Kurz­check: Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung der VHV (06.2021)

Seit Dezember 2021 bietet die VHV All­ge­meine Ver­si­che­rung AG ihren Kunden eine deut­lich über­ar­bei­tete Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung an, alter­nativ auf Basis Wert 1914 oder als Wohn­flä­chen­tarif. Dabei steht der Ver­si­che­rungs­sum­men­tarif sowohl für Ein‑, Zwei- und Mehr­fa­mi­li­en­häuser, der Wohn­flä­chen­tarif abwei­chend nur für Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häuser zur Verfügung.

Tarif­stand ist für beide Vari­anten 06.2021. Im Fol­genden wird nur der Wohn­flä­chen­tarif näher betrachtet.

Über­sicht über die Inhalte der Analyse

1. Tarif­li­ches

2. Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs Klassik-Garant mit Bau­stein Exklusiv

3. Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs Klassik-Garant mit Bau­stein Exklusiv

Die Grund­de­ckung Klassik-Garant kann durch optio­nale Bau­steine ergänzt werden:

  • Bau­stein Exklusiv
  • Bau­stein Best-Leis­tungs-Garantie (inkl. unbe­nannte Gefahren)
  • Ele­mentar 1 oder 2 (ohne / mit Über­schwem­mung infolge Aus­ufe­rung ober­ir­di­scher Gewässer)
  • Garagen oder Car­ports außer­halb des Wohngebäudes
  • Neu­bau­paket ProBau (für schlüs­sel­fer­tige Wohn­ge­bäude-Neu­bauten von Ein- / Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern bis 500.000 Euro Gesamt­bau­summe und einer Bau­zeit von bis zu zwei Jahren)
  • Glas
  • Pho­to­vol­taik mit 150 Euro Selbstbehalt
  • Wei­tere Neben­ge­bäude bis 25, 50 oder über 50 Qua­drat­me­tern Grundfläche

Gemäß Tarif­rechner ver­si­cherbar sind Gebäude mit einer Wohn­fläche zwi­schen einem und maximal 450 Qua­drat­me­tern. Laut Prä­sen­ta­tion des Ver­si­che­rers zum Tarif betrage die maxi­male Ent­schä­di­gung 20 Mil­lionen Euro.

Die Wohn­fläche wird vom Ver­si­cherer dabei wie folgt definiert:

„Wohn­fläche ist die Grund­fläche aller Räume (bei Dach­schrägen gilt die volle Grund­fläche) eines Gebäudes ein­schließ­lich Hob­by­räume, aus­ge­nommen sind jedoch Treppen, Kel­ler­räume und Spei­cher­räume (soweit sie nicht zu Wohn- und Hob­by­flä­chen aus­ge­baut sind) sowie Bal­kone, Log­gien und Ter­rassen.“[1]

Eine alter­na­tive Berech­nung der Wohn­fläche gemäß Wohn­flä­chen­ver­ord­nung (WoFlV), Miet- oder Kauf­ver­trag ist im pdf-Antrag also nicht vorgesehen.

In der aktu­ellen Ver­mitt­ler­soft­ware VOKIS (Ver­sion 91.1.05) gilt im Rahmen der Hil­fe­funk­tion abwei­chend fol­gende Definition:

„Die Wohn­fläche ist die Grund­fläche aller Räume des Gebäudes, ohne Abzüge bei Dach­schrägen, ein­schließ­lich Hob­by­räume, Win­ter­gärten, Dielen, ein­ge­las­sene Schwimm­be­cken im Gebäude und even­tuell vor­han­dene Gewerbeflächen.

Nicht zu berück­sich­tigen sind Treppen, Bal­kone Log­gien und Ter­rassen sowie Keller‑, Spei­cher-/Bo­den­räume, Haus­wirt­schafts­räume, Wasch­kü­chen, Vor­rats- / Hei­zungs­räume, die nicht zu Wohn- oder Hob­by­zwe­cken aus­ge­baut wurden. Alter­nativ akzep­tieren wir die Angabe der Gesamt­fläche entsprechend

-    der Wohn­flä­chen­ver­ord­nung (WoFLV),

oder

-    dem Miet- oder Kauf­ver­trag, sofern dieser den aktu­ellen Aus­bau­zu­stand wiedergibt.

Eine Ände­rung der Wohn­fläche ist unver­züg­lich anzuzeigen.“

Eine bei­trags­freie Mit­ver­si­che­rung für Neben­ge­bäude (z. B. Schuppen, Gewächs‑, Garten- und Gerä­te­häuser) besteht nur für solche bis maximal 10 Qua­drat­me­tern Grund­fläche. Grö­ßere Objekte können gegen Zuschlag in den Ver­trag ein­ge­schlossen werden. Inwie­fern auch gewerb­lich oder land­wirt­schaft­lich bzw. ehe­mals gewerb­lich oder land­wirt­schaft­lich genutzte Gebäude ver­si­che­rungs­fähig sind, ist aus den vor­lie­genden Unter­lagen nicht erkennbar. Auch hier ver­weist der Ver­si­cherer auf VOKIS:

„Gewerb­lich oder land­wirt­schaft­lich genutzte Gebäude sind nicht ver­si­cherbar (s. auch Pro­dukt­spe­zi­fi­sche Hilfe VOKIS). Sofern keine gewerb­liche oder land­wirt­schaft­liche Nut­zung mehr vor­liegt sind die Gebäude gem. Annah­me­richt­li­nien ver­si­cherbar, wir behalten uns ggf. eine geson­derte Risi­ko­prü­fung vor.“

Garagen und Car­ports, die sich außer­halb des Gebäudes befinden, müssen gegen Zuschlag ein­ge­schlossen werden. Inwie­fern sons­tige Garagen oder Car­ports bei­trags­frei mit­ver­si­chert sind, ist weder aus den Bedin­gungen noch aus dem Ange­bots­rechner ersicht­lich. Im pdf-Antrag wird abwei­chend nicht zwi­schen Garagen und Car­ports in bzw. außer­halb des Wohn­ge­bäudes unterschieden.

Hierzu führt die VHV aus:

„Auf der Antrags­strecke wird explizit nach Garagen/Carports außer­halb des Wohn­ge­bäudes gefragt. Garagen oder Car­ports inner­halb von Wohn­ge­bäuden sind keine eigen­stän­digen Gebäude son­dern Teil des Wohngebäudes.“

Ver­si­che­rungs­schutz ist nur für ständig bewohnte Wohn­ge­bäude mög­lich. Eine Gefah­rerhö­hung liegt vor, wenn das „Gebäude oder der über­wie­gende Teil des Gebäudes […] nicht mehr genutzt“ werde.

Erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren können optional gegen Zuschlag ein­ge­schlossen werden. Der Ein­schluss von Ele­mentar II ist in der ZÜRS-Zone 4 nicht mög­lich. Eben­falls nicht mög­lich ist der Ein­schluss von Ele­mentar I oder II bei drei oder mehr Ele­men­tar­schäden in den letzten 10 Jahren vor Antrags­stel­lung. Anfra­ge­pflichtig ist der Ein­schluss bei einem oder zwei Vor­schäden ab 1.000 Euro Scha­den­höhe in den ver­gan­genen fünf Jahren vor Antrags­stel­lung – unab­hängig davon, ob Ver­si­che­rungs­schutz besteht oder bestanden hat. Außerdem sind in diesem Fall zusätz­liche Fragen zum Schaden und zu den zwi­schen­zeit­lich ver­an­lassten Schutz­maß­nahmen erfor­der­lich. Anfra­ge­pflichtig sind auch Risiken, für die eine manu­elle Ein­stu­fung der ZÜRS-Zone erfor­der­lich sein sollte. Die Höchst­ent­schä­di­gung für erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren beträgt 2,5 Mil­lionen Euro.

Im Rahmen der Mit­ver­si­che­rung von Ele­men­tar­schäden hat sich der Ver­si­che­rungs­nehmer an jedem Schaden mit einer Selbst­be­tei­li­gung von 10 Pro­zent, min­des­tens 250 Euro, maximal 5.000 Euro, zu betei­ligen. Es gilt eine War­te­zeit von 14 Tagen. Diese War­te­zeit ent­fällt, soweit für das zu ver­si­chernde Objekt bereits Ver­si­che­rungs­schutz für wei­tere Ele­men­tar­ge­fahren über einen anderen Ver­trag bestanden hat und der Ver­si­che­rungs­schutz nahtlos oder mit einer Unter­bre­chung von maximal 14 Tagen durch den Ver­trag bei der VHV fort­ge­setzt wird.

