Kurz­check: Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung der Helvetia

Zum 01.03.2021 hat die Hel­vetia Schwei­ze­ri­sche Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft AG ihre aktu­elle Tier­kran­ken­ver­si­che­rung „Hel­vetia Pet­Care“ für Katzen und Hunde auf den Markt gebracht. Dabei wirbt das Unter­nehmen damit, dass die Tarife zusammen mit Tier­ärzten ent­wi­ckelt worden seien. An dieser Stelle soll nur der Tarif für Hunde näher bespro­chen werden.

Der Ver­si­che­rungs­schutz für Hunde steht zur Ver­fü­gung in den Tarif­va­ri­anten Basis­schutz, Kom­pakt­schutz und Kom­fort­schutz. Ein­ge­schlossen ist jeweils der Hel­vetia Pet­Care Schutzbrief.

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Die Jah­res­höchst­leis­tung für ambu­lante und sta­tio­näre Heil­be­hand­lungen ein­schließ­lich Medi­ka­tion sowie Ope­ra­tionen pro Jahr hängt von der gewählten Vari­ante ab:

Eine spe­zi­elle Tarif­va­ri­ante richtet sich an Jagd- und Arbeits­hunde. Die Jah­res­höchst­leis­tung für ambu­lante und sta­tio­näre Heil­be­hand­lungen ein­schließ­lich Medi­ka­tion sowie Ope­ra­tionen beträgt 3.000 Euro pro Jahr. Für Jagd­hunde besteht wie im Rahmen einer Jagd­hun­de­un­fall- bzw. Bewe­gungs­jagd­ver­si­che­rung auch Ver­si­che­rungs­schutz bei Tod, Not­tö­tung bzw. Abhan­den­kommen eines Jagd­hundes, der wäh­rend der Jagd­aus­übung oder der Nach­suche einen töd­li­chen Unfall erleidet oder für einen ver­si­cherten Jagd­hund, der auf­grund eines Unfalls wäh­rend der Jagd­aus­übung oder wäh­rend der Nach­suche not­ge­tötet werden muss bzw. abhandenkommt.

Je nach gewähltem Tarif muss sich der Ver­si­che­rungs­nehmer an jedem Schaden mit einem Selbst­be­halt beteiligen:

  • Basis: 20 Prozent Selbst­be­tei­li­gung
  • Kom­pakt: 20 Pro­zent Selbst­be­tei­li­gung (ent­fällt für Leis­tungen aus der Gesundheitsvorsorge)
  • Kom­fort: in den ersten vier Jahren sowie für Gesund­heits­vor­sorge und Kas­tra­tion ohne Selbst­be­tei­li­gung (abwei­chend 20 Pro­zent für Hunde ab einem Alter von 4 Jahren mit Beginn des dar­auf­fol­genden Ver­si­che­rungs­jahres)

Optional können die Tarife Pet­Care Kom­pakt und Pet­Care Kom­fort um fol­gende Bau­steine ergänzt werden, so dass der Ver­si­che­rungs­schutz den Cha­rakter einer echten Tier­kran­ken­ver­si­che­rung erhält:

  • Alter­na­tive Heilmethoden
  • Zahn­zu­satz­schutz

Ohne diese Leis­tungen spricht die Hel­vetia in ihren Bedin­gungen vom so genannten „OP-Schutz“. Aus dem Ange­bots­rechner ist dies nicht erkennbar.

Quelle: Screen­shot vom 20.06.2021 auf https://​www​.hel​vetia​.com/​d​e​/​b​2​c​t​o​o​l​s​/​t​i​e​r​k​r​a​n​k​e​n​B​2​C​/​a​p​p​/​#​/​s​t​e​p​/​q​u​ote
Quelle: Screen­shot vom 20.06.2021 auf https://​www​.hel​vetia​.com/​d​e​/​b​2​c​t​o​o​l​s​/​t​i​e​r​k​r​a​n​k​e​n​B​2​C​/​a​p​p​/​#​/​s​t​e​p​/​q​u​ote

Auch das Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt ist wenig trans­pa­rent. Dieses stellt als zusätz­liche Schutz­va­ri­anten „Ope­ra­ti­ons­kosten für Hund und Katzen“ bzw. „Unfall für Hunde“ dar. Bedin­gungs­seitig sind diese nicht erkennbar.

