Kurz­check: die Haus­rat­ver­si­che­rung der Baye­ri­schen
Pres­tige Plus inklu­sive AllRisk

Die Baye­ri­sche All­ge­meine Ver­si­che­rung AG hat zum 01.03.2021 ihre Haus­ratta­rife über­ar­beitet.  Zur Aus­wahl stehen die sechs Tarif­va­ri­anten Hausrat Fle­xibel Smart, Smart Plus, Kom­fort, Kom­fort Plus, Pres­tige sowie Pres­tige Plus.

Beträgt die Gesamt­ver­si­che­rungs­summe für Wert­sa­chen min­des­tens 75.000 Euro oder die Gesamt­ver­si­che­rungs­summe mehr als 200.000 Euro, sind beson­dere Sicher­heits­ver­ein­ba­rungen erfor­der­lich. Zusätz­lich erhöhte Min­dest­si­che­rungen gelten ab einem Wert­sa­chen­an­teil von über 100.00 Euro.  Beträgt der Wert­sa­chen­an­teil min­des­tens 100.000 Euro bzw. der Wert des Haus­rates min­des­tens 500.000 Euro ist eine Ein­bruch­mel­de­an­lage vor­ge­schrieben. Bis zum Einbau der ver­ein­barten Siche­rungen gilt eine bedin­gungs­ge­mäße Selbst­be­tei­li­gung von 25 Pro­zent, wenn der Schaden durch das Fehlen der ver­ein­barten Siche­rungen begüns­tigt worden ist

© 2021 Cri­tical-News — Wert­sa­chen vorhanden?

Ein Unter­ver­si­che­rungs­ver­zicht wird in allen Tarifen gewährt, sofern die Ver­si­che­rungs­summe je Qua­drat­meter Wohn­fläche min­des­tens 650 Euro beträgt. Für Klein­schäden bis 1 Pro­zent der Ver­si­che­rungs­summe gilt ein gene­reller Unter­ver­si­che­rungs­ver­zicht ab der Tarif­linie Kom­fort Plus.

Ver­si­che­rungs­schutz wird gene­rell ohne einen gene­rellen Selbst­be­halt angeboten.

Ange­boten wird auch ein Lauf­zeit­nach­lass in Höhe von 2 Pro­zent für die Ver­ein­ba­rung einer Lauf­zeit von drei Jahren. Bei unter­jäh­riger Zahl­weise wird ein Raten­zah­lungs­zu­schlag von 5 Pro­zent (monat­lich bzw. vier­tel­jähr­lich) bzw. 3 Pro­zent (halb­jähr­lich) erhoben. Der Min­dest­bei­trag beträgt 29,00 Euro netto pro Jahr.

Ins­be­son­dere, aber nicht nur, die zum Nach­teil der Ver­si­cherten vom GDV (Gesamt­ver­band der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft) abwei­chenden tarif­li­chen Ein­schrän­kungen zur Mit­ver­si­che­rung von Wert­sa­chen erin­nern stark an die Tarife der Ammer­länder.

Hierzu äußert sich der Ver­si­cherer wie folgt:

„Gene­rell sind bei der Ammer­länder die Wert­sa­chen zusätz­lich zur Ver­si­che­rungs­summe hinzuzurechnen!

Ein Bei­spiel: Wer auf 80 qm lebt, erhält eine VSU von (80 x 650 €) 52.000 € ange­boten. Hat man Wert­sa­chen (z.B. teure Uhren) ist deren Wert auf die Ver­si­che­rungs­summe hinzuzurechnen!

Bei unseren Tarifen sind die Wert­sa­chen Teil der Versicherungssumme.

Dies ist ein sehr deut­li­cher Unter­schied im Ver­gleich zur Ammerländer.“

Optional ange­boten werden fol­genden Leis­tungs­bau­steine:

  • Bau­stein Mobil (Fahr­rad­dieb­stahl) bzw. im Tarif Hausrat Fle­xibel Pres­tige Plus Erhö­hung der Ver­si­che­rungs­summe für ein­fa­chen Fahr­rad­dieb­stahl von bei­trags­frei 1 Pro­zent in 1‑Pro­zent-Schritten auf bis zu 5.000 Euro
  • Bau­stein Fahrrad Kasko (für max. 2 privat genutzte, nicht ver­si­che­rungs­pflich­tige E‑Bikes / Pedelecs)
  • Bau­stein Pan­gaea Life (20 Pro­zent Mehr­leis­tung für benannte nach­hal­tige Anschaf­fungen. Zudem wird im Fall eines Brands das durch Feuer frei­ge­setzte CO2 kli­ma­neu­tral gestellt. Hierfür werden als Aus­gleich zer­ti­fi­zierte Kli­ma­schutz­pro­jekte unter­stützt. Außerdem besteht die Mög­lich­keit, Wand­la­de­sta­tionen für Elek­tro­autos mitzuversichern)
  • Bau­stein Reise (Rei­se­ge­päck­ver­si­che­rung zwi­schen 2.000 und 4.000 Euro), erst ab Tarif­va­ri­ante Kom­fort Plus
  • Bau­stein Natur­ge­fahren (Selbst­be­halt 10 Pro­zent der Scha­den­höhe, min. 250 Euro, max. 1.500 Euro; 1 Monat War­te­zeit. Bei naht­losem Über­gang einer Vor­ver­si­che­rung mit erwei­tertem Ele­men­tar­scha­den­schutz kann diese War­te­zeit entfallen)
  • Glas­ver­si­che­rung (Gebäude- und Mobiliarverglasung)

Aus­ge­wählte Vor­teile des Tarifs Hausrat fle­xibel Pres­tige Plus der Bayerischen

