Kurz­check: Hun­de­ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung der R+V

Zum April 2017 hat die R+V All­ge­meine Ver­si­che­rung AG mit dem Risi­ko­träger VTV Ver­ei­nigte Tier­ver­si­che­rung Gesell­schaft a.G.  ihre aktu­elle Tier­ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung für Hunde auf den Markt gebracht. Neben der digi­talen Antrags­strecke gehört hierzu aktuell auch ein pdf-Antrag mit dem aktu­ellen Stand Februar 2021

Die Ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung für Hunde (AVB OPKKT 2017) steht zur Ver­fü­gung in den Tarif­va­ri­anten Basis, Pre­mium bzw. Exzel­lent. Wäh­rend die maxi­male Leistung im Tarif Basis (je nach Ein­tritts­alter) auf 600 Euro bis 1.000 Euro pro Versicherungsfall/Operation begrenzt ist, ent­fällt die Begren­zung in den beiden anderen Tarifen.

© 2021 Cri­tical News — Kein Hund zum Operieren

Im Antrag ist optional die Chip­nummer oder die Täto­wier­nummer anzu­geben. Daraus könnte man ableiten, dass unein­ge­schränkter Ver­si­che­rungs­schutz auch für weder gechippte noch täto­wierte Hunde bestünde. Im Scha­den­fall for­dert der Ver­si­cherer aller­dings die „Iden­ti­fi­ka­ti­ons­nummer (Chip- oder Täto­wie­rungs­nummer)“ des ver­si­cherten Hundes an, sollte dieser ansonsten nicht ander­weitig iden­ti­fi­zierbar sein (z.B. durch die Rasse/ das Alter/ die Farbe oder den Namen).

Quelle: https://​www​.ruv​.de/​p​r​i​v​a​t​k​u​n​d​e​n​/​f​r​e​i​z​e​i​t​-​t​i​e​r​/​h​u​n​d​e​v​e​r​s​i​c​h​e​r​u​n​g​/​a​b​s​c​h​l​uss, zuletzt auf­ge­rufen am 23.06.2021

Im Rahmen der Hun­de­ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung gilt eine all­ge­meine War­te­zeit von einem Monat, für Unfälle abwei­chend von einer Woche. Laut FAQ des Ver­si­che­rers (Stand 11.2018) und pdf-Antrag ent­fällt die War­te­zeit im Tarif Exzel­lent für unfall­be­dingte Ope­ra­tionen. Auch wird hier eine War­te­zeit von einem Jahr für „Ope­ra­tionen der Gruppe f (Ope­ra­tionen ange­bo­rener Fehl­ent­wick­lungen oder –stel­lungen)“ benannt.

Keine beson­deren Bedingungen

Der Ver­si­che­rungs­schutz gilt grund­sätz­lich nur in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sowie für vor­über­ge­hende Auf­ent­halte (bis zu einem Jahr) inner­halb Europas im geo­gra­fi­schen Sinne. Ein welt­weiter Ver­si­che­rungs­schutz besteht also nur bei beson­derer Ver­ein­ba­rung. Die bedin­gungs­sei­tige Rege­lung nach § A 7 bietet hier keine Ver­bes­se­rung des Gel­tungs­be­rei­ches. Der Leis­tungs­über­sicht zufolge, die ent­weder auf der Web­site oder auf einem Antrags-pdf zu finden ist, besteht abwei­chend davon in den Tarifen Pre­mium und Exzel­lent welt­weiter Ver­si­che­rungs­schutz. Das Unter­nehmen äußert sich hierzu wie folgt:

„wir haben keine beson­deren Bedin­gungen. Dass der Ver­si­che­rungs­schutz im Exzel­lent-Ver­trag bei vor­über­ge­henden Aus­lands­auf­ent­halten welt­weit gültig ist, ist im Ver­si­che­rungs­schein ver­merkt. Auf dem IPID und im Antrag selbst (im Anhang) ist der Gel­tungs­be­reich […] erläutert. “

Die Ent­schä­di­gung erfolgt gemäß der im jewei­ligen Land gel­tenden übli­chen Ver­gü­tungen der Tier­ärzte, ist also anders als bei vielen Wett­be­wer­bern, nicht auf den Umfang der in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gel­tenden Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärzte (GOT) begrenzt.

Bei dau­er­hafter Ver­le­gung des Wohn­sitzes (außer nach Öster­reich) ist eine Ver­trags­fort­füh­rung nicht möglich.