Im Antrag der Hel­vetia anzu­geben ist alter­nativ eine Täto­wier- oder Chip­nummer. Spä­tes­tens im Scha­den­fall ist eine solche erfor­der­lich, wenn­gleich die Bedin­gungen hierzu keine Klar­stel­lung vorsehen.

Quelle: Screen­shot vom 18.06.2021 auf https://​www​.hel​vetia​.com/​d​e​/​b​2​c​t​o​o​l​s​/​t​i​e​r​k​r​a​n​k​e​n​B​2​C​/​a​p​p​/​#​/​s​t​e​p​/​p​r​o​f​i​les

Bei Bean­tra­gung des Ver­si­che­rungs­schutzes ist unter anderem anzu­geben, ob das zu ver­si­chernde „Tier bisher frei von Krank­heiten und Unfällen“ ist. Dies lässt sich so inter­pre­tieren, dass ein Ver­si­che­rungs­nehmer auch solche Erkran­kungen anzu­geben hat, die ihm bei Antrags­stel­lung selbst nicht bekannt sind, z. B. Impf­schäden wie Autismus und Epi­lepsie[1], die noch nicht fest­ge­stellt wurden. Wie bei Men­schen werden vor allem solche Impf­schäden erfasst, die zeit­nahe nach einer Imp­fung auf­treten[2]. Ohne ein aktives Mel­de­system ist es wenig wahr­schein­lich, dass ein Tier­be­sitzer selbst jeden denk­baren Schaden erkennt. Dar­über hinaus impli­ziert „bisher“, dass sämt­liche Erkran­kungen anzu­geben sind, unter denen das zu ver­si­chernde Tier je gelitten hat.

Teil­weiser Ver­zicht auf War­te­zeit für ver­kehrs­un­fall­be­dingte Behandlungen

Im Rahmen der Hun­de­ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung gilt eine all­ge­meine War­te­zeit von drei Monaten ab Ver­trags­be­ginn. Anders als im Basis­schutz ent­fällt die War­te­zeit für erfor­der­liche Unter­su­chungen und/oder Ope­ra­tionen infolge eines Ver­kehrs­un­falls sowie Kosten für Vor­sor­ge­maß­nahmen im Kom­pakt­schutz und Kom­fort­schutz. Das Vor­liegen eines Ver­kehrs­un­falls ist anhand eines poli­zei­li­chen Pro­to­kolls nachzuweisen.

Für defi­nierte Ope­ra­tionen besteht abwei­chend eine ver­län­gerte War­te­zeit von 6 Monaten:

  • Hüft­ge­lenks­dys­plasie (HD)
  • Ellen­bo­gen­dys­plasie (ED) bzw. Osteo­chon­dro­sis­dis­se­cans (OCD) / Frak­tu­rierter Pro­cessus coro­no­ideus (FPC)
  • Herz­er­kran­kungen, All­er­gien und Schilddrüsenerkrankungen
  • Gold­aku­punktur bzw. Implantate
  • Kryptor­chismus
  • Entro­pium
  • Ektro­pium
  • Nabel­bruch
  • Arthrosen
  • Brachy­ze­phales Syndrom
  • Epi­lepsie

Im OP-Tarif werden auch nach der War­te­zeit keine Leis­tungen für Kör­per­er­satz­stücke (Pro­thesen) und Gold­aku­punktur bzw. Implan­tate übernommen.

Ein­ge­schränkte Auslandsdeckung

Der besteht inner­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sowie für vor­über­ge­hende Aus­lands­auf­ent­halte bis zu 12 Monaten ab Aus­rei­se­datum. Für Leis­tungs­fälle außer­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land besteht ein Leis­tungs­an­spruch maximal im Umfang der in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gel­tenden Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärzte (GOT). In der Regel werden im Aus­land Pau­schalen pro Ope­ra­tion übernommen.

Ver­ein­bart werden kann wahl­weise eine Ver­trags­lauf­zeit von ein bis drei Jahren. Inwie­fern die Hel­vetia einen Lauf­zeit­nach­lass bietet, ist nicht bekannt.