Bei Gebäuden, die bei Antrags­stel­lung über 40 Jahre alt sind, muss gegen­über dem bis­he­rigen Tarif nur noch fol­gende Frage über die nor­malen Antrags­fragen hinaus gestellt werden:

„Hat das Gebäude sicht­bare oder dem Ver­si­che­rungs­nehmer bekannte Bau- oder Instand­hal­tungs­mängel, zum Bei­spiel an den was­ser­füh­renden Lei­tungen, den elek­tri­schen Instal­la­tionen oder den Dächern?“

Eben­falls neu gegen­über dem bis­he­rigen Tarif ist die gewerb­liche Nut­zung als Büro kos­ten­frei ein­ge­schlossen. Eine sons­tige gewerb­liche Nut­zung ist aus­schließ­lich im Ver­si­che­rungs­sum­men­tarif mög­lich. Hierzu wurde die VHV um einige Klar­stel­lungen gebeten. Mit Mail vom 17.12.2021 teilte Frau Beate Koch aus dem Hause VHV hierzu fol­gendes mit:

Risiko & Vor­sorge: Han­delt es sich um ein „Büro“ im Sinne Ihrer Bedin­gungen auch dann, wenn z.B. ein Ver­si­che­rungs­makler dort Kunden empfängt? 

VHV: Ja

Risiko & Vor­sorge: Wie sieht es aus, wenn ein Steu­er­be­rater in seinem „Büro“ auch pri­vate CDs oder Deko­ge­gen­stände stehen hat? 

VHV: Fällt nicht in Wohn­ge­bäude son­dern in Hausrat

Risiko & Vor­sorge: Han­delt es sich auch dann um ein Büro, wenn es (nach­träg­lich) vom Finanzamt nicht als „gewerb­liche Nut­zung“ absetzen lässt? 

VHV: Sofern es den­noch gewerb­lich genutzt wird ja

Risiko & Vor­sorge: Wie sieht es aus, wenn ein Arbeit­nehmer von zu Hause aus arbeitet (Home­of­fice) und das „Büro“ z.B. auch als Wohn- oder Schlaf­zimmer nutzt? 

VHV: Keine Gewerb­liche Nut­zung. Equip­ment über Hausrat

Denk­mal­ge­schützte Gebäude sind nun­mehr ver­si­che­rungs­fähig, aller­dings sind die damit ver­bun­denen Mehr­kosten laut Prä­sen­ta­tion des Ver­si­che­rers[2] und Ange­bots­rechner jeweils ausgeschlossen.

Power­point-Prä­sen­ta­tion „VHV Tarif­pro­gramm VOKIS Ver­sion 91.0. Neue­rungen im Über­blick“, S. 12, Down­load vom 13.12.2021

Bedin­gungs­seitig fehlt ein sol­cher Aus­schluss. Hinzu kommt, dass der Ver­si­cherer bedin­gungs­seitig garan­tiert, nicht zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers von den unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des GDV abzu­wei­chen, so dass dar­über eine Mit­ver­si­che­rung her­ge­leitet werden könnte. Die Ver­brau­cher­infor­ma­tionen stellen ledig­lich klar, dass es anzei­ge­pflichtig sei, wenn ein Gebäude nach Antrags­stel­lung unter Denk­mal­schutz gestellt werden sollte (A 22.1.6). Dies schließt eine gene­relle Über­nahme von Mehr­kosten für den Denk­mal­schutz nicht aus. Inwie­fern die VHV hier jeweils einen ein­zel­ver­trag­li­chen Aus­schluss ver­ein­bart, ist nicht bekannt und aus den bekannten Annah­me­richt­li­nien nicht ersicht­lich. Im Zweifel dürfte eine „Hei­lung“ über die bedin­gungs­sei­tige GDV-Garantie mög­lich sein.

Der Ver­si­cherer führt zum Thema fol­gendes aus:

„Die Ver­ein­ba­rung des Kos­ten­er­satz für denk­mal­schutz­rech­liche Mehr­kosten ist Direk­ti­ons­an­frage (vgl. Annah­me­richt­li­nien und Pro­dukt­spe­zi­fi­sche Hilfe VOKIS) und stellt somit eine Gefah­rerhö­hung dar, wenn ein Gebäude nach­träg­lich unter Denk­mal­schutz gestellt wird. Der Aus­schluss der genannten Mehr­kosten wird ein­zel­ver­trag­lich ver­ein­bart, da eine Über­nahme des Ver­si­che­rungs­schutzes für diese Mehr­kosten nicht gene­rell abge­lehnt wird.“

Ent­gegen dem bis­he­rigen Tarif sind Gebäude mit Lehm­bal­ken­de­cken nun­mehr ver­si­che­rungs­fähig. Deren Vor­han­den­sein dürfte nicht jedem Haus­be­sitzer aktiv bekannt sein. Wer etwa ein ehe­ma­liges Bau­ern­haus erworben hat, dass außen ver­klin­kert ist, dürfte im Zweifel erst im Scha­den­fall das Fach­werk und die Lehm­bal­ken­de­cken im Innern und damit die Zuord­nung in die Bau­art­klasse III erkennen.

Anfra­ge­pflichtig sind unter anderem Gebäude mit wei­cher Dachung wie Stroh oder Reet (Bau­art­klassen IV und V). Glei­ches gilt für solche Gebäude, die nicht von land­wirt­schaft­lich genutzten Gebäuden getrennt sind. Land­wirt­schaft­lich genutzte Gebäude sind wei­terhin nicht versicherungsfähig.

Bran­chen­üb­lich ist das Gebäu­de­alter prä­mi­en­er­heb­lich. Für Neu­bauten gilt ein Nach­lass von 50 Pro­zent für die Gefahren Feuer, Lei­tungs­wasser und Sturm / Hagel. Dieser baut sich kon­ti­nu­ier­lich jähr­lich um 2 % über 25 Jahre ab. Es gilt ein ver­bes­sertes tech­ni­sches Gebäu­de­alter bei ent­spre­chender Teil- oder Voll­sa­nie­rung. Dies gilt abwei­chend nicht für die Gefahr Sturm.

Um den Zahl­bei­trag zu senken, besteht des Wei­teren die Mög­lich­keit, eine Selbst­be­tei­li­gung für den Scha­den­fall zu ver­ein­baren. Zur Aus­wahl stehen die Selbst­be­halts­va­ri­anten 300 Euro, 600 Euro, 1.000 Euro bzw. 2.000 Euro Ein Bün­del­nach­lass für meh­rere bei der VHV bestehende Risiken wird wei­terhin nicht gewährt.

Für eine unter­jäh­rige Zahl­weise wird ein Raten­zah­lungs­zu­schlag von 3 Pro­zent für halb­jähr­liche, 5 Pro­zent für vier­tel­jähr­liche bzw. 8 Pro­zent für monat­liche Zahl­weise erhoben.  Dieser Zuschlag ent­fällt ent­gegen dem bis­he­rigen Tarif bei Ver­ein­ba­rung des Last­schrift­ver­fah­rens. Im Tarif­rechner ist aller­dings eine monat­liche Zahl­weise nur mit Last­schrift­ein­zugs­ver­fahren möglich.

Der tarif­liche Min­dest­bei­trag für die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung inklu­sive aller optio­nalen Bau­steine (aus­ge­nommen Bau­stein Pho­to­vol­taik) beträgt 40,00 Euro netto, mit Bau­stein Pho­to­vol­taik 46,00 Euro netto.

Net­to­ta­rife werden von der VHV nicht angeboten.

Das ordent­liche Kün­di­gungs­recht beträgt drei Monate zum Ablauf des jewei­ligen Versicherungsjahres.

Gegen­über der bis­he­rige Tarif­ge­nera­tion aus 2016 haben sich die Prä­mien teil­weise erhöht, teil­weise wurden diese jedoch auch gesenkt.