Ver­si­che­rungs­fähig sind Hunde ab dem ersten Lebenstag bis zum voll­endeten 10. Lebens­jahr. Der Bei­trag richtet sich nach dem Hun­de­alter bei Ver­trags­ab­schluss. Eine auto­ma­ti­sche Bei­trags­an­pas­sung mit höherem Alter ver­si­cherter Hunde findet nicht statt.

Die Zah­lung kann wahl­weise per Über­wei­sung (online nur bei jähr­li­cher Zahl­weise mög­lich), Kre­dit­karte, Last­schrift­ver­fahren oder per PayPal erfolgen.

Es wird ein Lauf­zeit­nach­lass von 10 Pro­zent bei drei­jäh­riger Ver­trags­lauf­zeit sowie ein Bün­del­ra­batt von 5 Pro­zent bei gleich­zei­tigem Abschluss einer Hun­de­hal­ter­haft­pflicht­ver­si­che­rung (Online-Antrag) bzw. „bei bestehender R+V Pri­vat­Po­lice“ (pdf-Antrag) gewährt.

Ras­sen­zu­ge­hö­rig­keit von Relevanz?

Grund­sätz­lich sind bei der R+V alle gesunden Hunde ver­si­che­rungs­fähig, aller­dings nicht über alle Kanäle. So können Ame­rican Staf­fordshire Ter­rier, Bull­ter­rier, Pit­bull, Staf­fordshire Bull­ter­rier und deren Kreu­zungen mit anderen Hunden nicht online ver­si­chert werden.

Quelle: „Fragen und Ant­worten zur R+V Ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung für Hunde“, Ver­sion 11.2018
(aus der online-Abschlus­s­trecke, Stand 07/2021)

Abwei­chend dazu heißt es auf der Web­site des Unternehmens:

Quelle: https://​www​.ruv​.de/​p​r​i​v​a​t​k​u​n​d​e​n​/​f​r​e​i​z​e​i​t​-​t​i​e​r​/​h​u​n​d​e​v​e​r​s​i​c​h​e​r​ung, zuletzt auf­ge­rufen am 23.06.2021

Auch der pdf-Antrag sieht keine Ein­schrän­kungen für bestimmte Rassen vor.

Der Ver­si­cherer stellt klar, dass gene­rell alle Hunde ver­si­cherbar seien und sich die FAQ nur auf die Online-Abschluss­strecke beziehen:

„Ein­schrän­kungen beziehen sich auf die Online-Abschlus­s­trecke, da diese tech­nisch mit der Abschlus­s­trecke für die Tier­hal­ter­haft­pflicht gekop­pelt ist. Des­halb hier der Aus­schluss dieser Rassen und der Hin­weis auf den Ansprech­partner vor Ort“

Der Bei­trag richtet sich nach dem Ein­tritts­alter des zu ver­si­chernden Tieres:

 BasisPre­miumExzel­lent
bis zu 5 Jahre106,67 €214,20 €333,33 €
ab 6 Jahre117,20 €235,55 €366,66 €
ab 8 Jahre149,33 €299,78 €466,67 €

Je nach Ein­tritts­alter kommt im Ver­si­che­rungs­fall eine Selbst­be­tei­li­gung des Ver­si­che­rungs­neh­mers an den Kosten von Tier­arzt bzw. Tier­klinik in Abzug:

 BasisPre­miumExzel­lent
bis 5 Jahre0%10%0%
ab 6 Jahre25%25%25%
ab 8 Jahre40%40%40%

Wenn also ein Hund z. B. bei Antrags­stel­lung sieben Jahre alt ist, gilt für diesen im Tarif Pre­mium wäh­rend der gesamten Ver­trags­lauf­zeit eine Selbst­be­tei­li­gung in Höhe von 25 Pro­zent.

Der pdf-Antrag sieht eine Zah­lung nur mit SEPA-Mandat oder Über­wei­sung vor. Aus­drück­lich klar­ge­stellt wird ein SEPA-Mandat ver­pflich­tend für monat­liche Zahl­weise. Laut FAQ sei online auch eine Zah­lung per Kre­dit­karte oder paypal, nur bei jähr­li­cher Zahl­weise zusätz­lich per Über­wei­sung, möglich.

Bei Zah­lungs­verzug weist die R+V auf über­durch­schnitt­liche Gebühren im Ein­zel­fall hin:

„Im Falle einer Bei­trags­an­mah­nung bei Zah­lungs­verzug können Mahn­ge­bühren bis zu 15,00 EUR entstehen.“

Ein Raten­zah­lungs­zu­schlag für unter­jäh­rige Zahl­weise wird nicht erhoben.