Jähr­liche Bei­trags­an­pas­sung um 9 Pro­zent ab dem 4. Versicherungsjahr

Ver­si­che­rungs­fähig sind gesunde Hunde, die min­des­tens drei Monate alt sind und bis zum Ende der 12. Lebens­woche bereits mit der „Grund­im­mu­ni­sie­rung (Erst­imp­fung) ver­sorgt wurden bzw. wo mit der Grund­im­mu­ni­sie­rung begonnen wurde.“ Für den Tarif „Jäger“ auf­nah­me­fähig sind Hunde, für die „ein Nach­weis über den jagd­li­chen Ein­satz oder einer jagd­li­chen Aus­bil­dung“ vor­liegt. „Zusätz­lich können auch so genannte „Arbeits­hunde“ wie z.B. Blin­den­hunde, Ret­tungs­hunde, The­ra­pie­hunde, Such­hunde, Wach­hunde o.Ä. mit ent­spre­chendem Nach­weis im Tarif Jagd-/Ar­beits­hunde ver­si­chert werden.“

Der Bei­trag richtet sich nach dem Hun­de­alter bei Ver­trags­ab­schluss.  Der Bei­trag beträgt 36,90 Euro monat­lich im Basis-Tarif, 44,90 Euro monat­lich im Kom­pakt-Tarif bzw. 64,90 Euro im Kom­fort-Tarif. Für die Bau­steine „Alter­na­tive Heil­me­thoden“ bzw. „Zahn­zu­satz­schutz“ wird ein Zuschlag von 8,90 Euro bzw. 9,90 Euro monat­lich erhoben. Die ver­ein­barten Prä­mien sind unab­hängig von der Rasse des zu ver­si­chernden Tieres.

Wäh­rend der Lauf­zeit des Ver­trages wird die zu zah­lende Prämie an das stei­gende Tier­alter ange­passt und erhöht sich ab einem Alter des ver­si­cherten Tieres von 4 Jahren mit Beginn des dar­auf­fol­genden Ver­si­che­rungs­jahres um jähr­lich 9 Prozent.

Für unter­jäh­rige Zahl­weise wird ein Raten­zah­lungs­zu­schlag erhoben. Dieser beträgt bei monat­li­cher Zahl­weise 7 Prozent.

Wei­tere bei­trags­re­le­vante Merk­male bzw. Rabatt­merk­male sind nicht bekannt.

Scha­den­be­dingte Kün­di­gung nicht ausgeschlossen

Die Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung wird auf unbe­fris­tete Zeit geschlossen. Ver­si­che­rungs­nehmer und Ver­si­cherer können den Ver­trag mit Frist von drei Monaten zum Ende der ursprüng­lich abge­schlos­senen Lauf­zeit kün­digen, anschlie­ßend mit Frist von drei Monaten zur jewei­ligen Haupt­fäl­lig­keit. Ein Ver­zicht auf das ordent­liche Kün­di­gungs­recht besteht nicht.

Im Scha­den­fall besteht bei der Hel­vetia unter bestimmten Umständen ein Ver­zicht auf das Kün­di­gungs­recht:

„Unser Recht zur Kün­di­gung nach Ein­tritt eines Ver­si­che­rungs­falls erlischt nach Ablauf von drei Jahren seit Vertragsbeginn.

Ist der Ver­si­che­rungs­fall vor Ablauf dieser Frist ein­ge­treten, können wir das Recht auch nach Ablauf der Frist gel­tend machen.“

Die Haupt­fäl­lig­keit richtet sich nach dem Ver­si­che­rungs­be­ginn des Ver­trages. Das Ver­si­che­rungs­jahr weicht somit regel­mäßig vom Kalen­der­jahr ab.

Im Unter­schied zu vielen Wett­be­werben beinhaltet bereits der soge­nannte „OP-Tarif“ der Hel­vetia Leis­tungen, die übli­cher­weise Bestand­teil einer Hundekranken‑, nicht jedoch einer Hun­de­ope­ra­ti­ons­kos­ten­ver­si­che­rung sind, so z. B. mit Aus­nahme des Basis-Tarifs Kosten für Gesund­heits­vor­sorge (Imp­fungen, Wurm­kuren, Floh- und Zecken­mittel, Zahn­pro­phy­laxe, Gesundheitscheck).

Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs Pet­Care Kom­fort der Helvetia

  • Freie Tier­arzt­wahl.
  • Erstattet werden Leis­tungen inner­halb der Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärzte (GOT), mit Begrün­dung des Tier­arztes bis zum drei­fa­chen Satz, bei Inan­spruch­nahme des Not­dienstes bis zum vier­fa­chen Satz, ansonsten bis zum zwei­fa­chen Satz. Meist erfolgt in der Praxis eine Abrech­nung zum zwei- bis drei­fa­chen Satz GOT, ver­ein­zelt auch zum vier­fa­chen Satz.
  • Erfor­der­liche Kosten der medi­zi­nisch not­wen­digen Dia­gnostik (z. B. CT. MRT oder Ultra­schall) und Heil­be­hand­lung ein­schließ­lich Ope­ra­tionen (d. h. Ein­griff unter Injek­tions- und Inha­la­ti­ons­nar­kose) und der Medi­ka­tion infolge Krank­heit oder Unfall.
  • Kos­ten­über­nahme für Vor- und Nach­be­hand­lungen der ver­si­cherten Hunde im Zusam­men­hang mit einer ver­si­cherten Operation:

„Zu den Ope­ra­ti­ons­kosten zählt die Behand­lung bzw. Unter­su­chung, die zur Fest­stel­lung der ent­spre­chenden Dia­gnose erfor­der­lich war. Sind wegen der­selben Krank­heit oder eines Unfalls meh­rere Ope­ra­tionen erfor­der­lich, so zählt die prä- und post­ope­ra­tive Behand­lung bzw. Unter­su­chung inklu­sive der Unter­brin­gungs­kosten und die OP bis zum 20. Tag danach als ein zusam­men­hän­gender Versicherungsfall.“