  • gene­reller Unter­ver­si­che­rungs­ver­zicht bis 1 Pro­zent der ver­ein­barten Ver­si­che­rungs­summe, ansonsten ab einer Ver­si­che­rungs­summe von min­des­tens 650 Euro je Qua­drat­meter Wohnfläche
  • Best-Leis­tungs-Über­sicht bis zur Ver­si­che­rungs­summe ohne ver­kürzte Kün­di­gungs­frist. Wie üblich ist u.a. eine Leis­tungs­er­wei­te­rung hin­sicht­lich unbe­nannter Gefahren nicht mög­lich. Der Aus­schluss für „Ein­schlüsse von Ele­men­tar­ge­fahren“ beziehe sich laut Aus­kunft des Ver­si­che­rers auf die ent­spre­chenden Defi­ni­tionen nach Ziffer 1 d) 2 VHB. Wind­be­we­gungen seien in diesem Fall keine Ele­men­tar­ge­fahr. Daraus ergibt sich, dass z.B. auch eine Mit­ver­si­che­rung von Wind­be­we­gungen unter Wind­stärke 8 auch außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks sowie eine Erwei­te­rung des Lawi­nen­ri­sikos um Dach­la­winen mög­lich wären.
  • Besitz­stands­ga­rantie (Vor­ver­si­che­r­er­ga­rantie). Diese gilt u.a. nur bei naht­losem Über­gang des Ver­si­che­rungs­schutzes von einem Wett­be­werber und auch nur, wenn es sich um eine Vor­ver­si­che­rung auf Basis einer VHB-Deckung handelt.
  • Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren mit 10 Pro­zent Selbst­be­tei­li­gung, min­des­tens 500 Euro. Nicht ver­si­chert sind hierbei Schäden u.a. an Glas, Keramik, Brillen, elek­tro­ni­schen Geräten, Sport­ge­räten sowie an oder durch Per­sonen oder Tiere aller Art, bei Haus­tieren sind abwei­chend jedoch etwaige Fol­ge­schäden versichert
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Her­bei­füh­rung des Versicherungsfalles
  • Ver­zicht auf Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Ver­let­zung gesetz­li­cher und behörd­li­cher Sicherheitsvorschriften
  • Ver­zicht auf die Kür­zung der Leis­tung bei grob fahr­läs­siger Nicht­ein­hal­tung sons­tiger ver­trag­li­chen Oblie­gen­heiten (Her­lei­tung: Ziffer 92 bezieht sich auf Oblie­gen­heiten bzw. Sicher­heits­vor­schriften nach VHV 2021 Abschnitt B Ziffer 3 c) 3 a). Hier wird abwei­chend nicht auf Sicher­heits­vor­schriften, son­dern nur auf Oblie­gen­heiten nach Abschnitt B Ziffer 3 c) ver­wiesen. Dem­nach gilt der Ver­zicht für „die Ein­hal­tung aller sons­tigen ver­trag­lich ver­ein­barten Oblie­gen­heiten.“)
  • Ver­si­che­rungs­schutz für Wert­sa­chen besteht bis in Höhe der Ver­si­che­rungs­summe. Außer­halb ver­schlos­sener Wert­schutz­schränke besteht eine maxi­male Ver­si­che­rungs­summe von 3.500 Euro (Bar­geld, auf Geld­karten gela­dene Beträge mit Aus­nahme von Münzen, deren Ver­si­che­rungs­wert den Nenn­be­trag über­steigt), 25.000 Euro (Urkunden ein­schließ­lich Spar­bü­cher und sons­tige Wert­pa­piere) bzw. 50.000 Euro (Schmuck­sa­chen, Edel­steine, Perlen, Brief­marken, Münzen und Medaillen sowie alle Sachen aus Gold und Platin). Es gelten eheb­liche Ein­schrän­kungen für Wert­sa­chen ab 1.000 Euro (siehe „aus­ge­wählte Einschränkungen“)
  • Ver­si­che­rungs­schutz bis 3 Pro­zent der Ver­si­che­rungs­summe mit 250 Euro Selbst­be­halt besteht für das Ein­dringen von Regen- oder Schmelz­wasser durch Gebäu­de­öff­nungen und den hieraus ent­stan­denen Schaden durch die unmit­tel­bare Ein­wir­kung auf ver­si­cherte Sachen
  • Mit­ver­si­chert sind Schäden an nicht am Fahr­zeug mon­tierten Winter-/Som­mer­reifen inklu­sive der Felgen bei Ein­bruch­dieb­stahl und Brand. Das Gleiche gilt für nicht mon­tierte Kin­der­sitze und Dach­boxen. Die Mit­ver­si­che­rung besteht bis in Höhe von 10.000 Euro. Nicht ver­si­chert ist sons­tiges Kfz-Zubehör (z.B. Ersatz­teile für die Karos­serie eines Old­ti­mers oder Auto­ra­dios). Der beschrie­bene Ver­si­che­rungs­schutz besteht auch in ver­si­cherten Garagen inner­halb der glei­chen oder direkt angren­zenden Gemeinde (Ziffer 23), also auch außer­halb des Ver­si­che­rungs­grund­stücks (Ziffer 72).
  • Mit­ver­si­che­rung von Han­dels­waren und Mus­ter­kol­lek­tionen bis 15.000 Euro, aller­dings nur inner­halb des Ver­si­che­rungs­ortes.
  • Sub­si­diär zum Netz­be­treiber sind Schäden an ver­si­cherten elek­tri­schen Geräten durch Strom­schwan­kungen mit­ver­si­chert. Vor­aus­set­zung für den Ver­si­che­rungs­schutz ist, dass die Strom­schwan­kung nach­weis­lich von außen auf die ver­si­cherte Sache ins­ge­samt ein­ge­wirkt hat.
  • Mit­ver­si­chert sind Schmor- und Seng- sowie Rauch- und Ruß­schäden, die nicht Folge eines Brandes sind
  • Bis zu 3.500 Euro Rei­se­rück­tritts­kosten (Stor­no­kosten) ab einer Min­dest­scha­den­höhe von 10.000 Euro
  • Mit­ver­si­chert ist der ein­fache Dieb­stahl von Hör- und Seh­hilfen (nur geschlif­fene Gläser), Zähnen und Gebissen sowie der Taschen­dieb­stahl, aller­dings nur für Per­sonen ab Voll­endung des 60. Lebens­jahres bis 1 Pro­zent der Ver­si­che­rungs­summe, max. 1.500 Euro mit 250 Euro Selbst­be­halt. Die Ent­schä­di­gung erfolgt dabei für alle benannten Posi­tionen zum Zeit- anstatt zum Neu­wert. In diesem Zusam­men­hang keine Mit­ver­si­che­rung von Wertsachen