Aus­ge­wählte Leis­tungen des Tarifs Klassik-Garant mit Bau­stein Exklusiv aus dem Hause VHV

  • Der Ver­si­cherer garan­tiert, dass die dem Ver­trag zugrunde lie­genden Bedin­gungen den Kunden nicht schlechter stellen als die unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des Gesamt­ver­bandes der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) mit Stand VGB 2016 (GDV-Garantie).
  • Garantie, dass nicht zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers von den unver­bind­li­chen Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse vom 13.12.2018 abge­wi­chen wird (Arbeits­kreis-Garantie)
  • Garantie, dass nicht zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers von den unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des GDV (Gesamt­ver­band der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft) sowie der Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse abge­wi­chen wird (GDV-Garantie bzw. Arbeits­kreis-Garantie)
  • Kun­den­freund­lich for­mu­lierte und seit Jahre auch aktiv gelebte Inno­va­ti­ons­klausel. Diese greift dem Wort­laut nach, obwohl etwa im Unter­schied zur Tarif­ge­nera­tion aus 2016 keine Klar­stel­lung zur Mit­ver­si­che­rung von Zim­mer­brunnen mehr besteht.

Bereits 2012 bestä­tigte die VHV, dass etwaige Leis­tungs­up­dates auch wei­terhin erfolgen würden. Wer also früher einen der Tarife Domus Medium oder Klassik-Garant abge­schlossen hat, kann alle Leis­tungs­ver­bes­se­rungen des aktu­ellen Klassik-Garant für sich bean­spru­chen. Wer früher die Tarife VGB 88 (ohne Tarif­name), Domus Maximum, Exklusiv oder Klassik-Garant mit Bau­stein Exklusiv abge­schlossen hat, kann sich heute auf alle Leis­tungs­ver­bes­se­rungen des aktu­ellen Tarifs Klassik-Garant mit Bau­stein Exklusiv (ohne Bau­stein Best-Leis­tungs-Garantie) berufen. Ent­spre­chend werden Kunden, die in der Ver­gan­gen­heit ent­weder Erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren (ohne Dif­fe­ren­zie­rung nach Ele­mentar I und II) oder Ele­mentar II abge­schlossen haben, so gestellt, als hätten sie auch nach dem aktu­ellen Tarif Ele­mentar II abge­schlossen. Die VHV erklärte hierzu am 05.12.2012 gegen­über Witte Finan­cial Ser­vices:

„Da wir mit dem Bestands­up­date auch Leis­tungs­ver­bes­se­rungen für die Zukunft bestä­tigt haben, haben auch alle diese Ver­träge nun­mehr immer den Leis­tungs­stand der aktu­ellen Pro­dukte im Neugeschäft.“

Wei­tere Leis­tungs­ver­bes­se­rungen optio­naler Leis­tungs­bau­steine sind von der Updatega­rantie nicht erfasst. Eben­falls nicht pro­fi­tieren Kunden, die früher einen der Tarife domus minimum oder Basis abge­schlossen haben.

  • Ein­schluss einer Best-Leis­tungs-Garantie. Diese kann zwar durch den Ver­weis auf einen ver­kaufs­of­fenen, all­ge­mein zugäng­li­chen Tarif eines Wett­be­wer­bers bei der VHV bestehende Sub­li­mits für ver­si­cherte Gefahren erwei­tern, etwaige Selbst­be­halte bei der VHV redu­zieren oder strei­chen, nicht jedoch den Ver­si­che­rungs­schutz um bis­lang nicht ver­si­cherte Leis­tungen erweitern.
  • Bei­trags­freie Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung (Ver­si­che­rungs­schutz für Ereig­nisse, die bestehenden Ver­trag des Wett­be­wer­bers nicht oder nicht in vollem Umfang ver­si­chert sind) für einen Zeit­raum von 12 Monaten. Dar­über hinaus besteht eine ergän­zende bei­trags­freie Sum­men­dif­fe­renz­de­ckung (Ver­si­che­rungs­sum­men­dif­fe­renz zwi­schen dem Ver­trag bei der VHV und dem bestehenden Ver­si­cherer), letz­tere aller­dings bis maximal 20.000 Euro.

Dabei sind nur solche Gefahren über die Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung ver­si­chert, die auch beim Vor­ver­si­cherer ver­si­chert waren. Unklar bleibt, ob z. B. eine beim Vor­ver­si­cherer feh­lende Mit­ver­si­che­rung von Seng­schäden erwei­tert werden kann oder ob damit die Gefahr Feuer gemeint ist. Der Ver­si­cherer stellt hierzu klar:

„Ver­si­chert werden Kon­di­ti­ons­dif­fe­renzen für ver­si­cherte Gefahren und ver­si­cherte Sachen die im bis­he­rigen Ver­si­che­rungs­ver­trag ver­si­chert sind. D. h. in diesem Beispiel:

- Ver­si­cherte Gefahr: Feuer

- Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz: Sengschäden.

Sofern beim noch bestehenden Ver­si­che­rungs­ver­trag die Gefahr Feuer ver­si­chert ist, diese jedoch keine Seng­schäden inklu­diert fallen diese in die Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung der VHV.“

Sofern unbe­nannte Gefahren und eine erwei­terte Ele­men­tar­scha­den­de­ckung auch beim Vor­ver­si­cherer ver­si­chert waren, ist hierfür eine Erwei­te­rung mög­lich. Miss­ver­ständ­lich ist im Rahmen der Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung von einer Erhö­hung der „Ent­schä­di­gungs­grenzen“, in der Sum­men­dif­fe­renz­de­ckung von einer Erhö­hung der Ver­si­che­rungs­summe um bis zu 20.000 Euro die Rede. Sofern man die Ent­schä­di­gungs­grenzen als Sub­li­mits inter­pre­tiert, könnte man also ein Sub­limit beim Vor­ver­si­cherer ent­spre­chend erhöhen. Da es sich bei der VHV jedoch um einen Wohn­flä­chen­tarif han­delt, ent­fallen bei der VHV fak­tisch alle Sub­li­mits, so dass die Sum­men­dif­fe­renz­de­ckung unzwei­deutig nur für den Ver­si­che­rungs­sum­men­tarif Sinn macht. Im Ange­bots­rechner der VHV, dem „Vokis-Rechner“, ist ein Ein­schluss der Dif­fe­renz­de­ckung nicht mög­lich. Dies erklärt das Unter­nehmen wie folgt:

„Der Sofort­schutz (Kon­di­tions- und Sum­men­dif­fe­renz­de­ckung) wird kos­tenlos allen Ver­si­che­rungs­ver­trägen mit spä­terem Ver­si­che­rungs­be­ginn zugrunde gelegt. Eine bei­trags­pflich­tige Bean­tra­gung ist nicht nötig.“

  • Bei­trags­be­freiung bei Arbeits­lo­sig­keit, nicht jedoch Kurz­ar­beit oder Arbeits­un­fä­hig­keit, bis max. 12 Monate. Ver­si­che­rungs­schutz besteht auch für Selbst­stän­dige, sofern diese ihre selbst­stän­dige Tätig­keit unfrei­willig und nicht nur vor­über­ge­hend ein­ge­stellt haben. Positiv ist auch, dass die Bei­trags­be­freiung bei Arbeits­lo­sig­keit ohne War­te­zeit besteht und diese unab­hängig vom Alter des Ver­si­che­rungs­neh­mers bei Ver­trags­ab­schluss oder bei Ein­tritt der Arbeits­lo­sig­keit ist.
  • Gene­reller Ver­zicht auf Anrech­nung einer etwaigen Unter­ver­si­che­rung bei Schäden bis 5.000 Euro
  • Mit­ver­si­chert sind nach­träg­lich vom Mieter ein­ge­fügte – nicht aber aus­ge­tauschte – Sachen (z. B. elek­tro­ni­sche Jalou­sien, Ein­bau­kü­chen), die fest mit dem Gebäude ver­bunden sind
  • Ver­si­chert sind Lüftlma­lerei (Gebäu­de­ma­lerei) sowie Schnit­ze­reien an Gebäuden, soweit diese unvor­her­ge­sehen beschä­digt oder zer­stört werden bis 1.500 Euro mit 125 Euro Selbstbeteiligung
  •  Optio­nale Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren mit 250 Euro Selbst­be­halt im Schadenfall
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Her­bei­füh­rung des Ver­si­che­rungs­falles. Dies gilt abwei­chend nicht für die Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren.

Der Ver­weis von Ziffer K 41 auf Ziffer B 5.1.2 VGB 2021 führt an dieser Stelle ins Leere; die ent­spre­chende Ziffer exis­tiert nicht. Gemeint ist sicher die B5‑5.1.2.