  • Kein Aus­schluss für nicht­in­va­sive bzw. mini­mal­in­va­sive Ope­ra­ti­ons­me­thoden sowie für Punk­tion (z. B. wegen Flüssigkeitsentfernung).
  • Eine Ope­ra­tion zur Fremd­kör­per­ent­fer­nung (z. B. Grannen) zählt als ver­si­chertes Unfall­ereignis. Wäh­rend eine endo­sko­pi­sche Behand­lung im OP-Tarif nicht ver­si­chert ist, ist nicht klar­ge­stellt, ob eine Fremd­kör­per­ent­fer­nung ohne Endo­skop unter den Ver­si­che­rungs­schutz fällt
  • Kosten für Kas­tra­tion auf­grund von Pro­phy­laxe, Schein­träch­tig­keit sowie ver­hal­tens­be­dingter Kas­tra­tion bei männ­li­chen Tieren bis 100 Euro bzw. bis 200 Euro bei weib­li­chen Tieren. Dies gilt aller­dings nur, wenn der Ver­si­che­rungs­nehmer sich nicht nur für den reinen OP-Tarif ent­schieden hat. Dar­über hinaus Kosten der Kas­tra­tion bei bös­ar­tigen (mali­gnen) Zubil­dungen der Geschlechts­or­gane.
  • Nach Ablauf der War­te­zeit von sechs Monaten Ver­si­che­rungs­schutz für Gold­ak­ku­punktur bzw. Implan­tate sowie die dadurch bedingte tier­ärzt­liche Behand­lung. Die Mit­ver­si­che­rung setzt voraus, dass Ver­si­che­rungs­nehmer nicht nur den reinen OP-Tarif ver­si­chert hat.
  • Nach einer War­te­zeit von sechs Monaten Ver­si­che­rungs­schutz auch für Pec­ti­neus-Myoek­tomie (Ope­ra­tive Heil­be­hand­lung der Hüft­ge­lenk-Dys­plasie), Ope­ra­tionen infolge des brachy­ze­phalen Syn­droms (Kurz- bzw. Rund­köp­fig­keit) sowie wegen Nabelbruchs
  • Für Phy­sio­the­rapie durch einen aner­kannten Phy­sio­the­ra­peuten mit qua­li­fi­zierter Zusatz­aus­bil­dung werden bis zu 400 Euro pro Jahr über­nommen. Diese bezieht sich auf eine Nach­be­hand­lung von Ope­ra­tionen nach Lahm­heiten (z. B. Dys­pla­sien, Wir­bel­säu­len­er­kran­kungen) und dadurch ent­stan­dene Ver­span­nungen, Mus­kela­tro­phien sowie Ein­schrän­kungen der Gelenk­be­weg­lich­keit. Dar­über gilt der Ver­si­che­rungs­schutz für die phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Behand­lung von Läh­mungen bei Band­schei­ben­vor­fällen, Cauda equina sowie ortho­pä­di­schen Erkran­kungen, die zu neu­ro­lo­gi­schen Aus­fällen führen und dadurch ent­stan­dene Ver­span­nungen, Atro­phien, Ein­schrän­kungen der Gelenk­be­weg­lich­keit sowie Gleich­ge­wichts- und Koordinationsstörungen.
  • Über­nahme von Wege­geld, Rei­se­kosten oder Ver­weil­geld für Haus­be­suche des Tier­arztes von nach­ge­wie­se­ner­maßen trans­port­un­fä­higen Tieren. Das Fehlen eines Trans­port­mit­tels begründet keinen Anspruch auf Haus­be­such. Rei­se­kosten des Ver­si­che­rungs­neh­mers (Bus, Bahn, Taxe etc.) zum Zwecke der Behand­lung des ver­si­cherten Tieres werden in keinem Fall ersetzt. Da der Begriff „Behand­lungs­fall“ an keiner anderen Stelle der Bedin­gungen vor­kommt, ist anzu­nehmen, dass ein „Ver­si­che­rungs­fall“ gemeint ist (siehe z. B. Ziffer 4.1 TK 2021 sowie Ziffer 3 Hel­vetia Pet­Care Schutzbrief).
  • Über­nahme der Kosten für Wund­schutz / Hilfs­mittel (z. B. Medical Pets­hirt, Tra­ge­vor­rich­tungen, Geh­hilfen, Geschirr). Je Behand­lungs­fall werden diese nur einmal übernommen.