  • Ein­fa­cher Dieb­stahl von Gepäck­stü­cken und deren Inhalt bis 3 Pro­zent der Ver­si­che­rungs­summe mit 100 Euro Selbst­be­halt. Nicht ver­si­chert sind Wert­sa­chen im Sinne der Bedin­gungen, Mobil­te­le­fone, elek­tro­ni­sche Geräte, Orga­nizer, Com­puter sowie Inhalt von Hand­ta­schen oder Tragetaschen
  •  Instand­set­zungs­kosten bei Beschä­di­gungen von behin­der­ten­ge­rechten Ein­bauten in gemie­teten oder in Son­der­ei­gentum befind­li­chen Woh­nungen und Einfamilienhäusern
  •  Mit­ver­si­che­rung der Beschä­di­gungen an Fahr­rä­dern, die als Rei­se­ge­päck eines öffent­li­chen Nah­ver­kehrs­mit­tels auf­ge­geben wurden
  • nach min­des­tens drei Jahren Ver­trags­lauf­zeit Bei­trags­re­du­zie­rung um 25 Pro­zent bei Umzug in ein Senio­ren­heim bzw. „Betreutes Wohnen“ (nicht unter den Min­dest­bei­trag von 29,00 Euro netto p.a.)
  • Auch ohne Ver­ein­ba­rung der Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren sind Über­schwem­mungs­schäden durch Stark­regen mit 10 Pro­zent Selbst­be­halt, min­des­tens 250 Euro, maximal 1.500 Euro, bei­trags­frei mitversichert
  • Auch ohne Ver­ein­ba­rung der Mit­ver­si­che­rung unbe­nannter Gefahren sind Rück­s­tau­schäden bis in Höhe von 5 Pro­zent der Ver­si­che­rungs­summe mit 250 Euro Selbst­be­halt ver­si­chert, sofern eine Rück­stau­si­che­rung besteht
  • Mit­ver­si­chert im Rahmen der ver­ein­barten Ver­si­che­rungs­summe des Ver­si­che­rungs­neh­mers gilt der Hausrat einer Pfle­ge­kraft oder eines Au-Pair, die wäh­rend der Aus­übung ihrer Tätig­keit die Woh­nung des Ver­si­che­rungs­neh­mers mitbewohnt
  • Mit­ver­si­chert sind, aller­dings nur inner­halb ver­si­cherter Räume, Sturm­schäden unab­hängig von der Windstärke
  • Auf dem Ver­si­che­rungs­grund­stück, auf dem sich die ver­si­cherte Woh­nung (inkl. Balkon und Ter­rasse) befindet, sind Schäden durch Sturm ab Wind­stärke 8 versichert
  • Bis 10.000 Euro mit­ver­si­chert ist die Beschä­di­gung, Zer­stö­rung oder das Abhan­den­kommen von Hausrat durch wild lebendes Schalen- oder Feder­wild gemäß Bun­des­jagd­ge­setz. Aus­ge­schlossen sind Schäden an ver­si­cherten Sachen auf Bal­konen oder Terrassen
  • Mit­ver­si­chert bis in Höhe von 3.500 Euro sind Schäden durch Phis­hing im Zusam­men­hang mit Online-Ban­king-Aktionen, welche der Ver­si­che­rungs­nehmer in der ver­si­cherten Woh­nung oder über in seinem Eigentum ste­hende Lap­tops, por­table PCs oder Smart­phones durchführt
  • Ein­fa­cher Fahr­rad­dieb­stahl bis 1 Pro­zent der Ver­si­che­rungs­summe bei­trags­frei mit­ver­si­chert. Gegen Zuschlag erhöhbar auf maximal 5.000 Euro
  • Mit­ver­si­chert sind im Zusam­men­hang mit Dieb­stahl aus Kraft­fahr­zeugen, Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern und Dach­boxen auch elek­tro­ni­sche Gegen­stände. Bran­chen­üb­lich besteht jedoch ein Aus­schluss für in Kfz, Kfz-Anhän­gern oder Dach­boxen gela­gerte Wertsachen
  • Mit­ver­si­che­rung von Hotel­kosten ohne Neben­kosten (z.B. Früh­stück, Telefon, TV) ohne zeit­liche Begrenzung
  • Mit­ver­si­che­rung von ein­fa­chem Dieb­stahl von Hausrat durch Haus­an­ge­stellte bis 300 Euro
  • 300 Euro p.a. Zuschuss für Restau­rant­be­stel­lungen oder Lie­fer­ser­vices, sofern infolge eines Ver­si­che­rungs­falls der Herd/Ofen defekt oder die Küche unbe­nutzbar wird
  • Ver­si­che­rungs­schutz auch für Hausrat an einem beruf­lich bedingten Zweit­wohn­sitz bis 20 Pro­zent der Ver­si­che­rungs­summe, maximal jedoch bis 20.000 Euro, für Wert­sa­chen maximal 2.500 Euro. Gegen­über vielen Wett­be­wer­bern gelten nicht nur Anti­qui­täten als ver­si­cherte Wertsachen
  • 12 Monate Ver­si­che­rungs­schutz für ein­ge­la­gerten Hausrat in Lager­häu­sern, Spe­di­tionen und ver­gleich­baren Ein­rich­tungen, sofern die Gebäude die Vor­aus­set­zungen der Bau­art­klassen I, II oder III erfüllen. Elek­tro­ni­sche Geräte sind im Rahmen der Ein­la­ge­rung nur zum Zeit­wert versichert.
  • Bei­trags­be­freiung bei Arbeits­lo­sig­keit und Kurz­ar­beit im Sinne der §§ 95 ff. SGB III bis maximal 12 Monate. Der Anspruch auf Bei­trags­be­freiung setzt ins­be­son­dere voraus, dass der Arbeit­nehmer vor Ein­tritt der Arbeits­lo­sig­keit min­des­tens 18 Monate unun­ter­bro­chen in einem sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tigen, unge­kün­digten und nicht befris­teten Arbeits­ver­hältnis mit einer Arbeits­zeit von min­des­tens 15 Wochen­stunden stand und das 55. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat. Zudem besteht für Kurz­ar­beit eine War­te­zeit von min­des­tens einem Monat, für Arbeits­lo­sig­keit von sechs Monate ab Vertragsbeginn.
  • Täg­li­ches Kün­di­gungs­recht für den Ver­si­che­rungs­nehmer (Ziffer 101) bzw. für den Ver­si­cherer wie üblich drei Monate zur jewei­ligen Haupt­fäl­lig­keit (VHB 2021 Abschnitt B 2a) 2 und 4).