Bedin­gungen und Ange­bots­rechner treffen keine Unter­schei­dung, ob ein Hund privat als Haus­tier, als Jagd- oder Wach­hund, Zucht­hündin, Blin­den­führ­hund, Ret­tungs­hund, The­ra­pie­hund oder ob ein VDH-Hun­de­füh­rer­schein bzw. eine Begleit­hun­de­prü­fung ein­ge­setzt wird.

Ver­si­che­rungs­schutz ab Geburt

Ver­si­che­rungs­fähig sind Hunde ab Geburt, höchs­tens jedoch bis zur Voll­endung des 10. Lebensjahres.

Ver­si­che­rungs­schutz wird online nur für gesunde Hunde geboten.

Quelle: https://​www​.ruv​.de/​p​r​i​v​a​t​k​u​n​d​e​n​/​f​r​e​i​z​e​i​t​-​t​i​e​r​/​h​u​n​d​e​v​e​r​s​i​c​h​e​r​u​n​g​/​a​b​s​c​h​l​uss, zuletzt auf­ge­rufen am 23.06.2021

Im Ange­bots­rechner wird zum Begriff „gesund“ nicht näher aus­ge­führt. Das Stern­chen weist aber darauf hin, dass es sich hierbei um eine essen­ti­elle Angabe han­delt. Sollte man diese Frage mit „nein“ beant­worten müssen, ver­weist der Ange­bots­rechner auf einen per­sön­li­chen Berater.

(aus der online-Abschlus­s­trecke, Stand 07/2021)

Abwei­chend lautet die Gesund­heits­frage im pdf-Antrag wie folgt:

Quelle: Druck­stück Nr. 05 040 10 1447 001 0 02.21RRuV

Bei einem Hund nach „frei von Män­geln“ zu fragen, wirkt etwas unge­wöhn­lich, denkt man doch hier eher an ein Objekt. Die Abfrage kon­kreter Ein­schrän­kungen spricht dafür, dass über den pdf-Antrag anders als über den Online­rechner eine Ein­zel­fall­prü­fung mög­lich ist.

Haupt­fäl­lig­keit stets zum Monatsersten

Die Hun­de­ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung wird auf unbe­fris­tete Zeit geschlossen. Der Ver­si­cherer kann den Ver­trag mit Frist von drei Monaten zum Ende der ursprüng­lich abge­schlos­senen Lauf­zeit kün­digen, anschlie­ßend mit Frist von drei Monaten zur jewei­ligen Haupt­fäl­lig­keit. Ein Ver­zicht auf das ordent­liche Kün­di­gungs­recht besteht nicht.

Die Haupt­fäl­lig­keit richtet sich grund­sätz­lich nach dem Ver­si­che­rungs­be­ginn des Ver­trages. Ablauf ist frü­hes­tens der Erste eines Monats im ersten Jahr nach Ver­trags­be­ginn. Das Ver­si­che­rungs­jahr weicht somit regel­mäßig vom Kalen­der­jahr ab.

Bei­spiel:

Antrags­stel­lung: 03.08.2021

Haupt­fäl­lig­keit: 01.09.2022, 01.09.2023 oder 01.09.2024

Die All­ge­meinen Bedin­gungen zum Tarif finden sich auf der Web­site des Unter­neh­mens unter https://​www​.ruv​.de/​p​r​i​v​a​t​k​u​n​d​e​n​/​f​r​e​i​z​e​i​t​-​t​i​e​r​/​h​u​n​d​e​v​e​r​s​i​c​h​e​r​ung. Beson­dere Bedin­gungen wie sie in der Branche üblich sind, exis­tieren nicht. Wesent­liche Leis­tungs­ver­bes­se­rungen gegen­über den All­ge­meinen Bedin­gungen finden sich zum einen in der Leis­tungs­über­sicht auf der Web­site als auch in einem pdf-Antrag, der jedoch aktiv ange­for­dert werden muss. Wei­tere Infor­ma­tionen lassen sich dem Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt und einer FAQ-Liste ent­nehmen, die inner­halb der Abschluss­strecke zum Down­load zur Ver­fü­gung stehen und/oder dem Kunden vor dem Abschluss per Email zuge­sendet werden.

Davon abge­sehen bietet das Unter­nehmen im Rahmen seines Inter­net­auf­tritts recht umfang­reiche Infor­ma­tionen zu seiner Hunde-Operationskosten-Versicherung.

Neben der Hun­de­ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung bietet die R+V auch eine Hundehalterhaftpflicht‑, Pfer­de­hal­ter­haft­pflicht- sowie Pfer­de­ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung und eine Tier­le­ben­ver­si­che­rung für Pferde an.

Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs Hunde-OP-Ver­si­che­rung Exzel­lent der R+V

  • Freie Wahl des Tier­arztes und der Tier­klinik, in der ver­si­cherte Ope­ra­tionen durch­ge­führt werden.
  • Ver­si­chert sind Ope­ra­tionen zur Behand­lung von Frak­turen, ortho­pä­di­sche und neu­ro­lo­gi­sche Ope­ra­tionen sowie Ope­ra­tionen an den Weich­teilen (Weich­teil­chir­urgie).
  • Erstattet werden Leis­tungen unab­hängig von der Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärzte (GOT). Im Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt heißt es aller­dings „Der abge­rech­nete Satz der Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärzte ist dabei unab­hängig. Meist erfolgt in der Praxis eine Abrech­nung zum zwei- bis drei­fa­chen Satz GOT, ver­ein­zelt auch zum vier­fa­chen Satz. Der Ver­si­cherer stellt klar:

„In Deutsch­land unter­liegen alle Tier­ärzte der GOT, wir erstatten hier unab­hängig von der Höhe des GOT Satzes, also auch bis zum 4‑fachen Satz. Im Aus­land werden in der Regel Pau­schalen pro OP erhoben, die dann bedin­gungs­gemäß erstattet werden.“

  • Medi­zi­nisch not­wen­dige Nach­be­hand­lungen nach einer ver­si­cherten Ope­ra­tion werden laut FAQ sowie Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt bis zu 14 Tage nach dem Ein­griff erstattet. Die Bedin­gungen selbst spre­chen von „unmit­tel­barer“ Nachsorge.
  • Über­nommen werden die Kosten für eine medi­zi­nisch not­wen­dige Vor­sorge unmit­telbar vor einer ver­si­cherten Ope­ra­tion. Laut Aus­sage des Ver­si­che­rers bezieht sich dies ins­be­son­dere auch auf die im Zusam­men­hang mit der ver­si­cherten Ope­ra­tion ste­hende Dia­gnostik, wie bei­spiels­weise die erfor­der­li­chen Röntgen‑, Ultraschall‑, MRT-Aufnahmen.
  • In der Vari­ante Exzel­lent ver­si­chert sind ange­bo­rene Fehl­ent­wick­lungen oder ‑stel­lungen mit 12 Monaten War­te­zeit. Dies beinhaltet u. a. brachy­ce­phales Syn­drom, Hüft­dys­plasie (HD), Ellen­bo­gen­ge­lenks­dys­plasie (ED), Osteo­chon­drosis dis­se­cans (OCD), Patell­a­lu­xa­tion, Hydro­ce­phalus / Chiari Mal­for­ma­tion, per­sis­tie­render ductus arte­riosus (PDA) / Pul­mo­nals­tenose / Rech­ta­orta / Hiatus hernie, Lebers­hunt, Ekto­pi­scher Ureter, Entro­pium / Ektro­pium / Nick­haut­drü­sen­vor­fall, Zahn­fehl­stel­lung, Atesia ani sowie Der­mo­id­zyste. Nicht ver­si­chert sind sons­tige Folgen von Män­geln oder Krank­heiten, die bei Beginn der Ver­si­che­rung bereits vor­handen waren.
  • Eben­falls in der Vari­ante Exzel­lent mit­ver­si­chert sind Biop­sien (Gewebe-Probe-Ent­nahmen). Um eine Biopsie zu ent­nehmen, ist unter anderem eine ört­liche Betäu­bung erfor­der­lich. Bei einer Biopsie werden ent­weder Gewe­be­proben oder auch Proben von inneren Organen bzw. Kno­chen ent­nommen.[1] Laut FAQ seien sowohl chir­ur­gi­sche als ach mini­mal­in­va­sive Biop­sien mitversichert.
  • Ver­si­che­rungs­schutz auch für Ope­ra­tionen, bei denen die Haut oder dar­unter lie­gendes Gewebe nicht mehr als punkt­förmig durch­trennt wird (Punk­tion) besteht in der Vari­ante Exzel­lent. Dies bedeutet, dass z. B. die Punk­tion von Flüs­sig­keits­an­samm­lungen (z. B. Zyste, Lymph­noten, Harn­blase etc.) mit­ver­si­chert ist.
  • Im Gegen­satz zu vielen Wett­be­wer­bern besteht bei der R+V keine Ein­schrän­kung nur auf medi­zi­ni­sche Maß­nahmen, deren Behand­lung nach dem aktu­ellen und all­ge­meinen Stand der vete­rinär-medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaft als geeignet erscheinen. Zwar bleiben aus­ge­schlossen Heil­be­hand­lungen durch Nicht-Tier­ärzte (z. B. Heil­prak­tiker), nicht aus­ge­schlossen sind jedoch sons­tige alter­na­tive Heil­me­thoden, sofern sie mit einer Ope­ra­tion ver­bunden sind (z. B. Gold­im­plan­ta­tion) oder im Rahmen der ver­si­cherten Nach­be­hand­lung erfolgen (z. B. Aku­punktur, Homöopathie)
  • Kein Aus­schluss für einen medi­zi­nisch not­wen­digen Kai­ser­schnitt
  • Kein Aus­schluss für Ope­ra­tionen, die im Zusam­men­hang mit dem Decken des ver­si­cherten Hundes stehen.
  • Aus­drück­liche Über­nahme der Kosten für Dia­gnostik unmit­telbar vor der Ope­ra­tion. Dazu gehören z. B. CT, MRT oder Ultra­schall. Wenn ein ver­si­cherter Hund etwa wegen eines Band­schei­ben­vor­falls ope­riert werden muss (ca. 2.000 bis 3.000 Euro), so kostet allein der MRT hierzu je nach Quelle zwi­schen 300 und 330 Euro oder sogar ab 1.200 Euro zusätzlich.
  • Aus­drück­liche Über­nahme der Kosten für Medi­ka­mente im Zusam­men­hang mit ver­si­cherten Operationen.
  • Kein Aus­schluss für Schäden infolge von Pan­de­mien oder Epi­de­mien
  • Kein Aus­schluss für ope­ra­tive Zahn­ex­trak­tion und Wur­zel­be­hand­lung unter Nar­kose, jedoch feh­lende bedin­gungs­sei­tige Klar­stel­lung. Der Ver­si­cherer stellt jedoch gegen­über „Risiko & Vor­sorge“ klar:

„Zahn­ex­trak­tionen sind in allen Vari­anten ver­si­cherte Leistungen“

  • Der bei Antrags­stel­lung je nach Ein­tritts­alter ver­ein­barte Ver­si­che­rungs­schutz bleibt unab­hängig vom Alter des ver­si­cherten Tieres in vollem Umfang bestehen.
  • Nach Ver­trags­be­ginn keine auto­ma­ti­sche Bei­trags­an­pas­sung oder Leis­tungs­re­du­zie­rung mit zuneh­mendem Alter
  • Recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers auf Direkt­ab­rech­nung mit dem Tier­arzt bzw. der Tier­klinik ist nicht bedin­gungs­seitig gere­gelt, ergibt sich aber kon­klu­dent aus dem auf der Web­site zur Ver­fü­gung gestellten For­mular zur „Scha­den­ab­tre­tungs­er­klä­rung“.

Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs Hunde-OP-Ver­si­che­rung Exzel­lent der R+V

  • Keine Inno­va­ti­ons­klausel für prä­mi­en­neu­trale Leistungsverbesserungen
  • Kein Ver­zicht auf das ordent­liche Kündigungsrecht
  • Ver­si­che­rungs­schutz nur für Ope­ra­tionen unter Nar­kose (inkl. Schmer­zaus­schal­tung). Ent­spre­chend besteht Ver­si­che­rungs­schutz nur für All­ge­mein­an­äs­thesie, nicht jedoch fürLokal­an­äs­thesie. Sedie­rung wird bedin­gungs­seitig nicht klar­ge­stellt. Der Ver­si­cherer kon­kre­ti­siert gegen­über „Risiko & Vorsorge“:

„Seda­tion gilt als Teil­nar­kose und wird von uns anerkannt“

  • Keine aus­drück­liche Über­nahme der Kosten für die Unter­brin­gung in einer Tier­klinik oder einer Tier­arzt­praxis, um die Gene­sung des Hundes medi­zi­nisch sicher­zu­stellen. In den FAQ ist jedoch fol­gendes klargestellt:

„Die bei einem ver­si­cherten chir­ur­gi­schen Ein­griff ent­ste­henden Kosen für die Unter­brin­gung und Füt­te­rung des Hundes erstatten wir eben­falls. Aus­schlag­ge­bend für den Umfang der Erstat­tung ist die für die jewei­lige Ope­ra­tion ver­ein­barte Höchst­ent­schä­di­gung, unab­hängig davon, wie lange Ihr Hund in der Tier­arzt­praxis /-klinik bleiben muss.“

Der Ver­si­cherer stellt weiter klar:

„Unter­brin­gung zählt zur Nach­sorge und ist somit 14 Tage post OP mitversichert“