  • Ver­sor­gung des ver­si­cherten Hundes bei medi­zi­nisch not­wen­digem Kran­ken­haus­auf­ent­halt oder bei medi­zi­ni­scher Reha­maß­nahme des Hun­de­hal­ters für bis zu 30 Tage à 5 Euro. Der Leis­tungs­an­spruch beginnt mit dem zweiten Tag der Unter­brin­gung des Tieres. Dar­über hinaus werden ab dem zweiten Tag für bis zu 30 Tage pro Jahr auch die Unter­brin­gungs­kosten des Tieres bis zu 10 Euro pro Tag übernommen
  • Infor­ma­tionen über Einreise‑, Qua­ran­täne- und Impf­be­stim­mungen des Ziel­ortes und zum vor­ge­schrie­benen Euro­päi­schen Gesund­heits­pass.
  • Kosten für Gesund­heits­vor­sorge (Imp­fungen, Wurm­kuren, Floh- und Zecken­mittel, Zahn­pro­phy­laxe, Gesund­heits­check) werden bis in Höhe von 70 Euro pro Jahr über­nommen. Nicht ver­si­chert sind sons­tige Vor­sor­ge­leis­tungen, die nicht direkt im Zusam­men­hang mit einer Krank­heit oder einem Unfall stehen.
  • Schutz­briefleis­tungen nur inner­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land mit 24h-Notruf-Telefon (Nen­nung, Ver­mitt­lung und Orga­ni­sa­tion der Unter­brin­gungen in Tier­pen­sionen, Aus­führen des Haus­tiers, Orga­ni­sa­tion von Tier­futter inkl. Besor­gung von Medi­ka­menten, Erstat­tung für Not­fall-Trans­port zu einem Tier­arzt, Orga­ni­sa­tion von Fahr­diensten zum Tier­arzt sowie Recherche, Nen­nung und Ver­mitt­lung von orts­nahen Tier­ärzten und Tierbestattern)
  • Bei Ver­ein­ba­rung des Bau­steins Hel­vetia Pet­Care Zahn­zu­satz­schutz gegen Zuschlag werden bis zu 500 Euro pro Ver­si­che­rungs­jahr für zahn­ärzt­liche Behand­lung und Medi­ka­tion wegen Milchca­nini, Wur­zel­be­hand­lung, Zahn­fül­lung, Ano­ma­lien, Kor­rek­turen, Ging­vio­plastik sowie Zahn­ersatz über­nommen. Dabei gilt eine War­te­zeit von drei Monaten. Ohne Ver­ein­ba­rung des Bau­steins werden keine Kosten für kos­me­ti­sche Zahn­be­hand­lung, Kor­rektur von Zahn- und Zahn­fül­lungen, Ging­vio­plastik (Zahn­fleischer­satz), Gold­aku­punktur bzw. Implan­tate sowie Zahn­ex­trak­tionen und die dadurch bedingte tier­ärzt­liche Behand­lung über­nommen. Die ein­gangs nicht benannten Behand­lungen (z. B. Gold­aku­punktur) bleiben also auch bei Ver­ein­ba­rung des Zahn­bau­steins aus­ge­schlossen. Zahn­pro­phy­laxe wird bis 70 Euro pro Jahr übernommen.
  • Sofern der Bau­stein Hel­vetia Pet­Care Alter­na­tive Heil­me­thoden gegen Zuschlag ein­ge­schlossen wird werden bis zu 500 Euro je Ver­si­che­rungs­jahr für alter­na­tive Heil­me­thoden über­nommen. Dabei hat sich der Ver­si­che­rungs­nehmer mit 20 Pro­zent an den Kosten zu betei­ligen. Bei­spiel­haft benannte Heil­me­thoden sind Aku­punktur, Aku­pressur, Homöo­pa­thie, Laser­the­rapie, Magnet­feldthe­rapie, Neu­ral­the­rapie, Bio­re­so­nanz­the­rapie, Bach­blü­ten­the­rapie, Phy­to­the­rapie sowie Leis­tungen der Chi­ro­praxis. Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Osteo­pa­thie, Heil­prak­ti­kerleis­tungen sowie rege­ne­ra­tive The­ra­pien (z. B. Auto­loges Kon­di­tio­niertes Plasma, Orthokin-Ver­fahren, Platel­elet Rich Plasma oder Stamm­zel­len­the­rapie). Inwie­fern diese Leis­tungen über den Bau­stein mit­ver­si­chert sind, ist unklar.
  • Ver­zicht auf das Kün­di­gungs­recht im Scha­den­fall, wenn der Ver­trag min­des­tens drei Jahre unge­kün­digt bestanden hat (siehe Auszug Bedin­gungs­text oben)

Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs Pet­Care Kom­fort der Helvetia

  • Ver­si­che­rungs­schutz nur mit Angaben zum Gesund­heits­zu­stand, wobei die Antrags­frage zeit­lich unbe­fristet und sehr offen for­mu­liert ist. Dies erhöht das Risiko einer ver­se­hent­li­chen vor­ver­trag­liche Anzeigepflichtverletzung
  • Inno­va­ti­ons­klausel (Update-Garantie) gilt nach dem Wort­laut der Bedin­gungen nur, wenn durch ein Tari­f­up­date aus­schließ­lich Ver­bes­se­rungen vor­ge­nommen werden, d.h. es besteht kein Anspruch auf diese Leis­tung, wenn ein Tari­f­up­date neben bei­spiels­weise 20 Ver­bes­se­rungen eine ein­zige Stelle besitzt, die auch zum Nach­teil des Kunden führen könnte.
  • Kein Ver­zicht auf das ordent­liche Kündigungsrecht
  • Sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer sich für den reinen „OP-Schutz“ ent­scheidet, sind fol­gende Leis­tungen ausgeschlossen:
  • Kör­per­er­satz­stücke (Pro­thesen). Siehe unten.
  • Gold­aku­punktur, Implan­tate und Zahn­ex­trak­tionen
  • Nach­be­hand­lungen im Zusam­men­hang mit einer ver­si­cherten ambu­lanten oder sta­tio­nären Heil­be­hand­lung bis maximal 20 Tage danach
  • Kas­tra­tion über bös­ar­tige (maligne) Zubil­dung der Geschlechts­or­gane hinaus
  • Endo­sko­pien bzw. Biop­sien (soweit nicht in direktem Zusam­men­hang mit einer Ope­ra­tion). Endo­sko­pien sind in der Regel als rein dia­gnos­ti­sche Methoden anzu­sehen. Daneben gibt es auch the­ra­peu­ti­sche Endo­sko­pien (z. B. Ent­fer­nung von Fremd­kör­pern in der Nase mit­tels Rhinoskopie).
  • Unfall­be­dingt maximal 1.500 Euro pro Jahr für ambu­lante und sta­tio­näre Heil­be­hand­lung ein­schließ­lich Medi­ka­tion sowie Operationen
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz besteht für eine Ope­ra­tion wegen medi­zi­nisch not­wen­diger Pro­thesen (künst­liche Glied­maßen, künst­liche Gelenke, künst­liche Organe und Organ­teile, so z. B. ein künst­li­ches Hüft­ge­lenk). Die Bedin­gungen sug­ge­rieren, dass der Aus­schluss nur dann bestehe, wenn der OP-Tarif gewählt wurde. Das Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt oder die Bedin­gungen sehen jedoch an keiner Stelle einen Ein­schluss vor.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Kosten, die im Zusam­men­hang mit dem Beleg­vor­gang (Fort­pflan­zungs­pro­zess) bei Hun­de­zucht oder einer Träch­tig­keit stehen (z. B. Kai­ser­schnitt)
  • Kosten für eine Ver­hal­tens­the­rapie werden nur über­nommen, wenn diese als kom­ple­men­täre Behand­lungs­me­thode erfolgt und zu einem schnel­leren Hei­lungs­er­folg führt
  • Keine Mit­ver­si­che­rung der Ent­fer­nung von Gift - / Schad­kör­pern, sofern diese nicht im Ein­zel­fall eine ver­si­cherte Ope­ra­tion darstellen
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Ope­ra­tionen des ver­si­cherten Hundes, die der Her­stel­lung des jewei­ligen Ras­se­stan­dards oder ästhe­ti­schen Aus­se­hens dienen (z. B. am Gebiss)
  • Nicht ver­si­chert sind die Folgen von Män­geln oder Krank­heiten, die bei Beginn der Ver­si­che­rung bereits nach­weis­lich vor­handen waren, ein­schließ­lich ange­bo­rener Fehl­ent­wick­lungen. Dieser Aus­schluss kann so ver­standen werden, dass auch gene­tisch bedingte Fehl­ent­wick­lungen aus­ge­schlossen sein sollen, sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer bei Antrags­stel­lung Kenntnis davon hatte.
  • Keine Klar­stel­lung, inwie­fern neben Kosten für eine Kas­tra­tion auch Kosten für Ste­ri­li­sa­tion über­nommen werden
  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung der Kosten für das Ruhig­stellen ver­si­cherter Hunde durch Sedie­rung / Lokal­an­äs­thesie, z. B. beim Ver­nähen klei­nerer Wunden. Unter Umständen könnte eine Seda­tion als „Teil­nar­kose“ ver­standen werden.