Aus­ge­wählte Ein­schrän­kungen des Tarifs Hausrat fle­xibel Pres­tige Plus der Bayerischen

  • Bedin­gungs­sei­tige GDV-Garantie bezieht sich nur auf die unter­neh­mens­ei­genen VHB 2021, nicht auf die beson­deren Bedin­gungen. Das ist ent­schei­dend, da erheb­liche Ein­schrän­kungen zur Mit­ver­si­che­rung von Wert­sa­chen bei der Baye­ri­schen nicht in den VHB, son­dern in den Beson­deren Bedin­gungen benannt werden. Da der Ver­si­cherer gleich­zeitig garan­tiert, nicht zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers von den unver­bind­li­chen Emp­feh­lungen des Arbeits­kreises Bera­tungs­pro­zesse mit Stand 08.08.2018 abzu­wei­chen, kann die Ein­schrän­kung bei den Wert­sa­chen durch die in der Arbeits­kreis-Garantie ent­hal­tene GDV-Garantie geheilt werden.
  • Inno­va­ti­ons­klausel gilt nur, wenn durch ein Tari­f­up­date aus­schließ­lich Ver­bes­se­rungen vor­ge­nommen werden, d.h. es besteht kein Anspruch auf diese Leis­tung, wenn ein Tari­f­up­date neben bei­spiels­weise 20 Ver­bes­se­rungen eine ein­zige Stelle besitzt, die auch zum Nach­teil des Kunden führen könnte.
  • Feh­lende Summen- und / oder Kon­di­ti­ons­dif­fe­renz­de­ckung. Diese Leis­tung sei aktuell noch in der Dis­kus­sion und folge mit dem nächsten Update. 
  • Abwei­chend von der bedin­gungs­sei­tigen GDV-Garantie gilt: 

Im Ver­si­che­rungs­fall ist bei Wert­sa­chen, ins­be­son­dere Schmuck­stü­cken und Uhren darauf zu achten, dass Ein­zel­stücke mit einem Wert von über 1.000, – EUR mit Nach­weisen in Bezug auf Her­steller, Fabrikat, Typen­be­zeich­nung, Ver­käufer, Anschaf­fungs­preis zu belegen sind. Angaben zu Spe­zi­fi­ka­tionen können unter anderem Fotos und Exper­tisen sein.“

Das Unter­nehmen bezieht hierzu Stellung:

Im Scha­den­fall muss immer ein Wert- und Besitz­nach­weis vor­ge­legt werden. Daher ist es unseres Erach­tens nach eine faire Rege­lung, dies direkt in den Bedin­gungen zu verankern.

v.a., wenn Erb­stücke vor­handen sind (für die i.d.R. sicher kein Kauf­beleg oder dgl. mehr existiert).“

Die Bedin­gungen selbst sagen aller­dings nicht aus, dass ein feh­lender Kauf­beleg ander­weitig ersetzt werden kann, son­dern schreiben für jeden beschrie­benen Ein­zel­fall Angaben u.a. zum Ver­käufer oder Anschaf­fungs­preis vor. Die Auf­zäh­lung der Vor­aus­set­zungen ist nicht als bei­spiel­haft, son­dern als kumu­lativ zu ver­stehen. Da der Ver­si­cherer bedin­gungs­seitig eine GDV-Garantie aus­spricht und dieser keine ent­spre­chenden Oblie­gen­heiten vor­sieht, kann hier – anders als von der Baye­ri­schen dar­ge­stellt – ein durchaus erheb­li­cher Nach­teil gesehen werden. Auch Uhren zählen nach den unver­bind­li­chen Mus­ter­be­din­gungen des GDV unab­hängig von ihrem Wert nicht grund­sätz­lich als Wert­sa­chen, so dass auch das hier eine Schlech­ter­stel­lung zu Lasten der Ver­si­cherten ange­nommen werden könnte.

Zu dieser Ein­schät­zung äußert sich der Ver­si­cherer wei­ter­ge­hend wie folgt:

„Nach Rück­sprache mit unserer Scha­den­ab­tei­lung han­delt es sich bei dem Passus Ziffer 46 b) (Bezug auf Nach­weise) um eine Klarstellung.

 Auch ohne diesen Passus müsste der Kunde im Scha­den­fall Nach­weise über den Besitz und Wert der Sachen erbringen.

 Auf­grund eines Foto­nach­weises wäre eine Regu­lie­rung denkbar, jedoch sicher nicht unge­kürzt, da ins­be­son­dere anhand eines Fotos i.d.R. der tat­säch­liche Wert nicht bemessen werden kann (z.B. was lässt sich auf dem Foto genau erkennen?, echter Dia­mant oder Zir­konia, Rein­heits­grade bei Gold (Karat), etc.).“

  • Nicht mit­ver­si­chert sind unbe­nannte Kosten
  • Nicht mit­ver­si­chert sind die Kosten infolge der Ent­schär­fung von Blind­gän­gern. Über­nommen werden jedoch Schäden (z.B. eine Explo­sion) unmit­telbar durch Kampf­mittel aus been­deten Kriegen, so genannten Blind­gän­gern. Laut Ver­si­cherer träfen diese Kosten, falls sie nicht vom Staat über­nommen würden, den Grund­stücks- / Gebäu­de­ei­gen­tümer. Daher sei man diese Leis­tung als „eine mög­liche Leis­tung der Gebäudeversicherung.“
  • Nicht mit­ver­si­chert ist der Anprall von selbst­fah­renden Arbeits­ma­schinen, sofern es sich bei diesen weder um Straßen- noch Schie­nen­fahr­zeuge handelt
  • Nicht mit­ver­si­chert sind Schäden durch radio­ak­tive Iso­tope (z.B. in Rauchmeldern)
  • Nicht ver­si­chert sind Schäden an ver­si­cherten Sachen außer­halb ver­si­cherter Räume, wenn keine Min­dest­wind­stärke 8 erreicht wird. Im Ein­zel­fall kann hier Ver­si­che­rungs­schutz über die unbe­nannten Gefahren her­ge­leitet werden, da nach Ziffer 102 b) Nr. 1 mit Ver­weis auf die VHB kein Aus­schluss für Sturm­schäden unter Wind­stärke 8 defi­niert ist, son­dern ledig­lich defi­niert ist, dass ein Sturm erst ab Wind­stärke 8 vorliege
  • Nicht ver­si­chert sind Schäden durch die Her­aus­gabe des PIN des Ver­si­che­rungs­neh­mers infolge räu­be­ri­scher Erpressung
  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz besteht für Dieb­stahl von Hausrat durch Auf­bre­chen von Luft- oder Wasserfahrzeugen
  • Ver­si­che­rungs­schutz besteht für den ein­fa­chen Dieb­stahl von Wäsche auf der Leine, Grills, Gar­ten­mö­beln und Gar­ten­ge­räten, Auf­sitz­ra­sen­mä­hern und Rasen­mäh­ro­bo­tern bis zur ver­ein­barten Ver­si­che­rungs­summe, aller­dings nur, wenn diese nach­weis­lich zum Zeit­punkt des Dieb­stahls in gemein­schaft­lich genutzten Räumen (auch Trep­pen­haus) abge­stellt waren oder sich auf dem umfrie­deten Grund­stück, auf dem die ver­si­cherte Woh­nung liegt, befanden.