Hierzu führt der Ver­si­cherer fol­gendes aus:

„Der Ver­weis wird kurz­fristig kor­ri­giert und führt auf B5‑5.1.2. Da der Ver­zicht auf den Ein­wand der groben Fahr­läs­sig­keit bereits im Grund­be­din­gungs­werk ver­ein­bart ist, gilt dieser auch für unbe­nannte Gefahren.

Die Aus­schlüsse 2.2. a) und 2.2. b) werden wir noch einmal kri­tisch prüfen und klar stellen.“

Diese Argu­men­ta­tion des Ver­si­che­rers ist nicht ver­ständ­lich, da in den unbe­nannten Gefahren kon­kret ein Aus­schluss benannt wird, der nicht Teil des Grund­be­din­gungs­werkes ist. Viel­mehr han­delt es sich um eine Erwei­te­rung des Ver­si­che­rungs­schutzes. Eine Klar­stel­lung hierzu durch den Anbieter wird daher drin­gend ange­raten. Offenbar ist dies nun auch geplant. Mit E‑Mail vom 26.01.2022 teilte das Unter­nehmen mit:

„Bzgl. der Unbe­nannten Gefahren stimme ich Ihnen zu, das gemäß der der­zei­tigen For­mu­lie­rung in diesem Seg­ment die grobe Fahr­läs­sig­keit dem Ver­si­che­rungs­schutz schadet. Ich gehe davon aus, dass wir hier den Bedin­gungs­text in Kürze über­ar­beiten werden.“

Da das Ver­halten des Reprä­sen­tanten des Ver­si­che­rungs­neh­mers diesem nach B5‑6 gleich­zu­stellen ist, sind die Bedin­gungen so zu ver­stehen, dass auch auf eine Kür­zung der Leis­tung ver­zichtet wird, wenn ein Schaden durch grob fahr­läs­siges Ver­halten des Reprä­sen­tanten ver­ur­sacht wurde.

Im Rahmen der unbe­nannten Gefahren gelten die Aus­schlüsse nach Ziffer 2.2 der BBLG jeweils „ohne Rück­sicht auf mit­wir­kende Ursa­chen“ (analog auch Kon­zept & Mar­ke­ting, Tarif all­safe casa fine und prime, Stand 04.2021 sowie VEMA mit Risi­ko­träger Basler, Tarif VEMA-Wohn­ge­bäu­de­kon­zept, Stand 05.08.2021; ohne diese Klausel z. B. Alte Leip­ziger, Tarif com­fort, Stand 12.2021 oder Inter­Risk, Tarif XXL mit Klausel 7281, Stand 28.04.2021). Das bedeutet, dass etwa ein Aus­schluss auch dann zur Anwen­dung kommt, wenn ein Schaden durch den aus­ge­schlos­senen Umstand ledig­lich ver­grö­ßert wird[3]. Das OLG Frank­furt am Main (Az. 2/08 O 74/12) kam in seinem Urteil vom 14.02.2014 zu dem Schluss, dass die Klausel gene­rell unwirksam sei, ließ jedoch eine Revi­sion zum BGH zu, gegen die sich der beklagte große deut­sche Ver­si­cherer damals nach ein­ge­hender Bera­tung ent­schied. Die mög­liche Revi­sion wurde damit begründet, dass es ein für den Ver­si­cherer posi­ti­veres Urteil des OLG Saar­brü­cken aus dem Jahr 1996 gegeben hatte[4]. Im ver­han­delten Schaden beim OLG Frank­furt am Main ging es um einen Hausratschaden

„infolge eines bestim­mungs­wid­rigen Aus­tritts von Wasser, das teil­weise mit Fäka­lien durch­setzt war, aus einer Toi­lette und einer Dusche. Dabei han­delte es sich unstreitig um ein Gemisch aus Ver­brauchs- und Regenwasser.“

In der Urteils­be­grün­dung hieß es unter anderem wie folgt:

„Diesem Inter­esse [d. h. dem des Ver­si­che­rers] dürfte zwar auch dann noch Rech­nung getragen werden, wenn ledig­lich solche Schäden vom Ver­si­che­rungs­schutz aus­ge­nommen würden, bei denen der Mit­ver­ur­sa­chungs­an­teil der Wit­te­rungs­nie­der­schläge ein bestimmtes Maß erreicht hat, von dem an die Gefah­ren­lage schwer bere­chenbar wird. Doch ver­bietet sich eine solche Aus­le­gung der Klausel, weil für die Aus­le­gung auch die gewählte Aus­drucks­weise maß­geb­lich ist. Eine der­ar­tige Aus­le­gung wäre nicht mehr von dem ein­deu­tigen Wort­laut ein­gangs der Ziffer 4.3 a) der VHB 2008 „ohne Rück­sicht auf mit­wir­kende Ursa­chen“ gedeckt. Danach soll die Aus­schluss­klausel auch bei einem och geringen Mit­ver­ur­sa­chungs­an­teil der Wit­te­rungs­nie­der­schläge ein­greifen (so auch OLG Saar­brü­cken, a. a. O.; OLG Karls­ruhe a. a. O. Rüffer in: Beck­man­n/­Ma­tu­sche-Beck­mann, Ver­si­che­rungs­rechts­hand­buch, 2. Auf. 2009 § 32 Rn. 80). Die gegen­tei­lige Auf­fas­sung von Jula (in: Bruck/Möller, VVG, 9. Aufl. 2012, VHB 2010 A § 4 Rn. 31), wonach der Aus­schluss nicht ein­schlägig sei, wenn im Wesent­li­chen Lei­tungs­wasser den Schaden ver­ur­sacht habe, wird a. a. O. nicht begründet.“

In jedem Fall ist die For­mu­lie­rung in Ziffer 2.2 der Bedin­gungen der VHV so zu ver­stehen, dass ein Schaden nicht unmit­telbar, son­dern ggf. auch mit­telbar ver­ur­sacht wurde. Hierzu wäre eine Klar­stel­lung sehr schön.

  • Für Gebäude im Rohbau kann eine kos­ten­freie Roh­bau­ver­si­che­rung gegen die Gefahren Feuer und Sturm für eine maxi­male Bau­phase von 24 Monaten ver­ein­bart werden. Nicht ver­si­cherbar sind hier­über jedoch Schäden durch Lei­tungs­wasser, erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren (z. B. Über­schwem­mung, Erd­beben oder Erd­sen­kung) oder unbe­nannte Gefahren
  • Schäden an ver­si­cherten Sachen infolge einer ver­suchten oder erfolg­rei­chen Ent­schär­fung von Blind­gän­gern ohne eine Explo­sion könnte man im Rahmen der unbe­nannten Gefahren mit 250 Euro Selbst­be­halt als ver­si­chert ansehen. Eine aus­drück­liche Klar­stel­lung zu Schäden infolge der Explo­sion von Blind­gän­gern („Blind­gän­ger­schäden“) findet sich abwei­chend im Rahmen der Leis­tungs­über­sicht zum Tarif, dort als Teil der Feu­er­ge­fahr. Dies bestä­tigt der Ver­si­cherer wie folgt:

„Blind­gän­ger­schäden sind im Rahmen der Gefahr Feuer ohne Selbst­be­halt mit­ver­si­chert (vgl. Produktübersicht).“

