RKI-Skandal: keine bzw. ver­al­tete Auf­klä­rungs­merk­blätter zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff für Men­schen mit Migrationshintergrund

Ver­al­tete Auf­klä­rungs­merk­blätter zum Zeit­punkt der Impfung

In den letzten Wochen hat Cri­tical News darauf auf­merksam gemacht, dass Ange­hö­rige, Betreu­ende und zu Imp­fende durch die Ein­rich­tungs­lei­tung wei­ter­ge­reichte, nicht aktua­li­sierte, nicht auf den mRNA-Impf­stoff von Bio­N­Tech spe­zi­fi­zierte Auf­klä­rungs­merk­blätter zur COVID-19-Imp­fung mit mRNA-Impf­stoff (Auf­klä­rungs­bogen inkl. Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung) erhalten haben. So reichte der Ein­rich­tungs­leiter Herr K. eines nie­der­säch­si­schen, in pri­vater Trä­ger­schaft ste­henden Senioren- und Pfle­ge­heims die Aus­gabe 1 Ver­sion 001 des Auf­klä­rungs­merk­blattes an die Ange­hö­rigen und Betreu­enden per Brief weiter. Dieser Sach­ver­halt wurde auch uns erst gewahr, als der Ein­rich­tungs­leiter Herr K. in seinem darauf fol­genden Brief am 28.12.2020 an die Ange­hö­rigen und “Betreuer*innen”, ohne auf das modi­fi­zierte Auf­klä­rungs­merk­blatt ein­zu­gehen, schrieb[1]:

“… leider haben wir vom nie­der­säch­si­schen Minis­te­rium für Soziales, Gesund­heit und Gleich­stel­lung die Auf­lage bekommen, das “Auf­klä­rungs­merk­blatt” der Imp­fung gegen Covid-19 noch­mals in aktua­li­sierter Form an Sie zu ver­senden.”

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Sym­bol­bild (Free Images from Pixabay) – Auf­klä­rungs­merk­blätter sowie Ana­mnese- und Ein­wil­li­gungs­blätter nicht auf dem aktu­ellen Stand

Die Unter­schiede zur Aus­gabe 1 Ver­sion 001 des Auf­klä­rungs­merk­blatts zur COVID-19-Imp­fung mit mRNA-Impf­stoff (Auf­klä­rungs­bogen inkl. Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung) zur Aus­gabe 1 Ver­sion 002 haben wir im Artikel in „Ich weiß zwar nicht mehr als Sie, bin aber dafür! – Teil 2″ her­aus­ge­ar­beitet. Sie können Teil 1 und Teil 2 hier nachlesen:

Wei­tere Infor­ma­tionen, ins­be­son­dere die Unter­schiede zur Aus­gabe 1 Ver­sion 002 des Auf­klä­rungs­merk­blattes zur COVID-19-Imp­fung mit mRNA-Impf­stoff (Auf­klä­rungs­bogen inkl. Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung) zur Aus­gabe 1 Ver­sion 003 erfahren Sie hier in Teil 3 „Ich weiß zwar nicht mehr als Sie, bin aber dafür“:

Impf­auf­klä­rung ohne Aktua­lität. Wozu?

Als Viola Lau­renz (Name durch die Redak­tion geän­dert) nun erneut von der Ein­rich­tungs­lei­tung sowie (!) der Pfle­ge­dienst­lei­tung am 14.01.2020 ein Schreiben erhielt, in dem die “bei­gefügte Ein­wil­li­gung (bitte neu unter­schreiben und die ent­spre­chenden Punkte für die Impf­be­reit­schaft ankreuzen) bis zum 25.01.2021 zurück” gesandt werden sollte, waren wir natür­lich hell­hörig. “Die Ana­mnese” bräuchten die Ange­hö­rigen nicht aus­füllen, hieß es in diesem Schreiben weiter. Dem Schreiben war ledig­lich die Aus­gabe 1 Ver­sion 001, Stand 09.12.2020 der Ein­wil­li­gung bei­gefügt, ein aktua­li­siertes Auf­klä­rungs­merk­blatt ent­hielt das Schreiben hin­gegen nicht, was anläss­lich der Tat­sache, dass es sich nur um eine Not­zu­las­sung für den zu ver­imp­fenen mRNA-“Impfstoff” der Firma Bio­N­Tech han­delt, für den die kli­ni­sche Studie noch nicht abge­schlossen ist, nicht nach­vol­ziehbar ist. 