Wer also seine Gar­ten­möbel auf einem nicht (voll­ständig) umfrie­deten Grund­stück stehen hat, etwa, weil die Zufahrt zum Grund­stück kein Tor besitzt, könnte je nach Aus­le­gung einer Umfrie­dung im Zweifel leer aus­gehen. Diesen Punkt sieht der Ver­si­cherer anders aus. Er begründet dies damit, dass in den Bedin­gungen nicht näher defi­niert sei, was ein „umfrie­detes“ Grund­stück aus­mache und ver­weist auf die Defi­ni­tion in der Wiki­pedia[1]:

„Eine Ein­frie­dung oder Umfrie­dung (ver­altet auch Ein­frie­di­gung) ist eine Anlage an oder auf einer Grund­stücks­grenze, die dazu bestimmt ist, ein Grund­stück ganz oder teil­weise zu umschließen und nach außen abzu­schirmen, um unbe­fugtes Betreten oder Ver­lassen oder sons­tige stö­rende Ein­wir­kungen abzu­wehren.[1]

Dazu gehören ins­be­son­dere Grenz­wände, Mauern, Zäune, Hecken, Wälle und Gräben.“

Die Wiki­pedia bezieht sich in ihrer Fuß­note nach­voll­ziehbar auf ein Urteil des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofes vom 17.05.1990 (Az. 4 TG 51090)[2]:

„30

Eine Defi­ni­tion des Begriffs „Ein­frie­di­gung“ ist im Gesetz nicht ent­halten. Der Begriffs­in­halt muß des­halb im Wege der Wort­in­ter­pre­ta­tion unter Berück­sich­ti­gung von Sinn und Zweck der Vor­schrift und des all­ge­meinen Sprach­ver­ständ­nisses bestimmt werden. Danach ist eine Ein­frie­di­gung eine Anlage, die dazu bestimmt ist, ein Grund­stück voll­ständig oder teil­weise zu umschließen und nach außen abzu­schirmen, um unbe­fugtes Betreten oder Ver­lassen oder sons­tige stö­rende Ein­wir­kungen (z.B. Lärm, Wind, Stra­ßen­schmutz) abzu­wehren (vgl. Urteile des Senats vom 26.06.1970 – IV OE 5969 – BRS 23 Nr. 133; vom 28.09.1984 – IV OE 9782 – HessVGRspr. 1985, 36; Beschluß des Senats vom 21.12.1989 – 4 UE 303786 –; OVG Lüne­burg Urteil vom 14.09.1977 – I A 775 – BRS 32 Nr. 100; OVG Münster Urteil vom 27.02.1970 – XA 769 – BRS 23 Nr. 132; OVG Münster Urteil vom 12.07.1982 – 7 A 219880 –, BauR 1982, 562).

31

In diesem Zusam­men­hang ist zunächst darauf hin­zu­weisen, daß eine Ein­frie­di­gung nicht unmit­telbar an der Grund­stücks­grenze stehen muß, son­dern – wie von den Bei­ge­la­denen hier vor­ge­sehen – auch abge­rückt von ihr ver­laufen kann (vgl. Beschluß des Senats vom 24.07.1981 – IV TH 5281 – HessVGRspr. 1982, 20; Urteil des Senats vom 28.09.1984 – IV OE 9782 – a.a.O.). Es wider­spricht auch dem Begriff der Ein­frie­di­gung nicht, wenn die Abschir­mung – wie im vor­lie­genden Fall von den Bei­ge­la­denen geplant – durch eine zweite Ein­frie­di­gung ver­stärkt wird (Urteil des Senats vom 28.09.1984 – IV OE 9782 – a.a.O.; Urteil des Bay. VGH vom 10.01.1978 – Nr. 230 I 75 – BRS 33 Nr. 132). 