  • Keine Über­nahme der Kosten für einen Rei­se­rück­tritt, die ent­stehen, wenn der Ver­si­che­rungs­nehmer eine gebuchte Urlaubs­reise auf­grund einer unfall­be­dingten erfor­der­li­chen Ope­ra­tion des ver­si­cherten Hundes nicht antreten kann
  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung der Kosten für eine nach einer ver­si­cherten Ope­ra­tion durch­ge­führte Phy­sio­the­rapie (zum Bei­spiel Lauf­band, Aqua­trainer). Hierfür bestehe laut Aus­kunft des Ver­si­che­rers bei medi­zi­ni­scher Indi­ka­tion Ver­si­che­rungs­schutz im Rahmen der ver­ein­barten Nach­sorge (Nach­be­hand­lung).
  • Aus­schluss für Kas­tra­tion bzw. Ste­ri­li­sa­tion ver­si­cherter Hunde gemäß § A 3 Nr. 1c) AVB OPKKT 2017 der VTV, auch wenn diese z. B. auf­grund bös­ar­tiger Zubil­dungen der Geschlechts­or­gane medi­zi­nisch not­wendig sein sollte

Der Ver­si­cherer gibt hierzu an:

„Grund­sätz­lich ist die nor­male Kas­tra­tion bei uns bedin­gungs­gemäß aus­ge­schlossen, das ist korrekt.

Wenn wir jedoch das Bei­spiel des Hoden­tu­mors beim alten Rüden nehmen, so ist hier die Kas­tra­tion natür­lich Mittel der Wahl zur Ent­fer­nung des Tumors. Es erfolgt eigent­lich eine Tumor-OP aller­dings hier als medi­zi­ni­sche Leis­tung die Kastration.

Ein anderes Bei­spiel ist die Pyo­metra-OP der Hündin. Hier han­delt es sich oft um einen lebens­be­droh­li­chen akuten Zustand. Aus tier­ärzt­li­cher Sicht ist die Ent­fer­nung der mit Eiter gefüllten Gebär­mutter indi­ziert, abge­rechnet wird hier eben­falls die Ovar­hys­te­rek­tomie, da die GOT gar keine andere Mög­lich­keit bietet.

Die Kas­tra­tionen auf­grund von Ver­hal­tens­än­de­rungen, Schein­schwan­ger­schaften (=ein phy­sio­lo­gi­scher Vor­gang) sind bei uns ausgeschlossen.“

  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Ope­ra­tionen im Zusam­men­hang mit einer Schein­träch­tig­keit:

„Schein­träch­tig­keit ist keine Erkran­kung, zählt bei uns nicht als medi­zi­ni­sche Indi­ka­tion für eine Kastration“

  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Über­kro­nungen und Pro­thetik.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für rein kos­me­ti­sche Kor­rek­turen von Zahn- und Kie­fer­ano­ma­lien.
  • Keine Über­nahme der not­wen­digen Kosten für Ein­schlä­fe­rung durch Injektion.
  • Nicht ver­si­chert ist der finan­zi­elle Wert eines ver­si­cherten Tieres durch Tod (Ver­enden oder Nottötung)
  • Keine Über­nahme der Kosten für Tele­dia­gnostik und Tele­be­ra­tung in Bezug auf eine ver­si­cherte Ope­ra­tion durch einen Tierarzt
  • Keine Klar­stel­lung hin­sicht­lich der Über­nahme der Kosten für Laser­the­rapie, außer im Rahmen der Nach­sorge nach einer ver­si­cherten Ope­ra­tion. Der Ver­si­cherer stellt gegen­über „Risiko & Vor­sorge“ klar:

„Laser dient in der Medizin unter­schied­li­chen Zwe­cken, wenn der Tumor mit­tels Laser­chir­urgie ent­fernt wird, stellt das eine ver­si­cherte Leis­tung dar. Ebenso die Laser­the­rapie in der Nach­be­hand­lung einer Verletzung/ zur Wund­hei­lung etc.“

  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung der Ent­fer­nung von Gift - / Schad­kör­pern, sofern diese nicht im Ein­zel­fall eine ver­si­cherte Ope­ra­tion dar­stellen. Der Ver­si­cherer stellt jedoch klar:

Ope­ra­tionen zur Ent­fer­nung von Fremd­kör­pern Bsp. Grannen stellt eine ver­si­cherte Leis­tung dar

