EXKLUSIV: „Bekennt­nis gegen Ter­ror und zu Isra­el nur im ‚rich­ti­gen‘ Stadt­teil mög­lich““ auf „reit​schus​ter​.de“ vom 20.10.2023. Auf­zu­ru­fen unter https://​reit​schus​ter​.de/​p​o​s​t​/​d​e​m​o​-​g​e​g​e​n​-​a​n​t​i​s​e​m​i​t​i​s​m​u​s​-​i​n​-​b​e​r​l​i​n​-​w​e​g​e​n​-​s​i​c​h​e​r​h​e​i​t​s​b​e​d​e​n​k​e​n​-​a​b​g​e​s​a​gt/, zuletzt auf­ge­ru­fen am 26.10.2023.

[9] „Glas­bruch: mit einer Glas­bruch­ver­si­che­rung auf der siche­ren Sei­te“ auf „heim- und​-immo​bi​lie​.de“. Auf­zu­ru­fen unter https://​www​.heim​-und​-immo​bi​lie​.de/​v​e​r​s​i​c​h​e​r​u​n​g​e​n​/​g​e​b​a​e​u​d​e​v​e​r​s​i​c​h​e​r​u​n​g​/​r​a​t​g​e​b​e​r​/​g​l​a​s​b​r​u​ch/, zuletzt auf­ge­ru­fen am 01.11.2023.

[10] „Glas neu den­ken, Schalt­ba­res Smart Glas“ auf „media​-visi​on​.de“. Auf­zu­ru­fen unter https://​www​.media​-visi​on​.de/​s​c​h​a​l​t​b​a​r​e​s​-​g​l​a​s​/​?​g​a​d​_​s​o​u​r​c​e​=​1​&​g​c​l​i​d​=​C​j​w​K​C​A​i​A​9​8​W​r​B​h​A​Y​E​i​w​A​2​W​v​h​O​k​a​p​S​l​B​A​4​o​R​-​s​r​2​2​c​S​V​w​z​D​f​9​K​f​t​_​w​n​t​v​q​N​i​w​h​8​8​0​m​N​c​9​F​g​9​G​W​7​6​w​C​B​o​C​1​p​o​Q​A​v​D​_​BwE, zuletzt auf­ge­ru­fen am 07.12.2023.

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