In keiner Weise hin­nehmbar ist, dass offen­kundig erneut ein nicht aktua­li­sierter, aktu­eller Ana­mnese- und Ein­wil­li­gungs­bogen zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff wei­ter­ge­reicht wurde und (!) zudem kein aktua­li­siertes Auf­klä­rungs­merk­blatt zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff. Hierbei hat das Robert Koch Institut (kurz: RKI) mitt­ler­weile Aus­gabe 1 Ver­sion 003 vom 11.01.2021 auf seiner Web­seite zum Down­load zur Ver­fü­gung gestellt. Sie finden diese hier.

Dies bedeutet schluss­end­lich, dass allein im besagten Senioren- und Pfle­ge­heim ca. 80 Bewohner und 75 Pro­zent der Mit­ar­beiter anhand nicht mehr aktu­eller Daten für die zweite Imp­fung am 25.01.2021 auf­ge­klärt werden, son­dern sich wei­terhin auf dem Stand der Aus­gabe 1 Ver­sion 002 vom 30.12.2020 des Auf­klä­rungs­merk­blatts zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff sowie dem Stand der Aus­gabe 1 Ver­sion 001 vom 09.12.2020 des Ana­mnese- und Ein­wil­li­gungs­bo­gens zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff befinden. 

Dis­kri­mi­niert das RKI Men­schen mit Migrationshintergrund?

Wäre dies nicht schon für sich ein Skandal, gerade unter dem Aspekt, dass Men­schen somit Infor­ma­tionen der letzten Wochen vor­ent­halten bekämen, ist Cri­tical News noch ein wei­terer Sach­ver­halt bei seinen Recher­chen aufgefallen.

Das Auf­klä­rungs­merk­blatt zur Covid-19 Imp­fung mit mRNA-Impf­stoff kann zwar mitt­ler­weile neben dem Ana­mnese- und Ein­wil­li­gungs­bogen zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff hier in deut­scher sowie in wei­teren Spra­chen down­gel­oadet werden. Zum Zeit­punkt der ersten Imp­fungen in Deutsch­land am 26.12.2020 lagen offen­kundig aber noch keine Über­set­zungen des deut­schen Auf­klä­rungs­merk­blattes in anderen Spra­chen auf der Web­seite des RKIs vor. Eine Recherche im Inter­net­ar­chive der Way­back Machine offen­bart zum 30.12.2020 um 03:44:49 Uhr somit noch fol­gende Situation:

Stand 30.12.2020 03:44:49 Uhr, RKI, https://web.archive.org/web/20201230034459/https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Aufklaerungsbogen-Tab.html

Es wurden also erst hier­nach Infor­ma­tionen in anderen Spra­chen ein­ge­stellt. Das Archiv der Way­back Machine vom glei­chen Tag um 23.28.04 Uhr erfasst dann die Ände­rungen am ent­spre­chenden Tag. Das RKI und das Grüne Kreuz haben offen­sicht­lich ca. 8 Tage benö­tigt, um Über­set­zungen für 19 Spra­chen (Alba­nisch, Ara­bisch, Bul­ga­risch, Dari, Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Kroa­tisch, Kur­disch, Paschtu, Per­sisch, Pol­nisch, Rumä­nisch, Rus­sisch, Ser­bisch, Spa­nisch, Tigri­nisch, Tür­kisch, Urdu und Viet­na­me­sisch) vor­zu­halten. Für wei­tere Spra­chen wurden bis zum heu­tigen Tag keine Über­set­zungen zur Ver­fü­gung gestellt.

Auf­klä­rungs­blätter lau­fend aktualisiert?

Der Skandal weitet sich aber offen­sicht­lich weiter aus, denn das RKI hält bis zum heu­tigen Tag für Men­schen mit einer anderen Mut­ter­sprache wei­terhin nur ver­al­tete Auf­klä­rungs­merk­blätter zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff sowie ver­al­tete Ana­mnese- und Ein­wil­li­gungs­bögen zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff mit Stand vom 30.12.2020 vor. Wer der Mei­nung sei, dies träfe nur für sel­tene Spra­chen zu, für die man keinen Dol­met­scher hätte finden können, irrt. Und zwar gewaltig.

Eine kurze Recherche auf den Seiten des Robert-Koch-Insti­tutes reicht aus, um fest­zu­stellen, dass mitt­ler­weile Ver­sion 003 des Auf­klä­rungs­merk­blattes zur Schutz­imp­fung gegen COVID-19 mit mRNA-Impf­stoff vom 11.01.2021 in deut­scher Sprache vor­liegt. Auf Seite 1 des Auf­klä­rungs­merk­blattes ist zudem in Klam­mern ste­hend vermerkt: 

“(dieses Auf­klä­rungs­merk­blatt wird lau­fend aktua­li­siert)”.

“Dieser Auf­klä­rungs­bogen wird lau­fend aktua­li­siert (zuletzt am 11.01.2021, die fremd­spra­chigen Mate­ria­lien werden der­zeit über­ar­beitet).”

Für die anderen 19 Spra­chen wurden hin­gegen bis dato keine Aktua­li­sie­rungen (Ver­sion 002 und 003) zur Ver­fü­gung gestellt, obwohl es weit­rei­chende Unter­schiede in den deut­schen Ver­sionen ergeben haben. Hier ein Aus­schnitt des Screen­shots zum aktu­ellen Stand (20.01.2021) :

Stand 20.01.2021, RKI, Aus­schnitt, https://​www​.rki​.de/​D​E​/​C​o​n​t​e​n​t​/​I​n​f​e​k​t​/​I​m​p​f​e​n​/​M​a​t​e​r​i​a​l​i​e​n​/​C​O​V​I​D​-​1​9​-​A​u​f​k​l​a​e​r​u​n​g​s​b​o​g​e​n​-​T​a​b​.​h​tml

Daraus ergibt sich, dass offen­kundig für Men­schen mit anderer Mut­ter­sprache, die ins­be­son­dere im medi­zi­ni­schem Bereich auf Infor­ma­tionen in ihrer Mut­ter­sprache ange­wiesen sind, keine aktua­li­sierten Infor­ma­tionen (!) auf dem Stand vom 11.01.2021 vorliegen.

Fakt ist also: Für die Spra­chen Alba­nisch, Ara­bisch, Bul­ga­risch, Dari, Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Kroa­tisch, Kur­disch, Paschtu, Per­sisch, Pol­nisch, Rumä­nisch, Rus­sisch, Ser­bisch, Spa­nisch, Tigri­nisch, Tür­kisch, Urdu und Viet­na­me­sisch liegen der­zeit immer noch ver­al­tete — auf dem Stand vom 30.12.2020 datie­rende — Auf­klä­rungs­bögen vor. 

Fakt ist also auch, dass zum Zeit­punkt der ersten Imp­fungen in Deutsch­land offenbar keine (!) Infor­ma­tionen vor­ge­legen haben, diese gab es offen­sicht­lich erst ab dem 30​.12​.2020​.Es ist auch offen­sicht­lich keine Pflicht vor­ge­sehen, einen mut­ter­sprach­li­chen Über­setzer mit­zu­nehmen, um sicher zu stellen, dass die Beson­der­heiten eines mRNA-Impf­stoffes, einer Not­zu­las­sung (Bio­N­Tech) bzw. bedingten Zulas­sung (Moderna) sowie die bisher bekannten Neben­wir­kungen (u.a. Gesichtspa­resen, mög­liche Todes­fälle) wirk­lich voll­um­fäng­lich ver­standen werden können. Ins­be­son­dere in Bezug auf Aus­gabe 1 Ver­sion 003, in der erst­mals der Impf­stoff von Moderna erfasst wird, wird deut­lich, dass hierzu kei­nerlei Infor­ma­tionen für die 19 ange­bo­tenen Über­set­zungen vor­ge­legen haben. So heißt es bei­spiels­weise auf Eng­lisch noch:

„The mRNA-COVID-19 vac­cine (Comirnaty®) dis­cussed here is a gene­ti­cally engi­neered vac­cine that is based on a new type of tech­no­logy. Addi­tional mRNA vac­cines are being tested, alt­hough they have not yet been approved.“

Damit erfahren die Anwärter auf eine Imp­fung anders als beim deutsch­spra­chigen Auf­klä­rungs­bogen nicht, dass in Deutsch­land bereits der Impf­stoff von Moderna per bedingter Zulas­sung oder jener von Bio­N­Tech per Not­zu­las­sung zum Ver­impfen zuge­lassen wurde oder dass in anderen Län­dern noch andere Impf­stoffe eben­falls zuge­lassen wurden.

Unklar ist auch die Aus­wahl für die gewählten Spra­chen. So fehlen bei­spiels­weise fremd­spra­chige Auf­klä­rungs­bögen für Afri­kaans, Ita­lie­nisch, Kis­hua­heli, Nie­der­län­disch, Tagalog oder Thai­län­disch, obwohl sich sicher z.B. viele Ita­liener, Phil­ip­pinos oder Thais in Deutsch­land auf­halten und – wie Cri­tical News bekannt ist – sich sogar schon schwan­gere Thais haben impfen lassen. Mag es sein, dass sich einige von diesen des­halb haben impfen lasse, weil sie glaubten, so wieder unbe­schwert in ihre jewei­ligen Hei­mat­länder ein­reisen zu dürfen und ohne Restrik­tionen zurück­kommen zu dürfen?