  • Nicht ver­si­chert sind Schön­heits­ope­ra­tionen. Dies kann so ver­standen werden, dass auch Ope­ra­tionen, die der Her­stel­lung des jewei­ligen Ras­se­stan­dards dienen und rein ästhe­ti­schen Cha­rakter haben, aus­ge­schlossen sind. Dies gilt auch für Maß­nahmen am Gebiss des Hundes.
  • Nicht ver­si­chert sind Schäden, soweit sie durch Krieg, innere Unruhen, Streik oder Aus­sper­rung, Erd­beben, Über­schwem­mungen, Kern­energie oder hoheit­liche Ein­griffe ver­ur­sacht wurden.
  • Keine Über­nahme der Kosten für eine tier­ärzt­liche Kenn­zeich­nung durch einen Iden­ti­fi­zie­rungschip nach ISO-Norm
  • Keine Über­nahme der Kosten für Pfle­ge­zu­behör und Pfle­ge­mittel sowie für Tra­ge­vor­rich­tungen, Geh­hilfen, Geschirr.
  • Kein aus­drück­li­cher Ver­si­che­rungs­schutz für eine Ope­ra­tion wegen medi­zi­nisch not­wen­diger Pro­thesen (künst­liche Glied­maßen, künst­liche Gelenke, künst­liche Organe und Organ­teile, so z. B. ein künst­li­ches Hüft­ge­lenk). Zahn­pro­thesen sind aus­ge­schlossen, da sie als her­aus­nehm­barer Zahn­ersatz unter den Aus­schluss nach § A 3 Nr. 1 d) für Ope­ra­tionen im Zusam­men­hang mit „Über­kro­nungen und Zahn­ersatz (Pro­thetik)“ fallen. Der Ver­si­cherer stellt klar:

„Endo­pro­thetik Bsp. künst­li­ches Hüft­ge­lenk im Tarif Exzel­lent nach Ablauf von 1 Jahr War­te­zeit ver­si­cherte Leis­tung (fällt nicht unter die Ausschlüsse)“

  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für nicht nicht­in­va­siven Behandlungen
  • Keine Klar­stel­lung, inwie­fern Ope­ra­tionen unter Anwen­dung von minimal-inva­siven Ope­ra­ti­ons­me­thoden mit­ver­si­chert sein sollen. Zum Teil werden minimal-inva­sive Methoden etwa zur Ent­fer­nung von Harn­steinen ver­wendet[2].

„Minimal-inva­sive Ope­ra­tionen beinhalten chir­ur­gi­sche Ein­griffe, die über kleine Ein­schnitte durch die Haut in eine Kör­per­höhle (wie etwa in den Bauch- oder Brust­raum, Gelenke) erfolgen. Die Bilder werden ver­grö­ßert auf einem Monitor im OP dar­ge­stellt.“[3]

Der Ver­si­cherer stellt klar, dass endo­sko­pi­sche Ope­ra­tionen „eine ver­si­cherte Leis­tung“ dar­stellen.

  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für endo­sko­pi­sche Ein­griffe, da diese eine rein dia­gnos­ti­sche Maß­nahme darstellen.

„Mit­hilfe eines Endo­skops inspi­ziert der Tier­arzt innere Kör­per­höhlen und Organe, die sich durch eine Ultra­schall-Unter­su­chung oder Röntgen-Unter­su­chung nicht aus­rei­chend beur­teilen lassen. Ohne die Endo­skopie wäre es sonst nur durch eine Ope­ra­tion mög­lich, das Innere des Kör­pers zu betrachten.“[4]

Der Ver­si­cherer stellt gegen­über „Risiko & Vor­sorge“ klar:

„Endo­sko­pien als reine dia­gnos­ti­sche Maß­nahme stellen keine ver­si­cherte Leis­tung dar, the­ra­peu­ti­sche Endo­sko­pien sind ver­si­chert, Bei­spiel Fremd­körper in der Nase mit­tels Rhi­no­skopie und Zange entfernt“