  •  Der bei vielen Wett­be­wer­bern bestehende Aus­schluss für „Schäden durch hoheit­liche Ein­griffe oder behörd­liche Anord­nungen“ fehlt in diesem Tarif. Eine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung fehlt in den Bedingungen.
  • Nach den zugrund­lie­genden Bedin­gungen setzt Sturm eine Wind­stärke von min­des­tens Wind­stärke 8 voraus. Im Rahmen der unbe­nannten Gefahren nicht ver­si­chert sind u. a. Schäden durch „Gefahren, die nach A 1.1 bis A 1.3.2 VGB 2021 ver­si­cherbar sind, ein­schließ­lich der zu diesen Gefahren nicht ver­si­cherten Schäden“. Da etwa eine Wind­stärke 6 oder 7 nicht unter die Sturm­de­fi­ni­tion fallen würde, fallen Schäden durch sons­tige Wind­be­we­gungen (also ohne Min­dest­wind­stärke und mit 250 Euro Selbst­be­halt) unter den Ver­si­che­rungs­schutz. Dies schließt auch Schäden durch Durchzug mit ein.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch unmit­tel­bare Ein­wir­kung von ein­drin­genden Regen, Hagel, Schnee oder Schmutz durch nicht ord­nungs­gemäß geschlos­sene Fenster, Außen­türen oder andere Öff­nungen bis 5.000 Euro (ohne ent­spre­chende wei­tere Klar­stel­lung) ein­schließ­lich eines hier­durch bedingten Rück­staus. Schäden durch das Ein­dringen von Schnee- oder Schmelz­wasser durch Öff­nungen sind nur dann mit­ver­si­chert, wenn erwei­terte Ele­men­tar­ge­fahren mit­ver­si­chert sind (dann jedoch abwei­chend bis maximal 2,5 Mio. Euro, dafür jedoch mit einem Selbst­be­halt von 10 % der Scha­den­höhe, min. 250 Euro, maximal 5.000 Euro) und sofern die Öff­nungen durch Schnee­druck ent­standen sind.
  • Mit­ver­si­che­rung benannter bau­li­cher Grund­stücks­be­stand­teile ohne Sub­limit (z. B. Grund­stücks­ein­frie­dungen inkl. Hecken, Hof- und Geh­weg­s­be­fes­ti­gungen, Tier­be­hau­sungen bis 10 qm Grund­fläche sowie sta­tio­näre Lade­sta­tionen für Elek­tro­fahr­zeuge, Öl- und Gas­tanks), nicht jedoch von z. B. Car­ports oder des Ertrags­aus­falls für ver­si­cherte fest instal­lierte E‑Ladestationen (Wall­boxen).
  • Mit­ver­si­chert sind frost­be­dingte und sons­tige Bruch­schäden an Rohren von Anlagen zur Regen­was­ser­auf­be­rei­tung außer­halb von Gebäuden auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück, die der Ver­sor­gung ver­si­cherter Gebäude dienen. Nicht aus­drück­lich ver­si­chert sind solche Bruch­schäden inner­halb von Gebäuden. Eine ent­spre­chende Mit­ver­si­che­rung ergäbe sich laut VHV durch Ver­weis auf die Zif­fern A 4.3, A 4.3.1 sowie A 4.3.1.1 VGB 2021 – Wohn­fläche (Zulei­tungs­rohre der Wasserversorgung).
  • Als ver­si­cherte Sache zählen Klein­wind­kraft­an­lagen zur Strom­erzeu­gung sowie Geo­ther­mie­an­lagen. Ver­si­che­rungs­schutz für ver­si­cherte Schäden an diesen besteht bis in Höhe von 25.000 Euro
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden unmit­telbar durch Rauch und Ruß, aller­dings nur, wenn diese bestim­mungs­widrig aus den auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück befind­li­chen Feuerungs‑, Heizungs‑, Koch- oder Tro­cken­an­lagen aus­ge­treten sind.
  • Mit­ver­si­che­rung von Seng- und Schmor­schäden an ver­si­cherten Sachen
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Über­strom, Strom­schwan­kungen oder Kurz­schluss auch ohne Blitzschlag
  • Mit­ver­si­chert ist der Anprall von Luft‑, Straßen‑, Wasser‑, Schie­nen­fahr­zeugen sowie selbst­fah­renden Arbeits­ma­schinen an ver­si­chere Sachen. Nicht ver­si­chert sind Schäden, wenn die benannten Land- oder Was­ser­fahr­zeuge vom Ver­si­che­rungs­nehmer selbst gehalten oder betrieben werden. Ebenso aus­ge­schlossen sind Schäden durch unbe­mannte Flug­körper (z. B. Drohnen oder Sil­ves­ter­ra­keten und ‑feu­er­werk). Nicht ver­si­chert sind Schäden an Fahr­zeugen, Zäunen, Straßen und Wegen, sofern diese nicht über wei­teres Zubehör und sons­tige Grund­stücks­be­stand­teile mit­ver­si­chert gelten. Ent­spre­chend abwei­chend mit­ver­si­cherte Grund­stücks­be­stand­teile sind z. B. Grund­stücks­ein­frie­dungen (auch Hecken), Trenn- und Schall­schutz­wände sowie Sicht­schutz­zäune. Teil­weise lassen sich solche Eigen­schäden im Rahmen einer Kfz-Ver­si­che­rung mit­ver­si­chern, dort aller­dings meist mit einer Selbst­be­tei­li­gung an den Kosten.
  • Mit­ver­si­chert sind bis in Höhe von 5.000 Euro Schäden an elek­tri­schen Ein­rich­tungen (z. B. Lei­tungen und Anlagen) inner­halb von ver­si­cherten Gebäuden sowie Schäden an Däm­mungen und Unter­spann­bahnen von Dächern, nicht jedoch von Außen­wänden / Fas­saden, die unmit­telbar durch Tier­biss- und Kratz­schäden oder Pick­schäden von Vögeln (z. B. Specht­schäden) ent­stehen. Aus­ge­schlossen sind Fol­ge­schäden aller Art (z. B. durch das Fehlen elek­tri­scher Span­nung, durch Nisten oder Uri­nieren wild­le­bender Säu­ge­tiere). Muss durch einen sol­chen Fol­ge­schaden im Ein­zel­fall das ganze Dach abge­rissen werden, so besteht also über den Tarif kein Versicherungsschutz.

Durch Ver­weis auf die Best-Leis­tungs-Garantie der VHV können zwar etwaige Fol­ge­schäden oder sons­tige bei Wett­be­wer­bern ver­si­cher­bare Leis­tungen nicht erwei­tert werden, abwei­chend jedoch das Sub­limit von 5.000 Euro bei­spiels­weise durch den Ver­weis auf die aktu­ellen Wohn­ge­bäu­de­be­din­gungen der VEMA (VEMA-Wohn­ge­bäu­de­kon­zept, Stand 08.2021 mit Risi­ko­träger Basler) für Bisse durch Marder, Wasch­bären oder Nage­tiere ohne Sub­limit erwei­tert werden. Auch ein Ver­weis auf z. B. die Bedin­gungs­werke der Inter­Risk (XXL, Stand 04.2021) der Signal Iduna (VWG 2018 Pre­mium, Stand 09.2018) würde eine Regu­lie­rung ohne Sub­limit ermöglichen.