  • Keine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung der Kosten für kon­ven­tio­nelle Geburts­hilfe und keine Kos­ten­über­nahme für die Erst­be­hand­lung der Welpen einer ver­si­cherten Hündin bzw. Ope­ra­tionen von Welpen, die kurz nach der Nie­der­kunft des ver­si­cherten Mut­ter­tiers erfor­der­lich werden
  • Keine bedin­gungs­sei­tige Mit­ver­si­che­rung von Tele­dia­gnostik und Tele­be­ra­tung in Bezug auf eine ver­si­cherte Ope­ra­tion durch einen Tierarzt
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Krank­heiten und Unfälle, die durch Erd­beben, Über­schwem­mungen oder Kern­energie entstehen
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Krank­heiten und Behand­lungen, die infolge von Epi­de­mien oder Pan­de­mien entstehen
  • Keine Über­nahme der Kosten für eine tier­ärzt­liche Kenn­zeich­nung durch einen Iden­ti­fi­zie­rungschip nach ISO-Norm
  • Keine Über­nahme der Kosten für Pfle­ge­mittel (z. B. Haut- und Fellpflegeprodukte)
  • Keine Über­nahme von Rück­rei­se­kosten für das ver­si­cherte Tier bei Scha­den­fällen im Ausland
  • Keine Über­nahme der not­wen­digen Kosten für Ein­schlä­fe­rung durch Injektion.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für medi­zi­ni­sche Maß­nahmen, deren Behand­lung nicht nach dem all­ge­mein aner­kannten Stand der Wis­sen­schaft als geeignet erscheinen (siehe Ziffer 5.3 ZK 2021). Ent­spre­chend sind wis­sen­schaft­lich nicht aner­kannte Dia­gnose- und The­ra­pie­maß­nahmen sowie Ope­ra­tionen und Heil­be­hand­lungen durch Nicht­tier­ärzte aus­ge­schlossen. Da Wis­sen­schaft vom Dis­kurs lebt und es immer sein kann, dass eine bestimmte Heil­me­thode in ein­zelnen Län­dern als Stan­dard gilt, in anderen hin­gegen als (noch) umstritten, ist eine solche Rege­lung ten­den­ziell streitanfällig
  • Kein aus­drück­li­ches Recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers auf Direkt­ab­rech­nung mit dem Tier­arzt / der Tierklinik.
  • Nicht ver­si­chert sind Kosten für Krank­heit und Unfall sowie für die Behand­lung chro­ni­scher Erkran­kungen und für Ein­griffe auf­grund von ange­bo­renen Fehl­ent­wick­lungen, die bei Beginn des Ver­si­che­rungs­schutzes bereits nach­weis­lich vor­handen waren.
  • Der Ver­si­che­rungs­nehmer ist ver­pflichtet, die von einem aner­kannten Tier­arzt emp­foh­lenen und in den Bedin­gungen benannten Impf- und Vor­sor­ge­maß­nahmen zur Vor­beu­gung von Erkran­kungen durch­führen zu lassen. Vor­ge­schrie­bene Imp­fungen betreffen solche gegen Staupe, Hepa­titis, Lep­to­s­pi­rose, Par­vo­vi­rose, Zwin­ger­husten und Tollwut.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Krank­heiten, die infolge einer in den Bedin­gungen vor­ge­schrie­benen, jedoch unter­las­senen Imp­fung auf­treten oder auf­ge­treten sind. Dies könnte man so aus­legen, dass eine hun­dert­pro­zen­tige Wirk­sam­keit von Imp­fungen gegen z. B. Staupe oder Tollwut unter­stellt wird. Andern­falls dürfte es dem Ver­si­cherer schwer­fallen, den Gegen­be­weis anzu­treten, dass ein Tier trotz durch­ge­führter Imp­fung den­noch erkrankt wäre.
  • Für ver­si­cherte Hunde, die älter als vier Jahre alt sind, 20 Pro­zent Selbst­be­halt außer bei Gesund­heits­vor­sorge sowie für ver­si­cherte Kastrationen

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[1] Siehe z. B. „Natur­heil­praxis für Hunde“ auf „tier​heil​prak​tiker​-hunde​-gesund​heit​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​tier​heil​prak​tiker​-hunde​-gesund​heit​.de/​d​e​r​-​i​m​p​f​-​w​a​h​n​s​i​nn/, zuletzt auf­ge­rufen am 18.06.2021

[2] Siehe z. B. „Gesunder Hund. Warum impfen wir über­haupt und was für Impf­schäden kann es geben“ auf „the​pell​mellpack​.de“ vom 23.02.2017. Auf­zu­rufen unter https://​the​pell​mellpack​.de/​w​a​r​u​m​-​i​m​p​f​e​n​-​i​m​p​f​f​o​l​g​e​n​-​i​m​p​f​s​c​h​a​d​en/, zuletzt auf­ge­rufen am 18.06.2021

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