  • Keine Ver­sor­gung des Hundes bei medi­zi­nisch not­wen­digem Kran­ken­haus­auf­ent­halt des Hundehalters.
  • Keine Über­nahme von Rück­rei­se­kosten für das ver­si­cherte Tier bei Scha­den­fällen im Ausland
  • Keine Über­nahme von Wege­geld, Rei­se­kosten oder Ver­weil­geld für Haus­be­suche des Tier­arztes von nach­ge­wie­se­ner­maßen trans­port­un­fä­higen Tieren
  • Keine Über­nahme der Trans­port­kosten für ver­si­cherte Tiere
  • Keine Kos­ten­über­nahme für die Erst­be­hand­lung der Welpen einer ver­si­cherten Hündin bzw. Ope­ra­tionen von Welpen, die kurz nach der Nie­der­kunft des ver­si­cherten Mut­ter­tiers erfor­der­lich werden.
  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung für vom Tier­arzt durch­ge­führte nicht-inva­sive alter­na­tive Heil­me­thoden (z. B. Homöo­pa­thie oder (Gold-)Akupunktur) sowie Aus­schluss für rege­ne­ra­tive The­ra­pien (z. B. Auto­loges Kon­di­tio­niertes Plasma, Orthokin-Ver­fahren, Platel­elet Rich Plasma oder Stamm­zel­len­the­rapie oder Behand­lung mit IRAP, einer spe­ziell paten­tierten Form der Serum – Eigen­blut­the­rapie) die im Rahmen einer Ope­ra­tion vor­ge­nommen werden. Der Ver­si­cherer stellt klar:

„Homöpa­thie im Rahmen der Nach­be­hand­lung ver­si­cherte Leis­tung, Gold Aku­punktur im Tarif Exzel­lent bei Vor­liegen einer med. Indi­ka­tion ver­si­cherte Leis­tung, reg. The­ra­pien sind aus­ge­schlossen, das ist kor­rekt

  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Behand­lungen mit Phy­to­the­rapie (Pflan­zen­heil­kunde) oder Osteo­pa­thie (Druck­be­hand­lung des Bewe­gungs­ap­pa­rates, innerer Organe oder von Schä­del­platten, Kreuz­bein sowie Hirn- und Rückenmarkshäuten).
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für eine unblu­tige Repo­si­tion luxierter Gelenke. Dem Ver­si­cherer zufolge han­dele es sich hierbei nicht um einen „chir­ur­gi­schen Ein­griff, des­halb kein Versicherungsschutz“.
  • Da es sich um eine Tier­ope­ra­ti­ons­kosten- und keine Tier­kran­ken­ver­si­che­rung han­delt, keine Kos­ten­über­nahme u. a. für Vor­sor­ge­un­ter­su­chungen, Imp­fungen, Wurm­kuren, Para­si­ten­mittel, Zahn­be­hand­lungen, pro­phy­lak­ti­sche Zahn­rei­ni­gung und -politur, Zahn­stein­ent­fer­nung oder Zahn­fleischer­satz (Ging­vio­plastik)

[1] „Gewe­be­proben-Ent­nahme (Biopsie) bei Tieren“ auf „tier​me​di​zin​portal​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​www​.tier​me​di​zin​portal​.de/​d​i​a​g​n​o​s​e​/​g​e​w​e​b​e​p​r​o​b​e​n​-​e​n​t​n​a​h​m​e​-​b​i​o​p​s​i​e​-​b​e​i​-​t​i​e​r​e​n​/​3​6​3​236, zuletzt auf­ge­rufen am 23.06.2021.

[2] Rafael Nickel „Endo­sko­pi­sche Laser­li­tho­tripsie in der Klein­tier­me­dizin“ auf „hund​kat​ze​pferd​.com“. Auf­zu­rufen unter http://​www​.hund​kat​ze​pferd​.com/​a​r​c​h​i​v​e​/​7​8​6​7​4​7​/​E​n​d​o​s​k​o​p​i​s​c​h​e​-​L​a​s​e​r​l​i​t​h​o​t​r​i​p​s​i​e​-​i​n​-​d​e​r​-​K​l​e​i​n​t​i​e​r​m​e​d​i​z​i​n​.​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 23.06.2021

[3] „MINIMAL-INVASIVE OPERATIONEN IN DER TIERKLINIK NEANDERTAL“ auf „tier​klinik​-nean​dertal​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​www​.tier​klinik​-nean​dertal​.de/​l​e​i​s​t​u​n​g​e​n​/​c​h​i​r​u​r​g​i​e​/​m​i​n​i​m​a​l​-​i​n​v​a​s​i​v​e​-​o​p​e​r​a​t​i​o​n​e​n​.​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 23.06.2021

[4] „Endo­sko­pien (Spie­gel­un­ter­su­chungen) bei Tieren“ auf „tier​me​di​zin​portal​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​www​.tier​me​di​zin​portal​.de/​d​i​a​g​n​o​s​e​/​e​n​d​o​s​k​o​p​i​e​n​-​s​p​i​e​g​e​l​u​n​t​e​r​s​u​c​h​u​n​g​e​n​-​b​e​i​-​t​i​e​r​e​n​/​2​3​5​123, zuletzt auf­ge­rufen am 23.06.2021

0 0 Stimmen
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Interne Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen