Grenzen einer fremd­spra­chigen Versicherungsberatung

Das Bei­spiel einer Ver­si­che­rungs­be­ra­tung auf Vietnamesisch

Immer wieder kommt es vor, dass deut­sche Ver­mittler aus­län­di­sche Kunden beraten oder dass Deut­sche bzw. Aus­länder mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund ihre (ehe­ma­ligen) Lands­leute beraten wollen. Hierbei gilt es Hin­der­nisse zu umschiffen, an die nicht jeder denkt.

In diesem Bei­trag geht es exem­pla­risch um die Bera­tung viet­na­me­si­scher Kunden. Wer diese beraten möchte, hat neben zu erwar­tenden auch mit uner­war­teten Schwie­rig­keiten zu kämpfen.

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Vor­sicht sollten Ver­mittler und Über­setzer auch walten lassen, wenn es um medi­zi­ni­sche Begriffe geht. Für diese Zwecke gibt es bei­spiels­weise ein „Medi­zi­ni­sches Wör­ter­buch Deutsch – Viet­na­me­sich & Viet­na­me­sich – Deutsch“ [sic!] – hier bezogen auf die 2. Auf­lage aus dem Jahre 2001. Sucht man dort nach dem Begriff „Platz­angst“, findet man unter anderem die mög­liche Über­set­zung chung so ngop o cho dong nguoi. Diese bezeichnet aller­dings „Klaus­tro­phie“, d.h. was auf Deutsch mit „Raum­angst“, der Angst vor engen geschlos­senen Räumen zu über­setzen wäre. Tat­säch­lich ist „Platz­angst“ (Ago­ra­phobie) die Angst vor großen Plätzen. Wer Kunden mit einer ent­spre­chenden Panik­stö­rung hat, wird eine kor­rekte Über­set­zung sehr zu schätzen lernen.

Fazit: wer aus­län­di­sche, in diesem Fall viet­na­me­si­sche, Kunden in ihrer Mut­ter­sprache beraten will, kommt oft mit her­kömm­li­chen Wör­ter­bü­chern nur schwer zum Ziel und ist in jedem Fall darauf ange­wiesen, dass ent­weder der Bera­tene hin­rei­chend Deutsch ver­steht oder aber der Berater flie­ßend in der Lage ist, sich allein oder mit­tels eines Dol­met­schers in der Ziel­sprache auszudrücken.

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