Wald­be­sit­zer­haft­pflicht, Wald­brand- und Waldsturmversicherung

Wer einen Wald sein Eigen nennt, muss nicht nur seiner Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nach­kommen, son­dern hat auch ein Eigen­in­ter­esse daran, sein Stück­chen Natur gegen Unbilden wie Sturm­schäden, zün­delnde Spa­zier­gänger, den Ein­schlag von Blitzen oder andere Gefahren zu versichern.

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Für solche Zwecke bieten sich etwa eine Wald­be­sitzer-Haft­pflicht­ver­si­che­rung, eine Wald­brand­ver­si­che­rung sowie eine Wald­sturm­ver­si­che­rung an.

Haft­pflicht­schutz gegen Existenzverlust

Zum grund­le­genden Leis­tungs­um­fang einer Wald­be­sitzer-Haft­pflicht­ver­si­che­rung gehört die Befrie­di­gung berech­tigter und die Abwehr unbe­rech­tigter Ansprüche wegen umstür­zender Bäume oder her­ab­fal­lender Äste auf Fuß­gänger, auf Wald­park­plätzen ste­hende Kfz oder Schäden durch selbst­fah­rende Arbeits­ma­schinen. Dabei gelten für Wald­be­sitzer erhöhte Sorg­falts­pflichten an die Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht. Zu beachten ist ferner, dass Wald­be­sitzer für Schäden an der Bio­di­ver­sität Haf­tung genommen werden können (Umwelt­scha­den­ver­si­che­rung).

Da Haft­pflicht­schäden an Dritten in unbe­grenzter Höhe zu ersetzen sind, sollte eine mög­lichst hohe Deckungs­summe gewählt werden.

Wald­brand­ver­si­che­rung auch für Weihnachtsbäume

Typi­sche Schäden, die im Rahmen einer Wald­brand­ver­si­che­rung ein­ge­schlossen sind, sind solche durch weg­ge­wor­fene Ziga­ret­ten­kippen, Lager­feuer oder auch vor­sätz­liche Brand­stif­tung. Ver­si­che­rungs­schutz besteht übli­cher­weise auch für bereits geschla­genes Holz, das sich noch im Eigentum des Wald­be­sit­zers befindet. Hierzu können optional auch Weih­nacht­baum­kul­turen gehören. Ver­si­chert sind auch jagd­liche Ein­rich­tungen wie Hoch­sitze, Jagd­hütten oder Sauen­kir­rungen. Da Forst­be­sitzer oft viele Jahre inves­tieren, bevor sie ihre Gewinne rea­li­sieren, sollten auch Ver­mö­gens­schäden aus Holz­zu­wachs (Ver­zin­sung) ein­ge­schlossen sein. Eine leis­tungs­starke Ver­si­che­rung über­nimmt ferner die Kosten für die Wie­der­auf­fors­tung nach einem Waldbrand.

Über­an­gebot von Holz auf den Märkten nach schweren Stürmen unvermeidlich

Die Wald­sturm­ver­si­che­rung kommt für Wald­schäden durch Stürme auf. Wäh­rend gesunde Bäume nor­ma­ler­weise nor­malen Stürmen gewachsen sein sollten, können Dür­re­pe­ri­oden, Schäd­lings­be­fall oder Jahr­hun­dert­stürme dazu führen, dass Bäume nicht die erfor­der­liche Qua­lität errei­chen und vor­zeitig Opfer von Stürmen oder Tor­nados werden. Hinzu kommt, dass der opti­male Ver­kaufs­zeit­punkt für den Holz­ein­schlag oft erst nach Jahr­zehnten oder sogar mehr als einem Jahr­hun­dert erreicht wird. Sturm­schäden können daher zu erheb­li­chen Wert­min­de­rungen führen. Zu beachten ist weiter, dass schwere Stürme viel­fach zu einem Ver­fall des erziel­baren Gewinns auf dem Holz­markt führen. Auch ist die übli­cher­weise vor­ge­schrie­bene Wie­der­auf­fors­tung zwin­gend abzusichern.

Scha­den­fläche oder Scha­den­holz als Leistungsgrundlage

Ver­si­che­rungs­schutz im Rahme der Wald­brand- bzw. Wald­sturm­ver­si­che­rung besteht übli­cher­weise in Höhe einer Pau­schale je Fest­meter Scha­den­holz) oder einer Flä­chen­ent­schä­di­gung je Hektar Scha­den­fläche. Die meisten Anbieter ver­langen zudem die Ver­ein­ba­rung eines Selbst­be­halts von oft 10 Pro­zent des Scha­dens je Schadenereignis.

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