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  • Ver­si­chert sind Schäden an ver­si­cherten Sachen durch Scha­len­wild (z. B. Wild­schweine, Rehe oder Rothirsche).
  • Mit­ver­si­che­rung von außer­halb von Gebäuden auf und außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks ein­tre­tenden frost­be­dingten und sons­tigen Bruch­schäden an den Ablei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung, die der Ent­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen. Die Ent­schä­di­gung ist auf 10.000 Euro je Scha­den­fall beschränkt. Schäden durch Muf­fen­ver­satz und Wur­zel­ein­wuchs fallen nicht unter den Ver­si­che­rungs­schutz. Positiv ist, dass der Ver­si­cherer den Ver­si­che­rungs­schutz nicht von einer etwaigen Druck­prü­fung abhängig macht. Die Klausel kann vom Ver­si­cherer jeder­zeit mit Frist von drei Monaten gekün­digt werden.
  • Mit­ver­si­che­rung von frost­be­dingten und sons­tigen Bruch­schäden an Zulei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung sowie an Rohren von Hei­zungs- und Kli­ma­an­lagen, an Rohren von ganz­jährig im Boden ein­ge­las­senen Schwimm­be­cken, an Rohren von Zis­ternen außer­halb des Gebäudes auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück. Dar­unter fallen z. B. Ver­sor­gungs­rohre zu ver­si­cherten Neben­ge­bäuden und Gewächs­häu­sern auf dem Versicherungsgrundstück.
  • Mit­ver­si­che­rung von frost­be­dingten und sons­tigen Bruch­schäden an Zulei­tungs­rohren der Was­ser­ver­sor­gung sowie an Rohren von Hei­zungs- und Kli­ma­an­lagen auf und außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks, die nicht der Ver­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen, sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer hierfür die Gefahr trägt (z.B. Schleusen- oder Kanal­rohr zur Ent­wäs­se­rung des Grund­stücks, um Ober­flä­chen­wasser bei Hang­lage aufzufangen)
  • Mit­ver­si­che­rung von Bruch­schäden an Rohren der Gas­ver­sor­gung auf und außer­halb des Versicherungsgrundstücks
  • Mit­ver­si­chert sind auch Bruch­schäden an unter­ir­disch ver­legten Regen­was­ser­ab­fluss­rohren außer­halb von Gebäuden bis in Höhe von 10.000 Euro
  • Wasser aus Whirl­pools zählt als Leitungswasser
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden durch Graf­fiti, hier Wand­ma­le­reien durch Farben und Lacke (nicht z. B. Kratz­graf­fiti oder Farb­graf­fiti auf Fuß­böden) an Außen­seiten ver­si­cherter Sachen (Außen­wänden) bis maximal 20.000 Euro mit 500 Euro Selbst­be­halt. Schäden durch Van­da­lismus von Schäden an Türen, Schlös­sern, Fens­tern (aus­ge­nommen Schau­fens­ter­ver­gla­sungen), Roll­läden und Schutz­git­tern des ver­si­cherten Gebäudes infolge von Ein­bruch­dieb­stahl sind bis zur Ver­si­che­rungs­summe und ohne Selbst­be­halt mit­ver­si­chert. Sons­tige Schäden durch Van­da­lismus infolge eines Ein­bruch­dieb­stahls (z. B. an Hausrat des Ver­si­che­rungs­neh­mers) sind – wenn über­haupt – nur im Rahmen einer optio­nalen Haus­rat­ver­si­che­rung ver­si­chert. Schäden durch sons­tige mut­wil­lige Beschä­di­gung an den Außen­seiten, nicht jedoch an den Innen­wänden (ergibt sich aus K 36), von Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern sind bis zur Ver­si­che­rungs­summe mit 500 Euro Selbst­be­halt ver­si­chert. Die Klausel kann vom Ver­si­cherer jeder­zeit mit Frist von drei Monaten gekün­digt werden.
  • Dieb­stahl von außen am Gebäude ange­brachten, abschlie­ßend benannten Sachen (z. B. Lampen, Brief­kästen oder Schil­dern eines Gewer­be­be­triebs) bis 2.500 Euro.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für in Folge eines Ver­si­che­rungs­falls not­wen­dige Hotel­un­ter­brin­gung oder eine ähn­liche Unter­brin­gung bis maximal 24 Monate und bis maximal 150 Euro Ent­schä­di­gung pro Tag. Nicht ver­si­chert sind Neben­kosten (z. B. Früh­stück, Telefon, Internet). Bei eigen­ge­nutzter Feri­en­woh­nung oder eigen­ge­nutzten Feri­en­haus werden ergän­zend Hotel­kosten für einen Zeit­raum von bis zu 7 Tagen bis höchs­tens 150 Euro pro Tag über­nommen. Auch hier nicht ver­si­chert sind etwaige Nebenkosten.
  • Trans­port- und Lager­kosten bis zu 12 Monaten
  • Über­nahme der Kosten für die Besei­ti­gung von Gebäu­de­be­schä­di­gungen auf­grund des Alarms eines Hausnotrufs
  • Mit­ver­si­che­rung von Dekon­ta­mi­na­ti­ons­kosten von Erd­reich bis zur Ver­si­che­rungs­summe (anstatt bis 10.000 Euro im Alt­tarif aus 2016). Auch unter Berück­sich­ti­gung der Best-Leis­tungs-Garantie und durch Ver­weis auf z. B. Kon­zept & Mar­ke­ting (all­safe domo, Stand 03.2017, Vers. 1.04) kann eine Erwei­te­rung des Ver­si­che­rungs­schutzes auf Kosten für die Dekon­ta­mi­na­tion von Wasser oder sons­tigen Sub­stanzen nicht her­ge­leitet werden.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für Miet­aus­fall oder orts­üb­li­cher Miet­wert von Wohn­räumen für die Dauer von höchs­tens 36 Monaten. Dies gilt sowohl für Wohn­räume als auch für gewerb­lich genutzte Räume, für letz­tere aller­dings bis maximal 25.000 Euro und für einen Zeit­raum von maximal 24 Monaten. Mit­ver­si­chert ist zudem zusätz­li­cher Miet­aus­fall bei Been­di­gung eines Miet­ver­hält­nisses wegen eines Ver­si­che­rungs­falles bis zu 4 Monaten bzw. bis zu 24 Monaten (gewerb­lich ver­mie­tete Räume) bzw. 36 Monaten (Wohn­räume), wenn ein Miet­ver­hältnis auf­grund eines Ver­si­che­rungs­falles nicht ange­treten werden kann und der Miet­ver­trag zum Zeit­punkt des Ver­si­che­rungs­falles bereits geschlossen war. Anstelle von Miet­aus­fall / Miet­wert werden auch monat­lich lau­fende Kre­dit­kosten ersetzt.
  • Miet­aus­fall bei Nach­bar­schafts­schäden bis 24 Monate
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Besei­ti­gung und Wie­der­auf­fors­tung umge­stürzter, abge­knickter oder beschä­digter Bäume durch Blitz­schlag, Sturm oder Hagel. Nicht ver­si­chert sind Schäden durch sons­tige ver­si­cherte benannte oder unbe­nannte Gefahren (z. B. durch Erd­beben oder Über­schwem­mung). Vor­aus­set­zung für die Ent­schä­di­gung ist, dass eine natür­liche Rege­ne­ra­tion nicht zu erwarten ist.
  • Mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Neu­be­pflan­zung von gärt­ne­ri­schen Anlagen (z. B. Zier- oder Nutz­pflanzen) bis 2.500 Euro, die unmit­telbar mit dem Erd­reich ver­wur­zelt sind. Nicht ver­si­chert sind Kübel‑, Topf- oder Balkonpflanzen.
  • Über­nahme von Leck­or­tungs­kosten ohne Vor­liegen eines Ver­si­che­rungs­falles bis maximal 500 Euro
  • Kosten für die Ret­tung aus­schließ­lich privat genutzter Daten bis 500 Euro infolge eines ver­si­cherten Scha­dens. Nicht ver­si­chert wäre damit z. B. Kon­takt­daten in einem sowohl privat als auch gewerb­lich genutzten Out­look.
  • Über­nahme per­sön­li­cher Aus­lagen nach einem Scha­den­fall ab einer Min­dest­scha­den­höhe von 500 Euro bis in Höhe von 10 % der Ent­schä­di­gungs­leis­tung, maximal bis 500 Euro
  • Über­nahme von alters- und behin­der­ten­be­dingter Mehr­kosten (z. B. Roll­stuhl- und rol­la­tor­be­dingter Umbau oder Einbau eines Treppenlifts)ab 25.000 Euro Mindestschadenhöhe 
  • Mehr­kosten für behörd­lich nicht vor­ge­schrie­bene ener­ge­ti­sche Sanie­rung bis 25.000 Euro. Nicht ver­si­chert sind Mehr­kosten für eine sons­tige nach­hal­tige Modernisierung.
  • Über­nahme der Kosten für die Ver­pfle­gung von Per­sonen, die anläss­lich eines Ver­si­che­rungs­falls (z. B. eines Brand­scha­dens oder einer Über­schwem­mung) Hilfe geleistet haben bis 500 Euro, nicht jedoch für sons­tige frei­wil­lige Zuwen­dungen an Per­sonen z. B. der Brand­be­kämp­fung nach einem Schadenfall
  • Über­nahme von Rück­rei­se­kosten von Urlaubs- und Dienst­reisen ab 5.000 Euro Mindestschadenhöhe
  • Unbe­grenzte Über­nahme von Regie­kosten für die Wie­der­her­stel­lung ver­si­cherter Sachen ab einer Min­dest­scha­den­höhe von 25.000 Euro
  • Über­nahme der erfor­der­li­chen und nach­weis­lich tat­säch­lich ange­fal­lenen Kosten für das Auf­räumen, die Ent­sor­gung, Rei­ni­gung, Des­in­fek­tion und Schäd­lings­be­kämp­fung von durch Mes­sies gemie­teten Woh­nungen, soweit diese wegen eines zwang­haften Ver­hal­tens vor allem nutz­lose Gegen­stände unor­dent­lich und chao­tisch in der Woh­nung ange­sam­melt oder die Woh­nung dadurch ver­müllt haben. Nicht ver­si­chert sind sons­tige Schäden durch Mes­sies oder Miet­van­dalen (z. B. eine her­aus­ge­ris­sene Türzarge). Der Ver­si­che­rungs­schutz besteht bis in Höhe 10.000 Euro mit 180 Tagen War­te­zeit ab Ver­trags­be­ginn.
  • Mit­ver­si­che­rung von Schäden infolge von Gebäu­de­schäden durch den unbe­merkten Tod eines Mie­ters bis in Höhe von 10.000 Euro
  • Kosten für die psy­cho­lo­gi­sche Erst­be­ra­tung und Behand­lung nach einem ver­si­cherten Scha­den­fall bis 5.000 Euro. Dabei gilt eine Min­dest­scha­den­höhe von 10.000 Euro.
  • Kosten infolge des Fehl­alarms eines Rauch‑, Gas- oder Was­ser­mel­ders bis 500 Euro. Nicht ver­si­chert sind Falsch­alarme durch Tabak­rauch, E‑Zigaretten, Koch­dünste oder dergleichen.
  • Mit­ver­si­chert sind Mehr­kosten für Pri­mär­energie bis in Höhe von 500 Euro
  • Vor­sor­ge­de­ckung nach Ziffer A 14.1.1.4 für wert­stei­gernde bau­liche Maß­nahmen bis zum Ende der lau­fenden Versicherungsperiode
  • Scha­den­über­nahme bei unklaren Zustän­dig­keiten wegen eines Versicherungswechsels

Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs Klassik-Garant mit Bau­stein Exklusiv aus dem Hause VHV

  • Kein Ein­schluss einer Besitz­stands­ga­rantie (Vor­ver­si­che­r­er­ga­rantie).
  • Feh­lender Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Ver­let­zung von gesetz­li­chen, behörd­li­chen und ver­trag­lich ver­ein­barten Sicher­heits­vor­schriften sowie Oblie­gen­heits­ver­let­zungen. Eben­falls aus­ge­schlossen ist die grob fahr­läs­sige Ver­let­zung der Mel­dung von Gefah­rerhö­hungen.

Nach Ziffer B3‑3.1.1 gilt die bran­chen­üb­liche Oblie­gen­heit, wonach der Ver­si­che­rungs­nehmer gesetz­liche, behörd­liche sowie ver­trag­lich ver­ein­barte Sicher­heits­vor­schriften ein­zu­halten habe. Diese Gene­ral­klausel wurde durch das OLG Schleswig mit Urteil vom 18.05.2017 (Az. 16 U 14/17) als unwirksam ver­worfen. Im kon­kreten Fall hatte der beklagte Ver­si­cherer nach einem Lei­tungs­was­ser­schaden ein­ge­wandt, dass der Ver­si­che­rungs­nehmer angeb­lich gegen die DIN-Norm EN 806–5 ver­stoßen habe, so dass er mit dieser Begrün­dung seine Leis­tung um 30 Pro­zent gekürzt hatte. Laut OLG sei die benannte Klausel intrans­pa­rent und daher rechts­widrig[5].

  • Ohne Regress­ver­zicht gegen­über Angehörigen
  • Ver­si­che­rungs­schutz nur für ständig bewohnte Gebäude. Keine bedin­gungs­sei­tige Mit­ver­si­che­rung vor­über­ge­henden Unbewohntseins
  • Feh­lende Klar­stel­lung, inwie­fern beweg­li­ches Gebäu­de­zu­behör wie Kamin­holz oder Bau­stoffe zu den ver­si­cherten Sachen gehören und daraus abge­leitet, inwie­fern der ein­fache Dieb­stahl sol­chen Zube­hörs unter den bedin­gungs­sei­tigen Ver­si­che­rungs­schutz fällt.
  • Nicht zu den ver­si­cherten Sachen gehört Zubehör der haus­wirt­schaft­li­chen Selbst­ver­sor­gung (u.a. Bie­nen­völker, die art­ge­recht gehalten werden; Rank­hilfen für Nutz­pflanzen und Hoch­beete; Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen)
  • Bedin­gungs­seitig fehlt eine aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung von Schäden durch Blind­gänger (Kampf­mittel aus been­deten Kriegen oder von Feu­er­werks­kör­pern), wenn­gleich ein sol­cher Ein­schluss in der Leis­tungs­über­sicht zu den Bedin­gungen benannt ist.
  • Keine Klar­stel­lung, inwie­fern Schäden durch bestim­mungs­wid­rigen Aus­tritt von Lei­tungs­wasser aus Was­ser­säulen und Zim­mer­brunnen mit­ver­si­chert sind. Im Vor­gän­ger­tarif aus 2016 bestand hierfür eine Klar­stel­lung inner­halb der den Bedin­gungen vor­an­ge­gan­genen Leis­tungs­über­sicht, aller­dings auch dort nicht bedingungsseitig.
  • Keine Mit­ver­si­che­rung für Schäden an ver­si­cherten Sachen durch Plansch- oder Rei­ni­gungs­wasser. Eine Erwei­te­rung des Ver­si­che­rungs­schutzes durch Ver­weis auf die Best-Leis­tungs-Garantie ist nicht möglich.
  • Keine bedin­gungs­sei­tige Mit­ver­si­che­rung von Näs­se­schäden auf­grund undichter Fugen oder Fliesen (z. B. undichte Sili­kon­fuge zwi­schen einer Dusch­wanne und einer angren­zenden Wand). Siehe hierzu das Urteil des BGH vom 20.10.2021 (Az. IV ZR 236 / 20)[6]. Der Ver­si­cherer hat erklärt, hierzu in Kürze eine Auf­nahme in das Bedin­gungs­werk zu ver­an­lassen und hat als vor­läu­figen ersten Schritt am 24.01.2022 fol­gende Stel­lung­nahme ver­öf­fent­licht[7]:

„Eine undichte Fuge im Bad ist kein ver­si­cherter Lei­tungs­was­ser­schaden? Bei uns schon! Denn obwohl Ver­si­cherer laut Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs bei der­ar­tigen Näs­se­schäden nicht ein­springen müssen, deckt die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung der VHV diese umfas­send mit ab.

[…] Unab­hängig vom jüngsten Urteil des BGH bieten wir unseren Kunden den Schutz weiter

kon­se­quent an – was in der Ver­si­che­rungs­branche nicht bei allen Mit­be­wer­bern der Fall ist.“

  • Keine Mit­ver­si­che­rung von Bruch­schäden an Lüftungsrohren
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für frost­be­dingte und sons­tige Bruch­schäden von außer­halb von Gebäuden lie­genden Zulei­tungs­rohren außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks (z. B. Rohre von Solar­ther­mie­an­lagen auf dem Nach­bar­grund­stück; Rohre eines benach­barten Brun­nens zu einer Zis­terne für Wasch­ma­schinen oder eine Toi­let­ten­spü­lung; Rohre der externen Gar­ten­be­wäs­se­rung), die der Ver­sor­gung ver­si­cherter Gebäude oder Anlagen dienen, für die der Ver­si­che­rungs­nehmer die Gefahr trägt und die nicht aus­schließ­lich gewerb­li­chen Zwe­cken dienen. Solche Rohre müsste der Ver­si­che­rungs­nehmer also ein­zel­ver­trag­lich bei der VHV einschließen.
  • Wie bran­chen­üb­lich nicht ver­si­chert ist der Bruch oder das Zer­reißen von Press­luft- / Druck­luft­lei­tungen. Diese kommen z. B. zum Ein­satz, wenn eine zen­trale Kom­pres­sor­an­lage dazu ein­ge­setzt wird, um elek­tri­sche Werk­zeuge damit zu betreiben. Solche Rohre könnten aller­dings auch unter­ir­disch ver­legt werden, um damit Werk­zeuge im Garten zu betreiben. Wäh­rend ein Kom­pressor regel­mäßig als im Rahmen einer Haus­rat­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert ange­sehen werden kann, fehlt nicht nur bei der VHV für die Druck­luft­lei­tungen regel­mäßig ein bedin­gungs­sei­tiger Ver­si­che­rungs­schutz. Solche Rohre müsste der Ver­si­che­rungs­nehmer also ein­zel­ver­trag­lich bei der VHV einschließen.
  • Eben­falls bran­chen­üb­lich fehlt eine Mit­ver­si­che­rung von elek­tri­schen Lei­tungen, die außer­halb von Gebäuden auf dem Grund­stück ver­legt sind (z. B. zur Ver­sor­gung einer Wallbox, zur Ver­sor­gung von Spei­cher­me­dien, zur Elek­tri­fi­zie­rung von Garten- und Gewächs­häu­sern). Solche Lei­tungen müsste der Ver­si­che­rungs­nehmer also ein­zel­ver­trag­lich bei der VHV einschließen.
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Rohre und Instal­la­tionen unter­halb der tra­genden oder nicht tra­genden Boden­platte
  • Nicht mit­ver­si­chert sind die Kosten für die Wie­der­her­stel­lung von Gar­ten­an­lagen (z. B. Blu­men­beete, Wege (z. B. Gar­ten­brunnen, Sand­kästen oder Teichanlagen)
  • Nicht ver­si­chert sind Schäden an bzw. der Dieb­stahl von Garten‑, Teich- und Pool­zu­behör (z. B. Gar­ten­möbel, Hän­ge­matten, Strand­körbe, Bas­ket­ball­körbe sowie Blu­men­kästen und ‑kübel) gegen ver­si­cherte Gefahren
  • Nicht ver­si­chert sind Mehr­kosten für eine nach­hal­tige Gestal­tung des Gar­tens (z. B. Anlage einer Bienen- und Hummelwiese)
  • Nicht ver­si­chert sind die Kosten für die Pflege eines Gar­tens durch eine Fach­firma, wenn der Ver­si­che­rungs­nehmer wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit eine schwer­wie­gende und unvor­her­ge­se­hene Ver­let­zung oder Krank­heit erleidet, die ihn an der Pflege des Gar­tens hindert
  • Nicht ver­si­chert sind nach­ge­wie­sener Kosten (z. B. für eine Online-Rechts­be­ra­tung oder das Zurück­schneiden einer Hecke) zur Bei­le­gung eines Nachbarschaftsstreites
  • Nicht mit­ver­si­chert sind die Kosten für eine qua­li­fi­zierte Ener­gie­be­ra­tung durch einen durch die BAFA (Bun­desamt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trolle) zuge­las­senen Ener­gie­be­rater bzw. einen bau­bio­lo­gi­schen Berater.
  • Nicht ver­si­chert sind sons­tige Mehr­kosten für eine Gebäu­de­wie­der­her­stel­lung mit umwelt­freund­li­chen oder nach­hal­tigen Baustoffen.
  • Keine Über­nahme der Kosten für eine Gefah­ren­be­ra­tung nach Überschwemmungsschäden
  • Nicht ver­si­chert sind Trock­nungs­kosten im Rahmen erwei­terter Ele­men­tar­ge­fahren oder auch unbe­nannter Gefahren
  • Keine Über­nahme der Kosten für den Mehr­ver­brauch von Öl
  • Keine Über­nahme der Kosten von Gebäu­de­be­schä­di­gungen im Zusam­men­hang mit Ret­tungs­maß­nahmen (z. B. durch Polizei oder Feu­er­wehr). Aus­ge­nommen davon sind die tat­säch­lich ange­fal­lenen Kosten für die Besei­ti­gung von Gebäu­de­be­schä­di­gungen, die dadurch ent­stehen, dass sich Ret­tungs­dienste oder hierzu befugte Dritte infolge des Alarms eines Haus­not­rufs Zugang zum Gebäude oder einer dessen Woh­nungen ver­schaffen müssen.
  • Bei der Durch­füh­rung eines Sach­ver­stän­di­gen­ver­fah­rens zur Fest­stel­lung der Scha­den­höhe wird erst ab einer fest­ge­stellten Scha­den­höhe von min­des­tens 50.000 Euro der Anteil des Ver­si­che­rungs­neh­mers an den Ver­fah­rens­kosten in voller Höhe über­nommen. Beauf­tragt der Ver­si­che­rungs­nehmer einen Sach­ver­stän­digen indi­vi­duell, werden die Kosten nur dann über­nommen, sofern der Ver­si­che­rungs­nehmer vom Ver­si­cherer zur Hin­zu­zie­hung auf­ge­for­dert wurde (siehe A 19.3).
  • Angeb­liche Nicht­mit­ver­si­che­rung von Mehr­kosten für behörd­liche Auf­lagen zum Denk­mal­schutz (siehe oben)
  • Keine gene­relle Mit­ver­si­che­rung poli­zei­lich ange­zeigter Straf­taten (z.B. Dieb­stahl von Solar­zellen, Hacken von Smar­thome-Anlagen, Betrug)
  • Ohne Kosten für die Neu­ein­stel­lung von Antennen und Satellitenschüsseln
  • Ohne Kosten einer kli­ma­freund­li­chen CO2-Kom­pen­sa­tion bei einem Feuerschaden
  • Ohne Kosten für die Rekul­ti­vie­rung von begrünten Dächern
  • Kosten für die Besei­ti­gung oder Umsied­lung von Bienen‑, Wespen‑, Hornissennestern
  • Ohne aus­drück­liche Mit­ver­si­che­rung der Auf­tau­kosten nach einem ver­si­cherten Frostschaden
  • Keine Über­nahme von scha­den­be­dingten Kosten für die not­wen­dige Stor­nie­rung einer Urlaubs- oder Dienstreise
  • Kein Ein­schluss einer Versehensklausel
  • Keine aus­drück­liche Anlage von Prä­mi­en­ein­nahmen in nach­hal­tigen Kapitalanlagen
  • Wie­der­aufbau bei Total­schaden an einem anderen Ort inner­halb der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nur dann, wenn die Wie­der­her­stel­lung des Wohn­ge­bäudes an der bis­he­rigen Stelle recht­lich nicht mög­lich oder wirt­schaft­lich nicht zu ver­treten ist, also nicht z. B. wenn aus psy­cho­lo­gi­schen Gründen nach einer schweren Über­schwem­mung ein Wie­der­aufbau am bis­he­rigen Ver­si­che­rungsort nicht anzeigt sein sollte.

[1] Antrag Wohn­ge­bäude, Stand 06.2021. Druck­stück­nummer: 660.0001.26 Stand 06.2021 Druck 06.2021

[2] Power­point-Prä­sen­ta­tion „VHV Tarif­pro­gramm VOKIS Ver­sion 91.0. Neue­rungen im Über­blick“, S. 12, Down­load vom 13.12.2021

[3] Vgl. „Schwamm“ auf „intersam​.de“. Auf­zu­rufen unter http://​www​.intersam​.de/​s​c​h​w​a​m​m​.​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 10.01.2022

[4] Siehe Jürgen Hönig „Die unwirk­same Ver­trags­klausel“ auf „ra​-hoenig​.net“. Auf­zu­rufen unter https://​www​.ra​-hoenig​.net/​u​r​t​e​i​l​e​/​d​i​e​-​u​n​w​i​r​k​s​a​m​e​-​v​e​r​s​i​c​h​e​r​u​n​g​s​k​l​a​u​s​e​l​.​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 10.01.2022. Diesem an dieser Stelle auch einen herz­li­chen Dank für die Bereit­stel­lung des Urteils des OLG Frank­furt am Main.

[5] Siehe z. B. Hans Straßer „Sicher­heits­klausel unwirksam“ auf „hans​-strasser​.de“ vom 28.12.2021. Auf­zu­rufen unter https://​hans​-strasser​.de/​s​i​c​h​e​r​h​e​i​t​s​k​l​a​u​s​e​l​-​u​n​w​i​r​k​s​am/, zuletzt auf­ge­rufen am 12.01.2022.

[6] Siehe https://​juris​.bun​des​ge​richtshof​.de/​c​g​i​-​b​i​n​/​r​e​c​h​t​s​p​r​e​c​h​u​n​g​/​d​o​c​u​m​e​n​t​.​p​y​?​G​e​r​i​c​h​t​=​b​g​h​&​A​r​t​=​e​n​&​D​a​t​u​m​=​A​k​t​u​e​l​l​&​S​o​r​t​=​3​&​n​r​=​1​2​3​9​4​5​&​p​o​s​=​2​1​&​a​n​z​=​822, zuletzt auf­ge­rufen am 05.01.2021

[7] „Nicht ganz dicht? Wir regu­lieren auch bei undichten Fugen!“ auf „vhv​-parter​.de“ vom 24.01.2022. Auf­zu­rufen unter https://​www​.vhv​-partner​.de/​m​a​g​a​z​i​n​/​2​0​2​2​/​0​2​/​w​a​s​s​e​r​s​c​h​a​den, zuletzt auf­ge­rufen am 25.01.2022.

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