32

Mit der vor­ste­henden Defi­ni­tion des Begriffs Ein­frie­di­gung ist aller­dings noch nicht die Frage beant­wortet, wie hoch eine Anlage sein darf, um vom Begriff der Ein­frie­di­gung gedeckt zu werden. Eine höhen­mä­ßige Begren­zung ist im Gesetz nicht vor­ge­sehen. Wie § 88 Ziff. 8 HBO zeigt, können Ein­frie­di­gungen die Höhe von 1,50 m über­steigen, ohne daß ihr Cha­rakter als Ein­frie­di­gung ent­fällt; in diesem Falle sind Ein­frie­di­gungen dann aller­dings nicht nur anzei­ge­be­dürftig nach dieser Vor­schrift, son­dern gemäß § 87 Abs. 1 HBO geneh­mi­gungs­pflichtig. Nach Auf­fas­sung des Senats muß bei der Frage, welche Höhe eine Anlage haben darf, um noch als Ein­frie­di­gung ange­sehen zu werden, auch ihre kon­krete Zweck­be­stim­mung unter Berück­sich­ti­gung der Inter­essen der angren­zenden Nach­barn berück­sich­tigt werden[…]“

Mithin kann man zwar kri­ti­sieren, dass die Baye­ri­sche den Begriff der Ein­frie­dung in ihren Bedin­gungen nicht klar­stellt, aber den­noch ihrer grund­sätz­li­chen Aus­le­gung folgen, dass keine voll­stän­dige Abschir­mung des Grund­stücks von außen gegeben sein müsse und auch die Höhe einer Umfrie­dung ohne Belang sei.

  • Kein Ver­si­che­rungs­schutz für Dieb­stahl von Hausrat aus Schließ­fä­chern (z.B. von Shop­ping-Cen­tern, Bahn­höfen, Schulen) mit Aus­nahme von Bank­schließ­fä­chern. Ein Ver­si­che­rungs­schutz im Ein­zel­fall kann im Rahmen der Außen­ver­si­che­rung bestehen, ist aber bedin­gungs­seitig nicht näher klargestellt.
  • Tech­ni­sche, opti­sche sowie akus­ti­sche Siche­rungs­an­lagen, die zum Schutz des ver­si­cherten Haus­rates exis­tieren, gelten als ver­si­cherte Sachen, sind aber nicht gegen ein­fa­chen Dieb­stahl versichert.
  • Keine Über­nahme von Schloss­än­de­rungs­kosten bei ein­fa­chem Schlüs­sel­dieb­stahl oder für Dieb­stahl von Schlüs­seln zu Kraftfahrzeugen
  • Keine Über­nahme der Kosten für einen Erho­lungs­ur­laub nach Großschäden
  • Nicht ver­si­chert ist ein Regress­ver­zicht gegen­über Ange­hö­rigen (z.B. sol­chen in häus­li­cher Gemeinschaft)
  • Kein bedin­gungs­ge­mäßer Ver­si­che­rungs­schutz, wenn unklar ist, ob der Ein­tritt eines Scha­dens bei gedehnten Ver­si­che­rungs­fällen in die Ver­trags­lauf­zeit des alten oder in die des neuen Ver­si­che­rers fällt. Her­lei­tung des Ver­si­che­rungs­schutzes aller­dings durch Ver­weis auf die Arbeitskreis-Garantie
  • Raten­zah­lungs­zu­schlag bei unter­jäh­riger Zahlweise
  • Keine Mit­ver­si­che­rung von erwei­terten Ele­men­tar­ge­fahren in der ZÜRS-Zone 4

[1] „Ein­frie­dung“ auf „wiki​pedia​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​de​.wiki​pedia​.org/​w​i​k​i​/​E​i​n​f​r​i​e​d​ung, zuletzt auf­ge­rufen am 24.03.2021

[2] Hes­si­scher Ver­wal­tungs­ge­richtshof, Beschluss vom 17.05.1990, Az. 4 TG 51090, auf­zu­rufen unter https://​www​.lareda​.hes​sen​recht​.hessen​.de/​b​s​h​e​/​d​o​c​u​m​e​n​t​/​L​A​R​E​1​9​0​0​2​5​475, zuletzt auf­ge­rufen am 24.03.2021

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