Die Mit­ar­beiter des RKIs und des Grünen Kreuzes haben es offen­sicht­lich in Zusam­men­ar­beit mit Bio­N­Tech und Moderna nicht für erfor­der­lich erachtet, aktua­li­sierte geschweige denn aktu­elle Infor­ma­tionen in allen Spra­chen (auch der deut­schen Sprache) vor­zu­halten, mit denen Impf­ärzte und zu Imp­fende über mög­liche Gefahren auf­ge­klärt werden können, um eine Risiko-Nutzen-Abwä­gung treffen zu können. Wir haben einen Blick auf die Web­seite „Wort​be​deu​tung​.info“ [1] gewagt, um zu ergründen, was ‚aktua­li­siert‘ bedeutet:

Wortbedeutung/Definition von ‚aktua­li­siert‘:
1) tran­sitiv: auf den neu­esten, aktu­ellen Stand, den gegen­wär­tigen Zustand, das heu­tige Datum, den jet­zigen Zeit­punkt bringen

und ‚aktuell‘:

Wortbedeutung/Definition von ‚aktuell‘:
1) jetzt, in dieser Zeit, in diesem Moment
2) auf dem neu­esten Stand
3) bedeutsam für die Gegenwart

Abkür­zung:
aktl., akt.

Begriffsur­sprung:
im frühen 18. Jahr­hun­dert im Sinn „wirk­lich“ von fran­zö­sisch actuel? „wirk­lich, gegen­wärtig, wirksam“ aus spät­la­tei­nisch actualis? „tätig, wirksam“

Aktuell war gestern

Je nach Sprache wurden inner­halb der letzten 20 bzw. 8 Tage die Auf­klä­rungs­merk­blätter nicht ent­spre­chend neuer Erkennt­nisse aktua­li­siert. Ange­sichts der Ereig­nisse, die unter anderem in Nor­wegen [2] und Kali­for­nien [3] zu einem Stopp der Imp­fung für bestimmte Men­schen geführt haben, da es zu gehäuften Todes­fällen gekommen ist, muss sich jeder Impf­arzt dar­über bewusst sein, dass er bei Unter­zeich­nung des Auf­klä­rungs­merk­blattes zusammen mit dem jewei­ligen Impf­ling dem aktu­ellen Wis­sens­stand nicht nur einen Tag, son­dern zum Teil über 20 Tage und mehr hin­terher hinken kann und wird. Dies ist ange­sichts der Schwere der Neben­wir­kungen, die Men­schen bis hin zum Tod erleiden können, in keiner Weise hinnehmbar.

Ver­stoß gegen das All­ge­meine Gleichbehandlungesgesetz?

Es ist somit davon aus­zu­gehen, dass ein schwerer Ver­stoß gegen das All­ge­meine Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (kurz: AGG) vor­liegen könnte, zumal nicht mit dem erfor­der­li­chen Maße alles daran gesetzt wurde, um zeitnah in anderen Spra­chen für alle ver­wen­deten Impf­stoffe auf dem aktua­li­sierten Stand Infor­ma­tionen zur Ver­fü­gung zu stellen. Ein Blick in das Buch „Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bote – Eth­ni­sche Her­kunft, Ras­sismus – HENSCHE Arbeits­recht“ hilft, um das Pro­blem ins­be­son­dere auch für Men­schen mit deut­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit zu erfassen, die einen aus­län­di­schen Hin­ter­grund bzw. Migra­ti­ons­hin­ter­grund haben:

„Mit „eth­ni­scher Her­kunft“ meint das All­ge­meine Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) die Ab­stam­mung ei­nes Men­schen und sei­ne da­mit ver­bun­de­nen äußer­li­chen oder sprach­li­chen Ei­gen­hei­ten, an­ge­fan­gen von der Haut­far­be über die Zu­gehörig­keit zu ei­nem Volk oder ei­ner Volks­grup­pe bis hin zu Spra­che oder Dia­lekt. Die frem­de Staats­an­gehörig­keit als sol­che gehört nicht zur eth­ni­schen Her­kunft, da sie als sol­che über Spra­che und Volks(grup­pen)zu­gehörig­keit nichts aus­sagt. „Ausländer­feind­li­che“ Res­sen­ti­ments rich­ten sich dem­ent­spre­chend er­fah­rungs­gemäß oft auch ge­gen Per­so­nen mit deut­scher Staats­an­gehörig­keit, die ei­nen ausländi­schen fa­mi­liären Hin­ter­grund bzw. Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ha­ben.“ [4]

Werden uns Infor­ma­tionen bewusst vorenthalten?

Wenn man erst einmal zu graben anfängt, wird einem sehr schnell bewusst, dass Men­schen in Deutsch­land – und auch anderswo – sehr unter­schied­lich über die aktuell ein­ge­setzten Impf­stoffe und die offen­kundig auf­ge­tre­tenen, teils schweren bis töd­li­chen Neben­wir­kungen, in den Auf­klä­rungs­merk­blät­tern infor­miert werden. Es fällt zudem auf, dass bestimmte Zei­tungen in befremd­li­cher Art und Weise die Vor­komm­nisse negieren bzw. baga­tell­sieren (siehe unten zum Thema PEG). Es kommt aber auch noch ein wei­terer Aspekt hinzu, der uns bei unseren Recher­chen nach den Auf­klä­rungs­merk­blät­tern für andere Spra­chen gewahr wurde und wo wir zukünftig noch ver­tie­fende Recher­chen vor­nehmen werden. Auf­grund der Bri­sanz wollen wir Ihnen diese Erkennt­nisse aber bereits jetzt rudi­mentär mit­teilen, damit Sie bereits jetzt auf einen Teil unserer Recher­chen zurück­greifen können.

„Wenn behauptet wird, dass eine Sub­stanz keine Neben­wir­kung zeigt,so besteht der drin­gende Ver­dacht, dass sie auch keine Haupt­wir­kung hat.“

Gustav Kuschinsky, deut­scher Phar­ma­ko­loge (1904–1992)

Inhalts­stoffe der Impf­stoffe nicht überall angegeben?

Auf den Web­seiten der U.S. Food and Drug Admi­nis­tra­tion (kurz: fda) erhält man zum Stand Dezember 2020 die ame­ri­ka­ni­sche Ver­sion des Auf­klä­rungs­merk­blattes [5] unter dem Titel 

FACT SHEET FOR RECIPIENTS AND CAREGIVERS, EMERGENCY USE AUTHORIZATION (EUA) OFTHE PFIZER-BIONTECH CO VID-19 VACCINE TO PREVENT CORONAVIRUS DISEASE 2019 (CO VID-19) IN INDIVIDUALS 16 YEARS OF AGE AND OLDER“, 

ins Deut­sche mit deepL Trans­lator übersetzt: 

„FAKTENBLATT FÜR EMPFÄNGER UND PFLEGEPERSONEN
NOTFALLGENEHMIGUNG (EUA) DES PFIZER-BIONTECH CO VID-19 IMPFSTOFFS ZUR PRÄVENTION DER CORONAVIRUS-ERKRANKUNG 2019 (CO VID-19) BEI PERSONEN AB 16 JAHREN“.

In diesem Auf­klä­rungs­merk­blatt werden ent­gegen dem deut­schen Auf­klä­rungs­merk­blatt und darauf beru­henden Über­set­zungen Angaben zu den (ver­öf­fent­lichten) Inhalts­stoffen des Pfizer-Bio­N­Tech COVID-19 Impf­stoff angegeben:

Dies bedeutet, dass anders als auf Deutsch fol­gende Inhalts­stoffe für den Covid-19-Impf­stoff von Pfizer-Bio­N­Tech bekannt sind:


- mRNA,
- Lipide ((4‑Hydroxybutyl)azandiyl)bis(hexan‑6,1‑diyl)bis(2‑hexyldecanoat), 2 [(Polyethylenglykol)-2000]-N,N‑Ditetradecylacetamid, 1,2‑Distearoyl-sn-glycero-3-phosphocholin und Cho­le­sterin),
- Kali­um­chlorid,
- ein­ba­siges Kali­um­phos­phat,
- Natri­um­chlorid,
- zwei­ba­siges Natri­um­phos­phat-Dihy­drat und
- Sac­cha­rose.

Eine Liste der Inhalts­stoffe für den Impf­stoff von Moderna ist bei­spiels­weise aus Kanada [6] bekannt:

Der DeepL-Trans­lator bietet hierzu in der kos­ten­losen Ver­sion fol­gende Übersetzung:

Was sind die nicht-medi­zi­ni­schen Bestand­teile des Impfstoffs?

Zu den nicht-medi­zi­ni­schen Bestand­teilen des Impf­stoffs Pfizer-Bio­N­Tech COVID-19 gehören:

  • ALC-0315 = (4‑Hydroxybutyl)azandiyl)bis(hexan‑6,1‑diyl)bis(2‑hexyldecanoat)
  • ALC-0159 = 2-[(Polyethylenglykol)-2000]-N,N‑Ditetradecylacetamid
  • 1,2‑Distearoyl-sn-Glycero-3-phosphocholin
  • Cho­le­sterin
  • diba­si­sches Natriumphosphat-Dihydrat
  • mono­ba­si­sches Kaliumphosphat
  • Kali­um­chlorid
  • Natri­um­chlorid
  • Sac­cha­rose
  • Wasser für Injektionszwecke

Zu den nicht-medi­zi­ni­schen Bestand­teilen des Moderna COVID-19-Impf­stoffs gehören:

  • 1, 2‑Dis­te­aroyl-sn-gly­cero-3-phos­phoch­olin (DSPC)
  • Essig­säure
  • Cho­le­sterin
  • Lipid SM-102
  • PEG2000 DMG 1,2‑Dimyristoyl-rac-glycerol,methoxy-polyethylenglycol
  • Natri­um­acetat
  • Sac­cha­rose
  • Tro­methamin
  • Tro­methamin-Hydro­chlorid
  • Wasser für Injektionszwecke

Wer nicht geimpft werden sollte, erfährt man auf den Seiten der CDC [7] für den Pfizer / Bio­N­Tech COVID-19 Impf­stoff BNT162b2 hier:

Mit Hilfe des deepL-Trans­la­tors haben wir auch diesen Text ins Deut­sche übersetzt:

„Wenn Sie eine schwere all­er­gi­sche Reak­tion (Ana­phy­laxie) oder eine all­er­gi­sche Sofort­re­ak­tion – auch wenn diese nicht schwer­wie­gend war – auf einen Bestand­teil eines mRNA-COVID-19-Impf­stoffs hatten, sollten Sie keinen mRNA-COVID-19-Impf­stoff erhalten.
Wenn Sie nach der ersten Dosis des Impf­stoffs eine schwere all­er­gi­sche Reak­tion (Ana­phy­laxie) oder eine all­er­gi­sche Sofort­re­ak­tion – auch wenn diese nicht schwer­wie­gend war – hatten, sollten Sie keine wei­tere Dosis eines mRNA-COVID-19-Impf­stoffs erhalten.*
Eine all­er­gi­sche Sofort­re­ak­tion bedeutet eine Reak­tion inner­halb von 4 Stunden nach der Imp­fung, ein­schließ­lich Sym­ptomen wie Nes­sel­sucht, Schwel­lungen oder Keu­chen (Atemnot).
Dies schließt all­er­gi­sche Reak­tionen auf Poly­ethy­len­glykol (PEG) und Poly­sorbat ein. Poly­sorbat ist kein Bestand­teil des mRNA-COVID-19-Impf­stoffs, ist aber eng mit PEG ver­wandt, das in den Impf­stoffen ent­halten ist. Per­sonen, die auf PEG oder Poly­sorbat all­er­gisch sind, sollten keinen mRNA-COVID-19-Impf­stoff erhalten.

DER TAGESSPIEGE [8] schreibt zu den ver­meint­li­chen Ein­zel­fällen im Zusam­men­hang mit dem Inhalts­stoff PEG:

Ob PEG wirk­lich der Aus­löser der acht ana­phy­lak­ti­schen Reak­tionen ist, die im zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Imf­pung auf­traten, ist jedoch völlig offen.

Den­noch hat das NIAID die Fälle wohl in meh­reren Mee­tings dis­ku­tiert, auch mit Ver­tre­tern von Pfizer, dem Koope­ra­ti­ons­partner von Bio­n­tech. Auch sei eine Studie geplant, Men­schen, deren Immun­system (anders als die meisten Men­schen) Anti­körper gegen PEG haben oder zuvor auf PEG-hal­tige Medi­ka­mente reagiert haben, gezielt auf ihre Reak­tion auf das Virus zu untersuchen.

Der DER TAGESSPIEGEL schreib einen Absatz weiter:

Wenn über­haupt, dürften nur sehr wenige Men­schen ein Immun­system haben, dass auf PEG beson­ders heftig reagiert.

um sich selbst im glei­chen Artikel einige Absätze später zu wider­spre­chen, in dem er unter der Über­schrift „Kein Grund, sich nicht impfen zu lassen“ offenbart:

Außerdem haben einer Studie zufolge etwa 72 Pro­zent aller Men­schen Anti­körper gegen PEG – das Immun­system reagiert auf den per Zahn­pasta in den Körper gelan­genden Stoff. Es sind aber nur sieben Pro­zent, die so viele Anti­körper haben, dass eine all­er­gi­sche Reak­tion gegen PEG mög­lich wäre. Andere Stu­dien zeigen hin­gegen, dass selbst Men­schen mit hohen Anti­kör­per­kon­zen­tra­tionen gegen PEG nicht immer all­er­gi­sche Reak­tion gegen den Stoff entwickeln.

Nur 6 Mil­lionen Men­schen in Deutschland?

In Deutsch­land haben Ende 2020 nach einer ersten Schät­zung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amtes (Destatis) 83,2 Mil­lionen Men­schen gelebt. Sieben Pro­zent, bei denen (nur) eine all­er­gi­sche Reak­tion gegen PEG mög­lich wäre, sind (nur) 5.824.000 Men­schen, also fast 6 Mil­lionen Men­schen. Ange­sichts der Tat­sache, dass bekannt ist, wie es über­haupt zu dem Ein­trag von PEG in den mensch­li­chen Körper (u.a. durch Zahn­pasta) kommt, der natür­li­cher­weise dort über­haupt nichts zu suchen hat, befremdet es doch sehr, dass DER TAGESSPIEGEL von „nur“ sieben Pro­zent redet und dazu gerade auch noch die Mei­nung von Pfizer anstelle einer unab­hän­gigen Stelle her­bei­zieht. Wenn es um die Imp­fung geht, die offen­sicht­lich Jeder­mann und Jede­frau machen soll – und das mit nicht regulär zuge­las­senen Impf­stoffen! -, scheinen also fast 6 Mil­lionen Men­schen in Deutsch­land, die auf PEG unter­schied­lich stark reagieren können, unwe­sent­lich, der­weil angeb­lich um jeden Lebenstag eines schwer Kranken und meist sehr alten Men­schen durch genau diese Impf­stoffe gekämpft würde. Glaub­würdig ist eine der­ar­tige Argu­men­ta­tion nicht. Wir fühlen uns immer mehr an ganz düs­tere Zeiten erinnert.

Wieso weist man in Groß­bri­tan­nien, nicht jedoch in Deutsch­land auf mög­li­cher­weise töd­liche Impf­re­ak­tionen hin?

Auf der Web­site der zustän­digen bri­ti­schen Behörde [9] heißt es u.a. wie folgt:

„if you are all­ergic to the active sub­s­tance or any of the other ingre­dients of this medi­cine, listed in sec­tion 6. Signs of an all­ergic reac­tion may include itchy skin rash, short­ness of breath and swel­ling of the face or tongue. Con­tact your doctor or health­care pro­fes­sional immedia­tely or go to the nea­rest hos­pital emer­gency room right away if you have an all­ergic reac­tion. It can be life-threa­tening.

Über­setzt mit der kos­ten­losen Ver­sion von www​.DeepL​.com/​T​r​a​n​s​l​a​tor:

„wenn Sie all­er­gisch gegen den Wirk­stoff oder einen der in Abschnitt 6 genannten sons­tigen Bestand­teile dieses Arz­nei­mit­tels sind. Anzei­chen einer all­er­gi­schen Reak­tion können juckende Haut­aus­schläge, Kurz­at­mig­keit und Schwel­lungen des Gesichts oder der Zunge sein. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder das medi­zi­ni­sche Fach­per­sonal oder gehen Sie sofort in die Not­auf­nahme des nächsten Kran­ken­hauses, wenn Sie eine all­er­gi­sche Reak­tion haben. Sie kann lebens­be­droh­lich sein.

Es bleibt unge­klärt, wes­halb man in Groß­bri­tan­nien auch über mög­li­cher­weise töd­liche Impf­re­ak­tionen auf­klärt, dies aber in Deutsch­land offenbar für nicht erfor­der­lich hält. Nimmt man hier­zu­lande den Tod von zu Imp­fenden mög­li­cher­weise bewusst bil­li­gend in Kauf?

To be continued …


[1] aktuell, https://​www​.wort​be​deu​tung​.info/​a​k​t​u​e​ll/, zuletzt auf­ge­rufen am 20.01.2021

[2] Norwegen

[3] Kalifornien

[4] Martin Hen­sche „HANDBUCH ARBEITSRECHT. Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bote – Eth­ni­sche Her­kunft, Ras­sismus“ auf „hen​sche​.de“. Auf­zu­rufen unter https://​www​.hen​sche​.de/​R​e​c​h​t​s​a​n​w​a​l​t​_​A​r​b​e​i​t​s​r​e​c​h​t​_​H​a​n​d​b​u​c​h​_​D​i​s​k​r​i​m​i​n​i​e​r​u​n​g​_​V​e​r​b​o​t​e​_​e​t​h​n​i​s​c​h​e​_​H​e​r​k​u​n​f​t​.​h​t​m​l​#​t​o​c​i​t​em1, zuletzt auf­ge­rufen am 19.01.2021.

[5] „FACT SHEET FOR RECIPIENTS AND CAREGIVERS. EMERGENCY USE AUTHORIZATION (EUA) OFTHE PFIZER-BIONTECH CO VID-19 VACCINE TO PREVENT CORONAVIRUS DISEASE 2019 (CO VID-19) IN INDIVIDUALS 16 YEARS OF AGE AND OLDER“, aktua­li­siert 12. 2020. Auf­zu­rufen unter https://​www​.fda​.gov/​m​e​d​i​a​/​1​4​4​4​1​4​/​d​o​w​n​l​oad, zuletzt auf­ge­rufen am 21.01.2021.

[6] Ministry of Health „Infor­ma­tion Sheet Pfizer-Bio­N­Tech and Moderna COVID-19 Vac­cines“, Ver­sion 2.0 – Dezember 30, 2020 (geän­dert 07.01.2021). Auf­zu­rufen unter http://​health​.gov​.on​.ca/​e​n​/​p​r​o​/​p​r​o​g​r​a​m​s​/​p​u​b​l​i​c​h​e​a​l​t​h​/​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​/​d​o​c​s​/​v​a​c​c​i​n​e​/​C​O​V​I​D​-​1​9​_​i​n​f​o​r​m​a​t​i​o​n​_​s​h​e​e​t​_​p​f​i​z​e​r​-​b​i​o​n​t​e​c​h​.​pdf, zuletzt auf­ge­rufen und down­gel­oadet am 21.01.2021.

[7] https://​www​.cdc​.gov/​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​/​2​0​1​9​-​n​c​o​v​/​v​a​c​c​i​n​e​s​/​d​i​f​f​e​r​e​n​t​-​v​a​c​c​i​n​e​s​/​P​f​i​z​e​r​-​B​i​o​N​T​e​c​h​.​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 20.01.2021

[8] „All­er­gi­sche Reak­tion auf den Corona-Impf­stoff – das könnte der Aus­löser sein“ auf „tages​spiegel​.de“ vom 26.12.2020 um 10:27 Uhr. Auf­zu­rufen unter https://​www​.tages​spiegel​.de/​w​i​s​s​e​n​/​i​n​-​e​i​n​z​e​l​f​a​e​l​l​e​n​-​s​c​h​w​i​n​d​e​l​-​u​n​d​-​h​e​r​z​r​a​s​e​n​-​a​l​l​e​r​g​i​s​c​h​e​-​r​e​a​k​t​i​o​n​-​a​u​f​-​d​e​n​-​c​o​r​o​n​a​-​i​m​p​f​s​t​o​f​f​-​d​a​s​-​k​o​e​n​n​t​e​-​d​e​r​-​a​u​s​l​o​e​s​e​r​-​s​e​i​n​/​2​6​7​4​7​3​9​2​.​h​tml, zuletzt auf­ge­rufen am 20.01.2021

[9] Medi­cines & Health­care pro­ducts Regu­la­tory Agency „Decision. Infor­ma­tion for UK reci­pi­ents on Pfizer/BioNTech COVID-19 vac­cine“, aktua­li­siert 31.12.2020. Auf­zu­rufen unter https://​www​.gov​.uk/​g​o​v​e​r​n​m​e​n​t​/​p​u​b​l​i​c​a​t​i​o​n​s​/​r​e​g​u​l​a​t​o​r​y​-​a​p​p​r​o​v​a​l​-​o​f​-​p​f​i​z​e​r​-​b​i​o​n​t​e​c​h​-​v​a​c​c​i​n​e​-​f​o​r​-​c​o​v​i​d​-​1​9​/​i​n​f​o​r​m​a​t​i​o​n​-​f​o​r​-​u​k​-​r​e​c​i​p​i​e​n​t​s​-​o​n​-​p​f​i​z​e​r​b​i​o​n​t​e​c​h​-​c​o​v​i​d​-​1​9​-​v​a​c​c​ine, zuletzt auf­ge­rufen am 21.01.2021.
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